Hallo zusammen,
mein Liebster und ich machen uns grundlegende Gedanken zum Heiraten (es ist - noch - nichts konkretes geplant) und sind auf die Frage der Konfession gekommen.
Ich bin katholisch, er ist evangelisch, sogar Pfarrerssohn![]()
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Ich möchte jetzt hier keine Grundsatzdiskussion entfachen, die führe ich mit ihm...und das Ende vom Lied ist, dass wir beide nach unserer jeweiligen Konfession heiraten möchten.
(Prinzipiell besteht auf beiden Seiten Kompromissbereitschaft und wir werden uns sicherlich einigen, aber bis dahin müssen wir eben noch ein wenig miteinander ringen...)
Es handelt sich hier nur vordergründig um eine Frage des Ritus, denn mit der Frage der Trauung ist natürlich auch immer die der Konfession der späteren Kinder verbunden.
Als Katholikin würde ich mich im Fall einer Trauung nach katholischem Ritus dazu verpflichten, die Kinder katholisch zu erziehen. Die evangelische Kirche knüpft meines Wissens keine vergleichbaren Bedingungen an die Eheschließung.
Nun bin ich eben beim googeln (eigenlich sollte ich ja arbeiten...) auf die Trauung nach dem Formular C gestoßen. Das ist ein von dem Bistum Freiburg und der Evangelischen Landeskirche Baden gemeinsam erarbeiteter ökumenischer Ritus, bei dem zwei Geistliche der unterschiedlichen Konfessionen gleichberechtigt mitwirken und der von beiden Kirchen anerkannt wird.
Das wäre evt. eine echte Alternative, wir wohnen praktischerweise auch in Baden.
Meine Fragen an euch sind:
1) Hat jemand nach diesem Ritus geheiratet und kann mir Erfahrungsberichte geben?
Besonders interessiert mich die Frage, ob in diesem Fall die Kinder auch katholisch erzogen werden müssten.
2) Muss diese Trauung dann von Geistlichen aus dem Bistum Freiburg bzw. aus der badischen Landeskirche zelebriert werden, oder könnten es auch 'Auswärtige' sein?
3) Ganz allgemein: Wie handhabt ihr eure kirchliche (ökumenische) Trauung?
Ah ja: für uns kommen die Varianten "nur Standesamt" bzw. "freier Theologe" eher nicht in Frage, dazu sind wir wohl zu altmodisch.
Ich freue mich auf eure Antworten,
liebe Grüße
Lunete
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24.05.2008, 22:23
Kirchliche Trauung: Formular C
Geändert von lunete (24.05.2008 um 22:54 Uhr)
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27.05.2008, 09:28
AW: Kirchliche Trauung: Formular C
Hallo,
gleich mal vorweg, bei meinem Mann und mir haben wir die gleiche Konstellation mit umgekehrten Vorzeichen, er ist katholisch ich evangelisch, auch aus einem Pfarrhaus, von daher mit meiner Konfession fest verwachsen und auch nicht zum Konvertieren bereit. Wir haben nach doppeltem Ritus geheiratet, den es streng genommen gar nicht gibt, eine Konfession gibt immer den Ton an Im Termin mit dem katholischen Priester musste mein Mann die ZUsage machen Kinder katholisch zu erziehen, wohlgemerkt er, ich nicht, ich bin also daran nicht gehalten und werde ganz klar auch darauf einwirken ihnen die lutherischen Gedanken nahezubringen.
AAAber, im ganz normalen Leben jenseits der theologischen Spitzfindigkeiten sind wir zwar verschiedener Konfession jedoch im christlichen Glauben fest vereint udn regeln das ohne probleme, jeden Sonntag im Wechsel Gottesdienst oder Messe mal bei ihm mal bei mir, Feiertage haben ohnehin immer mehrere Tage an denen man in die Kirche geht. Und im Alltag gibt es ein ganz normales Tischgebet. Das einzig wirklich doofe ist das wir nie zusammen an der Abendahlsfeier teilnehmen, aber wir blicken da mal zuversichtlich in die Zuknft, vielleicht zur Goldenen Hochzeit.
Machs gut,
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27.05.2008, 09:54
AW: Kirchliche Trauung: Formular C
Ich bin noch nicht verheiratet, aber in auf den Tag genau 4 Monaten ist es soweit. Mein Verlobter ist katholisch, ich bin nicht getauft. Wir leben im konservativen Bayern.
Ich bin sehr dankbar, dass uns unser Pater dennoch katholisch trauen wird, was für meinen Verlobten sehr wichtig ist.
Wir hatten schon unser Gespräch beim Pater. Mein Zukünftiger musste auch versprechen, alles was möglich und zumutbar ist dafür zu tun, dass unsere Kinder katholisch getauft werden. Unser Pater nannte es den Gummiparagraphen. Denn er verpflichtet zu nichts, außer, dass man eben sein Möglichstes tut. Wenns am Ende also nicht klappt (und sich quasi der Partner durchsetzt), dann hat man trotzdem sein Versprechen gehalten.
Ein Bekannte hat auch okomenisch geheiratet, wobei da der evangelische Pfarrer eindeutig die Oberhand hatte (er ist aber auch ihr Chef). Trotzdem gab es die komplette katholische Trauung auch noch - mit dem Ergebnis, dass wir über 1,5 Stunden in der Kirche waren. Das fand ich wirklich zu lang. Ich würde wollen, dass sich die beiden Kollegen dann besser absprechen und nicht vieles doppelt machen.
Es geht aber auf jeden Fall, nur muss man sich halt mit allen Beteiligten abstimmen und diese müssen zustimmen.Man sieht und hört nur mit dem Herzen gut.
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27.05.2008, 10:31Inaktiver User
AW: Kirchliche Trauung: Formular C
@felina:
ich bin genau einen Tag nach dir dran ;-)
Wir sind auch eine konfessionell gemischte Ehe (bzw. werden eine sein *g*): Er katholik, ich protestant.
Ihm ist sein Galube wichtig, ich bin da weniger gefestigt, zumal meine evangelische Taufe mehr oder weniger zufällig zustande kam: auch meine Eltern sind unterschiedlicher Konfession, und der evangelische Pfarrer war ihnen damals halt sympathischer... danach besuchte ich den katholischen Kindergarten usw...
Wenn ich in die Kirche gehe, dann begleite ich meinen Mann in den katholischen Gottesdienst, in einem Evangelischen bin ich seit Jahren nicht mehr gewesen. Einen Grund zur konvertieren sehe ich trotzdem nicht.
Für uns ist klar: WENN kirchliche Hochzeit, dann katholisch.
Die Infos, die wir zur kirchlichen Trauung auf dem Standesamt mitgegeben bekamen, besagen, dass eine ökumenische trauung formell immer eine Trauung der einen konfession ist, bei der ein Pfarrer der anderen Konfession assistiert.
Aber bezüglich der Kindstaufe sind regelungen wie z.B. Mädchen -> Religion der Mutter Jungen -> Religion des Vaters wohl gar nicht unüblich.
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27.05.2008, 11:30
AW: Kirchliche Trauung: Formular C
Ist ja cool, Du heiratest an einem Sonntag? Wusste gar nicht, dass das geht.
Zitat von Inaktiver User
Man sieht und hört nur mit dem Herzen gut.
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27.05.2008, 11:34Inaktiver User
AW: Kirchliche Trauung: Formular C
nee samstag...
hab mich um einen tag vertan, wir heiraten also anscheinend beinahe parallel...
Und die Standesamtliche ist ein paar Wochen früher, mitten in der Woche.
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27.05.2008, 11:41
AW: Kirchliche Trauung: Formular C
Super, dann heiraten wir tatsächlich am gleichen Tag.
Standesamtliche und kirchliche Trauung ist bei uns am gleichen Tag. Wir also unser großer Tag.Man sieht und hört nur mit dem Herzen gut.
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28.05.2008, 00:51
AW: Kirchliche Trauung: Formular C
ich kenne ein Pärchen, die wollten ökumenisch heiraten. Haben beide Pastoren zu sich nach Hause eingeladen, um die Trauung zu besprechen, die wollten das eigentlich nicht. Als sie denn doch aufeinander trafen, mussten sie miteinander reden, und die Trauung verlief letztendlich auch wie gewünscht.
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21.06.2008, 18:51
AW: Kirchliche Trauung: Formular C
Hallo,
ich melde mich mal wieder.
Und habe einige klärende Neuigkeiten (allerdings noch nicht irgendwie offiziell bestätigt):
Es gibt keine ökumenischen Trauungen, soviel ist klar. Normalerweise läuft es nach dem Ritus einer Konfession ab, der Geistliche der anderen Konfession darf nur assistieren, meist darf er dann predigen.
Nur in Baden gibt es eben scheinbar die Ausnahme: einen gemeinsamen Ritus, eine echte ökumenische Trauung, bei der beide gleichberechtigt konzelebrieren. Das ist der Ritus nach dem "Fomular C".
(Das hatte ich oben ja schon geschrieben, nur offensichtlich war das nicht allen ganz klar geworden.)
So weit so gut, vielleicht hilft diese Info ja der einen oder dem anderen weiter.
Und hier die Neuigkeit:
Ich habe mich kürzlich mit einer Bekannten unterhalten, sie ist katholische Theologin und meinte, das berühmt-berüchtigte Versprechen, die Kinder im katholischen Glauben zu erziehen müsse man gar nicht mehr unterschreiben. Mittlerweile stünde in dem Formular, das man im Fall einer katholischen Hochzeit mit einem nichtkatholischen Partner ausfüllen muss, die Formulierung, die Kinder seien "im christlichen Glauben" zu erziehen. Was das ganze natürlich (zumindest für mein Gewissen) sehr vereinfacht.
Allerdings habe ich dazu keinerlei offizielle Bestätigung gefunden.
Vielleicht weiß eineR von Euch diesbezüglich was?
So, ich wünsche allen ein schönes Sommerwochenende
und den zukünftigen "Hochzeitern" unvergessliche Feste
Schöne Grüße
LuneteGeändert von lunete (21.06.2008 um 18:55 Uhr)
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30.06.2008, 23:29
AW: Kirchliche Trauung: Formular C
Hallo, das mit dem Erziehen im Christlichen Sinne stimmt. Mein Göga und ich sind gemischtkonfessionell, er katholisch, ich evangelisch.
Mir ist mein Glaube sehr wichtig, ihm eher weniger, dennoch haben wir katholisch geheiratet (dauert zu lang zum erklären). Bei diesem Vorgespräch erläuterte mir der Dekan, dass die katholische Kirche eine gemischt-konfessionelle (auch kath-moslem/jude/buddhist)Ehe nur dann akzeptiert, wenn unterschrieben wird, dass die aus der Ehe entsprungenen Kinder im christlichen Sinne erzogen werden.
Es wird zwar von den Pfarrern gewünscht, dass die Kinder kath werden, ist aber keinerlei verpflichtung, nur der christliche Hintergrund zählt. Übrigens, mein Traupfarrer hat sogar für uns eine Brautmesse gehalten, was offiziell auch nicht gewünscht wird, bei gemischt-konfessionellen...


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und das Ende vom Lied ist, dass wir beide nach unserer jeweiligen Konfession heiraten möchten.
, aber bis dahin müssen wir eben noch ein wenig miteinander ringen...)
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