Na klar, ein persönlicher Wert. Und nix für ungut, ich kann ja nicht wissen, dass der Wertbegriff dir aufgrund deiner Ausbildung an der Stelle auch klar war. Immerhin wird er so verschwommen und inflationär genutzt, gerade wenn es um solche durchaus verhandelbaren und historisch gewachsenen Dinger wie die Ehe geht. da erschien es mir ganz nützlich, das mal zu präzisieren. Viel Glück fürs Examen!![]()
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Thema: Hochzeit warum? Vorteile?
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20.04.2008, 21:35
AW: Hochzeit warum? Vorteile?
"That life exists/
And identity/
That the powerful play goes on/
And you may contribute a verse."
Walt Whitman
“Eine Gesellschaft, die ihre Freiheit zugunsten ihrer Sicherheit opfert, hat beides nicht verdient.”
Benjamin Franklin
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20.04.2008, 21:39Inaktiver User
AW: Hochzeit warum? Vorteile?
Schon in Ordnung
Zitat von Ariela
und danke für die guten Wünsche
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20.04.2008, 23:07Inaktiver User
AW: Hochzeit warum? Vorteile?
Zitat von Inaktiver User
Muss man denn für jeden Scheiß, den man im Leben macht einen Grund haben?
Ich selbst war einfach nur verliebt und habe ganz schnell geheiratet, bevor er es sich anders überlegt.....
Hat man nach jahrelangem zusammenleben natürlich nicht mehr, da muss dann ein Grund her! Und da wäre mir, ehrlich gesagt, kein vernünftiger eingefallen.....
Grüße Manuela
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21.04.2008, 08:37
AW: Hochzeit warum? Vorteile?
D.h., wenn Du zwei oder drei Jahre gewartet hättest, hättest Du ihn nicht mehr geheiratet?
Zitat von Inaktiver User
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21.04.2008, 10:08Inaktiver User
AW: Hochzeit warum? Vorteile?
@ amaranto,
Du hast völlig recht, dass die Vorstellungen vom Leben nicht starr sein dürfen, sondern dass das Paar gemeinsam den Lebensweg - immer wieder - gemeinsam sucht und festlegt und ändert.
Eine gewisse Offenheit und Flexiblität ist ja Voraussetzung für das begründete Vertrauen, immer einen gemeinsamen Weg zu finden.
Denn wenn die Partner ganz feste Vorstellungen haben - dann gilt ja tatsächlich das Argument, was eigentlich passiert, wenn sie sich unterschiedlich entwickeln, selbst wenn die Pläne anfangs genau passen. Denn es stimmt natürlich - keiner weiß, wie er in 20 Jahren sein wird und was da seine Wünsche sind.
Aber solche Eigenschaften wie "Offenheit im Denken" sind m.E. viel konstanter als konkrete Wünsche.
Wir hatten zur Hochzeit feste Vorstellungen. Viele Kinder, Hausfrauenehe, bald ein Haus. Aber einen, der darauf ganz festgelegt gewesen wäre, wäre nicht in Frage gekommen - denn es kann ja sein, dass ich nach 10 Jahren feststelle, dass ich in meinem Häuschen im Grünen unglücklich bin, dann hätten wir ja einen anderen Weg finden müssen.
Und tatsächlich ist - aus unterschiedlichen Gründen und Entscheidungen, nichts von den Dreien eingetroffen.
@ Gedankenspiel,
Deine Überlegungen zur (Un-)Bedingtheit sind mir überhaupt nicht verständlich geworden.
Und ich möchte Edelherbs Frage, was denn gewesen wäre, wenn Dein Mann von Anfang an hätte heiraten und Kinder haben wollen, dick unterstreichen.
Vielleicht noch einmal kurz:
Grundsätzlich ist der (bzw. war mein) Wunsch, eine Lebenspartnerschaft einzugehen. Mit einem Partner, den man liebt - das Verlieben, das ich nicht steuern kann, steht also an erster Stelle.
In der wachsenden Beziehung gilt dann aber:
"Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ... "
(Das "Genau-Hinschauen" bzw. "Prüfen" hatten wir schon einmal als Extra-Thread, der auch nicht so ewig lang ist:
Was bedeutet prüfen für Euch.)
Und dann kommt die Entscheidung und das Versprechen, und dann bin ich gebunden.
Alternativ ausgedrückt:
Bis zur Hochzeit kann man es sich überlegen, danach gilt es, das Beste daraus zu machen.
oder etwas flapsig
Vor der Hochzeit sollte man beide Augen weit offen haben - danach auch mal ein Auge zudrücken.
Mit dem "Auge zudrücken" ist nicht gemeint, dass man sich ruhig gehen lassen kann - aber dass ganz bewusst die Schwelle dessen, was ein Trennungsgrund wäre, vor der Hochzeit viel viel niedriger ist als danach, wo Trennung nicht mehr gedacht wird - sondern eben der gemeinsame Weg gesucht wird.
@ Gedankenspiel,
warum sind Dir diese Extrembeispiele eigentlich so wichtig?
Ich weiß, dass es keine 100% Garantie gibt - ich könnte ja noch nicht einmal eine 100%-Garantie abgeben, dass ich nicht noch zur Mörderin werde.
Aber darauf brauche ich mein Leben doch nicht einzustellen.
Schau' Dir doch die Ehen an, die geschieden werden.
Bei wie vielen sind da solch seltene Dinge wie Homosexualität oder Kinderschänder eine Rolle. Das ist doch vernachlässigbar selten.
(Das Allergiebeispiel lasse ich schon nicht mehr gelten - da gibt es doch viele Möglichkeiten, einen gemeinsamen Weg zu finden).
Gruß, Leonie
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21.04.2008, 10:14Inaktiver User
AW: Hochzeit warum? Vorteile?
Zitat von Edelherb
So kann man es natürlich auch verstehen, wenn man es so drehen möchte. Für mich gab es keinen anderen Grund zu Heiraten, als aus Liebe. Und ob ich nach zwei oder drei Jahren, nach denen man die Socken unterm Tisch und die offenen Zahnpastatuben eben nicht mehr durch die Rosarote Brille ignoriert werden, immer noch geheiratet hätte-wer weiß das schon.....
Ein bißchen versteift finde ich die Diskussion Pro und Contra Ehe hier. Ich kenne langjährige Paareohne Trauschein und kurzlebige Ehen.
Gruß Manuela
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21.04.2008, 10:16Inaktiver User
AW: Hochzeit warum? Vorteile?
Oben hast Du aber doch davon geschrieben, dass es sein kann, dass Ihr Euch auseinanderentwickelt, was zur Trennung führen kann.
Zitat von Ariela
Und vielleicht noch zur Erläuterung: Ich hatte immer Kinderwunsch - und zwar den Wunsch nach "vielen" Kindern. Für mich lässt sich das vom Wunsch nach Lebenspartnerschaft schwer trennen.
Da ist schon etwas dran, dass sich das Konzept "erst genau hinschauen, dann entscheiden" nicht ewig hinziehen lässt.
Zitat von Edelherb
Da hat Satyr recht - es wäre schon seltsam, eine Beziehung nach 6 Jahren mit der Begründung zu beenden, dass er mich nicht heiraten will.
Ich finde ja schon immer einen Widerspruch in sich, wenn jemand sagt:"in 2 Jahren heiraten wir."
Haben die sich entschieden oder nicht?
Und wenn sie sich entschieden haben - warum erst in 2 Jahren?
Gruß, Leonie
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21.04.2008, 10:29
AW: Hochzeit warum? Vorteile?
Wenn es sich um Menschen handelt, die sich für eine Lebenspartnerschaft entschieden haben, für die die Hochzeit aber kein Signal ist und keinen symbolischen Wert hat, dann warten sie zum Beispiel auf einen Zeitpunkt, zu dem der Abschluss des Vertragspaket besonders günstig (steuerliche Vorteile) oder weniger ungünstig (steuerliche Nachteile bei Verheirateten) ist.
Oder auf einen Zeitpunkt, an dem sie mehr Zeit für die Organisation haben. Oder auf einen Zeitpunkt, an dem alle Familienmitglieder im Lande sind.
Oder sie haben sich noch nicht entschieden, nach welchem Landesrecht sie heiraten wollen bzw. ob sie ihren Wohnort (in Verbindung damit) langfristig beibehalten wollen und diese Entscheidung hängt mit dem Ausbildungsabschluss oder irgendeinem anderen Termin zusammen...
Nur ein paar mögliche Gründe...
Gefahr im Küchenschrank
Er steht im mittleren Regal,
ganz hinten in der Ecke.
Wann und wie ist ihm egal,
so hockt er im Verstecke.
Er kichert still in sich hinein,
gibt nicht den kleinsten Mucker.
Er ist so listig und gemein.
Der raffinierte Zucker.
Peter Sendtko
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21.04.2008, 10:54Inaktiver User
AW: Hochzeit warum? Vorteile?
Doch
Zitat von Edelherb
nur deswegen habe ich dieses Beispiel ja angeführt. Man warf ja hier in den Raum, dass die Tatsache, dass meine Bedingungslosigkeit einen Rahmen hat ein Widerspruch sei zur Tatsache, dass ich von bedingungslosem Willen spreche
Das habe ich doch nie bestrittenNein, kann ich nicht. Denn Du schmeisst immer noch die zwei Dinge zusammen. Aber für die Bedingungslosigkeit in der Ehe ist die Überhaupt-Nicht-Bedingungslosigkeit vor der Ehe, also bei der Auswahl essentiell.
Ich sage nur, dass ich der Meinung bin, dass der Bedingungslosigkeit zuvor auch die Möglichkeit eingeräumt werden SOLLTE, dass der Partner überhaupt eine Chance hat seine Vorstellungen ggf. zu überdenken. Das geschieht heutzutage aber eher selten. Manchmal eben aus verständlichen Gründen (Zeit wird knapp, biologisches Uhr-Geticke etc.) aber sehr oft auch aus Bequemlichkeit oder dem Hintergedanken, eben noch was Besseres zu finden. DAS ist es, was ich für sehr gefährlich halte.
Aber du könntest dir vorstellen, dass ein Mann mit unbändigem Kinderwunsch seine Frau verlässt, weil sie im Alter von 30 Jahren an Gebärmutterkrebs erkrankt und fortan keine Kinder mehr bekommen kann? Ich meine, wir bewegen uns durchaus im Raum „Schicksalsschläge“. Wir müssen natürlich nicht auf jeden einzelnen vorbereitet sein, aber ich halte es für vermessen zu glauben, dass man genau davon wirklich immer verschont bleibt. Und um es nochmal zu betonen, ich wähle hier bewusst extreme Beispiele um jedem einzelnen bewusst zu machen, dass es einfach keine verpflichtende Endgültigkeit gibt, die ist eine Illusion.Die Unterscheidung ist aber eher theoretischer Natur. Ich kann es rein theoretisch nicht ausschließen, dass es das geben könnte, glaube aber nicht daran. Überhaupt nicht. Ich bin mir absolut sicher, dass sich mein Mann niemals als Kinderschänder entpuppen wird. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er nicht eines Tages feststellt, rein schwul zu sein. Ich kann nicht ausschließen, dass er Bisexualität entdeckt, aber das wäre schon wieder ein Punkt, der für mich eine Lösungssuche möglich macht.
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21.04.2008, 11:02Inaktiver User
AW: Hochzeit warum? Vorteile?
Oweia, ihr macht es einem aber auch nicht leicht
Zitat von Edelherb
Nein, ich sage NICHT, lass sich die Beziehung mal entwickeln und sieh wohin es geht, ich sage dass die meisten Menschen heute der Beziehung gar keine Möglichkeit lassen, überhaupt die Meinung zu ändern. Mein oben gewähltes Beispiel sollte nur zeigen, dass eben oftmals Dinge machbar sind, von denen man nichts ahnte und man sich u.U. durch zuviel Ungeduld (insofern eben der Zeitfaktor nicht die entscheidene Rolle spielt, darauf habe ich nun wirklich mehrfach hingewiesen) eben auch Chancen nimmt.
Müssen wir es bei einem Jahr? Ich denke, dass ein Jahr ausreicht abzugleichen, inwiefern die Zukunftsplanung kompatibel ist oder nicht. Ich lese hier in der BriCom von zwei Extremen:Dass man das nicht nach drei Wochen entscheidet, ob es jetzt passt oder nicht, ist wohl auch Einigkeit hier, wenn es Dir nur darum geht, müssen wir nicht diskutieren.
1) Es wird gewartet auf Teufel komm raus, gehofft, gebangt, auf Verhaltensänderung spekuliert und nach Jahren kommt das böse Erwachen.
2) Das andere Extrem setzt bereits noch während dem ersten Date voraus, dass ein prinzipieller Heiratswille gegeben ist oder nach 3 oder 6 Monaten eine verbindliche Aussage darüber möchte, ob es gemeinsame Kinder geben wird.
In meinen Augen ist keins dieser Extreme geeignet einen Lebenspartner zu finden.


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