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    AW: Er will nicht heiraten

    Ich persönlich war auch nie ein Heiratstyp, bin jetzt aber verheiratet. Und ich liebe es verheiratet zu sein, was ich nicht erwartet hätte.
    Bei uns war der Grund ganz romantisch die große Liebe. Aber was auch mit eine Rolle spielte, dass ich damals mit ihm zusammen in eine andere Gegend zog und wenn mit mir was gewesen wäre gesundheitlich ja meine Familie mehrere Hundert Kilometer hätten anreisen müssen usw. Damals zeichnete sich außerdem schon ab das sich das Verhältnis zu meiner Familie gelinde gesagt schwierig gestaltet. Ich wollte einfach nicht mehr das sie über mich bestimmen. Kurz vor der Hochzeit wurde ich dann sogar noch richtig schwer krank und musste operiert werden. In der Zeit war mein Mann für mich da und da wußte ich es ist definitiv der richtige Schritt.
    Vom Gefühl her hat sich für mich ein noch größeres Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt und das Gefühl eine eigene Familie zu haben (auch damals ohne eigene Kinder).
    Und weil ich mit meiner Familie nicht klar komme, bin ich froh das im Notfall eben mein Mann entscheidet und nicht meine Familienmitglieder.
    Außerdem bemerke ich in der Außenwirkung immer wieder das ein Vorstellen von 'das ist mein Mann' ganz anders auf- und wahrgenommen wird als 'das ist mein Freund'. Genauso in seiner Familie habe ich durch die Heirat rein gefühlsmäßig einen anderen Stellenwert bekommen. Die waren vorher alle schon sehr nett und lieb zu mir, aber irgendwas hat sich da geändert in Sachen Respekt und so weiter. Ich kanns leider nicht genau erklären.

    Ich hatte Phasen wo ich auch mehr zu Hause war als mein Mann. Da war es zum Beispiel gut das wir verheiratet waren weil ich so als Ehefrau Vieles vom unliebsamen Papierkram machen konnte und dazu berechtigt war. Ich hatte ja Zeit dafür und meinem Mann war es lieb das nicht auch noch in seiner Freizeit tun zu müssen.

    Fragt mich jetzt bitte keine Löcher in den Bauch. Ich kann das nicht mit Detailwissen belegen. Aber in meinem Freundeskreis gibt es einen Anwalt, der mal sagte das bei einem unverheiratetem Paar (egal welche Papiersachen vorher geklärt wurden Vaterschaft anerkennen, gemeinsames Sorgerecht usw.) keine Gleichstellung rechtlich wie bei einer Ehe für den Mann herrscht. Daher sollte es im Interesse des Mannes sein mit Kindern verheiratet zu sein um rechtlich gleich zu ziehen.

    Noch ein weiterer Punkt, der für mich für eine Ehe und einen gemeinsamen Namen spricht. Ich hieß als Kind mit Nachnamen anders als meine Mutter. Und ich musste mich überall dafür rechtfertigen - in der Schule, bei Freunden, in diversen Insititutionen. Einmal sollte uns deswegen sogar das Kindergeld gestrichen werden, weil das 'gibts ja nicht'. Für mich stand daher schon fest wenn ich mal Kinder bekomme, werden wir alle einen gemeinsamen Familiennamen haben. Das mag heute mit Doppelnachnamen und jeder kann seinen Nachnamen behalten usw. für Kinder anders sein. Vielleicht ist die Gesellschaft da heute auch anders drauf. Ich weiß nur dass ich das für meine Kinder nicht wollte.

    Finanziell war bei uns kein Punkt, der für oder gegen eine Heirat gesprochen hat. Wir haben eine gleichwertige Ausbildung - mal hab ich mehr verdient, momentan verdient er mehr als ich. Für uns war schon vor der Ehe klar wir unterstützen und gegenseitig falls es dem Gegenüber gerade nicht gut geht. Wir haben Kinder und arbeiten beide nicht Vollzeit und kümmern uns daher beide gleich viel um unsere Kinder und zahlen gemeinsame Ausgaben auch gleich. So bleibt er im Job und ich auch. Er sieht sich nicht in der typisch männlichen Versogerrolle und ich wollte niemals meine wirtschaftliche Selbständigkeit aufgeben. Daher passt das bei uns perfekt.
    Wer jedoch in die klassischen Geschlechterrollen nach der Geburt eines Kindes geht (Papa geht Vollzeit arbeiten und Mama bleibt zu Hause), sollte da finanziell schon mal mit dem Partner reden. Denn rechtlich gesehen ist das mittlerweile nicht mehr abgesichert im Falle einer Trennung. Da würde ich definitiv auch vertraglich was festhalten und das auch jeder Frau so empfehlen.
    Da stimme ich hier mit vielen Meinungen überein, die hier geschrieben wurden das da zu viele Frauen blauäugig in die 'Kinderfalle' tappen. Und diese Fälle gibt es auch in meinem Alter (zwischen 30 und 40).

    Ich persönlich halte die Ehe nach wie vor nicht für den heiligen Gral. Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich denke aber es gibt Dinge, für die es in einer Beziehung schwer ist Kompromisse zu finden - Ehe ja oder nein oder Kinder ja oder nein.
    Ein Bekannter meinte mal (und das finde ich einen sehr guten Leitspruch) das es bestimmte Grundsätze geben sollte für einen persönlich, was absolute must haves sind in einer Beziehung und davon sollte man nicht abweichen. (Klar sollte dann keine Riesenlatte an must haves kommen, die kein Gegenüber erfüllen kann!) Aber ich denke wenn Heirat ein so wichtiger Baustein ist, ist das dann nunmal eine hop oder top - Geschichte.

    Ich denke es kommt drauf an wie groß ihr die Hochzeit planen wollt, ob der Master jetzt wirklich der Grund ist später zu heiraten. Wir haben damals nur zu Zweit geheiratet und ich war gerade frisch operiert und es war für uns genau richtig so. Eine große Feier hätte ich damals körperlich gar nicht durchgestanden. Aber ich würde ein Auge drauf haben ob nach dem Master dann wieder ein Projekt kommt was die Hochzeit hinauszögert. Sollte das so sein, wirst du definitiv vertröstet.

    Ich wünsche dir alle Gute.

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    AW: Er will nicht heiraten

    Es ist inzwischen so, dass das gemeinsame Sorgerecht auch für Unverheiratete gilt.
    Ich kenne keinen Grund, warum ein Vater heiraten sollte, um mehr Rechte am Kind zu haben - also ich weiß nicht, worin dieses "mehr" bestehen soll. Weiß das jemand?

    Zitat Zitat von Ritaswelt Beitrag anzeigen
    Wer jedoch in die klassischen Geschlechterrollen nach der Geburt eines Kindes geht (Papa geht Vollzeit arbeiten und Mama bleibt zu Hause), sollte da finanziell schon mal mit dem Partner reden. Denn rechtlich gesehen ist das mittlerweile nicht mehr abgesichert im Falle einer Trennung. Da würde ich definitiv auch vertraglich was festhalten und das auch jeder Frau so empfehlen.
    Das ist der Knackpunkt für mich.
    Aus romantischen Gründen zu heiraten, ist okay, aber echt dusselig, wenn man sich nicht klar macht, was an BGB-Konsequenzen für das eigene Leben dranhängt.
    Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele verheiratete Männer und Frauen davon keine Ahnung haben.

    Mir kommt es immer so vor, als würden unter dem Deckmäntelchen der Romantik Versorgungsansprüche der Frau (als Mutter oder auch nicht) nicht offen ausgesprochen.
    Das Leben ist wie ein Duschvorhang. Kann schimmeln, muss aber nicht.

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    AW: Er will nicht heiraten

    Zitat Zitat von _Zitronenmond_ Beitrag anzeigen
    Über sowas kann man doch reden, bzw. sollte man eben auch reden.
    Gehört das Haus ihm oder erwartet seine (zukünftige) Frau, dass ihr die Hälfte davon überschrieben wird per Hochzeit?
    Das sind doch wichtige Fragen, die man klären muss.
    Von welcher Absicherung spricht man da? Was bedeutet diese konkret?
    Das Problem ist allerdings, dass man ja viel bereden kann. Solange man nicht im Grundbuch steht, hat man keinerlei Rechte an dem Haus. Und meist kracht es ja, wenn man auseinander geht und somit zählt dann wohl ehr "was interessiert mich, mein Geschwätz von gestern".

    Wenn man Verheiratet ist und keine vertragliche Vereinbarung hat, gibt es ja den Zugewinn bei einer Scheidung. Dass bedeutet, dass alles was man in der Ehe "erarbeitet" hat, verteilt wird.
    Und gerade wenn Kinder geplant sind und die Frau vielleicht ein paar Jahre zuhause bleibt, gibt es wohl noch den Versorungsausgleich - wie das allerdings läuft weiss ich jetzt nicht.

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    AW: Er will nicht heiraten

    Zitat Zitat von _Zitronenmond_ Beitrag anzeigen
    Es ist inzwischen so, dass das gemeinsame Sorgerecht auch für Unverheiratete gilt.
    Ich kenne keinen Grund, warum ein Vater heiraten sollte, um mehr Rechte am Kind zu haben - also ich weiß nicht, worin dieses "mehr" bestehen soll. Weiß das jemand?
    Wenn der Papa die Vaterschaft anerkannt hat und die Mama ihn das gemeinsame Sorgerecht erteilt, gibt es keine weiteren Unterschiede zu den "verheirateten" Väter. Nur vielleicht die Sache mit den Namen. Aber sonst düfte es da nichts anderes sein.

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    AW: Er will nicht heiraten

    Die Mutter mussdas gemeinsame Sorgerecht nicht erteilen.
    Auf die Schnelle gegoogelt:

    "Neuregelung zugunsten der Väter

    Dass unverheiratete Eltern für ihre Kinder ein gemeinsames Sorgerecht haben, ist seit der Reform des Kindschaftsrechts 1998 möglich. Seit damals unterscheidet der Gesetzgeber nicht mehr zwischen ehelichen und unehelichen Kindern. Und seit dem 19. Mai 2013 haben Väter noch einmal mehr Rechte: Früher musste die Mutter der gemeinsamen Sorgeerklärung zustimmen – verweigerte sie dies, hatten unverheiratete Väter nach einer Trennung anders als geschiedene nur noch ein Umgangsrecht und waren an den wichtigen Entscheidungen über die Zukunft ihrer Kinder nicht beteiligt. Heute können sie das geteilte Sorgerecht erzwingen. Auch ohne die Zustimmung der Mutter können Väter die Mitsorge beim Familiengericht beantragen und erhalten sie dann, wenn dabei dem Kindeswohl nichts entgegensteht."
    http://www.baby-und-familie.de/Kinde...en-147761.html

    Dass es bei Unverheirateten Streit geben kann wegen "Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?" leuchtet mir gar nicht ein. Wer unverheiratet zusammen lebt und/oder ein Kind großzieht, muss sich zwangsläufig austauschen darüber, wer was macht, woher die Finanzen kommen etc....

    Zu Heiraten hat oft den (unausgesprochenen?) Hintergrund, dass es die steuerliche Begünstigung der Hausfrauenehe gibt und den Versorgungsausgleich. Wieviel Versorgung und wie lange die Versorgung dauern soll, wenn die Kinder da sind, wird wohl nicht so direkt besprochen oder es gibt eben die unausgesprochene Vereinbarung, dass der Mann fürs Geldverdienen zuständig ist? Das ist meine Vermutung.

    Wie auch immer: Ich fände begrüßenswert, offen über die Bedürfnisse und Wünsche bezgl. einer Heirat zu sprechen.
    Im vorliegenden Fall kann es ja sein, dass der Mann eben "sein" Haus behalten möchte. Spräche das dann gegen ihn als Ehemann?
    Das Leben ist wie ein Duschvorhang. Kann schimmeln, muss aber nicht.

  6. Inaktiver User

    AW: Er will nicht heiraten

    Wenn ich unverheiratet ein Kind kriege muss ich erstmal gar nicht sagen, wer der Vater ist, so fängt es schon mal an. Bin ich verheiratet, gilt der Ehemann automatisch als Vater.

    Und dass sich Unverheiratete automatisch über Finanzen etc austauschen müssen halte ich für ein Gerücht, müssen muss man gar nix. Und wer sich an sein Geschwätz von gestern nicht halten will, den kann man mangels Regelung auch dazu nicht zwingen. Da kannst du deinen Hut nehmen und gehen, was ich mehrfach miterlebt habe.

    Da war dann Schluß mit Vertrauenssache, leider zu spät.

    Das macht eben die Ehe aus, das ist nicht nur ein Lippenbekenntnis, sondern eine echte Verpflichtung, die jemand eingeht. Kann man ja glauben, dass es jemand zwar ernst meint, aber sich trotzdem lieber nicht festlegen will. Muss man aber nicht.

  7. User Info Menu

    AW: Er will nicht heiraten

    Zitat Zitat von _Zitronenmond_ Beitrag anzeigen
    Dass es bei Unverheirateten Streit geben kann wegen "Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?" leuchtet mir gar nicht ein. Wer unverheiratet zusammen lebt und/oder ein Kind großzieht, muss sich zwangsläufig austauschen darüber, wer was macht, woher die Finanzen kommen etc....
    Daran muss man sich im Trennungsfall trotzdem nicht gebunden fühlen, was ich da mal gesagt habe.

    Wieviel Versorgung und wie lange die Versorgung dauern soll, wenn die Kinder da sind, wird wohl nicht so direkt besprochen ...
    Das kann man doch auch nciht besprechen - weil man nie weiß, was kommt, und es unmöglich ist, alle Fälle im Voraus zu regeln.

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    AW: Er will nicht heiraten

    Das macht eben die Ehe aus, das ist nicht nur ein Lippenbekenntnis, sondern eine echte Verpflichtung, die jemand eingeht.
    ja, hilfskonstruktion, und deshalb finde ich wichtig, die Details vorher genau zu klären und zu besprechen. Also eben: wie ist das mit dem Haus - bleibt das seins? Etc etc...
    Vielleicht muss darüber mal gesprochen werden, nicht nur übers Heiraten an sich.

    @ Marta

    Du hast Recht, auch Unverheiratete MÜSSEN sich nicht austauschen.
    Aber da ist der Fall dann eben auch klar - jeder sein eigenes Geld, jeder ist fürseinen Lebensunterhalt zuständig und für die Hälfte, was das Kind betrifft usw...

    Mein Eindruck ist, dass im Ehefall eben auch nicht deutlich darüber gesprochen wird, wer für was und wie lange zuständig ist. Und auch im Ehefall muss man sich ja nicht daran gebunden fühlen, wenn man dann hinterher doch lieber vorzieht, nicht mehr zu arbeiten beispielsweise - auch wenn man das anfangs vielleicht vor hatte.

    Und - irgendwie logischer Unfall, oder? - wenn man sowieso nicht alles vorher planen kann, dann nützt einem ja auch die Garantie durchs Heiraten nichts.

    Sorry, aber ich verstehe gar nicht, was du sagen willst, Marta-Agatha
    Geändert von _Zitronenmond_ (16.11.2016 um 22:51 Uhr)
    Das Leben ist wie ein Duschvorhang. Kann schimmeln, muss aber nicht.

  9. User Info Menu

    AW: Er will nicht heiraten

    Zitat Zitat von _Zitronenmond_ Beitrag anzeigen
    Und - irgendwie logischer Unfall, oder? - wenn man sowieso nicht alles vorher planen kann, dann nützt einem ja auch die Garantie durchs Heiraten nichts.
    Doch, da entscheidet dann im Fall der Trennung der Scheidungsrichter nach allgemeinen Regeln, angewandt auf diesen Einzelfall.
    Das ist m.E. Aufgabe des Staates, die Institution Ehe in diesem Sinne zu definieren und eben dafür zu sorgen, dass man sich auf einiges da verlassen kann.

  10. Inaktiver User

    AW: Er will nicht heiraten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wenn ich unverheiratet ein Kind kriege muss ich erstmal gar nicht sagen, wer der Vater ist, so fängt es schon mal an. Bin ich verheiratet, gilt der Ehemann automatisch als Vater.
    Letzteres kann dann allerdings zur Folge haben, dass der Ehemann Kinder hat, die überhaupt nicht seine Kinder sind. (Gerüchten zufolge kommt das gar nicht so selten vor. Immerhin sind ca. die Hälfte aller Fremdgänger Frauen.)

    Mit anderen Worten: Wenn man den anderen reinlegen will, schafft man das mit oder ohne Trauschein. Wenn eben dann auch auf unterschiedliche Weise und mit unterschiedlichen Folgen.

    Wenn man ehrlich sein will, schafft man das ebenfalls mit oder ohne Trauschein. Es kommt doch einzig und allein auf die Beteiligten an.

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