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    AW: Hochzeit warum? Vorteile?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Wenn Leonie schreibt, dass man in JEDER (!) Situation den gemeinsamen Weg finden kann/ soll/ muss, dann ist das eindeutig Ignoranz im Bezug auf unvorhersehbarer, vorher nicht abschätzbare, Situationen, die eine gemeinsame Zukunft bedingungslos ausschließen könnten.
    Mir (und wie ich vermute auch Leonie, aber das soll sie selber sagen ), geht es darum, in allen Situationen einen gemeinsamen Weg finden zu wollen. Als gegenseitiges Versprechen.

    Und ich glaube, dass das schon ganz, ganz viel ausmacht.

    Ob es dann noch Situationen gibt, wo es wirklich nichts anderes als die Trennung gibt? Ich weiss es nicht, aber ich glaube, dass das ziemlich selten vorkommt. Zumindest dann, wenn man vor der Hochzeit geguckt hat, wen man da heiratet und sich überlegt hat, was das für einen bedeutet.

    Dabei mal schnell ein an minstrel geworfen, die das mal wieder so wunderbar systematisch aufgedröselt hat.

    Die Fälle, von denen ich höre und lese, sind fast immer die anderen. Wo ich mich entweder frage, warum überhaupt geheiratet wurde, oder ich den Eindruck habe, mit dem Willen von beiden wäre da noch einiges gegangen. Aber der Wille war nicht da.

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    AW: Hochzeit warum? Vorteile?

    mh.. aber WARUM will ich für ALLES mit jemandem einen gemeinsamen Weg suchen? Weil ich den MENSCHEN liebe. Aus Liebe zu diesem MENSCHEN. Nicht weil ich bei Erfolg ein Auto gewinne oder sowas, sondern rein aus dem Punkt, die Liebe zu diesem Menschen leben zu können, unter allen Umständen.

    Was aber, ich möchte nochmal darauf zurückkommen, wenn der Mensch sich verändert? Nicht mehr der Mensch ist, in den ich mich verliebt habe? Eigenschaften an den Tag legt die ich nicht mehr liebenswert finde? Das muss ja nichts großes sein, das kann auch eine Anhäufung von Kleinigkeiten sein.
    Aber wenn ein Mensch sich so verändert, das es nicht mehr der ist den ich geliebt habe, dann fällt der Grund weg um gemeinsame Wege zu suchen. Es sei denn ich will den Menschen manipulieren und versuchen ihn "zurück zu biegen". Aber das kann es wohl kaum sein.

    Was also, wenn der Mensch sich verändert und aufgrund dessen die Liebe schwindet? Das ist ja keine Kopfsache die man einfach entscheiden kann.

  3. Inaktiver User

    AW: Hochzeit warum? Vorteile?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Gedankenspiel,

    die Lebenspartnerschaft zeichnet sich durch die endgültige Entscheidung füreinander aus, durch das Versprechen und den Wille, dass es für immer ist.
    Du schreibst nun, die endgültige Entscheidung füreinander. Zwei Menschen treffen also die endgültige Entscheidung füreinander und versprechen das es für immer ist. Nochmal mein böses Beispiel, der Partner outet sich als homosexuell unter den von mir damals aufgeführten Voraussetzungen. Die endgültige Entscheidung wird ausgehebelt, das Vertrauen ist nichtig. Aber es war eine Lebenspartnerschaft, richtig?!

    Dem gegenüber stellen wir nun eine Partnerschaft/Ehe die mit allem rechnet, aber bis zum Tod glücklich verheiratet ist. Das ist dann aber in deinen Augen keine Lebenspartnerschaft, richtig?!

    Dann ganz ehrlich, dann lege ich keinen Wert auf eine definierte "Lebenspartnerschaft" und erfreue mich an der Haltbarkeit und Innigkeit meiner Ehe, die dem Leben ein gewisses Maß an Unvorhersehbarkeit zugesteht ohne dabei irgendeine Auswirkung auf den Willen meine Ehe zu führen hat

    aber das geht nicht mit der Einstellung: wer weiß, wie es sich entwickelt.
    das empfinde ich als "Bedürfnis nach einer Hintertür".
    Nein, nicht die Einstellung, wer weiß was kommt oder sich entwickelt, sondern die Einstellung " Wir leben und kämpfen prinzipiell für unsere Ehe/Partnerschaft", aber mit dem Wissen im Hinterkopf, dass es eine Garantie für die Ewigkeit niemals geben kann. Dennoch hat man das Ziel diese Ewigkeit anzustreben und gerade aufgrund des Wissens um die Vergänglichkeit, diesen Satz beherzigt:

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

    Das "Immer einen gemeinsamen Weg Suchen" bezieht sich auf die Zeit nach Eingehen der Lebenspartnerschaft - bei mir ist das die Hochzeit.
    Das heißt du gibst der Ehe eine größere Verbindlichkeit als der Partnerschaft. Andere tun das nicht


    Vorher gilt:"Genau Hinschauen, ob ich wirklich mit diesem Menschen eine Lebenspartnerschaft eingehen möchte" - und wenn ich zu dem Schluss komme, dass doch nicht (oder wenn er das umgekehrt nicht macht) - Trennung.
    Und dann? Im Zweifelsfall, nach der falschen Entscheidung FÜR die Ehe? Nach "genauem Hinschauen"? Was dann? Pech gehabt

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    AW: Hochzeit warum? Vorteile?

    Zitat Zitat von Satyr
    Was also, wenn der Mensch sich verändert und aufgrund dessen die Liebe schwindet? Das ist ja keine Kopfsache die man einfach entscheiden kann.
    In meiner Gedanken- und Wahrnehmungswelt ist es aber viel mehr Entscheidungssache als in Deiner.

    Ich kann mir auch vorstellen, dass es häufig verschüttete Liebe ist, aber Menschen Beziehungen beenden, weil sie davon ausgehen, dass sie jetzt eben "weg" ist. Anstatt mal zu graben. Und mal auszuhalten, dass das Gefühl jetzt gerade nicht trägt, dass es momentan die Entscheidung ist. Aber genau diese Diskussion läuft gerade in Martins Strang, die müssen wir hier nicht wiederholen.

  5. Inaktiver User

    AW: Hochzeit warum? Vorteile?

    Zitat Zitat von Edelherb
    Wenn ich dazu auch antworten darf: es geht mit um den unbedingten Willen, eine gemeinsame Lösung zu finden. Immer. In der Haltung: naja, manchmal geht es halt nicht und dann kann man sich leider nur trennen, sehe ich die Gefahr einer selbsterfüllenden Prophezeiung.
    Okay, dann glaube ich ist das Problem an dieser Diskussion, dass ihr wirklich ein falsches Bild von der kontroversen Lebenseinstellung habt Der unbedingte Willen eine Lösung zu finden, wann immer es möglich ist, den habe ich auch! Aber eben nicht auf Teufel komm raus, nicht zu Lasten einer Partei, nicht wenn es keine Lösung geben kann.


    Also konkret: was passiert, wenn die schlechten Zeiten kommen? Nicht nur ungünstige äußere Umstände, sondern in der Beziehung selbst. Was mache ich dann? Ich möchte einen Partner, der - mit mir - alles dafür tut, damit wir das wieder auf Schiene bekommen. Bei einem, der Trennung schon mitdenkt, hätte ich die Sorge, dass er denkt: "naja, ich habe ja befürchtet, dass es nicht ewig hält und jetzt ist die Zeit leider gekommen, wo die Gemeinsamkeiten erschöpft sind". Dass er also dann, wenn es gerade nicht schön und ziemlich anstrengend ist, das Handtuch wirft.
    Ich hatte diese Situation. Lage insgesamt bescheiden, Hoffnung gering. Ende vom Lied? Wir haben uns zusammengerauft, die Situation aufgearbeitet, neue Ziele gesetzt, die gemeinsame Partnerschaft/Ehe "neu" erschaffen. Keiner hat das Handtuch geworfen. Mag sein, dass es manches Mal so läuft, aber ich glaube nicht, dass es am Grundgedanken liegt, dass es unüberbrückbare Situationen geben kann.

    Und ich fürchte, dass dieser Fall gar nicht so selten ist. Allerdings scheint mir dabei die Denke ausschlaggebender zu sein als der Trauschein. Auch ich habe den Eindruck, dass viel zu viele Paare es gar nicht richtig versuchen. Weil sie dann ans Eingemachte hätten gehen müssen, dahin, wo es auch mal weh tut, ans "nackisch machen", wie es woanders hiess.
    Okay, das ist für mich nachvollziehbar. Aber ich mache es nicht am Denken fest im Vorfeld zu berücksichtigen, dass es unüberbrückbare Differenzen geben kann.

    Gleichzeitig glaube ich, dass wahre Intensität und Nähe auf Dauer nur entstehen kann, wenn die Bereitschaft dazu da ist.


    Ich bin in meiner Beziehung gerade an einem Punkt, wo es intensiver wird. Unser Beziehungsverlauf ist sicherlich auch ein untypischer, wir hatten schon früh auch schlechtere Zeiten, vieles, wo es geknirscht hat, gekracht hat, wo wir uns zusammen raufen mußten, wo so manche vielleicht schon gesagt hätten: ne, lieber nicht, das geht auch einfacher. Jetzt scheinen wir gerade eine neue Ebene zu erreichen. Und die Vorstellung, dass das nur ein erster Schritt ist, dass dieser Prozess noch viel weiter und tiefer gehen kann, finde ich wahnsinnig aufregend. Ich habe die Vermutung, dass unsere Hochzeit auch dabei mitgeholfen hat, diesen Weg zu gehen, uns weiter zu öffnen, werde dies meinen Mann aber dieses Wochenende fragen, das interessiert mich.
    Ich hatte diesen Fall einmal VOR und einmal IN der Ehe. VOR der Ehe mit dem Mann den ich später heiratete

  6. Inaktiver User

    AW: Hochzeit warum? Vorteile?

    Zitat Zitat von minstrel
    Kann sein. Es kann aber trotzdem richtig sein, nach dieser Maxime zu leben.
    Kann es. Ich sehe nur nicht, wieso der andere Weg falsch sein soll!

    PS. Macht mal langsam, ich komm nicht hinterher

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    AW: Hochzeit warum? Vorteile?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Okay, dann glaube ich ist das Problem an dieser Diskussion, dass ihr wirklich ein falsches Bild von der kontroversen Lebenseinstellung habt Der unbedingte Willen eine Lösung zu finden, wann immer es möglich ist, den habe ich auch! Aber eben nicht auf Teufel komm raus, nicht zu Lasten einer Partei, nicht wenn es keine Lösung geben kann.
    "Zu Lasten einer Partei" will hier niemand. Aber ich halte den Fall für so selten, wo es nur zu Lasten einer Partei gehen würde, und darum eine Trennung besser ist, dass ich nicht mein Leben danach ausrichte.

    @gedankenspiel: ich bestreite nicht, dass man auch mit der Denke, dass Trennung möglich ist, eine gute, sehr gute, intensive und verbindliche Beziehung führen kann. Aber ich glaube, dass es häufig zu einer verfrühten Trennung beiträgt.

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    AW: Hochzeit warum? Vorteile?

    Zitat Zitat von Edelherb
    Ich bin in meiner Beziehung gerade an einem Punkt, wo es intensiver wird. Unser Beziehungsverlauf ist sicherlich auch ein untypischer, wir hatten schon früh auch schlechtere Zeiten, vieles, wo es geknirscht hat, gekracht hat, wo wir uns zusammen raufen mußten, wo so manche vielleicht schon gesagt hätten: ne, lieber nicht, das geht auch einfacher. Jetzt scheinen wir gerade eine neue Ebene zu erreichen. Und die Vorstellung, dass das nur ein erster Schritt ist, dass dieser Prozess noch viel weiter und tiefer gehen kann, finde ich wahnsinnig aufregend. Ich habe die Vermutung, dass unsere Hochzeit auch dabei mitgeholfen hat, diesen Weg zu gehen, uns weiter zu öffnen, werde dies meinen Mann aber dieses Wochenende fragen, das interessiert mich.
    Das ist interessant Edelherb ich würde fast das gleiche über meine Beziehung schreiben, nur der lezte Satz würde anders lauten nämlich:
    Ich habe die Vermutung dass die Tatsache dass wir nicht geheiratet haben dabei mitgeholfen hat diesen Weg zu gehen, uns weiter zu öffnen, weil wir uns nur so immer sicher sein konnten dass es nicht die äusseren Umstände ( in unserem Fall ausserdem 2 kleine Kinder im Vorschulalter) waren die uns zusammengehalten haben sondern dass wir uns trozt jeder Menge Schwierigkeiten und Streitereien , trotzt dem über weite Strecken nicht "funktionieren" miteinander , doch immer wieder Neu füreinander entschieden haben , weil das GEFÜHL der LIEBE die Grundlage ist nur so konnten wir uns glaub ich ganz öffnen , in dem Wissen uns dem anderen auch dann zumuten zu können wenn wir nicht funktionieren!

  9. Inaktiver User

    AW: Hochzeit warum? Vorteile?

    Zitat Zitat von Edelherb
    Mir (und wie ich vermute auch Leonie, aber das soll sie selber sagen ), geht es darum, in allen Situationen einen gemeinsamen Weg finden zu wollen.
    Da unterscheidet sich unsere Ansicht kein Stück! Ich will auch immer einen Weg finden und bin darum bemüht. Es geht wie gesagt nicht darum gerade mal eben die "Flinte ins Korn" zu werfen.

    Als gegenseitiges Versprechen.
    Und das wiederum nicht, weil ich mir nur versprechen lasse was man zu 100% halten kann, und das kann man eben aufgrund dieser Unvorhersehbarkeiten eben m.E. nach nicht.

    Und ich glaube, dass das schon ganz, ganz viel ausmacht.
    Der Wille oder das Versprechen? Oder nur beides zusammen?


    Ob es dann noch Situationen gibt, wo es wirklich nichts anderes als die Trennung gibt? Ich weiss es nicht, aber ich glaube, dass das ziemlich selten vorkommt. Zumindest dann, wenn man vor der Hochzeit geguckt hat, wen man da heiratet und sich überlegt hat, was das für einen bedeutet.
    Da kommen wir nicht zusammen. Ich bin der festen Überzeugung, dass eben auch dieses genaue hinschauen alleine eine Illusion ist im Hinblick darauf alle Evtl. in ihrer vollen Tragweite zu erfassen.


    Die Fälle, von denen ich höre und lese, sind fast immer die anderen. Wo ich mich entweder frage, warum überhaupt geheiratet wurde, oder ich den Eindruck habe, mit dem Willen von beiden wäre da noch einiges gegangen. Aber der Wille war nicht da.
    Und ich habe viel mehr Ehen gesehen die an Dingen zerbrachen die im Vorfeld niemand erwartet hättet, die durch Extreme gezeichnet waren, mit denen niemand rechnen konnte(!), die nicht absehbar waren und durch Umstände bedingt wurden, die keinen weiteren Handlungsspielraum ließen.

    Wir können also nun immerhin ahnen, worauf sich unsere jeweilige Einstellung begründet. Immerhin etwas

  10. Inaktiver User

    AW: Hochzeit warum? Vorteile?

    Zitat Zitat von Edelherb
    "Zu Lasten einer Partei" will hier niemand. Aber ich halte den Fall für so selten, wo es nur zu Lasten einer Partei gehen würde, und darum eine Trennung besser ist, dass ich nicht mein Leben danach ausrichte.
    Okay, das sehe ich anders, aber ich glaube das können wir somit auch einfach stehenlassen.

    @gedankenspiel: ich bestreite nicht, dass man auch mit der Denke, dass Trennung möglich ist, eine gute, sehr gute, intensive und verbindliche Beziehung führen kann. Aber ich glaube, dass es häufig zu einer verfrühten Trennung beiträgt.
    Dem stimme ich tatsächlich zu. Genauso wie ich der Überzeugung bin, dass es durch den Trauschein häufig zu unnötig in die Länge gezogenen Ehen kommt, zu Lasten aller.

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