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    AW: "Schicke" Hochzeit - wie sag ich's den Gästen?

    Immer her mit dem Mitleid - ich bekomme sowieso viel zu wenig davon

    Ich fand diese Sicht der Dinge aus der Perspektive des Brautpaars sehr befremdlich, denn ich persönlich finde nicht, dass meine Gäste sich geehrt fühlen dürfen, an meiner Feier teilzunehmen.
    Ich lade sie auch nicht ein, um ihnen ein Geschenk zu machen oder ihnen meine Wertschätzung auszusprechen.
    Sondern aus ganz egoistischen Motiven, weil FÜR MICH die Feier schöner ist, wenn meine Lieben dabei sind.

    Ich finde diesen Spalt, der hier von beiden Seiten zwischen Gast und Gastgeber aufgetan wird höchst erstaunlich, denn ich würde weder davon ausgehen, dass meine Freunde es als Zumutung empfinden, sich ihr schickstes Teil überzuwerfen - noch davon, dass der Gastgeber es als Zumutung empfindet, wenn ich kein schickes Teil besitze und mir auch keins zulege.

    Daher auch die von mir gewählte Formulierung, jeder möge in dem feierlichsten Outfit erscheinen, dass sein Kleiderschrank hergibt.



    Zusatzgedanke:

    Im Allgemeinen kann man doch von einer gewissen "kulturellen Übereinstimmung" zwischen Gastgeber und geladenen Gästen ausgehen.

    Und gerade wenn ich intensiven Kontakt pflege zu Menschen, die meine Vorstellung von so etwas wie Feierlichkeit nicht teilen, zähle ich doch vermutlich Toleranz zu meinen Charaktereigenschaften.

    Wie kommt es denn dann überhaupt zu diesem "clash of cultures" bzw. ist das ein wahrscheinliches Szenario, dass es so kommt?
    Gefahr im Küchenschrank

    Er steht im mittleren Regal,
    ganz hinten in der Ecke.
    Wann und wie ist ihm egal,
    so hockt er im Verstecke.
    Er kichert still in sich hinein,
    gibt nicht den kleinsten Mucker.
    Er ist so listig und gemein.
    Der raffinierte Zucker.

    Peter Sendtko


  2. Inaktiver User

    AW: "Schicke" Hochzeit - wie sag ich's den Gästen?

    Zitat Zitat von RenanaKishon
    Ich denke mir immer, das Brautpaar könnte das schöne viele Geld auch ganz egoistisch nur für sich ausgeben (neues Auto, Traumreise, Einrichtung), anstatt mich und andere auf eine große Hochzeit einzuladen, mein Essen zu bezahlen, meine Getränke, etc.
    selbst das stimmt ja heute oft nicht mehr - wenn ich die "wieviel-Geld-soll-ich-schenken"-Threads hier lese, dann wird das geschenkte Geld ja oft eingeplant und als Richtschnur gegeben: "man muss mindestens soviel Geld schenken, wie man kostet". Eine solche Haltung befremdet mich auch.
    Wer einlädt, soll einladen. Wer sich das nicht leisten kann, soll kleiner feiern.

    Sowieso haben viele Gäste ja mit Anreise und Hotel höhere Ausgaben, um zur Hochzeit zu kommen, als ein schönes Essen kosten würde.
    Ihnen ist das Brautpaar und das Hochzeitsfest etwas wert - und das ist ja auch schön so.
    Ich freue mich über eine Einladung zur Hochzeit, schaue dann sorum und sorum nicht auf's Geld (schenke aber grundsätzlich keins, sondern etwas anderes), überlege mir, was ich beitragen kann und bin dabei durchaus bereit, Wünsche des Brautpaares zu respektieren - aber unabhängig davon bin ich nicht bereit, Teil der "Kulisse" zu sein.

    Gruß, Leonie

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    AW: "Schicke" Hochzeit - wie sag ich's den Gästen?

    Zitat Zitat von RenanaKishon
    Erstens möchte ich hinzufügen, daß man sehr wohl "Ja, ich will" sagt, sogar auf dem Standesamt - denn meines Wissens kann man das mit dem Beamten absprechen,
    Es mag sein, dass man heutzutage alles mögliche ansprechen und wünschen kann, aber eigentlich sagt man nur JA. In der Kirche noch: Ja, mit Gottes Hilfe.

    Das "Ja ich will" stammt allein aus der lippensynchronen Übersetzung von englischsprachigen Filmen, weil man im englischen "yes, I will" sagt. Was allerdings wörtlich übersetzt "Ja, ich werde" hiesse.

    Aber da zu viele Menschen, das, was sie in Filmen sehe, für hiesige Traditionen halten, glauben heute anscheinend viele Deutsche, dass es auch im Deutschen "ja, ich will" heisst und dass

    "Something old, something new
    Something borrowed, something blue
    And a silver sixpence in her shoe."

    eine hiesige Tradition ist. Find ich irgendwie lustig, wenn Menschen soviel Wert auf "Tradition" legen und dann in Wirklichkeit Filme nachstellen. Aber bitte, jeder wie er mag.

    zweitens finde ich es schon sehr erstaunlich, wie extrem kritisch und schnell persönlich angegriffen sich hier einige als Gast auf einer Hochzeit fühlen. Erstmal ist es nicht normal und gar nicht selbstverständlich, daß man selbst als nicht direkt Verwandter (Vater Mutter, Geschwister) überhaupt eingeladen wird. Ich finde, es ist eine Ehre, überhaupt eine Einladung zu bekommen und zu den Top 100 (oder wieviele auch immer) zu gehören, die das Brautpaar an diesem Tag begleiten dürfen.
    Oh, wird bei einer Hochzeit Hof gehalten? Naja, bei denen, wo ich bisher war, zum Glück nicht. Natürlich freue ich mich über eine Einladung, aber das ist hoffentlich eine reziproke Sache. Ich fand es auch eine Ehre, dass so viele Menschen mit uns feiern wollten und dafür teils lange Anreisen, die auch nicht immer billig waren, in Kauf genommen haben.

    Ich hab hier echt den Eindruck, Ihr geht auf die Feier und achtet strengstens darauf, daß Ihr ja keinen Gefallen tun müßt, daß Ihr bloß individuell bleibt, anstatt Euch und Eure Bedürfnisse an diesem einen Tag einfach mal dezent etwas in den Hintergrund zu stellen.
    Der Eindruck ist falsch. Es steht schon einiges dazu hier im Strang, deswegen wiederhole ich das nicht. Wer das immer noch falsch verstehen will, den kann ich sowieso nicht daran hindern.

    Grüße,
    Edelherb
    Die Ente bleibt draußen.

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    AW: "Schicke" Hochzeit - wie sag ich's den Gästen?

    Zitat Zitat von RenanaKishon
    Tut mir leid für Dich, wenn Du es normal findest, auf Hochzeiten eingeladen zu werden. Ich denke mir immer, das Brautpaar könnte das schöne viele Geld auch ganz egoistisch nur für sich ausgeben (neues Auto, Traumreise, Einrichtung), anstatt mich und andere auf eine große Hochzeit einzuladen, mein Essen zu bezahlen, meine Getränke, etc.
    So gesehen muss man überhaupt kein Geld für zwischenmenschliche Kontaktpflege ausgeben. Ich besuche einfach Freunde und Familie nicht mehr, lasse mich nicht mehr besuchen, gehe nicht mit Freunden aus, bekoche niemanden mehr, schenke niemandem mehr etwas, was das alles an Geld spart. Und dann werde ich sehr glücklich in meiner teuer eingerichteten Wohnung und mit den 3 Autos vor der Tür.

    Die Ente bleibt draußen.

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    AW: "Schicke" Hochzeit - wie sag ich's den Gästen?

    Natürlich ist die Hochzeit ein wichtiger Tag im Leben des Brautpaars und sie haben das Recht, diesen entsprechend zu gestalten. Gegen unliebsame Überraschungen von Seiten der Gäste in Form von Darbietungen über das Brautpaar kann ein „Zeremonienmeister“ helfen, der vom Brautpaar damit beauftragt wird, darauf zu achten, dass das Programm nichts enthält, was das Brautpaar nicht will. Dagegen hat niemand etwas einzuwenden.

    Es ist nur die Frage, wo die Übergriffigkeit gegenüber den Gästen anfängt, und bei zu rigide gehandhabten Kleidervorschriften denke ich, ist diese Grenze erreicht. Wer Gäste ganz genau nach seinen Vorstellungen haben will, sollte sich überlegen, welche Funktion sie auf der Hochzeit erfüllen. Wenn es nur um die Ästhetik geht, machen sich ein paar wirklich gut angezogene Statisten nämlich viel besser als der jeweils eigene authentische Verwandtschafts- und Freundeskreis. Da muss man einfach gewisse Abstriche machen. Sonst muss man wirklich alleine feiern.
    Zitat Zitat von Inaktiver User
    wie hast Du das mit den Kindern Deinen Gästen beigebracht und wie haben sie darauf reagiert? Auch das ist ein sehr empfindliches Thema (wahrscheinlich noch empfindlicher als die Kleidung) und es geht gleich auch sicher wieder eine Salve auf mich los, aber ich würde auf meiner Hochzeit glaube ich einen Ausraster kriegen, wenn während der Trauung (danach ist es mir wurscht) fünf Kinder anfangen zu Quäken, weil ihnen langweilig ist. Hab ich alles schon erlebt und ich fand es hat extrem die Atmosphäre in der Kirche gestört (auch wenn wir ja nicht kirchlich heiraten).
    Das ist in der Tat ein empfindliches Thema. Ich denke, wenn man ohne Kinder heiraten will, dann darf man nicht die ganze Verwandtschaft und den ganzen Freundeskreis einladen, als ob es eine normale traditionelle Familienfeier wäre, denn da erwarten die Gäste, dass sie ihre Kinder mitbringen können. Und ausserdem ist es für sie ja nochmal eine extra Last, für die Kinder eine Betreuung suchen zu müssen. Wenn sich einzelne Gäste selbst entscheiden, ihre Kinder nicht mitzubringen, dann ist das was anderes, weil deren eigene Entscheidung und nicht von den Gastgebern vorgeschrieben. Wenn man eine reine Erwachsenen-Hochzeit machen will, lädt man am besten nur kinderlose Singles und Paare ein. Dann entschärft sich dieses Problem von alleine. Oder man sorgt als Brautpaar für die Zeit während der Trauung, wo Kindergequäke wirklich störend sein kann, für eine Kinderbetreuung.

    Langsam hab ich den Eindruck, Hochzeitsgäste müssten schier auch noch Eintritt dafür bezahlen, an einer so edel stylisierten Veranstaltung wie einer Hochzeit teilnehmen zu dürfen, wo das Brautpaar wirklich alles bestimmen und für alles Maßstäbe setzen will. Eine Hochzeit immer noch eine Hochzeit und keine Fetisch-Party! (Es sei dann, man veranstaltet sie ausdrücklich als solche.)


    @ RenanaKishon

    Natürlich geben die Brautleute einen Haufen Geld für ihren Hochzeit aus. Aber gerade deshalb wäre es doch wichtig, den Gästen in gewisser Weise entgegenzukommen, damit sie sich wohlfühlen, anstatt stur an der Inszenierung einer Traumhochzeit mit allen Schikanen festzuhalten. Schließlich sollen und wollen sie diesen Tag doch gemeinsam mit dem Brautpaar verleben. Vergiß jedoch nicht, dass die meisten Gäste für die Teilnahme an einer Hochzeit auch Unkosten haben: Reisekosten, evtl. Übernachtungskosten, Kosten für das Geschenk. Wenn dann noch der Zwang dazu kommt, in genau passender Garderobe aufzukreuzen, die dann noch angeschafft werden muss, und die Kinder gefälligst anderweitig betreuen zu lassen, dann ist das meiner Meinung nach ein bisschen zuviel der Zumutung an die Gäste. Da darf man sich dann über überproportional viele Absagen nicht wundern.
    Geändert von Latona (20.12.2007 um 10:13 Uhr)
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

  6. Inaktiver User

    AW: "Schicke" Hochzeit - wie sag ich's den Gästen?

    Zitat Zitat von Edelherb
    Es mag sein, dass man heutzutage alles mögliche ansprechen und wünschen kann, aber eigentlich sagt man nur JA. In der Kirche noch: Ja, mit Gottes Hilfe.
    das kann man sich doch aussuchen, je nach vorher abgeschätzter nervosität...

    meine schwester hat auf dem Standesamt die ganze Liturgie von wegen "Hiermit nehme ich dch, xyz, zu meinem rechtmässig angetrauten..." und so weiter und so fort Satzweise nachgeplappert.

    In der Kirche dasselbe, was mir unter uns gesagt ziemlichen Horror bereitet. ich bin mir sicher, vpor Aufregung kein Wort herauszubringen, während mein Liebster als Jahrelanger Lektor damit kein Problem hat, und den ganzen Kram sogar OHNE vorquatschen aufsagen würde, wie es sein Pfarrer und seine Familie auch erwarten würden - also wird er natürlich wollen, dass ich das auch alles auswendig lerne... *schluck*



    minstrel, schön, wenn du sowas so unverkrampft angehen kannst - für mich sieht das in real leider etwas anders aus. Da heisst die Frage eher wen müssen wir denn alles einladen? und orientieren uns dabei am Minimum des verlangten. Der eine Familienteil macht nen Aufstand, WENN eine kirchliche trauung stattfindet, der andere wenn nicht..... (da heben wir uns aber schon entschieden, welche Seite der verwandtschaft uns wichtiger ist...)

  7. Inaktiver User

    AW: "Schicke" Hochzeit - wie sag ich's den Gästen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Hallo Pepermunt,

    wie hast Du das mit den Kindern Deinen Gästen beigebracht und wie haben sie darauf reagiert? Auch das ist ein sehr empfindliches Thema (wahrscheinlich noch empfindlicher als die Kleidung) und es geht gleich auch sicher wieder eine Salve auf mich los, aber ich würde auf meiner Hochzeit glaube ich einen Ausraster kriegen, wenn während der Trauung (danach ist es mir wurscht) fünf Kinder anfangen zu Quäken, weil ihnen langweilig ist. Hab ich alles schon erlebt und ich fand es hat extrem die Atmosphäre in der Kirche gestört (auch wenn wir ja nicht kirchlich heiraten).

    Gruß, Chimamanda

    Da ihr ja "nur" Standesamtlich heiratet mußt du dir um quakende Kinder keine Gedanken machen - üblicherweise sind die Räume in denen "kurz" geheiratet wird nicht sehr groß, so daß die meisten sowieso draußen warten müssen.

    Ich finde die Idee gut auf einem Schloss zu feiern, dafür würd ich mich auch gern mal so richtig schick verkleiden - aber zum Standesamt würde ich nicht mal alle Gäste bitten zu kommen, dafür dauerts einfach nicht lange genug.

    Dharma

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    AW: "Schicke" Hochzeit - wie sag ich's den Gästen?

    Zitat Zitat von minstrel
    Daher auch die von mir gewählte Formulierung, jeder möge in dem feierlichsten Outfit erscheinen, dass sein Kleiderschrank hergibt.
    [...]

    Wie kommt es denn dann überhaupt zu diesem "clash of cultures" bzw. ist das ein wahrscheinliches Szenario, dass es so kommt?
    Meiner Meinung nach nicht. Dieser "Clash" ist hier auch nur konstruiert worden, denn ich habe niemanden gelesen, der vehment vertreten hat, dass er unbedingt in Jeans mit Löchern auf Hochzeiten gehen möchte, das wurde nur unterstellt. Alle haben doch geschrieben, dass sie sich für eine Hochzeit durchaus Mühe geben, sich angemessen zu kleiden. Aber die Frage ist, ob mein eigener Maßstab noch zählt, ob "das feierlichste, was mein Kleiderschrank hergibt" gut genug ist, oder ob ein festliches Bild mit wenig Spielraum erwartet wird, in das sich das Brautpaar malerisch einfügen kann.
    Die Ente bleibt draußen.

  9. User Info Menu

    AW: "Schicke" Hochzeit - wie sag ich's den Gästen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Da ihr ja "nur" Standesamtlich heiratet mußt du dir um quakende Kinder keine Gedanken machen - üblicherweise sind die Räume in denen "kurz" geheiratet wird nicht sehr groß, so daß die meisten sowieso draußen warten müssen.
    Das ist heute, wo die standesamtliche Hochzeit mehr Gewicht bekommen hat, häufig nicht mehr so. Viele Gemeinden haben ihre entsprechenden Räumlichkeiten aufgewertet und bieten durchaus auch größere Räume.
    Die Ente bleibt draußen.

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    AW: "Schicke" Hochzeit - wie sag ich's den Gästen?

    @ Edelherb
    Zitat Zitat von Edelherb
    Dieser "Clash" ist hier auch nur konstruiert worden, denn ich habe niemanden gelesen, der vehment vertreten hat, dass er unbedingt in Jeans mit Löchern auf Hochzeiten gehen möchte, das wurde nur unterstellt. Alle haben doch geschrieben, dass sie sich für eine Hochzeit durchaus Mühe geben, sich angemessen zu kleiden. Aber die Frage ist, ob mein eigener Maßstab noch zählt, ob "das feierlichste, was mein Kleiderschrank hergibt" gut genug ist, oder ob ein festliches Bild mit wenig Spielraum erwartet wird, in das sich das Brautpaar malerisch einfügen kann.
    Sehr gut auf den Punkt gebracht!
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

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