Liebe Shaun,
mir war noch bei der Hochzeit ganz schlecht bei dem Gedanken..... bis das der Tod Euch scheidet. Und ganz vielen Leuten ist dabei schlecht. Der Anspruch ist einfach riesengroß.
Aber: ich habe mir überlegt, ob ich mit diesem Mann auch noch zusammenleben kann, wenn ich ihn nicht mehr liebe.
Und ich konnte mir immer vorstellen, mit diesem Mann in klapprigem Alter auf der Bank zu sitzen und Händchen zu halten.
Und das kann ich mir heute genauso gut noch vorstellen - nach 35 Jahren.
Meine Erfahrung ist: die Ehen, wo die Leute miteinander reden konnten, haben nicht nur gehalten, sondern die Leute sind immer noch gut miteinander verheiratet.
Die Ehen, wo jedes Wort auf die Goldwaage gelegt werden musste - das durfte man nicht ansprechen, jenes nicht, also Eiertanz - haben nicht gehalten.
Also, überleg einfach noch einmal in Ruhe, was Du im Leben willst und wie das zusammen mit Deinem Partner verwirklicht werden kann. Oder ob die Lebensentwürfe doch zu unterschiedlich sind.
Ehe bedeutet doch nicht, dass man ständig beieinander glucken muss. Aber zumindest der gute Wille ...in guten wie in schlechten Tagen ... sollte schon vorhanden sein.
Liebe Grüsse
angie
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Ergebnis 21 bis 30 von 46
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07.10.2007, 23:55
AW: Völlige verwirrt nach Heiratsantrag
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08.10.2007, 09:03Inaktiver User
AW: Völlige verwirrt nach Heiratsantrag
Wieso zu Recht Leonie? Ich für meinen Teil sehe das völlig anders...
Zitat von Inaktiver User
die Dauer alleine ist als Grundlage zu wenig - auch wenn es nicht nur oberflächlich war.
Der Schritt von einer Beziehung zur Lebenspartnerschaft ist ein wichtiger, und da finde ich Shauns Ansatz genau richtig:
Genau hinschauen und in sich hineinspüren, und dann innerhalb einer nicht zu langen Zeitspanne entscheiden: Heiraten oder Trennen.
Ist für mich nicht nachvollziehbar. Nur weil man plötzlich einer Hochzeit skeptisch gegenüber steht muss man doch nicht gleich über eine Trennung nachdenken. Auch nicht wenn nach 5 gemeinsamen Jahren ein Antrag abgelehnt wird.
Und wieso an ein weiterführen der Beziehung die Hochzeit geknüpft sein muss, wird mir ehrlich gesagt auch nicht klar.
Sehe ich einfach anders als du Leonie, sorry
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08.10.2007, 09:30Inaktiver User
AW: Völlige verwirrt nach Heiratsantrag
das lassen wir einfach nebeneinander stehen - wir müssen uns ja nicht einigen
Zitat von Inaktiver User

Aber es kommt sicher auch auf die Situation an. Ich wollte schon in jungen Jahren eine Lebenspartnerschaft - und hätte mich von jedem getrennt, bei dem ich zu dem Schluss gekommen wäre, dass ich diese mit diesem Mann nicht eingehen möchte (oder er nicht mit mir).
Wenn man älter ist, beziehungsmäßig schon einiges hinter sich hat etc., oder wenn man sehr jung ist - dann würde ich das auch "flexibler" sehen.
Aber Shaun ist 29 und es steht auch das Thema Familiengründung an. Und unterstütze ich sie darin, dass entschieden werden muss. Nicht innerhalb weniger Wochen - aber doch innerhalb eines überschaubaren Zeitraumes.
Sonst blockieren sie sich doch gegenseitig nur, ihren Lebenspartner zu finden - denn überhaupt heiraten wollen ja offensichtlich beide.
@ Shaun,
natürlich ist Streiten kein Selbstzweck - und ständiges Streiten genausowenig ein Qualitätsmerkmal einer Beziehung wie "immer alles ganz harmonisch".
Aus Streit bzw. Auseinandersetzung soll ja auch etwas erwachsen - schließlich größere Nähe, weil Dinge geklärt werden. Und das ist natürlich auch nicht bei allen so - weder nörgelnder Streit noch verletzender Streit klärt etwas.
Sondern der, der Dinge auf den Tisch bringt, die dann angegangen werden.
Gruß, Leonie
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08.10.2007, 10:07
AW: Völlige verwirrt nach Heiratsantrag
Hallo!
Ich habe mich mit meinem Freund ausgesprochen und er gibt mir die Zeit, die ich brauche. Er sagte auch, daß wir ja gar nicht heiraten MÜSSEN und auch so zusammen bleiben können.
Aber auf lange Sicht fühlt sich das nicht richtig an, und da stimme ich Leonie zu. Für eine überschaubare Zeit kann es jetzt erst mal so weiter gehen, aber dann muss eine Entscheidung her. Schließlich wollte ich ja auch irgendwann einmal heiraten und er ja auch noch mal, sonst hätte er mich ja nicht gefragt. Das wäre dann so "also für eine Ehe reicht's nicht, aber wir können ja mal trotzdem zusammen bleiben".
Ich habe automatisch an Trennung gedacht bei meinen Zweifeln weil ich das Gefühl hatte, das ist jetzt ein Punkt an dem ich mich entscheiden muss - ganz für oder ganz gegen ihn. Wenn er der Richtige ist für mich dann FÜR ihn, aber wenn ich ihn nicht mit gutem Gewissen heiraten kann, dann lieber ganz gegen ihn. Sonst komme ich mir vor, als ob ich ihn betrügen würde.
Es tut auf jeden Fall gut zu hören, daß es auch andere gibt bei denen sich nicht (nur) Glücksgefühle eingesetzt haben, sondern auch gewisse Ängste. Und das es trotzdem gut geworden ist alles.
Ich ertappe mich dabei, wie ich ganz unabsichtlich daran denke, wie und wo und mit wem wir heiraten könnten...ich versuche meine Gedanken und Gefühle einfach mal so laufen zu lassen. Mal sehen, in welche Richtung sie mich treiben!
Aber trotzdem ist die Krise bestimmt noch nicht ausgestanden, denn ich sehe uns irgendwie immer noch nicht als verlobt an und habe auch erst wenigen Leuten von dem Antrag erzählt...daß ist eigentlich traurig, finde ich.
Wir haben auf jeden Fall mal angepeilt, irgendwelche Planungen bis ca. Ende des Jahres zu vertagen. Natürlich gibt es keinen bestimmten "Entscheidungstag" aber das scheint mir ein guter Zeitrahmen zu sein.
Man (frau!) kann sich ja auch nicht ewig vor einer Entscheidung drücken...
Ganz lieben dank auf jeden Fall für Eure Anregungen und Gedanken - ich halte Euch auf dem Laufenden!!
Shaun
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08.10.2007, 11:35
AW: Völlige verwirrt nach Heiratsantrag
welche meinst du damit ?
Zitat von Shaun78
aus der Literatur und teilweise eigener Erfahrung weiss ich, dass durch "Ehe" gewisse Besitzansprüche aktiviert werden und das passt nicht immer in das Persönlichkeitskonzept der Beteiligten.
ich habe mich deshalb erst mit über 40 zu einer langjährigen Partnerschaft entschlossen und das war für mich die richtige Entscheidung.
ich glaube, das Leben hat etwas mehr mit dir vor, als das Übliche.
Ich ertappe mich dabei, wie ich ganz unabsichtlich daran denke, wie und wo und mit wem wir heiraten könnten...ich versuche meine Gedanken und Gefühle einfach mal so laufen zu lassen. Mal sehen, in welche Richtung sie mich treiben!
Aber trotzdem ist die Krise bestimmt noch nicht ausgestanden, denn ich sehe uns irgendwie immer noch nicht als verlobt an und habe auch erst wenigen Leuten von dem Antrag erzählt...daß ist eigentlich traurig, finde ich.
sonst würdest du freudig zustimmen mit dem Gefühl, durch Heirat endlich deiner Bestimmung zugeführt zu werden.
Wir haben auf jeden Fall mal angepeilt, irgendwelche Planungen bis ca. Ende des Jahres zu vertagen. Natürlich gibt es keinen bestimmten "Entscheidungstag" aber das scheint mir ein guter Zeitrahmen zu sein.
Man (frau!) kann sich ja auch nicht ewig vor einer Entscheidung drücken...
Ganz lieben dank auf jeden Fall für Eure Anregungen und Gedanken - ich halte Euch auf dem Laufenden!!
Shaun
in drei Monaten hat sich deine persönliche Situation noch nicht geändert.
das ist natürlich bloss meine Ansicht unbekannterweise
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08.10.2007, 12:25Inaktiver User
AW: Völlige verwirrt nach Heiratsantrag
auch über solche Dinge kann und sollte man ja miteinander sprechen.
Zitat von trambahn100
Was bedeutet Ehe, Lebenspartnerschaft etc. für Dich? Für mich?
ist aber nicht so angezeigt, wenn Kinder ein Thema sein könntenich habe mich deshalb erst mit über 40 zu einer langjährigen Partnerschaft entschlossen und das war für mich die richtige Entscheidung.
ähm, ich sehe zwar den smiley - aber irgendwie behauptest Du doch, verheiratet könne frau nur noch das ganz Übliche.ich glaube, das Leben hat etwas mehr mit dir vor, als das Übliche.
sonst würdest du freudig zustimmen mit dem Gefühl, durch Heirat endlich deiner Bestimmung zugeführt zu werden.
Dem widerspreche ich.
Genau wie Deiner Vorstellung, das ICH würde in der Ehe zwangsläufig geschwächt.
Gruß, Leonie
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08.10.2007, 16:11
AW: Völlige verwirrt nach Heiratsantrag
das spielt hier keine Rolle. wichtig ist bloss, was die Strangeröffnerin empfindet und sie empfindet es sehr stark.
Zitat von Inaktiver User
ich wollte damit sagen, dass es Extremfall sehr lange andauern kann, bis frau sich zu einer längeren Partnerschaft entschliesst und es keine Eile bei der Strangeröffnerin hat.
ist aber nicht so angezeigt, wenn Kinder ein Thema sein könnten
und der Kinderwunsch ist bei ihr momentan übrigens nicht Thema.
ähm, ich sehe zwar den smiley - aber irgendwie behauptest Du doch, verheiratet könne frau nur noch das ganz Übliche.
Dem widerspreche ich.
Genau wie Deiner Vorstellung, das ICH würde in der Ehe zwangsläufig geschwächt.
Gruß, Leonie
ich habe nirgends gesagt, dass das ICH durch die Ehe ZWANGSLÄUFIG geschwächt wird, aber dass es vorkommen KANN.
und du kannst sicher sein, dass ICH mit einem Menschen wie dir bestimmt nicht verheiratet wäre.
weil man dir meistens alles nochmal erklären muss.
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08.10.2007, 16:21
AW: Völlige verwirrt nach Heiratsantrag
och Ihr Zwei, jetzt nicht streiten, das hilft ja auch nix
Ich habe Trambahn schon verstanden, was sie damit sagen wollte, daß sie bis über 40 gewartet hat. Daß es halt manchmal länger dauert und nicht vom Alter abhängig ist.
Allerdings ist bei mir tatsächlich der Kinderwunsch da und der ist sogar stärker als der Heiratswunsch...aber irgendwie denke ich mir, wenn ich mit diesem Mann Kinder bekommen kann, kann ich ihn auch heiraten. Beides ist für mich eine große Verantwortung für längere Zeit...für immer vielleicht...
Mit dem "das Leben hat mehr mit Dir vor als das Übliche" konnte ich tatsächlich nicht so viel anfangen...
Eine Ehe kommt mir auch - vor allem im Moment - alles andere als "üblich" vor, bzw. ich empfinde es eher als Abenteuer und die zwei begriffe "üblich" und "Abenteuer" verbinde ich nicht miteinander.
Außerdem wüsste ich nicht, was da so großartig anderes als Lebensentwurf auf mich warten könnte, denn im Grunde sehne ich mich nach etwas Beständigem, nach Geborgenheit, nach einem Zuhause, nach einem Mittelpunkt, zu dem man immer wieder zurück pendelt.
hach ich weiß, das ist alles etwas widersprüchlich bei mir im moment...sorry...
Ich versuche mich, wie gesagt, in den nächsten Wochen mal zu sortieren. Mal sehen, wie sich der gemeinsame Alltag in den nächsten Wochen anfühlt....
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09.10.2007, 18:53
AW: Völlige verwirrt nach Heiratsantrag
Hallo Shaun
ich kann Dir nur sagen, dass es mir ähnlich ging. Ich finde mich in Deinen Beschreibung sehr gut wieder. Ich dachte schon, ich bin allein auf dieser Welt: nach einem Antrag fühlt man sich doch total begehrt und sollte doch glücklich sein. Bei mir hielt das Glück ca. eine Woche an. Danach kam ein grosser Gefühlsknacks: auch ich habe an unserer Beziehung gezweifelt, hatte kein Vertrauen mehr in die Beziehung und hab mich gefragt, wo die tollen Gefühle für meinen (Ex-)Freund hin sind. Er ist ebenfalls ein ganz toller Mann, der ein toller Ehemann wäre, wie man sich ihn wünscht. Aber trotzdem war da was, was mir Angst gemacht hat.
Das ganze ist jetzt 1,5 Jahre her. Wir haben versucht, durch viele Gespräche alles aufzuarbeiten und an uns zu arbeiten. Leider hat dies nicht geklappt. Ich war damals - für mich im Nachhinein - noch zu jung für eine Heirat. Ausserdem waren wir noch nicht so lang zusammen. Aber ich konnte mir vor/beim Antrag ein Leben mit meinem (Ex-)Freund sehr gut vorstellen. Es war einfach zu perfekt.
Leider haben wir unsere Beziehung nicht mehr hinbekommen. Wir haben lange gekämpft. Vor ca. einem dreiviertel Jahr habe ich mich von ihm getrennt. Ich komme aber trotzdem nicht von ihm weg und bekomme ihn nicht aus dem Kopf.
Ich bin sehr traurig, dass es so gekommen ist. Aber vielleicht hat es auch etwas Gutes. Durch solche Ereignisse denkt man über die Situation nach und reflektiert sein Leben.
Wichtig war mir, dass ich viel mit meinem (Ex-)Freund geredet habe. Er war sehr einfühlsam, hat mich sehr gut verstanden. Für ihn war es kein Problem, wenn wir die Hochzeit erst mal zur Seite legen. Für mich war das schwierig - auch jetzt denke ich noch oft an dieses Thema. Jedes Mal wenn ich irgendetwas zum Thema Hochzeit sehe, bekomme ich ein mulmiges Gefühl und es schnürt mir die Kehle zu. Wird sicher noch eine Weile dauern, bis ich darüber hinwegkomme.
Ich wünsche Dir ganz viel Erfolg und hoffe, dass Eure Beziehung halten wird.
Liebe Grüsse
Mariechen
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10.10.2007, 14:12
AW: Völlige verwirrt nach Heiratsantrag
Hallo Mariechen78,
schön daß Du geschrieben hast - schade, daß es bei Euch nicht geklappt hat. Das macht mich nachdenklich...Zumal es sich so anhört, als ob Du nicht richtig drüber weg bist.
Ich habe auch große Angst, die Beziehung aufs Spiel zu setzen und es dann furchtbar zu bereuen. Im einen Moment kann ich mir ein Leben ohne ihn gar nicht vorstellen, im anderen Moment bin ich neugierig wie es alleine wäre.
Aber irgendwie muß sich das ja mal irgendwann lichten...man kann ja nicht immer so unentschlossen sein.
Da alles aber auf eher emotionaler Seite sich abspielt, kann man auch keine pro/contra Liste schreiben oder eine Entscheidung sachlich herbeiführen...
Kann man wirklich so geblendet sein von seinen Ängsten, daß man die Liebe zu einem Menschen nicht mehr klar sieht/fühlt?
Ich merke auf jeden Fall immer mehr, daß mir in unserem Alltag ein bisschen die Romantik fehlt. Hört sich blöd an, aber wie soll ich romantische Gefühle haben beim Gedanken an ihn und an eine Ehe, wenn man sich jeden Tag mit Themen wie Arbeit, Geld, Putzen etc. rumschlägt?!
Deshalb versuche ich da dran zu arbeiten, auch ich kann/muss meinen Teil dafür tun, daß es mehr Highlights gibt außerhalb der Reihe. Und ich erhoffe mir auch, daß er sich da ein bißchen mehr bemüht. Ich würde gerne einfach ab und zu mal von ihm überrascht werden, und sei es nur eine Kleinigkeit, z.B. ein schönes Abendessen im Kerzenschein
Vielleicht mache ich mir aber auch was vor, und das ändert gar nix an der Grundsituation.
So forsche ich weiter, was ich will...
Kopf hoch, Mariechen, irgendwann löst sich der Knoten bestimmt. Abgesehen davon finde ich es mutig von Dir, daß Du Dich von ihm getrennt hast, obwohl wahrscheinlich eigentlich alles "ok" war. Das halte ich für eine verdammt schwierige Entscheidung, wahrscheinlich ist das noch viel schwieriger als verlassen zu werden ?!
Liebe Grüße
Shaun


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