Hallo an alle,
ich habe heute mitbekommen, wie Bekannte sich über ein Paar unterhalten haben, das demnächst heiratet und da fiel der berühmte Satz "das machen die doch sowieso nur wegen der Steuer". Ich persönlich kenne das Hochzeitspaar nicht, daher weiß ich nicht, was ihre Beweggründe sind, interessiert mich auch nicht weiter.
Was mich aber sehr wohl interessiert: Wie ist das denn nun mit der Steuer, wenn man heiratet? Spart man da wirklich so viel, oder ist das einfach ein veraltetes Klischee? Falls es tatsächlich eine lohnenswerte Ersparnis gibt, war das für manche von Euch ein zusätzlicher Grund, der Euch zur Heirat bewogen hat?
Fragende Grüße,
Lillith
P.S. Ach ja, ich plane übrigens keine Hochzeit in nächster Zeit, ich frage völlig uneigennützig und aus reiner Neugier.![]()
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Thema: Heiraten und Steuern
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10.11.2007, 17:52
Heiraten und Steuern
Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden. (Kierkegaard)
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10.11.2007, 23:15
AW: Heiraten und Steuern
Ich glaube, je nachdem, was man verdient, kann das schon etwas ausmachen (eine Bekannte meinte neulich, bei ihnen seien das monatlich 400 Euro).
Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Paar nur allein wegen der Steuern heiratet. Wohl aber, dass ein Paar, das eh vor hat, bald zu heiraten (!), etwas früher heiratet aus pragmatischen Gründen - seien das nun Steuern, Studienplatz oder ähnliches.
Solange die Liebe zwischen diesen beiden Menschen einer Heirat nicht widerspricht, finde ich das auch voll ok. Aber das ist nur meine Meinung.
Liebe Grüße!
Kaktus
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11.11.2007, 01:56
AW: Heiraten und Steuern
Ich dachte auch immer, man hätte ja einen rieseigen Steuervorteil bis mich eine Freundin eines besseren belehrte und dies für mich ausrechnete. Bei uns würde es gerade mal 100 Euro betragen.
Ich war doch ziemlich überrascht.
lg
sunnyThe world is a book and
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Kalorien sind kleine Lebewesen, die nachts die Kleider enger nähen
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11.11.2007, 09:46Inaktiver User
AW: Heiraten und Steuern
Der Steuervorteil ist umso größer, je unterschiedlicher das Einkommen der Ehegatten ist. Wenn beide gleich viel verdienen, gibt es auch keinen Steuervorteil.
Gruß, Suse
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11.11.2007, 10:36Inaktiver User
AW: Heiraten und Steuern
Der größte Effekt ist bei den Grundfreibeträgen - wenn also einer (fast) gar nichts verdient.
Die Idee ist ja, dass jeder das halbe Gesamteinkommen versteuert. Somit spart man über die Progression - aber der Effekt ist i.d.R. nicht so groß, wie wenn die Grundfreibeträge des einen ohne Splitting gar nicht relevant wären.
Zum Beipiel spart jemand mit 40 000 Euro zu versteuerndem Einkommen 3500 Euro Steuern, wenn er jemand ohne Einkommen heiratet.
(aber er wird bzw. ist natürlich auch unterhaltspflichtig).
Wenn jemand mit 60 000 Euro und jemand mit 20 000 Euro heiraten, ist die Ersparnis nur 1700 im Jahr. Und das ist ja schon ein großer Einkommensunterschied - bei 40000 und 20000 macht die Steuerersparnis gerade mal 450 Euro im Jahr aus.
Ich hoffe, ich habe mich jetzt nicht verrechnet - Hier ist ein Steuerrechner.
Gruß, LeonieGeändert von Inaktiver User (11.11.2007 um 10:53 Uhr)
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11.11.2007, 12:01Inaktiver User
AW: Heiraten und Steuern
Bis zur Hochzeit dachte ich auch was so geredet wird... Fakt ist, dass es es bei uns nicht der Rede wert ist und wir durch den Steuerklassenwechsel fast mit Null aus der Rechnung rausgehen...
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11.11.2007, 18:33
AW: Heiraten und Steuern
Ich konnte gar nicht wegen der Steuer heiraten. Lebe nämlich nicht in Deutschland, sondern in einem Land, wo das keinen Unterschied macht.
Aber in Deutschland hätten wir momentan wohl auch fast nichts davon.
Grüße,
EdelherbDie Ente bleibt draußen.
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12.11.2007, 12:16
AW: Heiraten und Steuern
Wo fragt man so was, außer in der BriCom? Ich meine: Finanzielles und Rechtliches bzgl. Ehe im Allgemeinen. Mein Verlobter (hihi) und ich haben uns überlegt, wir schlappen zum Lohnsteuerhilfeverein und lassen uns gemeinsam aufklären.
Ich hab mal bei meinen "ersten Adressen", sprich, VHS und Familienbildungsstätten gekuckt, aber bin noch nicht fündig geworden: gibt's so was wie "Heiraten 101"? Für Anfänger? Ohne Vorkenntnisse?
Oder muss man direkt zum Notar?Geändert von Njarka (12.11.2007 um 12:22 Uhr)
Der Crew gewidmet:
„Wir sind gleichsam Zwerge, die auf den Schultern von Riesen sitzen, um mehr und Entfernteres als diese sehen zu können - freilich nicht dank eigener scharfer Sehkraft oder Körpergröße, sondern weil die Größe der Riesen uns zu Hilfe kommt und uns emporhebt.“
Bernhard von Chartres
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12.11.2007, 12:21Inaktiver User
AW: Heiraten und Steuern
Habs gerade mal durchgerechnet - der Unterschied macht ganze 55 Euro aus, wobei unsere Konstellation wohl diejenige sein sollte, bei der es sich am stärksten auswirkt:
ein Arbeitnehmer, ein Studi.
Dass er dann über mich krankenversichert wäre, hätte den wesentlich größeren Effekt.
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12.11.2007, 12:34
AW: Heiraten und Steuern
Hm, was willst Du Dich denn aufklären lassen? Wenn Du wissen willst, was es ausmacht, dann nimm einen Brutto-Netto-Rechner, die es ja zu hauf im Netz gibt, und lass es mit den verschiedenen Steuerklassen durchlaufen.
Zitat von Njarka
Im Kern hast Du die Wahl zwischen III/V und IV/IV. In den allermeisten Fällen würde ich, wenn beide arbeiten, IV/IV bevorzugen, selbst wenn man dann unterjährig weniger hat und es erst mit der Steuererklärung wiederbekommt. Aber mein Freibetrag gehört mir!
Die Ente bleibt draußen.


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