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  1. User Info Menu

    AW: Hochzeit warum? Vorteile?

    @ Satyr

    Ich finde das nicht sonderlich überzeugend. Auch die Verträge, die Du im Sinn hast beruhen auf staatlichen Rahmenbedingungen und müssen im Fall einer Trennung aufgelöst werden.

    Ich denke, wenn man im Einzelfall untersucht, welche Abweichungen vom Gesamtpaket sich die Paare vorstellen, kommt man vermutlich in vielen Fällen zum Schluss, dass sich die Mühe nicht lohnt. Für mich ist das keine dogmatische (der Staat hat in meiner Beziehung nichts zu suchen), sondern eine pragmatische (wie komme ich am Besten zu einem Vertragspaket, das meinen Bedürfnissen entspricht) Frage.

    Insofern wäre ich nur begrenzt bereit, den Aufwand einer Serie von Einzelverträgen zu betreiben. Und keine Verträge zu schliessen - das wäre mir zu wenig und entspricht nicht meiner persönlichen Risikostruktur.

    Mit öffentlichem Bekenntnis habe ich hingegen auch wenig am Hut. Meine Beziehung ist öffentlich, weil ich sie öffentlich lebe und ob wir uns für einen gemeinsamen Namen entscheiden, ist noch nicht raus - viel öffentlicher wird`s dann auch nicht mehr.
    Gefahr im Küchenschrank

    Er steht im mittleren Regal,
    ganz hinten in der Ecke.
    Wann und wie ist ihm egal,
    so hockt er im Verstecke.
    Er kichert still in sich hinein,
    gibt nicht den kleinsten Mucker.
    Er ist so listig und gemein.
    Der raffinierte Zucker.

    Peter Sendtko


  2. User Info Menu

    AW: Hochzeit warum? Vorteile?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    ich weiß natürlich, dass es keine Garantien gibt - und ich würde auch nicht bei einem gewaltätigen Ehemann bleiben - allerdings übersteigt es meine Vorstellungskraft, dass er damit anfängt.

    aber ich lebe und treffe Entscheidungen unter der Prämisse, dass es für immer ist. Nicht, dass es eine Garantie gibt und ich mich zurücklehnen kann - sondern, dass wir es immer schaffen werden.

    und das macht einen Unterschied. Wir wollten viele Kinder, keiner von uns hätte Schwierigkeiten "vom anderen finanziell abhängig zu sein" wenn wir gemeinsam entscheiden, dass wir unter gegebenen Umständen in dieser Arbeitsteilung leben wollen (oder müssen), ich kann mich ihm immer als Ganzes öffnen und zumuten, ohne denken zu müssen, dass er meinen könnte, dann passt es nicht, wir haben nur gemeinsames Geld ... (vom guten Gefühl gar nicht zu sprechen).

    Ich möchte das feste Versprechen, es in jeder Situation zu versuchen, und das begründete Vertrauen (weil ich bei diesem Menschen genau hingeschaut habe), dass wir es immer schaffen. Und gehe ich in meinem Leben vorbehaltslos davon aus.
    Und ich lehne es ab, irgendetwas im Hinblick auf eine mögliche Trennung auszurichten. Also z.B. im Beruf zu bleiben nicht deshalb, weil wir das in der Ehe so möchten, sondern im Hinblick darauf, dass die Ehe auch schiefgehen könnte.

    Gruß, Leonie
    Leonie, mit schönen Wort hast Du auch die Einstellung meines Mannes und mir zur Ehe beschrieben!
    Am 3. Juni 2011 kam unsere kleine Maus zur Welt - unser größtes Geschenk!


    Die Liebe trägt unsere Seele wie die Füße unseren Leib.


    Unsere Gedanken und Gebete sind bei Colina und Ticklish und ihren Familien und bei allen anderen Sternenkindern.




    Papa, für immer in meinem Herzen!

  3. Inaktiver User

    AW: Hochzeit warum? Vorteile?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    es geht mir um die Lebenspartnerschaft - und das Versprechen und den festen Willen, dass es für immer ist.
    Ich will da keinen Vorbehalt "ich weiß ja aber noch nicht, wie wir uns entwickeln".
    Versprechen können gebrochen werden und mein Wille kann noch so fest sein- in bestimmten Situationen hilft auch der Wille nichts mehr. Genau das ist der Punkt bei dem ich glaube, dass du dich in einer falschen Sicherheit wiegen willst. Was du einen Vorbehalt nennst, ist in meinen Augen ein Zugeständnis aus Liebe- in erster Linie an den Partner! Das Zugeständnis weiterhin aus freien Stücken Entscheidungen zu treffen und nicht zwanghaft an etwas festzuhalten.


    Ich hätte das keinem geglaubt, der mich nicht heiratet.
    Das heißt, dass die Ehe für dich DER Liebesbeweis ist, richtig?! In meinen Augen ist die Ehe ledigilich ein rechtlicher Rahmen für unsere Zukunftspläne.


    Aber das will ich nicht diskutieren, das kann man anders sehen.
    Wenn andere für sich glaubhafte Formen finden, eine Lebenspartnerschaft einzugehen, dann ist es nicht an mir, das zu bezweifeln.


    Aber was Ihr hier beschreibt, ist für mich eben noch nicht das Eingehen einer Lebenspartnerschaft.
    Ich bin seit 12 Jahren verheiratet. Wieso ist meine Ehe aufgrund meiner Einstellung, dass im Leben alles passieren kann, keine Lebenspartnerschaft?

  4. Inaktiver User

    AW: Hochzeit warum? Vorteile?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Das heißt, dass die Ehe für dich DER Liebesbeweis ist, richtig?!
    nein, das ganz bestimmt nicht.
    habe ich das irgendwo geschrieben?

    wir waren uns doch einig, dass Liebe zu wenig ist.
    und im Zweifel hätte ich einen Mann trotz aller Liebe verlassen, wenn er mit mir keine Lebenspartnerschaft eingehen will.


    In meinen Augen ist die Ehe ledigilich ein rechtlicher Rahmen für unsere Zukunftspläne.
    Ist das so schwer verständlich zu machen mit der Lebenspartnerschaft?
    In Martin67's Thread wird auch gerade über die Liebe als Gefühl und die Entscheidung füreinander diskutiert. Wie schrieb minstral gerade: Gefühle können irrlichtern, dann kommt es auf die Entscheidung an.


    Nicht jede geschiedene Ehe wird geschieden, weil „nicht genau geschaut“ wurde.
    nein, natürlich nicht jede.

    wenn alle mein Eheverständnis hätten, wäre die Scheidungsrate nicht bei Null. Aber wesentlich niedriger.

    denn erstens wird sehr oft nicht genau hingeschaut (man muss nur in der BriCom lesen).

    und außerdem lassen sich auch viele scheiden, war man (wie Prijon kürzlich geschrieben hat) sich fragt:"was soll der Sch***? - die haben es ja noch nicht einmal wirklich versucht."

    Die wenigsten Ehen werden geschieden, weil der Ehepartner plötzlich gewaltätig oder zum Alkoholiker wird.


    Inwiefern beeinflusst deine Haltung deine Ehe zum Positiven?
    das schrieb ich doch schon.

    gefühlmäßig -weil ich mich nur so "ganz einlassen" kann, mich meinem Mann ganz zeigen und mit allen Ecken und Kanten zu ihm kommen kann.

    und praktisch, weil es mir mehr Möglichkeiten gibt - wir können die Sache eben gemeinsam entscheiden und optimieren in der Ehe. Nur so kann ich leben, wie ich möchte - sonst müsste ich ja ggf. Kompromisse in Hinblick auf eine eventuelle Trennung eingehen.

    und das Finanzielle: ich finde richtig, dass eine Eheschließung Verantwortung für den Ehepartner einschließt, die im Zweifel über die Scheidung hinausgeht. Eine Ehe ist auf Lebenszeit geschlossen - aus bestimmten Dingen komme ich da nicht wieder raus.
    Der Rest interessiert mich persönlich nicht (als gesellschaftspolitisches Thema schon) - weil ich mich mit einer eventuellen Scheidung nicht beschäftige.
    Ich halte es für die Aufgabe des Staates, da für die typischen Fälle bewährte Regelungen zu treffen und weiterzuentwickeln (der einzelne kann nämlich wirklich nicht übersehen, was alles passieren kann). Und ansonsten vertraue ich darauf, dass in Deutschland keiner hungern muss und dass ich mir schon zu helfen wissen würde.

    Gruß, Leonie
    Geändert von Inaktiver User (18.04.2008 um 10:49 Uhr)

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    AW: Hochzeit warum? Vorteile?

    Zitat Zitat von minstrel
    @ Satyr

    Ich finde das nicht sonderlich überzeugend. Auch die Verträge, die Du im Sinn hast beruhen auf staatlichen Rahmenbedingungen und müssen im Fall einer Trennung aufgelöst werden.
    Wieso das? Die finanziellen Absicherungen die man privat treffen kann (für sich oder den Partner) sind vielfältig. Es gibt keinen Zwang diese zu lösen. Und so sieht es auch mit vielen anderen Dingen aus, die ich privat regeln kann. Mein Testament kann ich so lassen wie es ist, die Patientenverfügung auch usw. usw...
    Im Gegensatz zur Ehe, kann ich hier selbst bestimmen wo schluss ist.

    Ich denke, wenn man im Einzelfall untersucht, welche Abweichungen vom Gesamtpaket sich die Paare vorstellen, kommt man vermutlich in vielen Fällen zum Schluss, dass sich die Mühe nicht lohnt. Für mich ist das keine dogmatische (der Staat hat in meiner Beziehung nichts zu suchen), sondern eine pragmatische (wie komme ich am Besten zu einem Vertragspaket, das meinen Bedürfnissen entspricht) Frage.
    Ja, natürlich ist das alles sehr pragmatisch. Aber nicht ausgerichtet an MEINEN Bedürfnissen, sondern an UNSEREN. An denen des Paares. Und das ist für mich immer etwas höchstindividuelles, das nicht mit einem pauschen Paket wie der Ehe gerecht werden kann.
    Wie gesagt.. ich denke das sich nach Eheschließung viel zu viele Paare an den rechtlichen Rahmen der Ehe anpassen - und damit ihre Beziehung verändern. Aber warum etwas verändern das vorher lange funktioniert und beide glücklich gemacht hat?
    Da habe ich es lieber umgekehrt, indem ich die Beziehung lasse wie sie ist - das Glücklichsein also nicht gefährde - und den rechtlichen Rahmen daran anpasse.

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    AW: Hochzeit warum? Vorteile?

    @Leonie
    Wenn ein Paar sich nach.. keine Ahnung.. 10,15 oder 20 Jahren scheiden lässt.. die Frau dann hier Dinge postet wie "So kannte ich ihn gar nicht" - "So habe ich ihn noch nie erlebt!" - "Diese Seite an ihm habe ich vorher nie gesehen, die hat mich total abgestoßen"... hat sie dann vorher nicht genau hingesehen, das sie all das nicht sah.. oder hat sich der Partner vielleicht einfach nur menschlich verändert (ohne Wertung)?

    Ich tippe oft auf letzteres. Und das kann man einfach nicht vorher sehen. Dazu gibt es keinerlei Chance, keine Möglichkeit.

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    AW: Hochzeit warum? Vorteile?

    Wie gesagt.. ich denke das sich nach Eheschließung viel zu viele Paare an den rechtlichen Rahmen der Ehe anpassen - und damit ihre Beziehung verändern.
    Kannst Du da mal ein bisschen konkreter werden?
    Ich beobachte bei vielen Paaren, dass sich mit dem ersten Kind etwas verändert, aber Änderungen anschliessend an die Eheschliessung sind mir in meinem Umfeld noch nicht aufgefallen.

    Und das ist für mich immer etwas höchstindividuelles, das nicht mit einem pauschen Paket wie der Ehe gerecht werden kann.
    Ich lese das bei Dir in unterschiedlichen Varianten ständig und es klingt ja auch nett. Bis jetzt ist es allerdings eine inhaltsleere Phrase geblieben.

    Was sind denn genau die individuellen Regelungen, die Paare beim Notar treffen wollen/sollen?
    Gefahr im Küchenschrank

    Er steht im mittleren Regal,
    ganz hinten in der Ecke.
    Wann und wie ist ihm egal,
    so hockt er im Verstecke.
    Er kichert still in sich hinein,
    gibt nicht den kleinsten Mucker.
    Er ist so listig und gemein.
    Der raffinierte Zucker.

    Peter Sendtko


  8. Inaktiver User

    AW: Hochzeit warum? Vorteile?

    Zitat Zitat von Satyr
    @Leonie
    Wenn ein Paar sich nach.. keine Ahnung.. 10,15 oder 20 Jahren scheiden lässt.. die Frau dann hier Dinge postet wie "So kannte ich ihn gar nicht" - "So habe ich ihn noch nie erlebt!" - "Diese Seite an ihm habe ich vorher nie gesehen, die hat mich total abgestoßen"... hat sie dann vorher nicht genau hingesehen, das sie all das nicht sah.. oder hat sich der Partner vielleicht einfach nur menschlich verändert (ohne Wertung)?

    Ich tippe oft auf letzteres. Und das kann man einfach nicht vorher sehen. Dazu gibt es keinerlei Chance, keine Möglichkeit.
    das sehe ich andes.

    ob sie anfangs genau hingeschaut hat oder nicht, das lassen wir mal außen vor. (Aber viele sagen auch nach so langer Zeit, dass sie es hätten wissen können - dass sie aber dachten, die Liebe würde alles richten, es würde schon besser werden, oder dass sie zu jung waren, darauf zu achten)

    ansonsten ist der typische Fall, dass das Paar sich schon viel früher verloren hat, weil die Beziehung nicht gepflegt wurde, dass keine tiefen Gespräche stattfanden, dass Entwicklung in der Ehe "nicht gewünscht" war etc.

    In den meisten Fällen ist nicht die Entwicklung des Partners Ursache Trennung - sondern wie das Paar damit umgeht. Und dann kommt es wieder auf den Willen an.

    Gruß, Leonie

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    AW: Hochzeit warum? Vorteile?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ich glaube, dass man deutlich mehr Beziehungspflege betreibt, wenn man um die Vergänglichkeit weiß, als wenn man sich in der Sicherheit Ehe wiegt.
    Leonie hat das ja schon hinterfragt und ich muß es nochmal wiederholen. Weil ich das auch nicht verstehe. Wieso sollte ich in einer Ehe, die ich genauso meine (also bis zum Tod) weniger Beziehungspflege betreiben? Glaubst Du, ich will lieber eine schlechte Ehe als gar keine? Ehe um jeden Preis?

    Darum geht es mir sicherlich nicht und anderen hier auch nicht.

    Grüße,
    Edelherb

  10. Inaktiver User

    AW: Hochzeit warum? Vorteile?

    insbesondere will ich lieber eine gute Ehe als eine schlechte.

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