hallo zusammen,
ich bin irgendwie noch wie gelähmt, muss mir aber mal luft machen.
am samstag heiratete meine freundin (kennen uns nunmehr 25 jahre). es war eine multikulti hochzeit (sie deutsch, er arabischer abstammung).
5 tage! vor der hochzeit fragte sie mich ob ich trauzeugin werden könnte. und nun habe ich ein schlechtes gewissen, dass ich zugesagt habe, da ich im grunde nicht wirklich hinter dieser ehe stehe. und meine und die Befürchtung anderer freunde, scheint sich sehr schnell bestätigt zu haben.
ich möchte vorab betonen, dass ich nicht an der gegenseitigen liebe der beiden zweifle. sie führen seit fast 10 jahren eine harmonische beziehung und haben sich das reiflich und auch mit einer längeren verlobungszeit gut überlegt.
die "komplikationen" begannen ebenfals 5 tage vor der hochzeit. eine schwester des bräutigams versuchte mich zu erreichen. leider hatte ich keine möglichkeit an diesem tag mit ihr zu sprechen und bot an, dass sie mir vorab einfach erstmal eine mail mt ihrem anliegen schreibt und ich dann am nächsten tag auf sie zu komme.
ich erhielt am nächsten tag eine äußerst pampige mail und kurz darauf einen hochzeitszeitplan im oberfeldwebelbefehlskommandoton.
ich war echt geschockt und besprach das erstmal mit einer anderen freundin und bin dann zu dem schluß gekomen, nicht darauf zu reagieren.
stattdessen setze sich die andere freundin mit ihr in verbindung um den zeitplan zu besprechen, dem ich ihnehin nicht hinzuzufügen hatte.
mich hat die art und weise unheimlich geärgert.
beim satndesamt samstag morgen war es dann so, dass die schwestern des bräutigams nicht mal guten tag gesagt haben.
wie sich heruas stellte, war das rote tuch für sie, dass der abend vor der hochzeit bei mir gefeiert wurde. die braut hatte sich einen mädelsabend im kleinen kreis mit ihren engsten freundinnen gewünscht. der offizielle junggesellinnenabschied wo alle "anderen" dabei waren, war bereits eine woche zuvor.
leider hatte die braut gegenüber den schwestern des bräutigams kommuniziert, dass ich alle eingeladen hätte den letzen abend vor der hochzeit in meiner wohnung zu verbringen und ich auch die entsprechenden teilnehmer eingeladen habe. die schwestern waren natürlich nicht dabei, weil sie von der braut nicht erwünscht waren.
somit hatte ich aber die role der bösen hexe schon gepachtet.
meine aufgabe trauzeugin zu sein, konnte ich bis auf meine unterschrift auf das papier zu setzen nicht wahrnehmen, weil sich eine studienkollegin der braut diesbezüglich so dermaßen in den mittelpunkt gespielt hat und mir war es schlichtweg zu blöd mich dahin zu stellen und zu sagen: jetzt bin ich aber mal dran die schleppe zu tragen oder die blumen zu halten.
wer welche aufgaben an dem tag übernimmt wurde von der braut auch in keinster weise irgendwie festgelegt. ich habe das aber auch gar nicht als problem gesehen.
letzendlich war es wohl so, dass die besagt studienkollegin zur braut meinte ihr wäre es ja tooooootal unangenehm das alles zu machen, aber ihr bliebe ja nichts anderes übrig, denn ich würde ja meine rolle als trauzeugin nicht wahrnehmen.
die feier am abend war ganz schrecklich. sämtliche deutschen gäste fühlten sich von der art und weise der araber überfahren und übergangen. es wurde fast nur arabische musik gespielt, da die gäste der braut in der unterzahl waren.
die braut sah auch nicht wirklich glücklich aus und wir machten uns im laufe des abends zunehmend sorgen um ihr befinden.
als wir dann mal die gelegenheit hatten mit ihr zu sprechen und sie zu fragen wie es ihr ginge und das wir den eindruck haben, dass sie nicht sooo zufrieden ist, hat sie uns ganz schrecklich angefaucht. wir könnten wenigstens so tun als hätten wir spaß und es würde sich keiner an dem gelingen der party beteiligen. sie war wie eine furie. wir haben sie kaum wieder erkannt.
dabei wollten wir im grunde nur von ihr wissen, was wir tun können, um dem fest eine wendung zu geben, die in ihrem sinne ist.
ich finde es so unendlich schade. ihr vater sagte zu mir er würde sich auf zuhause freuen und ein kühles bier auf dem sofa, ihre oma sprach mich an, ob es mir gefallen würde und das das ja nichts mehr mit multikulti zu tun hätte und sie das sehr schade findet.
ich habe seit dem ausbruch der braut nicht mehr mit ihr geredet. die verabschiedung war recht kühl.
auch die dritte im bunde ist noch total geschockt und wir wollen nun gemeinsam überlegen wie wir vorgehen wollen.
ich möchte das alles nicht unkommentiert lassen.
und auch das trauzeugen thme möchte ich nchmal ansprechen. dieschwägerin der braut erzählte mir nämlich, ich wäre ja trauzeugin geworden weil ich mich am meisten von allen in frage kommenden menschen am meisten freuen würde und die anderen ja auch alle bereits trauzeugnnen waren.
für mich jetzt nicht unbedingt das super kriterium.
schonmal gar nicht in verbindung mit der frage ob ich es machen will 5 tage vor der hochzeit.
jedenfalls ärgere ich mich auch, dass ich ihr meine generellen bedenken bezüglich seiner kultur nicht mitgeteilt habe.
das etzt genau zu begründen würde den rahmen sprengen, aber ich habe einfach angst, dass es auf grund seiner extremen religiösität zu massiven konflikten kommen wird. und das an sich reißen der party und der gesamten vorgehensweise seiner familie hat mich da bestätigt. ich wage zu behaupten nach 2 jahren freundschaft, dass sie da auf dauer nicht mit leben kann, wenn sich diese entwicklung wie in den letzen jahren stetig steigert.
ich bin furchtbar enttäuscht über die ganze hochzeit. ich hatte mir für sie was anderes gewünscht und ich hatte immer gedacht, dass glückliche bräute mehr strahlen würden und sich nicht zum lächeln zwingen müssen.
ti
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 32
-
11.08.2008, 19:41
Schreckliche Hochzeit am Wochenende!
Maybe I'm too young to keep good love from going wrong
But tonight you're on my mind so you never know
I'm broken down and hungry for your love with no way to feed it
Where are you tonight, you know how much I need it
Too young to hold on and too old to break free and run
__________________________________
Das Schwierigste am Leben ist es, Herz und Kopf dazu zu bringen, zusammenzuarbeiten. In meinem Fall verkehren sie noch nicht mal auf freundschaftlicher Basis (Woody Allen)
-
11.08.2008, 21:46Inaktiver User
AW: Schreckliche Hochzeit am Wochenende!
ist das so, dass die trauzeugin für ein gelingen des festes verantwortlich ist?
kenne ich gar nicht.....
-
11.08.2008, 21:52
AW: Schreckliche Hochzeit am Wochenende!
Was mich wundert: wenn das Brautpaar schon seit 10 Jahren gedeihlich zusammenlebt, warum ist es ihnen dann nicht gelungen, die Hochzeit besser zu organisieren und die jeweiligen Familien/Freundeskreise zu synchronisieren?
Für wen war die Hochzeit schrecklicher, für Dich oder für die Braut?
Du hast Deines Amtes gewaltet und als Trauzeugin Deine Unterschrift geleistet. Mehr konntest Du nicht tun. Schade, dass es für Dich kein gelungener Abend war. Wärst Du mal mit dem Vater heimgegangen und hättest auf dem Sofa ein kühles Bier genossen
-
11.08.2008, 21:56Inaktiver User
AW: Schreckliche Hochzeit am Wochenende!
mir fehlt zwieschen diesen:
beiden aussagenich möchte vorab betonen, dass ich nicht an der gegenseitigen liebe der beiden zweifle. sie führen seit fast 10 jahren eine harmonische beziehung und haben sich das reiflich und auch mit einer längeren verlobungszeit gut überlegt.
ein wenig der zusammenhang.jedenfalls ärgere ich mich auch, dass ich ihr meine generellen bedenken bezüglich seiner kultur nicht mitgeteilt habe.
das etzt genau zu begründen würde den rahmen sprengen, aber ich habe einfach angst, dass es auf grund seiner extremen religiösität zu massiven konflikten kommen wird. und das an sich reißen der party und der gesamten vorgehensweise seiner familie hat mich da bestätigt. ich wage zu behaupten nach 2 jahren freundschaft, dass sie da auf dauer nicht mit leben kann, wenn sich diese entwicklung wie in den letzen jahren stetig steigert.
-
11.08.2008, 22:08
AW: Schreckliche Hochzeit am Wochenende!
vertraumich, das geht mir genauso...
“Sometimes I think the surest sign that intelligent life exists elsewhere
in the universe is that none of it has tried to contact us.” (aus Calvin & Hobbes)
-
11.08.2008, 22:22
AW: Schreckliche Hochzeit am Wochenende!
Es wäre nicht die erste Beziehung, in der kulturelle Unterschiede nach der Eheschließung plötzlich ein ganz anderes Gewicht bekommen, weil auf einmal die Familie ein gewichtiges Wort in allen Angelegenheiten mitspricht.
Wurde das Zusammenleben von der arabischen Familie vielleicht noch als "Probefahrt" des Sohnes angesehen (was sie einer Tochter wohl nicht zugestanden hätten), so ist die Braut jetzt Teil dieser Familie und von ihr könnten entsprechende Anpassungen erwartet werden.
Die Hochzeitsfeier könnte bereits ein deutliches Zeichen gewesen sein, wohin der Hase laufen wird.
Insofern kann ich Tianas Bedenken gut verstehen und sehe auch keinen Widerspruch in den Aussagen.
Ich wünsche der Braut von ganzem Herzen, dass die Befürchtungen unbegründet sind und sie weiterhin glücklich mit ihrem Mann leben kann.Bleiben Sie gesund und bleiben Sie bei Trost. (Lisa Feller)
-
11.08.2008, 22:55Inaktiver User
AW: Schreckliche Hochzeit am Wochenende!
[QUOTE=Tiana]5 tage! vor der hochzeit fragte sie mich ob ich trauzeugin werden könnte. und nun habe ich ein schlechtes gewissen, dass ich zugesagt habe, da ich im grunde nicht wirklich hinter dieser ehe stehe. und meine und die Befürchtung anderer freunde, scheint sich sehr schnell bestätigt zu haben.[/COLOR][/SIZE]QUOTE]
Du musst ja nicht hiner der Hochzeit stehen, es reicht, dass Du sie bezeugst!
-
11.08.2008, 23:21
AW: Schreckliche Hochzeit am Wochenende!
Das sehe ich anders. Ich würde bei keiner Hochzeit den Trauzeugen geben, wenn ich Bedenken für die Ehe hätte.
Zitat von Inaktiver User
Ich habe es in einem Fall abgelehnt - geheiratet haben sie natürlich trotzdem. Sie waren schnell geschieden.
Ich hatte aber Tiana so verstanden, dass sie bisher davon überzeugt war, dass das Paar eine gute Beziehung führt und erst im Rahmen der Hochzeitsvorbereitungen und mit der Einmischung der Familie skeptisch wurde. Dann noch als Trauzeuge zurückzuziehen, ist auch schwierig.Bleiben Sie gesund und bleiben Sie bei Trost. (Lisa Feller)
-
11.08.2008, 23:25Inaktiver User
AW: Schreckliche Hochzeit am Wochenende!
das gibt es bestimmt, rotfuchs. nur in dem hier beschrieben fall geht, für mich, einiges durcheinander.
Zitat von Rotfuchs
die te meinte sie hätte die rolle der "hexe" bekommen aufgrund von der feier am vorabend, zu der sie angeblich die schwestern des bräutigams nicht eingeladen hat. mir wird nicht ganz klar, ob sie nun alle außer diesen eingeladen haben soll, oder ...? auf jeden fall sollte sie für die braut den buhmann spielen.
der nächste kritikpunkt ist dann die studienkollegin der braut, die aufgaben der trauzeugin an sich riss und diese dann auch noch schlecht redete.
die probleme begannen aber ja wohl schon fünf tage vor der hochzeit. die schwester des bräutigams wollte wohl über die hochzeitsplanung sprechen und die te hatte keine zeit. wahrscheinlich fühlte sich die schwester des bräutigams vor den kopf gestoßen, denn für mich hört sich alles so an, als ob die braut sehr wenig zu der planung beigetragen hat. von ihrer seite (der braut) hört sich alles sehr chaotisch an.
da mag ich nicht von einem an-sich-reißen der arabischen familie reden. sie haben halt gefeiert...
und erst ist die beziehung harmonisch und zuletzt wird von dem extrem religiösen ehemann geschrieben.
nö, die te ist mit recht sauer auf den verlauf der hochzeit, dennoch klingt es für mich ein wenig nach zielverschiebung.
-
11.08.2008, 23:44
AW: Schreckliche Hochzeit am Wochenende!
Man muss gar nicht in andere Kulturkreise gehen, um die eigene Hochzeit versaut zu bekommen.

Teile der Familie meines (Ex-)Mannes haben das auch problemlos geschafft. Alles war durchorganisiert, Aufgaben waren an Freunde/Verwandte unseres Vertrauens verteilt - und zumindest der offizielle Teil klappte auch ganz prima.
Aber nach der Kirche und im Laufe der Feier rissen einige Verwandte von ihm (mit denen wir gar nicht viel Kontakt hatten und die nur "anstandshalber" eingeladen waren) die Feier immer mehr an sich. Spiele, Musik - plötzlich bestimmten sie die Feier. Und dann stehst Du da, willst keinen Streit mit der Verwandtschaft, wirst aber immer unglücklicher, weil Du ja andere Vorstellungen hattest.
Und zwischenzeitlich brachen die auch noch mangels Schlüssel in unsere Wohnung ein (in der ICH aber schon jahrelang wohnte), weil sie witzige Streiche spielen wollten.
Ach - das ist eine lange Geschichte und gehört hier nicht in voller Länge hin.
Ich will nur damit sagen, dass Du als Braut gegenüber der Familie Deines gerade angetrauten Mannes oft sehr hilflos sein kannst. Und ich war eigentlich schon damals nicht auf den Mund gefallen - aber das machte mich sprachlos, hilflos und traurig.
Ich habe diese Leute nie wieder zu irgendetwas eingeladen, auch wenn dies immer wieder zu Streit in der Familie führte.
Egal, inzwischen bin ich die ganze Sippe los.
Bleiben Sie gesund und bleiben Sie bei Trost. (Lisa Feller)


Zitieren
