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    Als Trauzeugin "hinschmeißen"

    Liebe Community,

    ich wende mich an euch, da mich seit Tagen, eher schon seit Wochen ein Gedanke quält und ich mir einfach nicht sicher bin, wie ich mich in diesem Fall verhalten und entscheiden soll.

    Meine beste Freundin, die ich seit der Grundschule kenne, hat mich, obwohl wir uns in den letzten Jahren doch ziemlich „auseinandergelebt“ und nur noch sehr sporadisch Kontakt haben - sie lebt in einem anderen Bundesland als ich, studiert noch, hat mittlerweile Mann und Kinder und schon deshalb auch andere Interessen und Schwerpunkte im Leben als ich, die als Single fest im Berufsleben steht und zeitlich stark eingebunden ist - zu ihrer Trauzeugin gemacht. Im letzten Jahr fand die standesamtliche Trauung im kleineren Kreis (ca. 50 Gäste) statt, bei der ich anwesend war, auch beim Aussuchen eines Hochzeitskleides war ich dabei. Die ursprünglich ebenfalls für 2020 geplante, eigentliche Hochzeitsparty und zusätzliche freie Trauung mit etwa 100 Gästen ist wegen Corona auf dieses Jahr (September) verschoben worden.

    Und ich überlege nun ernsthaft, so kurz vorher „hinzuschmeißen“.

    Dafür gibt es mehrere Gründe. Ich lebe seit bereits vielen Jahren vegan, esse also keine tierischen Produkte. Meine Freundin weiß das natürlich und hatte mir auch zugesichert, dass das eingeplant wird. Bei ihrer Hochzeit war außer mir noch eine Person dabei, die ebenfalls vegan lebt. Bzgl. des Ablaufplans hieß es vorab, dass es direkt nach der Trauung einen Sektempfang mit Häppchen gibt und 1-2 Stunden später eine „richtige“ Mahlzeit in einem Restaurant. Die „Häppchen“ stellten sich als einzeln verpackte, größere, selbstgebackene Kekse heraus, 1 pro Gast (tatsächlich peinlich genau abgezählt, was ich unmöglich fand). Auf meine Frage, ob die Kekse vegan wären, kam nur ein „Nein“. Alternativen gab es nicht. Ich stand also mit knurrendem Magen, da extra nicht gefrühstückt, herum, während alle anderen um mich herum ihre Kekse aßen.

    Schlimmer kam es dann aber beim tatsächlichen geplanten Essen. Es gab ein festes Menü und zusätzlich noch ein Buffet. Beim Menü stellte sich dann heraus, dass tatsächlich nur 1 veganes Menü bestellt worden war...und zwar nicht für mich. Während der andere vegan lebende Gast direkt die eigens für ihn gekochten Mahlzeiten serviert bekam, wollte mir die Kellnerin den „Standardteller“ bringen. Auf meinen Hinweis, dass ich auch das vegane Menü bekäme, erwiderte sie, dass beim Restaurant nur ein veganes Essen bestellt worden wäre und sie schauen müsste, ob sie davon eine Portion für mich „abzweigen“ könnte. Ehrlich gesagt wäre ich in dem Moment am liebsten aufgestanden und gegangen. Mich hat das sehr verletzt und enttäuscht, gerade auch, weil ich ja nun auch nicht „irgendein“ Gast war, sondern immerhin die Trauzeugin. Auch die anderen Gäste um mich herum schauten etwas verdattert, eine andere Freundin meinte leise zu mir, dass ihr das sehr Leid tue. Meine Freundin selbst bekam davon gar nichts mit, da sie zu dem Zeitpunkt an einem anderen Tisch war.

    Letztlich bekam ich dann das vegane Menü – sprich, ich wurde von dem verköstigt, was ursprünglich ausschließlich für den anderen veganen Gast vorbereitet worden war und hatte das „Glück“, dass das für uns beide ausgereicht hat. Beim Buffet selbst gab es auch für mich genügend Auswahl, ich wäre also an diesem Tag nicht „verhungert“. Was ja aber ja auch nicht der springende Punkt ist, sondern die Tatsache, dass ich bei der Hochzeitsplanung einfach vergessen wurde, und das gleich mehrfach.

    Ich habe bis heute nicht mit meiner Freundin über dieses Thema gesprochen und mich nach diesem für mich extrem ernüchternden Tag, nach wochenlangem Hin- und Herüberlegen, dann dazu entschlossen, auch dieses Jahr bei der freien Trauung dabei zu sein, aber mehr, um es einfach hinter mich zu bringen und mir dann im Anschluss ernsthaft nochmal Gedanken über unsere Freundschaft zu machen. In der letzten Zeit hat sie dann mehrfach von sich aus einen Termin für ein gemeinsames Telefonat vorgeschlagen (wir telefonieren alle paar Wochen bis Monate mal und sehen uns im Schnitt 2 x im Jahr). Zum Termin selbst, den ich mir extra freigehalten und dafür einen anderen Termin verschoben hatte, meldete sie sich nicht und reagierte auch nicht auf meine Anrufversuche. Stunden später am späten Abend kam dann per SMS, sie hätte den Wecker nicht gehört, den sie sich gestellt hat. Keine Entschuldigung. Zwei Wochen später das gleiche Spiel. Sie hat versucht, mich unter der Woche am Vormittag anzurufen, obwohl sie weiß, dass ich einen Vollzeitjob habe und deshalb erst abends erreichbar bin. Auf meine Reaktion „Lass uns morgen Abend telefonieren“ kam dann wieder nichts. Das ist jetzt fünf Tage her.

    Mir ist das alles einfach nur noch zu blöd. Sie war schon immer extrem unzuverlässig. Ich kann gar nicht zählen, wie oft sie zu gemeinsamen Verabredungen einfach nicht erschienen ist, Termine vergessen hat usw. Ich habe da in all den Jahren irgendwie immer drüber hinweggesehen, aber ich bin jetzt an einem Punkt, wo für mich das Maß einfach voll ist. Jeder macht Fehler und ich hab gar kein Thema damit, wenn sowas ab und an vorkommt. Aber diese Ignoranz, dieses „Sich-keinen-Kopf-machen“, ist bei ihr mehr die Regel als die Ausnahme. Ich soll die Traurede schreiben und den Junggesellinenabschied planen. Davon ist bis jetzt noch nichts passiert, auch, weil ich nicht weiß, wie ich unter den aktuellen Bedingungen, und mit Delta auf dem Vormarsch, einen Junggesellinenabschied mit 10-15 Leuten planen soll. Und ehrlich gesagt habe ich mittlerweile auch keine Lust mehr, mir darüber den Kopf zu zerbrechen und mehr Mühe in diese ganze Sache zu investieren als irgendwie nötig. Ich habe das Gefühl, für diese Pflichtsachen gerade gut genug zu sein, ansonsten bin ich anscheinend nicht wichtig genug, um Termine einzuhalten und auch meine Bedürfnisse zu berücksichtigen.

    Am liebsten würde ich nun meine Teilnahme an der Hochzeit absagen. Ich habe ihr versprochen, die Rede zu schreiben, und das würde ich auch nach wie vor tun. Aber bei allem anderen wäre ich gerade am liebsten raus. Das wäre allerdings natürlich wahnsinnig kurzfristig (sind noch 7 Wochen bis dahin) und trotz allem möchte ich diesen für sie wichtigen Tag auch nicht torpedieren.

    Wie seht ihr das und was würdet ihr an meiner Stelle tun?

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    AW: Als Trauzeugin "hinschmeißen"

    Ich würde absagen und auch nicht zur Feier gehen.

    Und zwar mit der Begründung, dass du ihre Unzuverlässigkeit und ihr Nicht-Melden als absolut unkonstruktives Verhalten siehst und mit so jemandem leider nicht die Hochzeit planen kannst.

    Du wünscht ihr ein schönes Fest und dass sie sich um Ersatz kümmern soll.

    Wenn sie sich dann aufführt von wegen du lässt sie im Stich und so, dann zählst du ihr nochmal auf, wie sie die Termine hat platzen lassen und dass sie sich einfach nicht bei dir gemeldet hat und damit selbst verantwortlich ist.

    Aber mach das bald.
    Du sollst die Pylone umfahren, nicht umfahren.
    Modern wird manchmal auf der ersten Silbe betont.

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    AW: Als Trauzeugin "hinschmeißen"

    Ich hätte keinen Bock und würde ganz absagen. Solche Freunde braucht kein Mensch. Du bist sonst vollkommen unwichtig für sie, tu dir das nicht an

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    AW: Als Trauzeugin "hinschmeißen"

    Absagen und auch die Freundschaft beenden. Lieber heute als morgen.

    Auch keine Rede oder sonstiges.
    Betrunken flirten ist wie hungrig Einkaufen gehen.

    Man geht mit Sachen nach Hause, die man eigentlich gar nicht will
    .

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    AW: Als Trauzeugin "hinschmeißen"

    Absagen.
    Es wurden auch schon Hochzeiten abgesagt. Fass die wichtigsten Punkte zusammen:

    1. Delta. Dafür kannst du keine Verantwortung übernehmen. Ohnehin Risiko, dass alles kürzestfristig wieder auf Los gestellt wird
    2. Überforderung generell und konkret, weil feste Zusagen nicht eingehalten wurden.
    3. Da gäb es noch mehr, aber das Ergebnis steht unverrückbar fest: DU willst das nicht mehr machen


    Ja, mit Vorwürfen ist zu rechnen. Leg den Hörer nebendran und frag irgendwann, worin für SIE diese Freundschaft besteht, wie sie sich einbringt

    Tja, zehn Minuten wirst du durchhalten müssen. Dann: "tut es dir leid, aber du musst jetzt aufhören"

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    AW: Als Trauzeugin "hinschmeißen"

    Zitat Zitat von Asherah Beitrag anzeigen
    Ich soll die Traurede schreiben und den Junggesellinenabschied planen. Davon ist bis jetzt noch nichts passiert, auch, weil ich nicht weiß, wie ich unter den aktuellen Bedingungen, und mit Delta auf dem Vormarsch, einen Junggesellinenabschied mit 10-15 Leuten planen soll. Und ehrlich gesagt habe ich mittlerweile auch keine Lust mehr, mir darüber den Kopf zu zerbrechen
    Sag ganz schnell ab.
    Ertrage es, wenn sie dich dann hasst.
    Kannst du!
    ************************************************** ******************

    „Nimm Dein Leben ein bisschen in die Hand. Wenn Du es gut behandelst, dann beisst es auch nicht! “
    [Geschenkt von Gustave]

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    AW: Als Trauzeugin "hinschmeißen"

    ot: warum lese ich jedesmal "Trauerrede"?

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    AW: Als Trauzeugin "hinschmeißen"

    Ich würde ihr genau das, was Du hier geschrieben hast, sagen und für die Feier absagen.

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    AW: Als Trauzeugin "hinschmeißen"

    Zitat Zitat von Asherah Beitrag anzeigen
    Beim Menü stellte sich dann heraus, dass tatsächlich nur 1 veganes Menü bestellt worden war...und zwar nicht für mich.
    Das geht wirklich gar nicht. Ich wäre an Deiner Stelle auch enttäuscht gewesen.

    Hast Du das im Nachhinein angesprochen?


    Am liebsten würde ich nun meine Teilnahme an der Hochzeit absagen. Ich habe ihr versprochen, die Rede zu schreiben, und das würde ich auch nach wie vor tun.
    Nein, nicht mal die Rede schreiben.

    Ich schließe mich den Vorschreiberinnen an und plädiere für eine Absage, natürlich umgehend. Selbstredend auch den geplanten Junggesellinnenabschied betreffend.

    Und am besten ließen sich die Begründungen per Mail kommunizieren. Damit käme es dann erst gar nicht zu einer Diskussion.

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    AW: Als Trauzeugin "hinschmeißen"

    Das mit dem Essen bei der ersten Hochzeit, das hätte mich etwas gekränkt aber naja, Fehler kommen bei Hochzeiten vor und wenn das der grösste Fehler war ist es wohl nicht so schlimm. Ich war mal bei einer Hochzeit, da war das Essen so versalzen, dass man es wirklich nicht essen konnte. Das Lokal hatte wohl gehofft, dass die Gäste dann viel trinken aber das taten sie nicht. Waren nicht so die grossen Alkoholiker. Viel Wasser wurde getrunken.

    Und jetzt: Du hast keine Lust und die Braut nervt Dich. Kann vorkommen.

    Du kannst sie auch davor fragen, ob es irgendwie geht, dass sie ohne Deine Anwesenheit auskommen könnte. Sag da ist was bei der Arbeit, was auch immer. Es klingt ja nicht so, als ob sie Dich aus tiefsten Herzen vergöttert sondern dass sie vielleicht keine andere Freundin hat, die für so etwas zu haben wäre. Mach' es mit wenig Trara, dann wird sie ihre Hochzeit nicht mit dem Ende Eurer Freundschaft verbinden. Das fände ich schon nett.

    Die Jungesellinnen können alle in eine schicke Bar gehen. Oder in einen Spa zur Massage. Auf was man halt so steht.

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