Nimm mal getrost 95% der Leute in den meisten Gegenden an. Wenn die Kirche das Brimborium für eine Heirat weglassen würde (es also nicht mehr "romantisch" wäre), bin ich mir absolut sicher, dass kaum noch jemand sich dort trauen lassen würde. Die Bedeutung wäre völlig weg. Dabei ist das Brimborium nur dazu da, das Eheversprechen einzurahmen. Aber die Rahmenhandlung ist längst das Wichtigste geworden.Zitat von Eteterfon
Gruß
BlauerHimmel
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05.07.2007, 20:03
AW: kirchl. heiraten vs. beide ausgetreten - und nun?
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05.07.2007, 21:48
AW: kirchl. heiraten vs. beide ausgetreten - und nun?
Ich finde, die Kirche sollte für solche Fälle irgendwie ihre AGBs anpassen:
Getraut wird nur, wer seit wenigstens einem Jahr Mitglied dort ist. Und die Ehe wird annulluiert, wenn jemand vor dem ersten Hochzeitstag wieder austritt. Wenn schon Eventmanager (Danke, Leonie
), dann auch konsequent. Sozusagen mit dem kundenorientierten Geschäftsgebaren einer seelischen Muckibude.
Übrigens: Ich bin in keiner Kirche mehr und die Liebste war es noch nie. Unsere Kinder sind religiös erzogen (es war uns wichtig, dass sie das kennen lernen) und wir haben es ihnen überlassen, ob sie sich taufen lassen wollen - dann, wenn sie religionsmündig waren. Wollten sie dann nicht mehr.
Dann sollte es eine Lichtung im Wald tun, denn wo sonst fühlen sich viele Menschen Gott näher als in der Natur.
Genau so haben wir das bei unserer zweiten und eigentlich erst richtigen Eheschließung gemacht. Ohne Pfarrer, ohne Publikum - uns aber doch in Verbindung mit höheren Mächten fühlend.
Prijon
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05.07.2007, 21:59
AW: kirchl. heiraten vs. beide ausgetreten - und nun?
Versteh ich aber gar nicht...Heute gibt es so viele Möglichkeiten, auch die Standesamtliche Trauung festlich zu machen.
Heirat auf einem Schloß, im Botanischen Garten, in einer Mühle, auf einem Schiff, auf einem Leuchturm und in Berlin sogar in einem Ballon am Potsdamer Platz...Es gibt auch wunderschöne Standesämter (wir heiraten z.B. in einer ehemaligen Kapelle im Standesamt; Früher war das Standesamt ein Hospital)...Dazu noch die Möglichkeit eines Freien Theologen oder Freien Redners... Also warum dann Kirchlich heiraten, wenn es "nur" wegen der romantik ist...
Wir heiraten Kirchlich, weil es mir sehr viel bedeutet (mein Schatz ist nicht in der Kirche, hat aber keine Probleme damit und geht sogar freiwillig ab und zu mit zum Gottesdienst -> nicht nur zu Weihnachten). Ich bin in der Gemeinde aufgewachsen und bin da auch sehr verankert. Für mich wäre es ohne Gottes Segen in einer Kirche keine richtige Hochzeit. Nicht wegen der Romantik, sondern wegen dem was es einfach ist: Eheschließung vor Gott.
Alles andere ist doch nur Beiwerk...
(Das mit "keine richtige Hochzeit" war jetzt auf meine bezogen...war auch schon auf schönen Hochzeiten, die "nur" Standesamtlich waren. Besser als scheinheilig wegen der Hochzeit irgendwo einzutreten um nach der Hochzeit auszutreten)Denn meine Liebe ist unsterblich...
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05.07.2007, 22:30
AW: kirchl. heiraten vs. beide ausgetreten - und nun?
was du "Brimborium" nennst, ist für den Christen der "Kern" der Sache: man erbittet vor seinen Weggefährten den Segen Gottes für diese Verbindung. Dieser Segen ist etwas spirituelles und unterliegt uralten Ritualen. Es ist ein Teil der Sache, dass man einen Weg beschreitet, den viele vorher schon beschritten sind und viele nachher beschreiten werden, eine ehrfürchtige Sache.
Zitat von BlauerHimmel
Wenn man z.B. online christlich heiraten könnte, dann wäre das "Brimborium" weg, aber auch der sprituelle Hintergrund, das Zusammenrufen der Gemeinde.
Kottan: "I rauch ned, i trink ned und i hob nix mit andere Frauen"
Elvira: "Gar koan Fehler?"
Kottan: "Doch, i liag manchmal"
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05.07.2007, 22:33
AW: kirchl. heiraten vs. beide ausgetreten - und nun?
Wenn man z.B. online christlich heiraten könnte, dann wäre das "Brimborium" weg, aber auch der sprituelle Hintergrund, das Zusammenrufen der Gemeinde.
Jetzt, wo Du es schreibst - ein bisschen merkwürdig finde ich es schon, dass zumindest hier nicht wirklich vor der Gemeinde (also in den Hauptgottesdiensten) geheiratet und getauft wird.
Prijon
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05.07.2007, 22:43
AW: kirchl. heiraten vs. beide ausgetreten - und nun?
ich weiß es nicht, aber ich denke, es ist ein Zugeständnis, weil ja doch viele Nicht-Christen dabei sind. Bei einer (katholischen) Hochzeit wird die Wandlung und das dazugehörige "Brimborium" weggelassen.
Zitat von Prijon
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05.07.2007, 23:03
AW: kirchl. heiraten vs. beide ausgetreten - und nun?
Bei einer (katholischen) Hochzeit wird die Wandlung und das dazugehörige "Brimborium" weggelassen.
Verstehe ich micht, gerade bei einem solch entscheidenden Schritt "Zugeständnisse" zu machen. Den Nicht-Christen (oder besser Nicht-Kirchenangehörigen, ich versehe mich schon als Christ) wird klar sein, dass sie dem Abendmahl mit Respekt beiwohnen sollen, daran aber nicht teilnehmen können. Im Zweifel kann man es ihnen beibringen.
Prijon
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05.07.2007, 23:23
AW: kirchl. heiraten vs. beide ausgetreten - und nun?
Ich weiß, was du meinst, Prijon

bei der Beerdigung meines Vater hat meine Mutter den vollen "Katholenhammer" aufgefahren. Angefangen bei den personalisierten Fürbitten, "Großer Gott, wir loben dich", Auszug aus der Bergpredigt, sogar der Sarg war in der Kirche (seit 2. vatikanischem Konzil nicht mehr so gerne gesehen).
Bei einigen Anwesenden (z.B. Kakteenzüchtern aus Holland) entstand eine leichte Panik...
Das verrückte war: als sie selber starb, verbot sie uns dieses "Brimborium" (sorry @BlauerHimmel, das ist jetzt kein Ausfall gegen dich...) sie wollte ganz schlicht "heimgehen". Und sie hat tatsächlich während ihres schlichten, aber sehr spirituellen Sterbens zwei Menschen "re-katholisiert" (ich war eine davon...) aber ich schweife zu weit ab...
Jedenfalls, ich denke, die wesentlichen sprituellen Aspekte müssen nicht überzogen dargestellt werden, sie sollen aber auch nicht banalisiert werden.
Ich weiß nicht, wer den "Marilyn Manson im Kölner Dom" Thread verfolgt. Da ist es dasselbe Thema. Ist es ignorant, arrogant, sonstwas "-ant", seine Spiritualität zu schützen, auch vor Banalisierung?
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05.07.2007, 23:30
AW: kirchl. heiraten vs. beide ausgetreten - und nun?
Spannendes Thema jetzt....
Ich habe in diesem Jahr an einer für meine Verhältnisse erstaunlichen Anzahl von Pontifikalhochämtern teilgenommen. Ich habe für mich irgendwie den Anspruch, da bei allen Ritualen ein respektvoller Begleiter zu sein.
Prijon
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05.07.2007, 23:39
AW: kirchl. heiraten vs. beide ausgetreten - und nun?
Prijon, ja... aber irgendwo muss die Kirche auch einen Kompromiss mit der Zeit eingehen.
Ich fand es super, als Benedikt gewählt wurde und er sagte, dass ihm immer übel würde, wenn er diese 80er-Jahre Wohlwohl-Jugendgottesdienst-Musik (á la "Danke für diesen guten Morgen") hört. Ich hab mich kaputtgelacht und der Mann war mir sehr sympatisch. Aber jetzt will er lateinische Messen wieder einführen und ich denke mir "muss das denn sein"? Die Kirche soll doch auch die Kirche des Volkes sein. Nicht jede idiotische Strömung mitmachen, aber sie darf ihre Tore auch nicht vor denen verschließen, die vielleicht schüchtern, von irgendwo anders herkommen.
Schwieriges Thema... aber ja, interessant!
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