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Thema: Freie Trauung
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30.11.2017, 13:04
AW: Freie Trauung
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30.11.2017, 13:19Inaktiver User
AW: Freie Trauung
Ich glaube nicht, dass es darum geht, den kirchlichen Akt zu imitieren, sondern eine feierliche Zeremonie nach seinen eigenen Vorstellungen zu gestalten.
Wahrscheinlich hat man auch eher selten begabte Redner im Verwandten- und Freundeskreis; und bevor man sich im schlimmsten Fall auf ewig in den Haaren liegt, weil die Trauung dann doch nicht tausendprozentig den Wünschen des Brautpaares entsprach, halte ich es für sehr sinnvoll, einen Dritten damit zu beauftragen.
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30.11.2017, 13:48Inaktiver User
AW: Freie Trauung
"Freie Trauungen" werden meist von Personen gewünscht, die aus der Kirche ausgetreten sind. Offenbar besteht ein starker Wunsch nach Zeremonien und Ritualen anlässlich wichtiger Ereignisse: Trauung, Taufe, Beerdigung etc. Wem das "Gedöns drumrum" nicht wichtig ist, geht in der Tat aufs Standesamt und dann ist gut. Danach zum feiern mit der Verwandtschaft und dann ist fertisch.
Freie Redner sind Personen, die das professionell(!) machen und davon leben (müssen). Von einem Frisör erwartet man in der Regel auch nicht in erster Linie nur einen günstigen Preis, sondern dass das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Und eine individuelle Zeremonie braucht viel Vorbereitung/Planung, die honoriert sein darf finde ich. Wer die Kirchensteuer spart, weil man ausgetreten ist, muss dann halt auf diese Weise investieren. Wo ist das Problem ?
Gruß Elli
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30.11.2017, 14:07
AW: Freie Trauung
Ich bin keine Juristin und so gut kenne ich ich nicht aus.
Aber ich würde sagen: ja, das geht. Für die rechtliche Seite ist die standesamtliche Trauung verbindlich, und die kann man zu zweit machen. Was du sonst noch drüber hinaus machst, ist dem Staat ziemlich egal.
Umgekehrt ist es den Kirchen nicht so egal. Die Regelung von 2009 is zwar recht eindeutig, aber sie hätten doch gerne vorher eine standesamtliche Trauung.
Zum Rest: Naja, da gibt es sicher verschiedene Ansichten. Mir ist das Versprechen zu wichtig, als dass ich kichern würde. Da finde ich kichern auch daneben, was ist denn daran so witzig?
Meine Eltern sind seit 44 Jahren verheiratet, meine Schwester seit 10, ich habe ältere Verwandte, die ihre Goldhochzeit hinter sich haben, die Eltern meiner Mutter hatten auch ihre Goldhochzeit erlebt.
Aber natürlich kenne ich auch gescheiterte Ehen. Es ist ein Trau-, kein Garantieschein.Geändert von mono17 (30.11.2017 um 14:25 Uhr)
Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.
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30.11.2017, 14:13
AW: Freie Trauung
Das Feiern ist ja auch ein Ritual.
Was du beschreibst, ist tatsächlich ein sehr menschliches Bedürfnis, und wie ausgeprägt das jeweils ist, dürfte sehr unterschiedlich sein. Auch das "Gedöns" kann ja sehr unterschiedlich sein. Irgendwie scheint die Kirche mit mehr Gedöns assoziiiert zu sein als freie Trauungen- aber das muss gar nicht unbedingt sein. Die Bilder im Fernsehen von Promi-oder Royalhochzeiten sind ja nicht das Normale.
Geburt und Tod sind einmalige Ereignisse im Leben jedes Menschen. Dass darauf mit Rituale reagiert wird, ist irgendwie logisch, die helfen auch bei der Verarbeitung.
Aber auch der erste Schultag oder ein sonstiger neuer Lebensabschnitt ist mit Hoffnungen, Befürchtungen und Wünschen besetzt. Und die finden in Ritualen Ausdruck.Geändert von mono17 (01.12.2017 um 19:04 Uhr)
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30.11.2017, 14:19
AW: Freie Trauung
May you be surrounded by friends and family,
and if this is not your lot, may the blessings find you in your solitude.
Leonard Cohen
Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
Erich Kästner
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30.11.2017, 14:21
AW: Freie Trauung
May you be surrounded by friends and family,
and if this is not your lot, may the blessings find you in your solitude.
Leonard Cohen
Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
Erich Kästner
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30.11.2017, 21:12
AW: Freie Trauung
Also eine aeltere Cousine von mir hat das ganz toll gemacht. Sie ist die Tochter eines Pfarrers und wusste so in und auswendig wie so eine Hochzeit geht.
Da es aber nicht religioes sein sollte hat sie sich eine gute Rede einfallen lassen und hat es sehr schön gemacht. Sie wird bestimmt noch ein paar Anfragen bekommen. Eine andere Cousine hat ihre Schwester und zwei Freundespaare von mir mit einander verheiratet und war auch ganz ergreifend dabei.
Man wird dann natuerlich immer wieder gefragt (weil es ja auch rechtlich ist) und meine beiden Cousinen machen es, wenn sie die Leute kennen und sich auf die Hochzeit freuen. Aber ja, gut reden, das muss man schon gelernt haben. Aber, ich seh das schon als das Uebliche an weil in meinem Freundeskreis so viele Schauspieler, Lehrer und Professoren sind, die das mit links machen.
Man kann auch immer einen Richter fragen, wenn man einen kennt. Geht das in Deutschland? Wenn er Lust hat und mit seiner Frau eingeladen wird (oder ihrem Mann oder seinem Mann) dann macht er es vielleicht manchmal gerne.
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01.12.2017, 08:24
AW: Freie Trauung
Trauung, Taufe, Beerdigung sind genau die Ereignisse, bei denen die Kirche Dienstleistungen anbietet. Nun tritt man aus der Kirche aus, weil einem deren Brimborium und Zeremonien nicht zusagen, vermisst letztere andererseits aber wieder, indem man sie bei diesen Ereignisen in 'freier' Form wieder abhält. Insofern lässt sich m. E. durchaus von einer 'Imitation kirchlicher Akte' sprechen.
Historisch gesehen dienten Vermählungsakte (lange Zeit war nur die Kirche zuständig, Standesämter gibt es in D erst seit 150 Jahren) zur Legitimierung von Sexualität (bzw. ist in anderen Kulturen nach wie vor aktueller Fakt). Wenn man nun darüber nachdenkt, dass ein Paar sich durch eine ihm bislang unbekannte Person X ('freier Zeremonienmeister') diese Legitimation erteilen lässt, fällt einem 'Kasperletheater' ein.
Darüber hinaus ist ein 'Eheversprechen' genauso realistisch oder unrealistisch wie das Versprechen, nur noch eine bestimmte Automarke zu fahren, nur bestimmte Lebensmittel zu verzehren oder einen bestimmten Tagesablauf einzuhalten. Demzufolge ist der im Zitat aufgeführte "starke Wunsch nach Zeremonien und Ritualen" bei zweiten Eheschließungen in diesem Maße nicht mehr vorhanden.„Wer Tiere, eingepfercht als Massenware, als Schlachttiere hält, ist nicht besser als der, der sie tötet.
Wer das Fleisch der gequälten und hingerichteten Tiere verzehrt, ist nicht besser als der, der sie für die Hinrichtung hält.
Tötungsrituale zu den sogenannten kirchlichen Festtagen, einerlei, ob das Opfer eine Gans, ein Reh oder ein Weihnachtsbaum ist, sind gegen das Gesetz des Lebens.“
Verkürzt aus „Die redende All-Einheit“
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01.12.2017, 08:59Inaktiver User
AW: Freie Trauung
Es gibt durchaus noch andere und gewichtigere Gründe, aus der Kirche auszutreten - ich habe offen gesagt noch nie gehört, dass jemand das getan hat, weil einem die Feierlichkeiten dort nicht gefallen haben.
Und: Als Apostat wäre ja wirklich das letzte, was ich wollte, die Imitation eines kirchlichen Aktes.
Keine Ahnung, wie gut die meisten Menschen mit ihrem zuständigen Kirchenvertreter in der Regel bekannt sind. Die Frage ist ja auch, wie oft es noch passiert, dass Braut und Bräutigam aus dem gleichen Ort stammen und dann auch noch dort heiraten.dass ein Paar sich durch eine ihm bislang unbekannte Person X ('freier Zeremonienmeister') diese Legitimation erteilen lässt, fällt einem 'Kasperletheater' ein.
Sagen wir einfach so, ich bezweifle, dass ein geistlicher Vertreter dem Brautpaar zwingend bekannter sein muss als ein freier Redner, mit dem man im Vorfeld ja auch noch ein paar Worte spricht.
Legitimation gibt's übrigens nur durch den Standesbeamten, ist das auch ein Kasperletheater für dich?



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