marla,
ich habe viele Gedanken, aber keine Zeit.
deshalb nur einen Link auf einen anderen Thread.
irgendwann einmal mehr.
aber vielleicht schreibst Du ja auch noch mal:
ich glaube immer noch daran, dass eine beziehung lange oder sogar bis ans lebensende funktionieren kann und habe konkrete vorstellungen, wie.
wie denn?
Gruß, Leonie
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Thema: Ich möchte wieder heiraten
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01.10.2007, 16:15Inaktiver User
AW: Ich möchte wieder heiraten
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03.10.2007, 10:42
AW: Ich möchte wieder heiraten
hallo leonie,
Zitat von Inaktiver User
ich habe da einige ideen und denke die ganze zeit darüber nach, was die kernpunkte sind und wie ich sie hier formulieren kann. ich will es mal versuchen:
als vorbedingung sehe ich einen prozess, in dem man klarheit darüber bekommen hat, wer man ist, wo man steht, was man braucht. bin ich ein mensch, der viel nähe und gemeinsamkeiten braucht, oder eher viel freiheit? ist mir sicherheit und geborgenheit wichtiger als lebendigkeit oder umgekehrt? wo sind meine ängste, eifersüchte und wie gehe ich damit um bei mir und auch bei meinem partner?
wie wichtig ist mir beziehung überhaupt? ist sie mir essentiell wichtig oder sehe ich sie eher als i-tüpfer, als zusätzliches bereicherndes geschenk im leben?
wichtig ist möglichst viel klarheit, auch über die widersprüche in mir. bei der partnerwahl gilt es, dann auch konsequent dazu zu stehen.
das muss ein entwicklungsprozess sein, in dem man zu sich selbst gefunden und sich selbst angenommen/lieb gewonnen hat. es gibt menschen, die bekommen dies hauptsächlich von haus aus bereits mit. andere menschen, wie ich, müssen sich diese schritte erst über jahrzehnte hinweg erarbeiten. je mehr ich zu mir selbst gefunden habe und mich mit mir selbst wohl fühle, um so mehr kann ich einen anderen menschen auch in seiner andersartigkeit annehmen, ohne dass diese mich erschreckt und verlustängste in mir auslöst.
in der partnerschaft ist mir das wichtig, was ich einmal in einem buch meines lieblingsautoren m. jung gelesen habe: eine partnerschaft besteht immer aus einer WIR-AG und 2 ICH-AG. in allen ehen und festen beziehungen, die ich kenne, gibt es eine große und ziemlich starre WIR-AG und kläglich kleine verkümmerte ICH-AGs. und genau das wäre mein problem. ich bin ein mensch, der aus seiner geschichte heraus zwar sehr viel innige nähe, aber auch eine sehr viel umfangreichere ICH-AG braucht. eine, die über einige wenige eigene freunde oder ein eigenes hobby hinausgeht, sondern auch eigene gedanken, eigene ziele, eigene wege, eigene entwicklungen beinhaltet, die nicht unbedingt mit dem des partners übereinstimmen müssen. und ich bemerke immer wieder, dass für mich männer, die ein ebensolch starkes ICH haben, viel spannender, lebendiger und interessanter sind.
als basis wünsche ich mir eine verlässliche, stabile WIR-AG, die ich bereit bin, mir bzw. uns gemeinsam zu erarbeiten und stetig zu pflegen. ich würde mich z.b. gern mit meinem partner regelmäßig zusammen setzen und so eine art vertrag miteinander aushandeln bzw. aktualisieren, in welchem alle dinge des zusammenlebens besprochen und festgelegt werden, also dinge des täglichen lebens wie haushalt, finanzen, gemeinsam verbrachte zeit, freizeit usw. aber auch die befindlichkeiten eines jeden in der beziehung: wie geht es dir, wie geht es mir mit uns? was ist schön, was fehlt mir/dir? und dann gemeinsam lösungen gefunden werden.
doch diese WIR-AG muss es gestatten, dass ich weiterhin frei bin, einen teil meines lebens unabhängig davon gestalten darf, entscheidungen allein für mich treffen und viele tage und nächte auch allein verbringen darf, um immer wieder zu mir selbst zurückkehren zu können. ich möchte eine so tiefe innere vebindung zu meinem partner haben, dass ich sie auch in längerer und weiterer distanz noch spüren kann. und wenn ich sie mal nicht spüre, keine angst bekomme oder zu befürchten, mein partner fühlt sich nicht wohl damit. wie ein hafen, den man für große reisen verlassen darf, um dann immer wieder gern zurück zu kehren. das funktioniert nur, wenn man sich sehr gut kennt und vertraut und sich sicher sein kann, dass man in den wesentlichen lebensvorstellungen und -zielen übereinstimmt.
wichtig ist, dass sich partner einander nicht nur geborgenheit geben, sondern sich auch nach vielen jahren immer wieder als bereicherung und als spannende lebendige persönlichkeiten erleben. das geht m.e. jedoch nur, wenn sich eine zweierbeziehung auch getraut, sich nach außen zu öffnen, anregungen hineinzulassen, luft zwischen sich zu lassen, den anderen immer wieder als spannendes geheimnis zu empfinden, zuzulassen, dass jeder einzeln für sich immer wieder auf entdeckungsreise geht, um bereichert wieder zurück zu kommen und damit die beziehung zu bereichern.
und da schließt sich für mich wieder der kreis zu den vorbedingungen: so eine partnerschaft funktioniert nur, wenn jeder erst einmal auch mit sich selbst gut klar kommt und eine beziehung nicht hauptsächlich mit dem wunsch eingegangen wird, nicht mehr allein zu sein, sprich: einen menschen zu finden, der einem die eigenen defizite ausgleicht. und ich denke, hier liegt der grund, warum mir meine wunschbeziehung bisher noch nicht gelungen ist. aber ich arbeite daran und bin ihm schon viel näher gekommen.
Bewahre mich vor der Angst,
ich könnte das Leben versäumen.
Gib mir nichts, was ich mir wünsche,
sondern was ich brauche.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.
Antoine de Saint-Exupéry
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03.10.2007, 12:02Inaktiver User
AW: Ich möchte wieder heiraten
Ich finde, man kann heutzutage niemandem mehr übel nehmen, dass er sich nicht "verpflichten" möchte...geht mir ganz genauso. Weiß ich denn, ob ich meinen Partner in 5 oder 10 Jahren überhaupt noch liebe? Oder er mich? Ich kann einfach nicht mehr guten Gewissens sagen (und das täte ich mit dem Eheversprechen), dass ich mit jemandem "für den Rest meines Lebens" zusammenbleiben möchte...die logische Konsequenz daraus ist, dass ich nicht mehr heiraten werde.
Zitat von Inaktiver User
Es bleibt natürlich jedem unbenommen, sich zu trennen, wenn der Partner partout nicht heiraten will...das ist dann halt die Kehrseite der Medaille.
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03.10.2007, 12:29Inaktiver User
AW: Ich möchte wieder heiraten
Nein, es geht nicht ums Übelnehmen, aber darum, dass man dann zu dem Thema eine völlig andere Einstellung hat und ob das dann passt, ob man damit glücklich werden kann. Es gibt ja eben sehr wohl Männer, die gerne heiraten und mit der Entscheidung kein Problem haben.
Zitat von Inaktiver User
Ich respektiere durchaus, dass andere da eine andere Auffassung haben, ob und was eine Ehe bedeutet. Ich hätte aber ehrlich gesagt ein Problem damit, weil andere Frauen ja sehr wohl geheiratet werden, mich da nicht dauernd zurückgesetzt zu fühlen, nach dem Motto: die haben gekriegt, was sie wollten, ich nicht. Das würde schon an mir nagen, auch wenn ich weíß, dass das vielleicht nicht von großer Reife zeugt. Aber menschlich ist es halt...


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