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  1. Inaktiver User

    AW: Kirchlich heiraten, obwohl beide nicht getauft sind?

    Hallo,

    wenn ihr zum "institutionellen" Glauben keinen Bezug habt, dann stellt sich die Frage, ob ihr in einem Land heiraten solltet, in dem Kirche nunmal eingeteilt ist. In Evangelisch, katholisch und diverse andere.

    Es wäre die Frage, ob nicht ein "romantische" Hochzeit in einem anderen Land in einer Kirche gut möglich ist, da dort dann nur "Glauben" gefragt ist - und der nicht brieflich festgehalten sein muß.

    In den USA könntet Ihr z.B. problemlos auch in einer schönen Kapelle heiraten (es muß ja nicht Las Vegas sein - wobei auch da schöne Hochzeiten möglich sind). Die Formalitäten sind überschaubar, die Apostille (die nötig ist, um die Hochzeit dann auch in Deutschland eintragen zu lassen) bekommt man meist sofort mit. (Gültig in Deutschland ist die Hochzeit sowieso).

    Aber auch in Dänemark kann man heiraten (wenns nicht so weit sein soll).

    Ich persönlich würde an Eurer Stelle aber ein schönes Standesamt suchen (wie schon erwähnt, haben etliche Schlösser, Burgen, Klöster die "Trauerlaubnis - das heißt, der Ort ist "gewidmet" und es dürfen dort standesamtliche Trauungen stattfinden). So hat eine Freundin im Gewölbesaal in Kloster Seeon geheiratet - in weiß und überaus festlich - mit sehr persönlicher Trauzeremonie der Standesbeamtin.

    Es hätte kein schönerer Rahmen sein können - 70 Verwandte und Freunde waren dabei (die hätten in einem normalen Standesamt gar keinen Platz gehabt).

    Um romantisch zu heiraten an einem Ort mit Flair, muß man nicht in die Kirche eintreten.

    Viele Grüße

    Antje

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    AW: Kirchlich heiraten, obwohl beide nicht getauft sind?

    In der katholischen Kirche wird es folgendermaßen gehandhabt:

    Es ist möglich sich in jedem Alter taufen zu lassen. Wie aber schon andere geschrieben haben, erfordert dies einen Glaubenskurs von unterschiedlicher Dauer und Intensität. Das hängt eben vom jeweiligen Priester ab. Bei einer Kindstaufe ist ein solcher Kurs zunächst nicht notwendig, da sinnlos. Dieser wird jedoch, sollte das Kind am Glauben interessiert sein, vor der Ersten Kommunion und der späteren Firmung dem jeweiligen Alter angepasst nachgeholt.

    Eine kirchliche Heirat ist immer dann möglich, wenn zumindest ein Partner getauft ist. In diesem Fall muß eine Genehmigung vom Bischof eingeholt werden und der ungetauft Partner muss glaubhaft versichern den anderen nicht bei seiner Glaubensausübung zu behindern. Das Ehegelübde des ungetauften Partner wird dann ebenfalls abgeändert, damit dieser nichts bekennen muss, was ihn in seinem Glauben verletzen würde. So läuft es zumindest in meiner Diözese.
    Eine kirchliche Heirat zweier ungetaufter Menschen ist somit weder theoretisch denkbar noch praktisch möglich.

    Des Weiteren legt man bei einer katholischen Eheschließung zusammen mit dem Eheversprechen ein Gelübde ab, zukünftige Kinder im katholischen Glauben zu erziehen. Daher finde ich es persönlich schon unsinnig wenn Paare, die zwar getauft sind aber mit der katholischen Kirche sonst nichts am Hut haben, kirchlich heiraten.

    Die Idee mit einer Burg oder einem Schloß ist übrigens wirklich nicht so schlecht. Dort hat es meistens immer zumindest eine kleine Kapelle. Vielleicht kann man dann also die standesamtliche Heirat dorthin verlagern.

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    AW: Kirchlich heiraten, obwohl beide nicht getauft sind?

    In Japan ist es zur Zeit superschick, kirchlich zu heiraten. Wohlgemerkt, in Japan gibt es etwa 1% Christen. Es gibt spezielle kleine Hochzeitskapellen, die nur zu diesem Zweck existieren. Als Priester verkleidet sich meist ein amerikanischer Austauschstudent, schließlich soll das ganze ja einen exotisch-ausländischen Flair haben.
    Ich denke, ich lehne mich da nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass die meisten Japaner, die so heiraten, keinen Schimmer vom christlichen Glauben haben. Da kann ich es aber noch irgendwie verstehen, es ist irgendwie "emanzipierter" als die Shinto-Zeremonie. Die Frau muss keinen Hut tragen der "die Hörner der Eifersucht" versteckt, sie darf neben dem Mann stehen und nicht dahinter usw. Abgesehen davon ist Japan in Glaubensdingen ohnehin recht flexibel, Shinto und Buddhismus kommen seit Jahrhunderten gut nebeneinander aus, warum also nicht noch ein Hauch Christentum?

    Trotzdem verstehe ist nicht, warum man als Europäer Kirche nur auf "Romantik" reduzieren kann. Kirche ist etwas anderes. Gott ist kein Partyclown.
    Ich bin lange vor meiner Hochzeit ausgetreten. Nicht, weil ich plötzlich nicht mehr an Gott glauben würde, sondern weil ich die Kirche ganz persönlich ablehne.

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    AW: Kirchlich heiraten, obwohl beide nicht getauft sind?

    Zitat Zitat von MistressWeatherwax
    In Japan ist es zur Zeit superschick, kirchlich zu heiraten. Wohlgemerkt, in Japan gibt es etwa 1% Christen. Es gibt spezielle kleine Hochzeitskapellen, die nur zu diesem Zweck existieren. Als Priester verkleidet sich meist ein amerikanischer Austauschstudent, schließlich soll das ganze ja einen exotisch-ausländischen Flair haben.
    Stimmt. Hinzu kommt, dass die meisten Brautpaare überhaupt nicht verstehen, was der "Priester" da erzählt, weder sprachlich, noch sinngemäß.
    "Genau zwei sollen es sein. Nicht mehr, nicht weniger. Einer, der die Macht verkörpert, einer, der nach ihr giert." (Darth Bane)

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    AW: Kirchlich heiraten, obwohl beide nicht getauft sind?

    Um ganz ehrlich zu sein: Ich war bei meiner Hochzeit so paralysiert, dass ich auch nicht gehört habe, was die Standesbeamte gesagt hatte. Als sie aufgehört hatte zu reden und mich fragend ansah habe ich "Ja, ich will" gesagt.
    Ich glaube, das geht vielen so...

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    AW: Kirchlich heiraten, obwohl beide nicht getauft sind?

    Zitat Zitat von MistressWeatherwax
    Ich war bei meiner Hochzeit so paralysiert, dass ich auch nicht gehört habe, was die Standesbeamte gesagt hatte. Als sie aufgehört hatte zu reden und mich fragend ansah habe ich "Ja, ich will" gesagt.
    Ich glaube, das geht vielen so...
    Ja, mir gings genauso. In so fern braucht man sich um das "Außenrum-Gedöns" gar nicht so viel Sorgen machen ...

    Mein Mann und ich haben auch nur standesamtlich geheiratet, obwohl wir beide in der (evangelischen) Kirche sind. Ich kann weder mit dem christlichen Glauben noch mit der Kirche als Institution was anfangen. Und genau deshalb wollte ich keine Zeremonie in derselben. Das wäre mir schlicht und ergreifend vollkommen verlogen vorgekommen.
    (In der Kirche bin ich noch aus ganz profanen Gründen - weil mit meinen Kirchensteuern soziale Einrichtungen unterstützt werden, die ich durchaus schätze und die auch von Mitgliedern meiner Familie genutzt werden - Kindergarten, Schule etc.)

    Kann mich also den Vorschreiberlinginnen nur anschließen: Kirche ist kein "mal so eintreten für die schöne Kulisse"-Ding. So viel Respekt sollte man vor dem Glauben und der institutionalisierten Gemeinschaft anderer Menschen haben, auch (oder gerade weil) man selbiges nicht teilt.

    Wünsche Euch eine wunderschöne standesamtliche Hochzeit in einer traumhaften Kulisse, Sheridan!
    Viele Grüße allerseits von
    Avocado

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    AW: Kirchlich heiraten, obwohl beide nicht getauft sind?

    Vorweg - weder mein Freund noch ich sind in der Kirche. Das hat in der Tat nichts mit dem Glauben zu tun, der nämlich vorhanden ist, sondern mit den Problemen, die wir mit der Institution Kirche haben.

    Auch glaube ich, dass Gott JEDE Ehe segnet, egal ob sie in der Kirche geschlossen wird oder nicht. Denn er will mir Gutes - das ist mein Verständnis von Glauben.

    Abgesehen davon halte ich es für absolut unmöglich, erst aus der Kirche auszutreten, dann wieder einzutreten um zu heiraten und dann womöglich wieder auszutreten, um Steuern zu sparen! Eine Glaubensgemeinschaft ist kein Verein.

    Es gibt auch klare Unterschiede zwischen Kirchengängern, die in der Kirche heiraten und denen, die es nur der Umgebung wegen tun. Wenn man der Kirche und der Gemeinde verbunden ist, DANN kann aus der Hochzeitszeremonie eine sehr persönliche wunderschöne Sache werden. Der Pfarrer hat einen bestenfalls über Jahre hinweg gekannt und es bekommt einen ganz anderen Sinn und auch eine ganz andere Stimmung. Unabhängig davon, welche Lieder gesungen werden. Bei der katholischen Trauung von Freunden wurde am Ende "Stand by me" gesungen und die ganze Kirche hat gerockt Es war ganz toll.

    Bei anderen Bekannten, die nur zum Zwecke der Heirat in ihrem Leben in die Kirche gegangen sind, war es ein "Standardprogramm", null persönlich. Und das nur, weil die Frau mal für einen Tag lang die Wichtigste sein wollte, mit langem weißen Kleid und Kutsche und allem drumherum. Naja. Wichtig ist jedes Brautpaar - egal ob im Standesamt in Wanne-Eickel oder auf einem Schloß. Man sollte die Kirche nicht mißbrauchen für ein romantisches Event - dafür gibt es wirklich noch ganz andere Locations, und zwar solche, die sich wirklich darauf reduzieren lassen dürfen.

    Sehr schön finde ich persönlich Heiratszeremonien mit freien Geistlichen, bei denen auch Freunde zu Wort kommen. Damit könnte ich mich persönlich viel eher identifizieren.

    Und das allerwichtigste zum Schluß John_Sheridan: Herzlichen Glückwunsch zur bevor stehenden Hochzeit und einen wunderschönen Tag für Euch!

  8. User Info Menu

    AW: Kirchlich heiraten, obwohl beide nicht getauft sind?

    Durch ein Reli-Referat (kath.) weiß ich zufälliger Weise gerade gut Bescheid: Die Ehe ist ein Sakrament, das nicht vom Priester gespendet wird, sondern sich das Traupaar gegenseitig spendet. Ergo: Eine Hochzeit, die nur aus Gründen der Romantik in der Kirche stattfindet und nicht von beiden als Sakrament verstanden wird, ist von Seiten der kath. Kirche nicht gültig! - Ich frag mich welcher Priester das mitmacht!

  9. Inaktiver User

    smile AW: Kirchlich heiraten, obwohl beide nicht getauft sind?

    `Für Alle die eine kirchliche Trauung in Erwägung ziehen,

    " Ihr meint es Ernst mit Eurem JA"

    sonst würdet Ihr nicht solche Gedanken haben.
    Und wenn Ihr es SOOOO ernst meint, dann bitte
    mit Allen Konsequenzen.
    Es kann danach dick oder dünn kommen,
    Ihr werdet Euch an diesen entscheidenden Schritt
    immer erinnern, und vieles "Wichtige" wird dann unwichtig sein.
    -Es muß jedoch Euer gemeinsamer Entschluß sein.-
    Nichts Dominantes, sonst platzt alles wie eine Seifenblase,
    dann kann auch eine Kirche nicht helfen.
    Also immer ehrlich sein, zu Allen, auch zu sich selbst.




    alles nichts, oder?

  10. User Info Menu

    AW: Kirchlich heiraten, obwohl beide nicht getauft sind?

    Ich denke nicht daß das in einer evangelischen Kirche so schwierig sein wird, einer mus sich halt taufen lassen und in die Kirche eintreten. Aber gerade in den Großstädten verstehen sich die jüngeren Pfarrer zunehmend auch als Manager die sehen müssen, wo sie noch Geld hereinbekommen und die Aussicht auf ein neues Gemeindemitglied und einen Kirchensteuerzahler macht da ganz schön pragmatisch.
    Diese Erfahrung haben jedenfalls Freunde von mir gemacht die wegen Arbeit an kirchlichem Krankenhaus je nach Stelle aus der Kirche ein- und wieder ausgetreten sind, zum teil mehrfach.

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