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  1. Moderation

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    AW: Geldgeschenke - wieviel ist ZUWENIG?

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Und zur Frage, ob das Schenken nur für den Beschenkten, die Feier nur für die Gäste (oder nur für das Brautpaar?) ist:
    Schenken, einladen, Gäste haben, feiern - all das sind Elemente von Beziehungen, und damit immer etwas "Beidseitiges".
    Natürlich, und wie alle Beziehungen/Interaktionen wirft auch diese die Frage, nach Macht/Dominanz auf. Also in diesem Fall: wer die Interaktion, ihren Rahmen, ihren Umfang, ihre Form und ihr Medium bestimmen darf. Rahmen und Umfang ist stark gesellschaftlich und persönlich (auch nach den jeweiligen finanziellen Möglichkeiten) bestimmt, aber Form und Medium würde ich im Bestimmungsbereich der Beschenkten sehen.
    Ich kann mir offen gestanden keine Geschenk-Interaktion vorstellen, bei der es anders ist - diejenigen, die Geschenke erhalten bzw. sich diese wünschen, sind in ihren Wünschen zu respektieren.
    Sie sind diejenigen, die einen "Nettonutzen" davon haben sollen. Sie sind diejenigen, die gefeiert, beglückwünscht werden, im Mittelpunkt stehen und einen neuen Lebensabschnitt beginnen. Egal ob das jetzt Geburt, Taufe, Konfirmation, Geburtstag, Umzug, Hochzeit oder was auch immer ist. Sie stehen im Mittelpunkt, ihnen soll die Freude gemacht werden.
    So funktionieren meiner Beobachtung und meinem Weltwissen nach Geschenke in unserer Kultur.
    Einen Fall zu konstruieren, wo der*die Schenkende wichtiger ist als die Beschenkten und sich über ihre Wünsche hinwegsetzen kann, würde ich irgendwo zwischen missgünstig und narzisstisch ansiedeln bzw. es ist dann eben leider ein Geschenk mit Pferdefuß.
    Geändert von lunete (04.09.2021 um 20:57 Uhr)

  2. Moderation

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    AW: Geldgeschenke - wieviel ist ZUWENIG?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich stelle mir das gerade bildlich vor. Das Brautpaar wünscht sich einen Echtholz-Esstisch. Die Gäste legen zusammen und kommen zur Hochzeit mit einem Kleintransporter an, die Gäste haben Arbeitshandschuhe dabei und schleppen mit sechs Leuten (natürlich alle in feinem Zwirn) den Tisch in den Festsaal, natürlich mit einer großen Schleife drumherum, schaffen es kaum, den Tisch auf den Gabentisch zu hieven, aber ... ja.... alle sind wahnsinnig glücklich.

    Und nach der Feier fragt sich das Brautpaar, wie sie den Tisch nach Hause transportieren sollen.
    Meine Mutter hat meinem Vater mal zu einem Geburtstag ein besonderes Möbelsstück organisiert. Die Freunde haben jeweils Teilbeträge geschenkt, es wurde geliefert und harrte bei einer Nachbarin der Dinge.
    Zur Feier wurde es dann irgendwie zu meinen Eltern gebracht. Allerdings war das bei ihnen zuhause. Es war alles sehr aufregend und ich "durfte" von fern daran teilhaben, wenn gerade wieder was kompliziert war.

    Ich finde die umgekehrte Reihenfolge - man schenkt Geld und schafft das große Geschenk nach der Feier an - wesentlich praktischer und praktikabler.

    Ich habe für meinen Mann auch mal ein Geschenk koordiniert. Da ging es um den Ersatz eines Teiles seiner Sammlung, der verloren gegangen war. Es war so einfach: Die Gäste brauchten nur von einer von mir zusammengestellten mit allen geteilten Liste die (billigen!!) Sammlerstücke auswählen, bei Ebay eingeben, kaufen und in der Liste als "gekauft" markieren. Alles mit wenigen Klicks zu erledigen. Digital natives, was hätte da schief gehen sollen? Die Sammlung hätte so zum Geburtstag wieder komplett und die Freude riesengroß sein können.
    Aber es gab tatsächlich welche, die es aus unerfindlichen Gründen besser fanden, nicht die gewünschten Sammlerstücke für 5€, sondern irgendwas ähnliches für den dreifachen Preis zu besorgen, das nicht Teil der Sammlung und daher uninteressant und für meinen Mann wertlos war.
    Tja, was will man da noch sagen.

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    AW: Geldgeschenke - wieviel ist ZUWENIG?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich stelle mir das gerade bildlich vor. Das Brautpaar wünscht sich einen Echtholz-Esstisch. Die Gäste legen zusammen und kommen zur Hochzeit mit einem Kleintransporter an, die Gäste haben Arbeitshandschuhe dabei und schleppen mit sechs Leuten (natürlich alle in feinem Zwirn) den Tisch in den Festsaal, natürlich mit einer großen Schleife drumherum, schaffen es kaum, den Tisch auf den Gabentisch zu hieven, aber ... ja.... alle sind wahnsinnig glücklich.

    Und nach der Feier fragt sich das Brautpaar, wie sie den Tisch nach Hause transportieren sollen.
    Die dürfen schon zweckgebunden einen Umschlag überreichen

    Wenn es allerdings nur für eine Anzahlung reicht, ist es wiederum zu nah an "Geld in den großen Topf", dann ist da keine wirkliche Verbindung mehr zu dem Tisch.

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    AW: Geldgeschenke - wieviel ist ZUWENIG?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Bei Geburtstagen etc. habe ich noch nie Geld verschenkt, freue mich aber genauso über Sach- wie über Geldgeschenke. Aber selbst da habe ich Probleme, Wünsche zu formulieren - wenn ich übers Jahr verteilt etwas haben möchte, kaufe ich es mir selbst und warte nicht bis zum Geburtstag, damit Tante Luise was zum Schenken hat.
    In meiner Familie (und das kenne ich auch von anderen) heben wir uns tatsächlich Wünsche für Geburtstag und Weihnachten auf - eben weil es schöner ist, etwas geschenkt zu bekommen als es sich selbst zu kaufen.

  5. Inaktiver User

    AW: Geldgeschenke - wieviel ist ZUWENIG?

    Zitat Zitat von lunete Beitrag anzeigen
    Was soll man denn sonst "haben wollen", als nur das, was man will?
    Und indem du unerwünschte Geschenke machst, drehst du den "Erfüllungszwang" um. 'Freu dich gefälligst und sei dankbar, denn ich habe dir das geschenkt. Wertschätze und halte die Gabe in Ehren bis an dein Lebensende!' Finde ich, da emotional befrachtet, wesentlich unangenehmer als der Wunsch nach Geld, denn der ist einfach zu erfüllen, tatsächlich einfacher als sich irgendein Geschenk auszudenken, das im Zweifel doch nichts ist.

    A propos Geld und begrenzte Mittel. Wenn man nicht viel hat, ist doch auch ein kleiner Betrag gut und kann sehr persönlich vergeben werden. Das Paar wünscht sich Geld für die Hochzeitsreise nach Venedig? Kurze Internetrecherche und dann verschenkt man 10-20€ mit dem Hinweis, dass es in Straße X den besten Espresso/den leckersten Bäcker/die besten Pralinen der Stadt gibt und dass du sie dorthin einlädtst. Oder so. Fände ich persönlich schön.



    Man könnte da einen Zusammenhang vermuten

    Also ich sage nicht, dass die prunkvolle Hochzeit auf Pump erstrebenswert ist, aber - damit wäre man wieder beim Mahlgeld-Prinzip - wenn es ums Mitfeiern geht, kann man überlegen, ob man das als Gast auf diese Weise mitträgt. Oder tatsächlich, indem man mittels eines Geldgeschenks dem Paar ein besonderes Extra ermöglicht, das die Feier unvergesslich macht?

    (meine Kürzungen)
    Jetzt übertreibst du aber!!!

    Wo habe ich von Dankbarkeit und Ewigkeiten geschrieben?
    Klar kann man sich wünschen.

    Aber, davon ausgehen dass man das auch kriegen muss sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

    Wenn das Wünschen so fordernd wird - ist das meiner Meinung nach nicht mehr dem Schenken als solches gerecht.

    Ich würde nie verlangen, du musst jetzt das oder das kaufen.
    Fände ich einfach unverschämt.

  6. Inaktiver User

    AW: Geldgeschenke - wieviel ist ZUWENIG?

    Von müssen war doch nie die Rede.

  7. Moderation

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    AW: Geldgeschenke - wieviel ist ZUWENIG?

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Jemandem Geld zu schenken, der nichts mehr haben will - das ist doch völlig absurd.
    Nicht absurder, als ihm einen Krusch zu schenken, von dem man weiß, daß es nicht das ist, was er will, mag, oder brauchen kann.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  8. Inaktiver User

    AW: Geldgeschenke - wieviel ist ZUWENIG?

    Meine Söhne hatten schon lange vor der Hochzeit einen gemeinsamen Hausstand mit ihren jetzigen Ehefrauen.
    Die Paare wünschten sich Geld für die Reisekasse.
    Themenbezogen verpackt haben sie sich sehr gefreut.
    In meinem Freundes- und Familienkreis ist das seit Jahren Tradition, ob das nun runde Geburtstage oder Hochzeiten sind.

    Oder ich habe eine Übernachtung gebucht und bezahlt, auf dem Zwischenstop einer Reise, mit meiner Schwiegertochter abgestimmt, die eine Reise an einen Wunschort ihres Mannes organisiert hatte.
    An das gebuchte Hotel erinnern sich beide noch gerne.
    Ich hatte mir auch zu meinem runden Geburtstag "Futter" für die Reisekasse gewünscht.
    Als ich dann auf Reisen war, bekamen meine Gäste eine Postkarte von meiner Reiseroute.

  9. Moderation

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    AW: Geldgeschenke - wieviel ist ZUWENIG?

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Jemandem Geld zu schenken, der nichts mehr haben will - das ist doch völlig absurd.
    Nicht absurder, als ihm einen Krusch zu schenken, von dem man weiß, daß es nicht das ist, was er will, mag, oder brauchen kann.
    Selbst wenn es keinen konkretes Spar- oder Schenkziel gibt:
    Mit Geld verschenkt man die Freiheit, irgendwas damit zu tun.
    Das Geld auf den Kopf zu hauen, vielleicht auch was Frivol-Luxuriöses anzuschaffen, was auszuprobieren, das vielleicht immer schon einen Reiz hatte, sich einen Upgrade oder sonst etwas Besonderes zu gönnen.
    Das ist alles kein Muss, nichts, was man braucht und vielleicht auch nichts, was man sich ernsthaft wünscht, sondern einfach nice-to-have.
    Anderen diese Freiheit zuzugestehen scheint manchen schwer zu fallen.

    Mit unerwünschten Gegenständen verschenkt man Ballast.

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    AW: Geldgeschenke - wieviel ist ZUWENIG?

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    In meiner Familie (und das kenne ich auch von anderen) heben wir uns tatsächlich Wünsche für Geburtstag und Weihnachten auf - eben weil es schöner ist, etwas geschenkt zu bekommen als es sich selbst zu kaufen.
    Naja. Knapp vorbei ist dann eben auch wieder daneben, das habe ich oft genug erlebt, aktiv und passiv. Lässt sich nicht mal mit Foto und Bezugsquelle hundertprozentig vermeiden (plötzlicher Modellwechsel o.ä.). Und wenn ich jetzt ein Lamborghini-Cabrio möchte, dann möchte ich es jetzt und nicht zu Ostern. Gilt auch für den emaillierten Bräter, den Nasenbrilli und den gehäkelten Topflappen.
    Gut abgehangene Wünsche tragen das Risiko überlagert zu sein. Lange genug aufgeschoben, stelle ich fest, dass ich auch ohne den Lamborghini ganz gut leben kann.


    So gerne ich schenke und so sehr ich mich über Geschenke freue (meistens): diese sakral-weihevolle Überhöhung sehe ich mit milder Distanz, meins ist das nicht

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