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    AW: kirchliche Hochzeit wird zum Streitthema...

    Zitat Zitat von Shaun78
    Wir sind ja schon fünf Jahre zusammen - und das Thema war nie so richtig brisant, weil ich eben nicht streng katholisch bin.
    Aber jetzt bei der Hochzeitsplanung kam es eben raus.
    Hallo Shaun,

    noch ein Kommentar. Bisher war das einfach nicht wichtig, weil jeder nach seiner Fasson leben konnte. Schwierig wird es nicht nur bei der Hochzeit, sondern auch wenn Kinder da sein werden.

    Wie gesagt, mein Mann wollte die Kinder nicht alleine katholisch erziehen. Daher wurden sie nicht getauft und gingen in Ethik statt in Religion (sie sind jetzt 19 und 23 .... und finden das beide Super, obwohl in Bayern).

    Das war nicht immer ganz einfach. Man braucht viel Respekt vor der Meinung des anderen und Toleranz. Gerade die katholische Kirche gehörte lange zu meinen Feindbildern und mein Mann konnte das absolut nicht nachvollziehen.

    Es werden viele Ereignisse kommen, wie Taufe, Erstkommunion, Ministrieren, schon alleine der Laternenlauf beim Martinstag oder wenn ihr eure Kinder z.B. in einen katholischen Kindergarten gebt.

    In Bayern hängt ein ziemlich deutliches Kruzifix im Klassenzimmer, also nicht nur ein einfaches Kreuz, sondern so richtig gekreuzigter leidender Jesu. Mir wäre es lieber gewesen, wenn das abgehängt worden wäre. Dazu hätte es nur ein Elternteil vom Schulleiter fordern müssen. Ich habe es meinem Mann zuliebe nicht gefordert.

    Nehmt vielleicht jetzt die Gelegenheit wahr, um über eure Einstellung zum Glauben und zur Kindererziehung zu sprechen. Es macht euch vielleicht manches später leichter.

    Mein Mann und ich lieben uns noch immer und sind sehr gerne zusammen und sprechen auch deutlich mehr als die Ehepaar-typischen 15 Minuten täglich miteinander. Wir teilen die gleiche Weltanschauung, ausser in Fragen der Religion. Wenn es nicht die Religion wäre, hätten wir vielleicht andere Konfliktpunkte. Eine lange Ehe funktioniert nur dann gut, wenn man den anderen als Ganzes respektiert.
    Tapferkeit stärkt, Eigensinn macht Spaß und Geduld gibt Ruhe

  2. Inaktiver User

    AW: kirchliche Hochzeit wird zum Streitthema...

    Hallo Shaun,

    wie stellt Ihr Euch Eure Hochzeit generell vor - mal von der kirchlichen Trauung abgesehen?

    Wir wollten beide keine konventionelle Hochzeit mit etlichen Gästen und so Spielen, wie man das so kennt.

    Bei uns ist es wegen Glauben so:
    mein Mann aus Kirche ausgetreten, Atheist - ich katholisch, aber eher nur durch Geburt - im Geist bin ich einfach auf christliche Werte eingestellt und glaube an Gott.

    Also nur Standesamt wollte ich nicht, ist mir zu vertragsmäßig...

    Mein Mann war bei der ersten Ehe nur per Standesamt verheiratet gewesen - also als Christ würde man sagen, vor Gott war er nicht verheiratet.

    Nun: wir haben in Amerika geheiratet -in einer schönen romantischen Weddingchapel mit einem super netten Pastor, der zwar Inhalte aus der Bibel, aber lebensnah und sogar mit Humor gepaart gebracht hatte. Wir hatten unseren Hochzeitstag nach der Trauung zu zweit genossen und das gemacht, wonach uns war - zb. Hochzeitsessen in einem originellen Steakhaus an der Route 66 usw....

    Jedenfalls finde ich es toll, dass man in Amerika (in England auch) keine Trennung Standesamt und Kirche hat. Man kann vor der Trauung mit dem Pastor oder Minister besprechen, wie man sich seine Trauung vorstellt. Und es spielt keine Rolle, ab man Kirchenmitglied ist oder nicht...In Deutschland hätte ich meinen Mann wohl gar nicht kirchlich heiraten können.

    Viele Grüße
    Webixi

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    AW: kirchliche Hochzeit wird zum Streitthema...

    Ich denke auch, dass ihr über dieses Thema nocheinmal eingehender reden solltet. Auch im Hinblick auf die Zukunft, z.B. die Kindererziehung. Das stelle ich mir sehr schwer vor, wenn der eine die Kinder religiös erziehen will, der andere jedoch nicht.
    Ich selbst bin Atheistin, meine Eltern hatten aber kein Problem damit, dass ich zum Religionsunterricht gegangen bin und als kleines Kind im Kirchenchor gesungen habe. Allerdings habe ich das nur wegen den schönen Aktivitäten und Themen gemacht, an Gott geglaubt habe ich noch nie. Meine Eltern sind auch Atheisten und es gab mal ein Erlebnis, das vielleicht an dieser Stelle erzählenswert ist:
    mein kleinerer Bruder hatte ein eigenes Zimmer bekommen, er war zu dem Zeitpunkt vielleicht 4 Jahre alt. Meine Eltern haben die Wände frisch gestrichen und mein Bruder hatte dann mit einem pinken kleinen Didl-Stempel auf der Wand rumgestempelt. Meine Eltern waren natürlich nicht so erfreut und meinem Bruder tat es dann plötzlich wahnsinnig leid. Er meinte dann ganz überzeugt (es war abends, kurz vor´m Schlafengehen): "Wenn es einen lieben Gott gibt, dann macht er das über nacht weg!"
    Tja, und dann haben meine Eltern gegrübelt. Und obwohl beide nicht christlich sind, wussten sie nicht wirklich, was sie tun sollten, ob sie meinen Bruder in dem Glauben lassen und nachts heimlich überstreichen oder ob sie die Stempelei einfach dranlassen.
    Letzendlich haben sie sie an der Wand gelassen.
    Aber ich denke, wenn es schon für 2 Atheisten schwer ist, sich in solch einer Situation zu entscheiden, wie schwer muss es dann sein, wenn der eine gläubig ist, der andere jedoch nicht.
    Da muss man meiner Meinung nach vorher genauestens besprechen, wie man sich die Kindererziehung vorstellt und welchen Teil jeder Partner dazu beiträgt.
    Mein Verlobter ist auch katholisch, allerdings hat er sich schon als Schulkind gegen die Kirche entschieden, ist auch nach Möglichkeit nicht mehr mitgegangen und ist seit einigen Jahren ausgetreten. Er kommt von der Mosel und wurde katholisch erzogen. Jetzt ist auch er Atheist. Von daher ist auch klar, dass unsere Kinder nicht religiös erzogen werden. Ich denke, für mich wäre es nicht leicht, mit einem Partner eine gemeinsame Zukunft zu planen, der in irgendeiner Weise religiös/gläubig ist.

  4. Inaktiver User

    AW: kirchliche Hochzeit wird zum Streitthema...

    Zitat Zitat von orangeplaty
    Ich denke, für mich wäre es nicht leicht, mit einem Partner eine gemeinsame Zukunft zu planen, der in irgendeiner Weise religiös/gläubig ist.
    Fuer mich waere es unmoeglich. Politik und Religion sind fuer mich so essentiell, dass ich nicht bereit bin, mein Leben mit jemanden zu teilen, der in einem der beiden Gebiete eine total andere Einstellung hat.

  5. Inaktiver User

    AW: kirchliche Hochzeit wird zum Streitthema...

    So auch bei mir. Na ja, vielleicht nicht ganz so krass.
    In irgendeiner Weise an Gott glauben, also daran, dass da wohl einer ist, es aber nicht praktizieren fände ich jetzt nicht schlimm.

    Sonst sehe ich es auch so. Ich wundere mich immer wieder darüber, wie viele Sorgen sich Leute darum machen, ob sowas profanes wie Hobbies zusammen passen, aber bei so grundlegenden Dingen dann einen auf Toleranz machen und so tun, als sei das egal.

  6. Inaktiver User

    AW: kirchliche Hochzeit wird zum Streitthema...

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    ...................

    Ich wundere mich immer wieder darüber, wie viele Sorgen sich Leute darum machen, ob sowas profanes wie Hobbies zusammen passen, aber bei so grundlegenden Dingen dann einen auf Toleranz machen und so tun, als sei das egal.
    hallo,

    da ist etwas dran. es ist schlimm, wie menschen, die behaupten sich zu lieben, oft bei banalen streitfragen so in die luft gehen, dass man das gefühl hat, da ist etwas dahinter. beide wollen um's verrecken nicht einen zentimeter von ihrer position abrücken und schlimmstenfalls wird dann ein und dasselbe donnerargument aus dem sack geholt, um den partner, der etwas einzuwenden hat, zum schweigen zu bringen. meisstens noch eine sache, die jahre zurückliegt und für die sich der partner schon zehnmal entschuldigt haben kann. und dann kommt heraus, dass der eine eben zu einem problem, um das es gerade eigentlich garnicht ging, eine andere einstellung hat.

    hallo shaun,

    was mich an deiner ganzen geschichte stutzig macht, ist, dass das thema bis jetzt angeblich nie brisant gewesen sein soll.

    du schreibst, dass dir religion immer wichtiger wird, aber der grund, nicht mit deinem freund darüber reden zu müssen, inwieweit eure anschauungen diesbezüglich auseinandergehen, wäre ja nur, dass du ja nicht so strenggläubig bist.

    indirekt und wahrscheinlich ungewollt verfällst du rückwärts wieder in das argumentationschema deiner / unserer (ur) -grosseltern, nur aus der umgekehrten position heraus.
    was heisst denn für dich strenggläubig bzw. strengkatholisch?

    was hat dich denn daran gehindert, mit deinem freund über all diese dinge längst zu reden, wenn doch im vorfeld längst absehbar war, dass diese auseinandersetzungen irgendwann sowieso notwendig werden, wenn man zusammenbleibt. muss es denn immer erst ein problem geben, um über eine sache zu reden und das nur, weil sie probleme schafft?

    ich kann sehr gut verstehen, wenn er nicht mitbeten und nicht mitsingen will. weil er es eben nicht dir zuliebe tun kann. für sein gefühl sind das wahrscheinlich glaubensbekenntnisse, auch wenn die lieder neutral sein mögen. ich finde seine entscheidung, dich kirchlich zu heiraten, aber nicht an der lithurgie (hoffentlich habe ich das richtig geschrieben) teilzunehmen keineswegs inkonsequent. er hat sich für eine vernünftige trennung entschieden. er kann sich in der kirche mit dir trauen lassen, um damit dir und aller welt zu zeigen, dass er dich und deinen glauben respektiert. das ist korrekt.

    das thema ist ein sehr sensibles und der bezug von sog. nichtgläubigen dazu ist etwas, was man ihnen ganz allein überlassen muss. der "abtrünnige" hat im vorfeld ein riesengrosses komplexes problem, genau wie der gläubige neuzugang. du weisst nicht wirklich, an welcher stelle dein freund gerade steht. auch für einen atheisten, der seinen gläubigen partner akzeptiert und unterstützt, ist diese problematik unheimlich komplex und sehr substanziell. diese entscheidung und inwieweit er das rituell unterstreichen kann, musst du ihm überlassen. es ist eine ebenso wichtige und subjektive entscheidung wie die, mit welchem partner man zusammenleben will. ihn zu mehr zu überreden, als wozu er auch innerlich stehen kann, wäre nicht förderlich für eure ehe. destruktive konflikte wären dann vorprogrammiert.

    mein rat: überlass ihm vollkommen selbst, inwieweit er sich in die zeremonie einbringen will.

    gruss
    lady_julia, die selbst als neuzugang und auch als abtrünnige katholikin im vorfeld riesenprobleme hatte.

  7. User Info Menu

    AW: kirchliche Hochzeit wird zum Streitthema...

    Zitat Zitat von Didi50
    Hallo Shaun,
    Es werden viele Ereignisse kommen, wie Taufe, Erstkommunion, Ministrieren, schon alleine der Laternenlauf beim Martinstag oder wenn ihr eure Kinder z.B. in einen katholischen Kindergarten gebt.
    ....
    Nehmt vielleicht jetzt die Gelegenheit wahr, um über eure Einstellung zum Glauben und zur Kindererziehung zu sprechen. Es macht euch vielleicht manches später leichter.
    Ich bin mir bewusst, daß es bei diesem Thema bestimmt immer mal wieder Reibungspunkte geben wird- gerade in Sachen Kindererziehung. So wie es aber auch viele andere Punkte in einer Beziehung/Ehe gibt, man ist sich ja auch abseits von Religion ganz und gar nicht immer einig. Und es gibt noch andere wichtige grundlegende Themen außer Religion, also ich kann mich mit den Postings von wegen über "banale streitfragen" oder hobbies streiten nicht identifzieren. Ich fühle mich da in keinster Weise angesprochen.
    Abschliessend kann ich das sowieso erst beurteilen, wenn ich mal Kinder habe und sehe, wie es im Alltag funktioniert.

    Ansonsten fällt mir nur auf, daß es Viele gibt die grundlegend GEGEN die katholische Kirche sind, zum Teil anscheinend eine richtige Abscheu gegen die Kirche haben. Wenn mein Freund so denken würde, könnte und würde er mich sicherlich auch nicht kirchlich heiraten.

    Das Ganze hat uns natürlich zu Gesprächen angeregt und wir setzen uns damit auseinander. Und ich bleibe dabei: es gibt mehr als Schwarz und Weiss - in dieser wie auch in vielen anderen Angelegenheiten.

    Lady_julia, natürlich muss ich ihm überlassen inwieweit er sich bei unserer Trauung einbringt. Aber was meinst Du mit "der abtrünnige hat im Vorfeld ein riesengroßes Problem"?! Das ist mir jetzt nicht klar.

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    AW: kirchliche Hochzeit wird zum Streitthema...

    Zitat Zitat von Shaun78
    Das mit dem mitsingen und mitbeten bezog ich ausschliesslich auf unsere Trauung und da werden sich sicherlich relativ "neutrale" Lieder finden lassen, ich habe da schon ein paar "gesichtet".
    Pass aber auf, dass es nicht zu beliebig wird. Wir hatten das Spielchen beim Trauspruch. Ihm zuliebe (er nicht so recht religiös, mir war eine kirchliche Trauung wichtig, bin auch sonst kirchlich eingebunden) habe ich erstmal eher neutrale rausgesucht, schön mit Liebe aber ohne Gott. Fand er aber blöd, da zu beliebig.

    Und dann hat er einen rausgesucht, den ich richtig klasse fand und finde, den ich mich aber nie getraut hätte vorzuschlagen. Weil ich ihn unterschätzt hatte.

    Es grauste mir nur vor der Vorstellung, daß er da so unbeteiligt neben mir sitzt...und obwohl ich es ihm natürlich hoch anrechne daß er mich kirchlich heiraten wird fand ich schon, daß er sich dann aber auch selbst einmal damit befassen müsste was dann eigentlich passiert in so einem Traugottesdienst und ob und wie er sich da einbringen kann. Kirche hin oder her - es ist ja nicht meine Privatvorstellung sondern UNSERE Hochzeit.
    Hm, was willst Du denn alles einbringen? Wir habe nicht so furchtbar viel selbst gemacht. Ich habe die Lieder rausgesucht und von ihm abnicken lassen. Habe auch sonst für die Musik gesorgt, weil das eher mein Thema ist und ich auch die passenden Kontakte hatte. Fürbitten wurden von Familie und Freunden gesprochen. Wir haben sie gefragt, sie haben das dann unter sich ausgemacht (es gab einen "Fürbittenbeauftragten", der sich auskannte und das Ganze koordiniert hat).

    Die Erwartung, dass er irgendetwas mitspricht oder mitsingt, was nicht seinen Überzeugungen entspricht, hatte ich allerdings niemals, das finde ich auch übergriffig. Wir haben da auch nie vorher gesprochen, ich finde, das ist ganz und gar seine Entscheidung. Er hat dann doch bei irgendwelchen Lieder leise mitgesungen, nämlich bei denen in seiner Heimatsprache, die ich dazwischengebastelt hatte. Wohl weil er die Sorge hatte, dass da zu wenig singen, denn die Sangesfreudigen kamen eher von meiner Seite - die aber auch gnadenlos in anderen Sprachen singen. Ich fand das jedenfalls total süß von ihm - weil es wirklich aus ihm heraus war, weil es vorher keinerlei Erwartungen in dieser Hinsicht an ihn gab, weder ausgesprochene noch unausgesprochene.

    Und selbst, wenn jemand Gebete nicht mitspricht und auch nicht mitsingt, heisst das ja nicht, dass er dort teilnahmslos sitzt. Unter teilnahmslos stelle ich mir jemanden vor, der (bildlich gesprochen) vor Langeweile an die Decke guckt und darauf wartet, dass es endlich vorbei ist. Es gibt aber Menschen, die durchaus innerlich mitgehen, auch ohne zu singen und zu sprechen. Ich würde da Deinem Freund vertrauen, dass er das für sich richtige Maß finden wird.

    Sachlich gesehen können wir uns aber auch nicht zum Standesamt anmelden weil der Ablauf mit und ohne Kirche ja ein ganz anderer ist.
    Wieso das?

    Also erstens kann man sich auch anmelden, ohne direkt den Ablauf zu besprechen. War bei uns zwangsweise so, da wir nicht dort gewohnt haben und uns sowieso aus der Ferne angemeldet haben. Den Ablauf besprochen haben wir erst zwei Tage vor der eigentlichen Trauung, als wir schon vor Ort waren. Der Standesbeamte meinte sogar, es ginge auch ganz ohne, aber uns war es lieber so, fanden wir entspannender.

    Zweitens ist der Ablauf relativ fest. Wahrscheinlich kann man auf Wunsch noch irgendetwas einfügen, eine Musik oder so, aber das Standesamt läuft doch nicht grundsätzlich anders, wenn es keine kirchliche Trauung gibt... Für das Standesamt zählt sowieso nur die standesamtliche Hochzeit.

    Grüße,
    Edelherb
    Die Ente bleibt draußen.

  9. Inaktiver User

    AW: kirchliche Hochzeit wird zum Streitthema...

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Fuer mich waere es unmoeglich. Politik und Religion sind fuer mich so essentiell, dass ich nicht bereit bin, mein Leben mit jemanden zu teilen, der in einem der beiden Gebiete eine total andere Einstellung hat.
    Das sehe ich ebenso.

    Auch wenn das eine deprimierende Geschichte ist: Mein Bruder, wie ich Atheist, hat eine Katholikin geheiratet, auf ihren Wunsch kirchlich.

    Da standen die beiden in der Kirche, der christliche Teil ihrer Bekanntschaft sprach die Fürbitten (oder wie immer es heißt), und bei einem der salbungsvolleren Sprüche blickte ich meinem Bruder von der Seite ins Gesicht und sah, wie sein Mundwinkel zuckte. Wir sind eben nicht alle zu Schauspielern geboren! Ihm bedeutete das nichts, und die kirchlichen - wie so viele zeremoniellen - Sprüche sind eben sehr, sehr pathetisch. Wenn man da nicht mit dem Herzen dabei ist, kann einem das schnell lächerlich vorkommen, und ich weiß, dass es ihm genau so ging.

    Die Ehe ist nach fünf Jahren gescheitert. Nicht an der Religion, aber eben doch an einer grundsätzlich unterschiedlichen Einstellung zum Leben.

    Nochmal sorry für dieses traurige Beispiel.

    Grüße, Cariad

  10. Inaktiver User

    AW: kirchliche Hochzeit wird zum Streitthema...

    Zitat Zitat von Shaun78

    Lady_julia, natürlich muss ich ihm überlassen inwieweit er sich bei unserer Trauung einbringt. Aber was meinst Du mit "der abtrünnige hat im Vorfeld ein riesengroßes Problem"?! Das ist mir jetzt nicht klar.
    hallo shaun,

    mich wundert wirklich, warum ihr vorher nie über diese dinge gesprochen habt, oder wenn, dann doch zumindest nicht ernsthaft, wie es scheint. (aber du musst natürlich nicht stelung dazu nehmen.) m.e. spricht man doch schon aus interesse am anderen menschen über dies frage, zumindest, wenn man davon ausgehen muss, dass man hierhin verschieden ist. du schreibst, du liebst ihn. das kann ich nicht anzweifeln. ich muss es dir glauben. aber gerade deswegen finde ich merkwürdig, dass ihr diese überlegungen alle erst jetzt macht.

    zu deiner frage:

    ich meine ganz einfach, dass einem kirchenaustritt meisstens ein jahrelanger kampf vorausgeht. man tritt nicht eben mal so aus der kirche aus. die leute, die es wegen der steuer tun, waren nie so richtig drin. bevor man so einen schritt tut, durchlebt man lange einen konflikt, einen inneren wie äusseren. (äussere auslöser haben solche entscheidungen m.e. immer auch.)

    gruss
    lady_julia

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