Hallo an alle,
ich muss hier mal etwas loswerden, was mich seit Wochen beschäftigt. Vielleicht gibt es ja ähnliche "Leidensgenossinnen?"...
Ich bin 45, wurde nach 6 Jahren von meinem Ex nach einer sehr schwierigen Ehe verlassen und vor zehn Jahren geschieden. Ich habe sehr lange alleine meine Kids groß gezogen und arbeite als Erzieherin.
Vor 5,5 Jahren lernte ich meinen neuen Partner (Beamter, 42 h/Woche Arbeitszeit) kennen, wir lebten 4 Jahre eine Fernbeziehung und sind im letzten Jahr zusammen gezogen (mit einem Kind (17) daheim, der Rest ist flügge).
Einen Antrag hat er mir schon vor 3 Jahren gemacht, aber erst im Februar diesen Jahres habe ich spontan die "Flucht nach vorn" ergriffen und JA gesagt. Im September soll die Hochzeit sein, alle Verwandten sind eingeladen, der Grillplatz ist reserviert, die Ringe sind bestellt.
Derzeitiger Stand: alle unsere Vorbereitungen waren toll, doch inzwischen komme ich immer weniger an ihn heran. Er spricht nicht, ist bockig und wütend. Wenn ich ihn frage, was los sei, ist immer "Nichts!". Er teilt sich mir nicht mit, und ich weiß, dass dies seine große Schwäche ist. Damit haben wir seit bald 6 Jahren zu tun...
Phasenweise klappt die Kommunikation, aber oft genug sehe ich, dass er mit Menschen "ein Problem" hat, sich abkapselt und alleine, am liebsten NUR MIT MIR sein will. Wir haben keine gemeinsamen Freunde, gehen nicht essen, gehen abends nicht weg. Sein Argument, er sei MÜDE, kann ich zwar nachvollziehen, aber selbst am WE geht er um 21h ins Bett und schläft bis 8h morgens...
Ich bin ich am Ende und rätsele, wie ich das die nächsten 20 Jahre überstehen soll... Ich kann doch nicht heiraten und die Scheidung schon in Aussicht haben!!!!!
Ich habe Angst vor der Zukunft.
Mein Partner hat eine 2jährige Therapie hinter sich, über die er mit mir nicht spricht, von der er aber nach eigenen Angaben profitiert. Die Therapeutin gab ihm mit auf den Weg, "zu üben", doch davon merke ich nichts. Im Gegenteil, es bessert sich nichts. Mein Einwand, dass ich gerne wüßte, worum es in den Sitzungen gehe, beantwortet er, indem er sagt, er wolle darüber nicht sprechen.
Ich stelle mir vor, dass ich bei der Trauung "Nein" sage und rausrenne, weil ich Angst habe, solch ein Leben zu führen.
Das ist doch totaler Mist!
So kann man doch keine Ehe beginnen!!
Eine andere Möglichkeit wäre, alles abzublasen, wieder getrennt zu leben und sich zu sehen, wenns passt... Aber ich schätze mal, ich wäre dann "unten durch". Bestimmt werde ich dann von der Verwandtschaft gehasst...
Hilfe, wer hat Tipps für mich?
Die Löwin
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 25
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29.06.2008, 10:34
Habe Angst vor der Zukunft als Ehefrau :-(
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29.06.2008, 11:00
AW: Habe Angst vor der Zukunft als Ehefrau :-(
Von welcher Verwandtschaft wirst du dann gehasst? Von seiner oder von deiner? Ich denke, dass deine Familie Verständnis dafür haben wird, wenn du die Hochzeit absagst, denn sie wollen doch, dass du glücklich bist. Und so wie es jetzt ist, bist du nicht glücklich. So würde ich auch in keine Ehe starten sollen.
Woher kommt dieses mangelnde Vertrauen deines Freundes dir gegenüber? Ich würde da einfach nicht locker lassen. Und ihm ruhig die Pistole auf die Brust setzen und sagen, dass du dir eine Ehe nicht vorstellen kannst, wenn er alles vor dir verheimlicht.
Da ich in der Vergangenheit auch schon Erfahrung mit den "Nichts! Ich will nicht drüber reden!"-Männern gemacht habe, habe ich meinem Mann gleich zu Beginn der Beziehung gesagt, dass es mir wichtig ist, dass er mit mir über alles redet. Dass ich das brauche und mich Geheimniskrämerei wahnsinnig macht. Und das war auch wichtig, das vorher zu besprechen, er hat mir zugestimmt und es funktioniert bestens.
lg,
orangeplaty
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29.06.2008, 11:10
AW: Habe Angst vor der Zukunft als Ehefrau :-(
Moin Löwin,
so wie sich das liest, solltest Du ihm dringend klar machen, wie es derzeit in Dir aussieht.
Ich kann Dir nicht sagen, ob Du die Hochzeit abblasen solltest oder bei der Entscheidung 'Flucht nach vorn' bleibst.
Was ich aber sicher weiß: die Angst vor dem 'Hass der Verwandtschaft' ist das schlechteste Argument zu heiraten, wenn man nicht (mehr) sicher ist, diesen Zustand dann frohen Herzens leben zu wollen.
Es geht um Dein Leben, Deine Zukunft, Deine Hoffnungen, Deine Träume - nicht um die der Verwandtschaft, nicht einmal um die Deines Partners, es sei denn Deine Liebe zu ihm ist so groß, dass Leben, Zukunft, Hoffnung, Träume seinen Namen tragen.
Ich wünsche Dir eine Entscheidung, hinter der Du stehst!
Ach ja, noch etwas: die Therapie
ich meine, es geht Dich zwar etwas an, weshalb er in der Therapie ist bzw. war, nicht aber unbedingt, was dort gesprochen wurde. Auch in der besten Beziehung sollten Partner einen persönlichen Bereich akzeptieren können, über den nicht gesprochen werden muss, wenn nicht kann oder nicht willGeändert von Blickwinkel (29.06.2008 um 11:15 Uhr)
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29.06.2008, 15:03
AW: Habe Angst vor der Zukunft als Ehefrau :-(
danke für eure antworten.
so, wie es in mir aussieht, weiß das im moment noch niemand. ich bin so ratlos, das ist schrecklich.
wenn ich mit IHM über meine befürchtungen, ängste, erlebnisse spreche, egal welcher art, dann hört er nur zu, aber er entgegnet nichts, sondern sagt im besten fall: dann lassen wir es/dann drücke ich dich mal/ dann hör doch auf damit/denen würde ich es aber mal zeigen....usf.
es gibt keinen gesprächsfluss, wenn ihr versteht, was ich meine...
dieses schweigen ist gift für mich, ich gehe daran noch zugrunde :-(
am meisten quälen mich meine phantasien: kenne eine kleine wohnung, die bald frei würde. wenn ich dort alleine leben könnte, ohne ihn... platz für mich, keine socken, kein schnarchen. weniger geld, aber FREI! ich glaube, ich wüde eine woche heulen, aber dann nach vorn schauen, denn ich habe im leben noch so viel vor.
ich möchte nicht lebendig begraben sein!!!!!!!!!!!!!!!
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29.06.2008, 15:11Inaktiver User
AW: Habe Angst vor der Zukunft als Ehefrau :-(
Ich finde, das klingt nach ein wenig mehr, als dem üblichen Bammel vor der Hochzeit (den ich auch hatte...).
Liebe Löwin, überlege Dir das gut. Ihr müsst doch nicht heiraten... Das sollte doch eigentlich was Schönes sein, etwas, worauf man sich freut, trotz der Angst, die dazu gehört.
Zusammenbleiben und Du trotzdem in der kleinen Wohnung? Wäre das keine Option?
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29.06.2008, 15:19Inaktiver User
AW: Habe Angst vor der Zukunft als Ehefrau :-(
Bis zur Hochzeit kann man es sich überlegen - und unter diesen Umständen würde ich an Deiner Stelle keinesfalls heiraten.
Ob das dann Trennung bedeutet oder nicht - das kann sich ja finden.
Sag' ihm das - und redet.
Und wenn er nicht redet - dann kannst Du auch ruhig mal explodieren und dem Ganzen Nachdruck verleihen.
Umgekehrt musst Du Dir aber auch überlegen, was Du eigentlich genau von ihm willst bzw. erwartest. Zu fordern, dass er ein anderer werden soll - das hilft ja keinem, denn das kann der nicht.
Deine Wünsche sollten sein Verhalten betreffen - was er oder Ihr zusammen macht oder dass er beim Reden nicht ausweichen soll.
Gruß, Leonie
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29.06.2008, 15:36Inaktiver User
AW: Habe Angst vor der Zukunft als Ehefrau :-(
liebe löwin,
für mich sind das mehrere dinge,die du ansprichst.
zuerst einmal: mit der hochzeit an sich hat das ganze ja nix zu tun, hab ich das richtig verstanden? eher mit eurer beziehung und mit dem bedingunglosen ja-sagen (der heirat) zu eurer partnerschaft - was tun zu können du jetzt anzweifelst.
zum thema offenheit: als du im februar ja gesagt hast, wie gestaltete sich das angesprochene problem damals? ich nehme an, du wusstest damals von seinem schwachpunkt schon. hast du gehofft, er würde sich ändern? hast du gedacht, du würdest besser damit zurechtkommen?
zum thema unternehmungen: auch mein partner ist viel weniger extravertiert als ich es bin. ich habe begonnen, die dinge allein zu tun. ich treffe freunde, unternehme etwas ohne ihn. vielleicht könnte das bei euch auch klappen? wenn du ihn liebst und dich wohlfühlst mit ihm,könntest du dir vorstellen, einen bereich deines lebens ohne ihn zu leben (eben die unternehmungen). wenn er dann weniger druck hat, macht er viell. auch gerne etwas zu zweit mit dir, damit eure partnerschaft bzw die romantik u zweisamkeit nicht zu kurz kommt.
thema "träume"/angst: kann sein, dass das auch mit deiner gescheiterten ehe zu tun hat? bzw auch ein wunsch ist (kleine wohnung), der momentan aus dir selbst rauskommt, und dein partner verstärkt es nur? das lebendig begraben sein-gefühl ist deines: vielleicht ist momentan nicht die zeit für eine so fixe partnerschaft für dich.
ich würde dir raten, das ganze so bald wie möglich anzusprechen. je früher ihr die hochzeit (möglicherweise) abblast, desto weniger ist jemand vor den kopf gestoßen.
kannst du dir vorstellen, eine lockere beziehung mit getrennten wohnungen zu führen? dann belasten dich seine eigenarten vielleicht auch weniger.
alles liebe
sigi
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29.06.2008, 15:39
AW: Habe Angst vor der Zukunft als Ehefrau :-(
Ich bin ja nun keine Leidensgenossin und spreche daher nur theoretisch. Aber wenn Du oben gesagtes hinter Dir hast, warum musst Du jetzt heiraten, zumal die Gewitterwolken jetzt schon aufziehen?
Zitat von DieLoewin62
´Im September soll die Hochzeit sein, alle Verwandten sind eingeladen, der Grillplatz ist reserviert, die Ringe sind bestellt.
Das klingt mir jetzt nur nach Äußerlichkeiten, die Verwandten werden´s überleben, wenn keine Hochzeit stattfindet.
Und das solltest Du sehr ernst nehmen.Wir haben keine gemeinsamen Freunde, gehen nicht essen, gehen abends nicht weg. Sein Argument, er sei MÜDE, kann ich zwar nachvollziehen, aber selbst am WE geht er um 21h ins Bett und schläft bis 8h morgens...
Ich bin ich am Ende und rätsele, wie ich das die nächsten 20 Jahre überstehen soll... Ich kann doch nicht heiraten und die Scheidung schon in Aussicht haben!!!!!
Ich habe Angst vor der Zukunft.Moderatorin in
*Gesundheit* und *Frauengesundheit*
*Fasten* und *Welchen Nutzen haben Diäten?*
*Haushalt - Tipps und Tricks*
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29.06.2008, 16:23
AW: Habe Angst vor der Zukunft als Ehefrau :-(
Hallo Löwin!
Was sind denn deine Gründe für diese Heirat?
Gruß vom
blauen Himmel
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29.06.2008, 18:02
AW: Habe Angst vor der Zukunft als Ehefrau :-(
also, welche sind meine gründe?
ich muss sagen, dass ich durch meinen vertrauensbeweis dachte, dass er sich öffnen würde. zumal er sich es sehr wünschte, mich zu heiraten- trotz der 5 kids, die er ja mitheiratet.
das hat mich immer erstaunt: ein mann will mich heiraten, trotz des anhangs...
auch sollte das geld keine unerhebliche rolle spielen- er will immer, dass ich versorgt bin.
als ich JA sagte, dachte ich auch, dass ich es schaffe, über sein schweigen hinwegzukommen- aber ich schaffe es nicht. ich gehe an seiner sturheit (oder ist es angst?) zugrunde.
als ich ihm heute sagte, dass ich SO nicht weitermachen möchte, sage er: du mit deinen launen, dann lassen wir es halt, du kannst ja auf dem sofa pennen und wir sparen eine menge geld. hallo??????????????????? was ist denn das für eine antwort?
jetzt ist er weggegangen, weil ich laut wurde. er drehte er sich um und sagte: so lasse ich nicht mit mir reden- such dir einen anderen, mit dem du schreien kannst.
dabei ist der ton, den ich drauf habe, nur ein bruchteil dessen, was manchmal nur noch bei kindern hilft...
oh gott, wie ich dieses männliche getue hasse! was mache ich falsch?


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