Wie im Ausgangspost geschrieben, war es nicht geplant, nur mit seinen Eltern allein zu heiraten. Wir wollten eigentlich seine Brüder als Trauzeugen. Nur diese haben uns zwei Wochen vor dem Termin wissen lassen, dass sie nicht mehr unsere Trauzeugen sein wollen mit fadenscheinigen Gründen. Bis zu diesem Tag dachten wir, wir würden gut mit seinen Brüdern auskommen.
Seine Eltern wären zwar auch dabei gewesen und wenn sie nicht essen hätten wollen, wären wir halt eben allein mit seinen Brüdern essen gegangen. Das hätte dann etwas vom negativen Beigeschmack abgefangen und ich hätte das leichter als "komische Eigenheit" abhaken können.
Ich hatte so kurzfristig vor dem Termin also keine grosse (Gästeaus-)Wahl mehr.
Hätte, hätte...
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Thema: Verpatzte Hochzeit
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11.05.2017, 15:16
AW: Verpatzte Hochzeit
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11.05.2017, 15:33
AW: Verpatzte Hochzeit
Kommst du denn ursprünglich aus Deutschland?
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11.05.2017, 17:01
AW: Verpatzte Hochzeit
du arme, tut mir leid :( aber versuche einfach das ganze nicht persönlich zu nehmen, vielleicht haben sie ja auch zu deinem mann nicht so ein gutes verhältnis wie zu seinen brüdern oder so :)
Träume nicht dein Leben, sondern leben deinen Traum.
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11.05.2017, 19:15Inaktiver User
AW: Verpatzte Hochzeit
Nicht persönlich nehmen?
Wie denn sonst?
Liebe Meeressturm,
da hast du ja was los getreten. Ich hab mich halb schlapp gelacht über die Schilderungen der Horrorhochzeiten.
Meine Hochzeit war im Nachhinein auch nicht das Gelbe vom Ei, an alles will ich mich gar nicht erinnern.
Nur zur Traurzeugen-Situation war bei mir ähnlich. Der Cousin meines Mannes ist abgesprungen, obwohl wir diesbezüblich extra ein Treffen hatten was sogar ganz gut gelaufen war.
Dann sprang mein nächst jüngere Schwester ein. Der fiel kurz vor der Trauung noch ein dass sie was zuhause vergessen hatte - und kam nicht wieder, jedenfalls nicht so schnell. Später erfuhren wir dass sie sich aufs Ohr gelegt hatte und verschlafen...meine Mutter sprang daraufhin für die Schwester ein...
Geregnet hat es auch.
Mich hatte das überraschenderweise gar nicht so tangiert, wahrscheinlich war ich einfach high und froh eine Braut zu sein.
Ich hab so vieles worüber ich hier nicht schreibe auch gar nicht persönlich genommen.
Trotzdem hege ich immer noch den Traum einer schönen, harmonischen Hochzeit.
Und ich hab auch welche erlebt. Die meiner Schwester.
Vielleicht lag es auch daran, dass die Schwiegereltern total die Regie übernommen hatten.
Alle waren da, der entfernteste Verwandte. Es wurden Sketche aufgeführt, wir haben Jahre später noch über diese Hochzeit geredet.
Meine Schwester hatte wirklich sehr, sehr großes Glück mit ihren Schwiegereltern.
Obwohl sie überhaupt nicht ihre Traumschwiegertochter war verhielten sie sich immer großzügig und hilfsbereit und auch neutral.
Auch später als Großeltern.
Sollte mich noch mal der Liebesblitz treffen und zwar nicht einseitig will ich endlich auch eine Riesen-Große Mega-Tolle Hochzeit.
Außerdem gestehe ich: wahnsinnig gerne Hochzeitspaare zu sehen.....
Ein Schade würde ich mir an deiner Stelle schon genehmigen.
Alles Gute für euch
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11.05.2017, 22:46
AW: Verpatzte Hochzeit
Da fällt mir noch die Hochzeit meiner besten Freundin ein, vor fast 19 Jahren.....
Die Mutter des Bräutigams ist früh verstorben, der Vater hat später wieder geheiratet. Er hat eine gute Position in einer Behörde, was der zweiten Ehefrau wohl etwas zu Kopfe stieg, sie wirkt immer etwas, als ob sie "zu Höherem berufen sei". Drücken wir es so aus.
Meine Freundin ist eine herzensgute Person, die aber eher wenig Selbstbewusstsein hat ( schon immer...) und sich nicht gut durchsetzen kann. Sie steckt immer eher zurück, um des lieben Friedens willen. Ihre zukünftige Schwiegermutter schüchterte sie schon immer ein, ihr Mann hat ihr aber immer den Rücken gestärkt und seine Stiefmutter in die Schranken gewiesen.
Nun sind Hochzeiten bekanntlich Ausnahmesituationen.
An diesem Tag war es extrem heiß. Schon Tage vorher.
Geplant war nach der Kirche eine große Kaffeetafel bei den Brauteltern, die vom Dorf kommen. Um sicherzugehen, dass die Torte auch ihren Ansprüchen genügte, bestellte die Schwiegermutter der Freundin eine Torte beim ersten Konditor am Platze in der nächsten Stadt ( ein Wahnsinnsgeschoss aus Buttercreme mit Garnitur und Marzipandecke, aber halt- Torte auf Torte auf Torte gestellt) und brachte sie persönlich am Morgen zu den Eltern meiner Freundin. Dort wurde sie in der kühlen, dunklen Speisekammer aufbewahrt.
Irgendwas musste die Torte aber übelgenommen haben, als ich am Standesamt ankam, begrüsste mich die Mutter meiner Freundin mit umwölkter Stirn und raunte mir zu, die Torte sei irgendwie an einer Seite zusammengebrochen. Sie habe schon alle Nachbarinnen in Alarm versetzt, damit diese "Notfalltorten" backen, damt man am Nachmittag genügend habe....( hatte man auch. Das waren Landfrauen, die können backen. Auch aus dem Stehgreif
)
Kurz nach der Ankunft im Elternhaus der Braut flog nun das Tortendesaster auf, die Schwiegermutter verlor Contenance und Manieren und bekam einen bühnenreifen Schimpfanfall. Man könnte meinen, sie sei unterm Tresen einer Hafenkneipe aufgewachsen.
Das setzte den Nerven der Freundin so zu, dass sie sich weinend im Bad einschloß und die durch die geschlossene Tür weinend rief- sie heirate DEN nicht. Nicht mit DIESER Schwiegermutter!
Vor der Tür versammelten sich Mutter, Schwester, Oma, Tanten, Freundinnen....um sie zu beruhigen. Auch der Hinweis- Du hast Ihn schon geheiratet, jetzt nützt das auch nichts mehr....brachte keine Änderung. Wir baten, wir flehten, wir säuselten, wir riefen...nichts.
Irgendwann erschien der Bräutigam vor der Tür, leichenblass und angegriffen, sagte, es täte ihm leid, er könne ja auch nichts dafür, und seine Mutter hätte sich sicher nie so aufgeführt....das war zuviel, nun heulten auch noch alle anwesenden weiblichen Badezimmerbelagerer.
Der Schwester und mir platzte der Kragen, wir schimpften lautstark auf die Tür ein, sie solle nun endlich mal...und überhaupt...alles hat Grenzen....
Das half.
Die Braut öffnete die Tür, der Bräutigam schob sich ins Bad, die Tür ging zu, ein paar Minuten hörte man nur Geschniefe und Gemurmel....und dann kamen beide wieder heraus. Verweint, aber in trauter Eintracht.
Heute kann meine Freundin über die Geschichte tatsächlich lachen und bändigt ihre Schwiegermutter virtuos. Aber sie würde jedem empfehlen, auf einer mehrstöckigen Torte, die auf Gestellen steht zu bestehen.
Und mein über 50jähriger Kollege, der fast 30 Jahre verheiratet ist, erzählte mir, dass seine HOchzeit kurz vor Abfahrt zum Standesamt zu platzen drohte, weil der Brautvater die Türscharniere des Brautwagens umbedingt noch ölen musste, die Braut deshalb Schmiere ins Brautkleid bekam und dem Bräutigam wutentbrannt die Schuld gab.....
Im Bekanntenkreis heiratet bald ein sehr junges Paar, beide gerade mal 20. Die Braut ist dazu übergegangen, die beiden männlichen Trauzeugen, 19 und 21, über ihre Brautfrisur entscheiden zu lassen, d.h. sie bekommen täglich Frisurenfotos per WhatsApp geschickt.
Das sind zwei wirklich nette Jungs, aber ich finde das Ansinnen äußerst gewagt. Ich mag mir nicht vorstellen, wie ich rumgelaufen wäre, wenn meine männlichen Trauzeugen über meine Frisur hätten entscheiden sollen...ich hätte die Hoffnung, dass die dazugehörigen Frauen notfalls eingegriffen hätten, zumindest eine meiner Trauzeuginnen war Friseurin.
Aber in diesem Fall sind die beiden Jungs Singles und etwas überfordert damit. "Ich weiß nicht, aber Haare sind doch Haare...ist denn das so wichtig?" fragte der 19jährige meine Mittlere unlängst etwas verzagt.....
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11.05.2017, 22:55
AW: Verpatzte Hochzeit
Bei einer Hochzeit kann so viel schief gehen. Wenn ich meinen "Mann" heirate, dann nur auf dem Standesamt und alleine. Hier darf man das. Da kann dann ein Beamter Trauzeuge sein.
Das hatte ich schon zwei frueheren Freunden so gesagt und die wollten immer mit grossen Trara heiraten. Ich denke schon, dass man bei der Planung noch den Rest der Persoenlichkeit des Partners kennenlernt. Das muss bei Dir ja nicht schlecht sein, Meeressturm. Du hast gedacht, Du heiratest einen netten lieben Mann und das ist er wohl auch, was Du nicht wusstest ist was fuer eine Position er in seiner Familie hat.
Und vielleicht liebt er Dich ja auch, weil Du aus so einer lieben und aufmerksamen Familie kommst und auch so bist
Vielleicht ist es ihm bis dahin noch garnicht aufgefallen, dass er immer als der Suendenbock behandelt wird.
So wie ich immer sage (wenn ich mich ueber meine Herkunftsfamilie aufrege: "Du bist jetzt meine Familie und die sind die Familie, wegen denen ich um den halben Erdball weg gezogen bin."
Amen
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12.05.2017, 12:38Inaktiver User
AW: Verpatzte Hochzeit
Vielleicht liegt es ja daran ?
Deine Planung klingt für mich so, als hättet Ihr das pragmatisch gehandhabt:
- Rein standesamtlich - ist zwar ok, aber wir haben z.B. auch das sorgfältig ausgesucht. Das für uns zuständige ist nämlich grottenhäßlich
- Ihr macht keine Feier, sondern fragt nur die engste Familie, ob sie zum Standesamt kommt.
- Ihr habt nicht mal Essen bzw. ein Restaurant vorbestellt, sondern fragt lapidar, ob man noch was essen gehen wolle.
Auf mich würde das nicht so wirken, als wenn jemand eine wunderschöne Hochzeitsfeier haben wollten, sondern dass er das nüchtern als ´notwendigen Verwaltungsakt abhandelt.
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12.05.2017, 13:06Inaktiver User
AW: Verpatzte Hochzeit
Stimmt nicht ganz, Wochen vor der Hochzeit wurde die Einladung zum Essen ausgesprochen. Nach der Trauung hatte Meeressturm nur darauf aufmerksam gemacht, dass man dann jetzt zum Essen gehen wolle und da haben die Schwiegers entschieden das sie keinen Hunger haben und demnach nicht mit essen gehen wollen.
Vielleicht wollten die Schwiegers wirklich lieber eine pompöse Hochzeit mit allem Schnickschnack, aber letztlich entscheidet das Paar selbst wie sie heiraten wollen und das müssen die Schwieger eben akzeptieren.
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12.05.2017, 20:23
AW: Verpatzte Hochzeit
Au weia, gar nicht lustig, was ich hier lesen muss.
Mich erinnert das ein wenig an einen Vorfall, der schon gut 15 Jahre her ist. Damals wollte meine beste Freundin; wir kannten uns schon seit Kindertagen, mit ihrem Liebsten vor den Traualtar treten. Schon Monate vorher erhielten wir (mein Mann und ich) eine mündliche Einladung. Die schriftliche sollte erfolgen, sobald das genaue Traudatum (im Mai) feststand.
Ich habe mich so gefreut (sie offensichtlich auch), sie endlich wieder zu sehen (800 km entfernt) und fing an zu planen. Übernachtung im kleineren Hotel, Hundepension für unseren Kleinen, Urlaub einreichen, Kleidung kaufen, Friseurtermin... .
Irgendwann Anfang April fragte ich vorsichtig nach. Nein, es habe sich nichts geändert, wir würden die Einladungskarte bald erhalten. Es kam mir reichlich spät vor, nahm es aber so hin. Also wartete ich... und wartete und wartete... weitere drei Wochen lang. Nichts kam. Mein Mann wurde ungehalten und meinte, dass das alles nicht nach guter Planung aussehen würde. Hm... ja, das war wohl so.
Ende April rief ich sie an und fragte sie halb im Scherz, ob sie es sich noch mal anders überlegt hätte und doch nicht heiraten wolle? Die Reaktion war dann, dass ihr zukünftiger Mann sein Veto eingelegt hätte und wir, zu ihrem Bedauern, nicht eingeladen würden.
Ich hab dann eine Glückwunschkarte mit einem kleineren Geldschein abgeschickt. Vom Rest des ersparten Geldes (Hotel-Übernachtung, Hunde-Pension, Festtagskleidung umgetauscht etc) sind wir in ein Wellness-Wochenende gefahren.
Aber die Enttäuschung zu überwinden, hat Jahre gedauert.
LG
Silencium
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12.05.2017, 21:27



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