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    AW: ab 2009 - kirchliche und staatliche Hochzeit unabhängig voneinander

    Zitat Zitat von januaria
    Aber für diese Sich-immer-ein-Hintertürchen-Aufhalter wird das ja der perfekte Freibrief, zunächst mal "ja" zu sagen, um dann alles, was ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen würde, weiterhin ewig lange vor sich herzuschieben ...
    Ähm... was hat die standesamtliche Heirat denn für "ernsthafte Konsequenzen" für die Ehepartner?

    Eigentlich überhaupt keine, jedenfalls keine, die einen vor einer Ehe zurückschrecken lassen könnten.

    Die "ernsthaften Konsequenzen" kommen ja erst bei der Trennung, und zwar unabhängig davon, wer sich trennt und warum. Und daß es da tendenziell ein bißchen ungerecht zugeht (nämlich so, als wären alle noch nach dem Modell 1950 verheiratet), hat sich inzwischen schon ziemlich weit herumgesprochen. Man(n) könnte also genauso argumentieren: Jetzt wo es diese Möglichkeit gibt, sind die sich-vor-allem-ökonomisch-absichern-wollenden Frauen leicht zu enttarnen
    Et moi je cherche après l'âme sœur
    Et moi je cherche dans l'ordinateur :-)

    (Guy Béart, "Escalier B")

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    AW: ab 2009 - kirchliche und staatliche Hochzeit unabhängig voneinander

    Zitat Zitat von SkyWalker
    Die "ernsthaften Konsequenzen" kommen ja erst bei der Trennung, und zwar unabhängig davon, wer sich trennt und warum. Und daß es da tendenziell ein bißchen ungerecht zugeht (nämlich so, als wären alle noch nach dem Modell 1950 verheiratet), hat sich inzwischen schon ziemlich weit herumgesprochen. Man(n) könnte also genauso argumentieren: Jetzt wo es diese Möglichkeit gibt, sind die sich-vor-allem-ökonomisch-absichern-wollenden Frauen leicht zu enttarnen
    Um Dich mal schnell auf den neuesten Stand zu bringen, Skywalker: Da hat sich in den letzten 12 Monaten was getan.

    Nach einer Trennung gibt es grundsätzlich erst mal nur Unterhalt für ggf. vorhandene Kinder. Für den Elternteil, bei dem diese leben, gibt es auch nur noch Unterhalt, solange das jüngste Kind unter drei Jahren ist. Nach Vollendung des dritten Lebensjahres - davon wird ausgegangen - können Kinder in Tagesstätten/Kindergärten untergebracht werden und der Elternteil, bei dem sie leben, ist somit in der Lage für seinen Lebensunterhalt selbst zu sorgen.

    Dass der besser verdienende Partner nach einer Trennung dafür zu sorgen hat, dass der/die Ex den gewohnten Lebensstandard beibehalten kann, ist inzwischen gänzlich Geschichte. Die Partner sind nach einer Trennung in keiner Weise mehr füreinander verantwortlich.

    Für verheiratete Paare, die zusammen bleiben, kommen die s. g. "ernsthaften Konsequenzen" viel eher zum Tragen - nämlich z. B. die gegenseitige Verpflichtung für den anderen im Fall von Krankheit bzw. Pflegebedürftigkeit zu sorgen und auch finanziell für ihn/sie einzustehen, wenn materielle Bedürftigkeit droht.

    Natürlich sollte das für den Menschen, den man liebt und mit dem man leben will, selbstverständlich sein - aber man hat dazu nicht nur die moralische, sondern auch eine gesetzliche Verpflichtung.

    Ich gebe Dir insoweit Recht, Skywalker, dass all das Menschen, die sich lieben und ihr Leben miteinander verbringen wollen, nicht vom Heiraten abhalten soll. Die, die es davon abhält, sind für mich die "sich-immer-ein-Hintertürchen-offen-Halter"!
    Geändert von januaria (08.07.2008 um 00:07 Uhr)

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    AW: ab 2009 - kirchliche und staatliche Hochzeit unabhängig voneinander

    Zitat Zitat von januaria
    Um Dich mal schnell auf den neuesten Stand zu bringen, Skywalker: Da hat sich in den letzten 12 Monaten was getan.

    Nach einer Trennung gibt es grundsätzlich erst mal nur Unterhalt für ggf. vorhandene Kinder. Für den Elternteil, bei dem diese leben, gibt es auch nur noch Unterhalt, solange das jüngste Kind unter drei Jahren ist. Nach Vollendung des dritten Lebensjahres - davon wird ausgegangen - können Kinder in Tagesstätten/Kindergärten untergebracht werden und der Elternteil, bei dem sie leben, ist somit in der Lage für seinen Lebensunterhalt selbst zu sorgen.

    Dass der besser verdienende Partner nach einer Trennung dafür zu sorgen hat, dass der/die Ex den gewohnten Lebensstandard beibehalten kann, ist inzwischen gänzlich Geschichte. Die Partner sind nach einer Trennung in keiner Weise mehr füreinander verantwortlich.
    Ja, so steht das auf dem Papier, wird aber von vielen Gerichten weiterhin ganz anders umgesetzt.

    Ein guter Freund von mir geht deshalb demnächst vor den BGH, weil die Richter seines Familiengerichtes und sogar des zuständigen OLGs weiterhin die alte Regelung beim Ehegattenunterhalt anwenden. D.h. Ex muss erst halbtags arbeiten, wenn Kind 7 ist (jetzt ist es 6) und erst wenn Kind 15 ist, ganztags. Solange soll er weiterhin Ehegattenunterhalt zahlen... und zwar nicht zu knapp. (Es geht nicht um den Kindesunterhalt, das sei nur noch mal zur Sicherheit betont!) Das neue Recht wird dort einfach nicht angewandt und das Ganze nennt sich dann familienfreundlich.

    Liebe Grüße,
    Grummelchen

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    AW: ab 2009 - kirchliche und staatliche Hochzeit unabhängig voneinander

    Zitat Zitat von januaria
    Um Dich mal schnell auf den neuesten Stand zu bringen, Skywalker: Da hat sich in den letzten 12 Monaten was getan.
    Auf dem Papier schon, in der Praxis scheint es noch nicht so angekommen zu sein.

    Natürlich sollte das für den Menschen, den man liebt und mit dem man leben will, selbstverständlich sein - aber man hat dazu nicht nur die moralische, sondern auch eine gesetzliche Verpflichtung.
    Diese "gesetzliche Verpflichtung" zum Füreinander-Einstehen ist das Papier nicht wert, auf dem sie steht, denn die Ehe kann ja jederzeit einseitig und ohne Angabe von Gründen "gekündigt" werden. Die standesamtliche Ehe ist als solche vollkommen wertlos, sie kann höchstens noch als "Versicherungsschein für den Fall einer Trennung" (in der Regel für die Frau) gelten. Das ist aber nicht Sinn einer Ehe, wie Du selbst ausführst.

    Ich würde also die Verpflichtung "vor Gott" deutlich ernster nehmen als die vor dem Büttel unseres immer nutzloser und unverschämter werdenden Staates. Und wenn es um den "Romantik-Faktor" bzw. die öffentliche, feierliche Erklärung der Ehepartner geht, finde ich eine kirchliche Trauung ebenfalls deutlich wertvoller als die staatliche.
    Et moi je cherche après l'âme sœur
    Et moi je cherche dans l'ordinateur :-)

    (Guy Béart, "Escalier B")

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    AW: ab 2009 - kirchliche und staatliche Hochzeit unabhängig voneinander

    Zitat Zitat von SkyWalker


    Diese "gesetzliche Verpflichtung" zum Füreinander-Einstehen ist das Papier nicht wert, auf dem sie steht, denn die Ehe kann ja jederzeit einseitig und ohne Angabe von Gründen "gekündigt" werden. Die standesamtliche Ehe ist als solche vollkommen wertlos, sie kann höchstens noch als "Versicherungsschein für den Fall einer Trennung" (in der Regel für die Frau) gelten. Das ist aber nicht Sinn einer Ehe, wie Du selbst ausführst.

    Ich würde also die Verpflichtung "vor Gott" deutlich ernster nehmen als die vor dem Büttel unseres immer nutzloser und unverschämter werdenden Staates. Und wenn es um den "Romantik-Faktor" bzw. die öffentliche, feierliche Erklärung der Ehepartner geht, finde ich eine kirchliche Trauung ebenfalls deutlich wertvoller als die staatliche.
    100 %ige Zustimmung!
    Zu Gast bei Fremden.

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    AW: ab 2009 - kirchliche und staatliche Hochzeit unabhängig voneinander

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Moin

    Vielleicht ist das ja interessant für die ein oder andere hier:

    ab 2009 wird man auch kirchlich heiraten dürfen, ohne vorher auf dem Standesamt gewesen zu sein.

    Rechtlich/Steuerlich zählt man dann natürlich weiterhin als ledig.

    *klick*
    Wieso sollte das nicht möglich sein? Es bringt ja Null. Man ist ja trotzdem nicht verheiratet. Sehe da keinen Sinn. Außer man ist so gläubig, dass man keinen Sex vor der Ehe will *g*. Ich habe das bisher nur einmal gehört (bin aus Ösi-Land) und konnte das damals auch nicht glauben. Die "Braut" hat sich damals übrigens recht schnell aus dem Staub gemacht (das ist wohl ein Vorteil, wenn man nur kirchlich heiratet).

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    AW: ab 2009 - kirchliche und staatliche Hochzeit unabhängig voneinander

    Eben, was soll das bringen??
    Man ist religiös verheiratet aber nicht gesetzlich, dass heisst
    man hat keine vorteile aber auch keine nachteile.

    Ich bin nach deutschem Recht nur verheiratete wenn der Standesbeamte es beurkundet hat, nicht was der Pfarrer predigt...

  8. Inaktiver User

    AW: ab 2009 - kirchliche und staatliche Hochzeit unabhängig voneinander

    Zitat Zitat von Love77
    Eben, was soll das bringen??
    Man ist religiös verheiratet aber nicht gesetzlich, dass heisst
    man hat keine vorteile aber auch keine nachteile.

    Ich bin nach deutschem Recht nur verheiratete wenn der Standesbeamte es beurkundet hat, nicht was der Pfarrer predigt...
    Vorteile?

    Zum einen, wie ich oben schon schrieb, mehr Freiheit bei der Terminplanung, wenn man beides will.

    Das andere sind Fälle, bei denen im Falle einer gesetzlichen Heirat eine Witwenrente o.ä. wegfallen würde, das paar sich aber dennoch offiziell zueinander bekennen möchte.

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    AW: ab 2009 - kirchliche und staatliche Hochzeit unabhängig voneinander

    Zitat Zitat von Marion2289
    Wieso sollte das nicht möglich sein? Es bringt ja Null. Man ist ja trotzdem nicht verheiratet. Sehe da keinen Sinn. Außer man ist so gläubig, dass man keinen Sex vor der Ehe will *g*. Ich habe das bisher nur einmal gehört (bin aus Ösi-Land) und konnte das damals auch nicht glauben. Die "Braut" hat sich damals übrigens recht schnell aus dem Staub gemacht (das ist wohl ein Vorteil, wenn man nur kirchlich heiratet).
    Auch wenn du gesetzlich geheiratet hast, kannst Du Dich schnell aus dem Staub machen. Eine Scheidung einreichen ist kein Problem und dagegen wehren kann sich der Partner nicht.

    Die Ehe als Institution ist wertlos geworden, da beliebig.
    Eigentlich konsequent und verstaendlich, das sie das Gesetz anpassen.

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    AW: ab 2009 - kirchliche und staatliche Hochzeit unabhängig voneinander

    Zitat Zitat von Caramon
    Auch wenn du gesetzlich geheiratet hast, kannst Du Dich schnell aus dem Staub machen. Eine Scheidung einreichen ist kein Problem und dagegen wehren kann sich der Partner nicht.
    Die Scheidung einzureichen ist wahrhaftig kein Problem. Doch danach geht's los mit allerlei Scherereien bis zur Scheidung sowie den vom Gericht beschlossenen Regelungen für die Zeit danach. Für das Verfahren selbst fallen natürlich auch noch Kosten an.

    Für Leute, die nicht gesetzlich verheiratet sind, ist alles erledigt, sobald sich der Partner, der nicht mehr will, "aus dem Staub" gemacht hat ...
    Geändert von januaria (10.07.2008 um 07:59 Uhr)

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