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    AW: Hochzeit warum? Vorteile?

    Nur sind Liebesbeziehungen etwas verdammt persönliches. Das der Staat finanzielle Anreize bietet wie genau man diese leben sollte, ist im Grunde arg übergriffig.

    Da sollte er schon alle Lebensgemeinschaften gleich behandeln.

  2. Inaktiver User

    AW: Hochzeit warum? Vorteile?

    Ursprünglich war das Ehegattensplitting ja auch als Familienförderung gedacht. Zu einer Zeit, als das Normalbild einer Familie aus arbeitendem Ehemann, Hausfrau und Kindern bestand, profitierten ja auch größtenteils Familien von dieser Regelung. Leider hat
    sich die Regelung nicht an die veränderten Familiensituationen angepasst. Aber nicht umsonst plädieren viele für die Abschaffung des Ehegattensplittings zugunsten eines Familiensplittings.

  3. Inaktiver User

    AW: Hochzeit warum? Vorteile?

    Zitat Zitat von Satyr
    Nur sind Liebesbeziehungen etwas verdammt persönliches. Das der Staat finanzielle Anreize bietet wie genau man diese leben sollte, ist im Grunde arg übergriffig.

    Da sollte er schon alle Lebensgemeinschaften gleich behandeln.
    In einer Lebensgemeinschaft ohne Ehe sind aber auch weniger Verpflichtungen übernommen - auch wenn gewisse Verpflichtungen auf Unverheiratete übertragen werden, weil es nach dem Grundgesetz kein Nachteil sein darf, verheiratet zu sein.
    Insbesondere, weil die Ehe auf Lebenszeit geschlossen ist, und ich an manches lebenslang gebunden bin, auch wenn die Ehe geschieden wird.
    Rechtlich gesehen ist die Ehe ein Paket mit Bindungen, die Vor- und Nachteile haben - das man als Ganzes nehmen kann oder nicht.

    @Marilyn,
    für die Idee des Familiensplitting kann ich mich erwärmen (ohne mich in die Details eingedacht zu haben).

    Gruß, Leonie

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    AW: Hochzeit warum? Vorteile?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    In einer Lebensgemeinschaft ohne Ehe sind aber auch weniger Verpflichtungen übernommen
    Wie kommst Du darauf?

    Insbesondere, weil die Ehe auf Lebenszeit geschlossen ist, und ich an manches lebenslang gebunden bin, auch wenn die Ehe geschieden wird.
    Ich habs schon oft geschrieben.. aber seit es das Rechtsmittel der Scheidung gibt, ist es meiner Meinung nach heuchelei die Ehe als etwas zu sehen, das auf "Lebenszeit" geschlossen wird. Als persönlicher Wunsch, ja. Aber als rechtliche Verbindung eben nicht.

    Welche Verpflichtungen die Ehelich sind (also nichts mit Kindern zu tun haben) hat man denn ein Leben lang, auch nach der Scheidung?

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    AW: Hochzeit warum? Vorteile?

    Zitat Zitat von Satyr
    Nö. Bisher wurde über das "wie komme ich zu dieser Einstellung" gar nicht geredet. Sondern nur darüber wer welche hat und welche Vorteile man darin sieht :)
    Ganz so stimmt das auch nicht und zeigt mir, dass Du wirklich sehr vieles von dem, was wir geschrieben haben, bisher nicht verstanden hast. Vielleicht auch nicht verstehen willst?

    Wir haben nicht über den Weg zu der Einstellung gesprochen in dem Sinne, wie Du die Tante charakterisierst: viele Enttäuschungen vorher, jetzt bitte Sicherheit. Aber wir haben durchaus über das Warum gesprochen, das hat sogar den Hauptteil der Diskussion ausgemacht. Und das deckt sich überhaupt nicht mit dem Warum Deiner Tante - zumindest so, wie Du es darstellst.

  6. Inaktiver User

    AW: Hochzeit warum? Vorteile?

    Zitat Zitat von Satyr
    Wie kommst Du darauf?
    rechtlich ist das eindeutig.


    Welche Verpflichtungen die Ehelich sind (also nichts mit Kindern zu tun haben) hat man denn ein Leben lang, auch nach der Scheidung?
    insbesondere EU.

    aber auch im Moment der Trennung gelten ganz andere Regeln (Zugewinnausgleich, Versorgungsausgleich, Zeit zwischen Trennung und Scheidung) - eben weil man eine wirtschalftliche Einheit ist - die dann auch langfristige Auswirkungen haben.
    Wenn Du Dich unverheiratet trennst, sind z.B. Deine Rentenansprüche wie wenn Du diese Beziehung nie gehabt hättest.
    Geändert von Inaktiver User (19.04.2008 um 11:06 Uhr)

  7. Inaktiver User

    AW: Hochzeit warum? Vorteile?

    Zitat Zitat von Satyr
    Wie kommst Du darauf?



    Ich habs schon oft geschrieben.. aber seit es das Rechtsmittel der Scheidung gibt, ist es meiner Meinung nach heuchelei die Ehe als etwas zu sehen, das auf "Lebenszeit" geschlossen wird. Als persönlicher Wunsch, ja. Aber als rechtliche Verbindung eben nicht.

    Welche Verpflichtungen die Ehelich sind (also nichts mit Kindern zu tun haben) hat man denn ein Leben lang, auch nach der Scheidung?
    Ehegattenunterhalt z.B. - klar, das wirst du jetzt wieder kritisieren, aber dass ist eben eine rechtliche Verpflichtung, die sich zumindest aus einer langjährigen Ehe ergibt. Dafür bekommt man ja auch während der Ehe den Splittingvorteil. Mit Rechten (steuerliche Bevorzugung) gehen eben auch Pflichten einher (wie nachehelicher Unterhalt). Das muss man nicht gut finden- aber dann heiratet man eben nicht.

    Und da du eh nicht heiraten willst, weiß ich gar nicht, wo dein Problem jetzt genau ist. Jeder, der heiraten will, sollte sich eben die vertraglichen Bedingungen, die der Staat daran knüpft, anschauen und wenn sie einem nicht gefallen, dann geht man diesen Vertrag nicht ein oder versucht ihn zu modifizieren, soweit das möglich ist. Muss man bei einem privatrechtlichen Vertrag ja auch - also lass doch die Leute die Ehe schließen, die dies möchten und für die diese Vertragsbedingungen vertretbar sind.

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    AW: Hochzeit warum? Vorteile?

    Zitat Zitat von Ariela
    Dann kennst Du jetzt jemanden. Wir tun es in vollem Bewusstsein, Geld zu "verschenken". Für uns sind diese ganzen Steueranreize ungerecht, solange keine Kinder da sind: der Staat belohnt so eine bestimmte Lebensform, die Ehe. Und da verweigern wir uns gewissermaßen.
    Ok, in dem Sinne habe ich es auch nicht gemeint.

    Es ging darum, was steuerlich besser und was schlechter ist. Und da finden die meisten wohl - unter ansonsten gleichen Umständen! - die Lösung, wo sie selbst weniger bezahlen, individuell besser.

    Dass man darüber hinaus eine Meinung zum Steuersystem hat und manches daran für falsch hält, ist nochmal eine andere Geschichte. Ich war immer für die Abschaffung der Pendlerpauschale, habe sie aber deswegen nicht in meiner Steuererklärung herausgelassen (die wenigen Male, wo es mir etwas gebracht hat). Und dass manche das Spiel "ich reize bis zum letzten aus, was geht" nicht mitmachen, ist für mich auch noch einmal eine andere Kategorie.

    Beim Ehegattensplitting gibt es kein "unter sonst gleichen Umständen". Einmal ist man verheiratet, einmal nicht. Und dass man nicht wegen der Steuer heiraten will - sofern das überhaupt etwas bringen würde - kann ich nachvollziehen.

    Ich hatte mich ja auf die Erbschaftssteuer bezogen. Stell Dir vor, Du machst eine Erbschaftssteuererklärung. Und auf dem Formular könntest Du frei wählen: "200.000 EUR Freibetrag und 5% Steuer" oder "5.000 EUR Freibetrag und 30% Steuer" (fiktive Werte). Würdest Du zweiteres wählen? Ich nicht. Obwohl ich finanzpolitisch für eine Erhöhung der Erbschaftssteuer bin. Aber dann bitte für alle. Und den obigen Fall meinte ich. Es gibt wohl nur sehr, sehr wenige Leute (das "niemand" ziehe ich zurück), die die zweite Option wählen würden. Also ist klar, wass man individuell für besser hält. Allein um diese Unterscheidung ging es mir.

  9. Inaktiver User

    AW: Hochzeit warum? Vorteile?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ehegattenunterhalt z.B. - klar, das wirst du jetzt wieder kritisieren, aber dass ist eben eine rechtliche Verpflichtung, die sich zumindest aus einer langjährigen Ehe ergibt. Dafür bekommt man ja auch während der Ehe den Splittingvorteil. Mit Rechten (steuerliche Bevorzugung) gehen eben auch Pflichten einher (wie nachehelicher Unterhalt). Das muss man nicht gut finden- aber dann heiratet man eben nicht.
    auch die gegenseitigen Unterhaltsverpflichtungen während der Ehe sind natürlich wesentlich weitergehend.
    Auf Unverheiratete angwandt werden ja nur ganz bestimmte Regeln, wenn es um Sozialleistungen geht und die beiden schon länger zusammenwohnen - oder wenn es um Unterhalt für Mütter ganz kleiner Kinder geht, die nicht für sich selbst sorgen können.

    Es ist eben ein Paket - und aus meiner Sicht ein bewährtes - auch wenn sich die Realitäten verändern und die Regeln angepasst werden (müssen). Das passiert ja auch.

    Gruß, Leonie

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    AW: Hochzeit warum? Vorteile?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ehegattenunterhalt z.B. - klar, das wirst du jetzt wieder kritisieren, aber dass ist eben eine rechtliche Verpflichtung, die sich zumindest aus einer langjährigen Ehe ergibt. Dafür bekommt man ja auch während der Ehe den Splittingvorteil. Mit Rechten (steuerliche Bevorzugung) gehen eben auch Pflichten einher (wie nachehelicher Unterhalt). Das muss man nicht gut finden- aber dann heiratet man eben nicht.
    Meiner Meinung nach stimmen diese Argumente aber heutzutage immer weniger, weswegen ich nichts gegen eine Abschaffung des reinen Ehegattensplittings hätte.

    Der nacheheliche Unterhalt ist sehr stark eingeschränkt worden und Unterhaltspflichten während der Beziehung hat der Staat längst auch den Unverheirateten aufgebürdet, um selbst zu sparen. Die innere Logik ist längst nicht mehr konsistent und passt auch nicht zu den gesellschaftlichen Verhältnissen.

    Ein Splitting, wo Kinder den Ausschlag geben, halte ich für sinnvoll, das Ehegattensplitting dagegen für überholt. Obwohl ich es auch ein wenig seltsam finde, dass wir jetzt - da nicht in Deutschland lebend - zwar gemeinsam wirtschaften, aber zwei Steuererklärungen machen.

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