Also, ich würde mal so sagen: ALLE Paare, die 30 oder mehr Jahre zusammen waren, waren auch mal 3 oder 6 Monate zusammen, halt vor 30 oder mehr Jahren.
Oder anders ausgedrückt: von heute vielleicht 10 Paaren, die 6 Monate schwer verliebt sind, ist eins nach 30 Jahren immer noch zusammen. Das ist nicht so schlecht (auch wenn die Zahlen früher sicher höher waren).
Nur: was macht es für einen Sinn, in diesem Stadium zu heiraten und zu hoffen, dass man dieses eine Paar ist?
Ist eine Ehe nicht eine Etappe auf einem Weg (auch gewissermassen auf einem bürgerlichen Weg)? Ich finde es irgendwie unreif, einerseits diesen sehr bürgerlichen Schritt zu machen und dann andererseits zu sagen, was hab ich denn mit euren Konventionen zu tun?
Klar kann man das machen. Ich kann mir auch eine Examensarbeit kaufen, statt sie selber zu schreiben oder mir Fett absaugen lassen, statt joggen zu gehen.
Für mich hat das immer dasselbe "Geschmäckle": man schmückt sich mit Federn, die einem (noch) nicht selbst gewachsen sind.
Der Trauschein ist in diesem frühen Stadium der Beziehung meiner Meinung nach einfach überflüssig. Er schadet nichts, er nutzt aber auch nichts. Er passt nur einfach noch nicht.
Dennoch kann es natürlich gutgehen. Aber das würde nichts "beweisen".
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Thema: Heiraten nach 6 Monaten?
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28.12.2006, 14:06
AW: Heiraten nach 6 Monaten?
Kottan: "I rauch ned, i trink ned und i hob nix mit andere Frauen"
Elvira: "Gar koan Fehler?"
Kottan: "Doch, i liag manchmal"
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Profilbild © Analuisa
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29.12.2006, 13:35
AW: Heiraten nach 6 Monaten?
Hallo Rotes_Sefchen!
Warum nicht nach sechs Monaten heiraten? Entweder Du bist Dir sicher oder nicht. Ich habe auch nach so kurzer Zeit geheiratet und alle haben gesagt, das sei viel zu früh und wir seien noch zu jung usw. Dazu kommt, daß wir beide noch studiert haben und es also mit dem Geld auch knapp war. Das ist aber kein Grund, warum es nicht klappen sollte. Ach ja, zusammen gewohnt haben wir vorher auch nicht.......
Also.... höre einfach auf Dein Herz :-)!
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30.12.2006, 01:50
AW: Heiraten nach 6 Monaten?
ich bin 36 jahre verheiratet. bei uns gab es nie die alt-klassische rollenverteilung. wir waren immer beide gleichberechtigt. streiten, diskutieren immer noch über alles und jedes.
Zitat von Margali62
beziehungen haben viel auszuhalten. ja. aber es ist ziemlich egal, ob man sich monate kennt oder jahre. entscheidend ist doch, ob man zusammen bleiben will oder nicht. ob man kämpfen will oder nicht. die meisten paare geben viel zu früh auf. das ist meiner meinung nach das problem, nicht wie lange man sich kennt.Leben und leben lassen
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31.12.2006, 02:01
AW: Heiraten nach 6 Monaten?
Hallo Sefchen (was ist denn ein Sefchen?),
erstmal herzlichen Glückwunsch zur Hochzeit!
Ob 6 Monate jetzt "früh" sind oder nicht, ist doch wurscht. Kann gut gehen, kann schlecht gehen, keiner weiß es. Aber das wäre in 10 Jahren auch nicht viel anders (außer dass man dann schon 10 gemeinsame Jhare auf dem Buckel hat. Aber manche packt ja dann auch die Unruhe ...
). Ich glaube, es gibt nicht "den" richtigen Augenblick für so einen Schritt - aber das heißt ja auch, es gibt keinen falschen
.
Wenn Ihr beide fest davon überzeugt seid, dass es das Richtige ist, dann tut es und werdet glücklich!
Nur in Sachen "verheiratet sein genießen" muss ich Dich a weng enttäuschen ... es ist "hinterher" kein bisschen anders als vorher. Du hast immer noch genau die gleiche Beziehung. Is so. Ehrlich. (Ich war auch überrascht, als ich das festgestellt habe. Und fast ein bisschen enttäuscht.)
Alle Gute Euch beiden!Viele Grüße allerseits von
Avocado
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02.01.2007, 14:02
AW: Heiraten nach 6 Monaten?
Ob 6 Monate zu früh sind oder nicht, kann jeder am besten für sich beurteilen.
Ich habe mich nach 4,2 Jahren von meinem Freund getrennt, die Beziehung war nicht berauschend. Am Auszugstag half mir der Freund meiner Freundin+Mann. Mit diesem Freund verstand ich mich auf Anhieb und 15 Tage später waren wir ein Paar. Nach 1,5 Monaten waren wir zusammen im Urlaub für eine Wochen und einige Urlauber dachten wir seien verheiratet. Wir waren dort so eingespielt. Mittlerweile sind wir fast 7 Monate zusammen. Er schläft fast jeden Tag bei mir, fühlt sich in meiner Wohnung wie zuhause. Klar er ist mit mir ja eingezogen, er hatte mir ja geholfen mit allem. Am Anfang kannte er sich sogar noch besser aus in meiner Wohnung als ich.
Wenn er mich jetzt fragen würde ob ich ihn heiraten mag würde ich direkt ja sagen. Obwohl Andeutungen macht er schon.
Bei meinem Ex hatte ich nie dieses "Bedürfnis" zu heiraten, dies hatte mein jetziger Freund bei seiner Ex auch nciht.
Was ich damit sagen möchte, jeder fühlt es und je älter man wird oder BEziehungen man hinter sich hat, umso feinfühliger wird man. Also ich zumindest. Ich sehe nicht mehr so arg durch die rosa Brille. Klar ich bin total verliebt aber ich bin durch meine Ex-Beziehung kritischer und sehe viele Dinge anders.
Gut ich werde jetzt 27 Jahre, davon 9 Jahre nicht mehr zu Hause.
Sefchen, du bist jetzt höchstwahrscheinlich noch in den Flitterwochen.
Erzähl... wie geht es dir denn jetzt als verheiratet ?
Eine Freundin von mir ist mit ihrem Mann jetzt 3 Jahre zusammen, 2 Jahre davon verheiratet.
Eine BEkannte war auch 4 Monate mit ihrem Freund zusammen, sie wurde schwanger, sie heiratete und nu ist die Tochter schon 5 und der Kleine 2,5 Jahre und noch immer glücklich verheiratet.
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03.01.2007, 15:09Inaktiver User
AW: Heiraten nach 6 Monaten?
So ging es uns auch. Wir haben uns nach 6 Monaten verlobt und nach einem Jahr geheiratet, inzwischen sind wir 2,5 Jahre zusammen.
Zitat von rotes_sefchen
Und das mir, die immer entschlossen war, NIE zu heiraten.
Aber bei DIESEM Mann war es eben etwas anderes.
Und den entscheidenden Satz hat schon einer gebracht: Es ist wichtig, daß nicht nur das GEfühl "ja" sagt - sondern auch der Kopf.
Und das gilt nach 6 Monaten genauso wie nach 6 Jahren.Geändert von Inaktiver User (03.01.2007 um 15:17 Uhr)
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05.01.2007, 11:23
AW: Heiraten nach 6 Monaten?
Hallo @alle!
Danke für die vielen interessanten Antworten, Ansichten und Beiträge! Ich werde versuchen, auf die ein oder anderen Statements noch einzugehen.
Nun bin ich schon seit etwas über 1 Woche verheiratet und grade zurück aus unserer "Flitterwoche".
Ich kann nur sagen, dass es mir prima geht (wär ja auch seltsam, wenn es anders wäre). Der Hochzeitstag war wunderschön, es sind neben den Familien auch viele Freunde gekommen, die Trauung war ganz wundervoll gestaltet, zum einen natürlich von unserer Standesbeamtin, zum anderen auch von guten Freunden, die das Ganze mit Gedichten und Texten ausgeschmückt haben.
Vor dem Standesamt haben uns noch viele andere Freunde und Bekannte mit einem ganz besonderen Ständchen überrascht; es war einfach klasse.
Vom Gefühl her würde ich sagen, dass sich jetzt doch etwas verändert hat, auch wenn es "nur ein Stück Papier" ist, das man unterschreibt. Man fühlt sich dem anderen einfach auf eine andere Art und Weise verbunden als bisher; mein Mann (
wie das klingt...!!) sagt das gleiche.
Jetzt kehrt langsam natürlich wieder der Alltag ein; ich freu mich aber auch darauf.
Zitat von ausgebrannt
Eine ganze Woche ohne Kontakt haben wir noch nicht geschafft - über 5 Tage des Getrenntseins sind wir noch nicht rausgekommen...
Außer 2 Sms und 1 Anruf, dass er gut angekommen sei, hatten wir in dieser Zeit auch wirklich "keinen Kontakt".
Er musste Ende November ein paar Tage weg und in dieser Zeit habe ich mir so meine Gedanken über die Heirat gemacht. Der erste Anstoß zu dieser "Blitzhochzeit" kam nämlich von ihm (also kein klassischer Heiratsantrag), und ich hatte mir für diese Tage Bedenkzeit erbeten. Diese wenigen Tage allein haben aber ganz gut getan. Andererseits hat er mir aber gefehlt (Bauchgefühl!) und nach diesen 5 Tagen war ich mir sicher, dass ich ihn tatsächlich noch in diesem Jahr heiraten will (Bauchgefühl!) und habe ihm das an dem Abend, an dem er zurückkam auch gesagt.
Das Bauchgefühl finde ich eigentlich auch ganz wichtig. Klar kommt es auch auf den Kopf, die Vernunft an, aber wenn man sich einer Sache nicht wirklich sicher ist, stimmt das Bauchgefühl eben nicht, und dann sollte man es auch lassen.
LG Sefchen
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05.01.2007, 12:19
AW: Heiraten nach 6 Monaten?
Das mag sein.
Zitat von Kappuziner
Und was macht es für einen Sinn, nach 10 Jahren zu heiraten, in der Hoffnung, dass man eines DER Paare ist, die noch weitere 20 glückliche Jahre miteinander verbringen werden?
Zitat von Kappuziner
Das würde bedeuten, dass Heiraten an sich völlig unnötig ist, da man ja praktisch erst nach mindestens 30 gemeinsamen, erfolgreichen Jahren rückblickend behaupten kann, ein glückliches Langzeitpaar zu sein.
Aber gut, man braucht ja auch nicht zwingend einen Trauschein, um miteinander glücklich zu sein.
Der Weg, den man mit einer Heirat einschlägt, mag ja bürgerlich sein, aber wenn es um ein Bekenntnis zu meinem Partner geht, bin ich ganz gerne etwas spießig.
Zitat von Kappuziner
Ich habe ganz sicherlich nicht nach einem halben Jahr geheiratet, nur "um mal ganz provokativ gegen irgendwelche Konventionen zu verstoßen", sondern gerade weil ich mich halt schon nach so kurzer Zeit reif für die Ehe fühle!
Dieser Vergleich hinkt meiner Meinung nach gewaltig.
Zitat von Kappuziner
Ich will auch gar nichts beweisen, weder mir selbst, meinem Mann noch sonst irgendwem. Schließlich nehmen wir mit unserer Trauung an keiner Testreihe oder Studie teil.
Zitat von Kappuziner
Ob wir der Ehe tatsächlich gewachsen sind, wird die Zukunft zeigen, das kann man doch vorher nie wissen. Ich vertraue einfach fest darauf, dass wir es sind.
Wer will denn beurteilen, ob man reif für die Ehe ist, ob man sich mit diesen "Federn" schmücken darf? Ab wann "passt" es denn? Ab 1,5 Jahren oder doch erst ab dem 2. gemeinsamen Jahr? Müssen es 5 Jahre oder gar 10 Jahre sein, die man gemeinsam erlebt hat?
Irgendwann gibt es doch in jeder Beziehung Momente, wo man zweifelt, wo es schwierig wird, aber dann kommt es eben darauf an, dass man trotzdem zusammenhält, sich aufeinander besinnt, dass beide wieder an einem Strang ziehen - ob man nun verheiratet ist oder nicht.
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11.01.2007, 22:51
AW: Heiraten nach 6 Monaten?
sefchen, viel glück zur hochzeit und wenn es mal eine krise gibt, nicht zu früh aufgeben und hinschmeissen. nach meiner erfahrung rauft man sich auch wieder zusammen. (jedenfalls haben wir das in 36 jahren ehe so gemacht und es wird immer netter *g*).
Leben und leben lassen
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11.01.2007, 23:08
AW: Heiraten nach 6 Monaten?
Hallo Sefchen,
schön, dass du dir so viele Gedanken über meine Worte gemacht hast, und ich sehe natürlich auch, was du meinst.
Und natürlich will ich dir dein Glück nicht madig machen.
Nur, wo du schon mal hier bist, meine Gedanken zu deinen Antworten: klar, kein Mensch kan dir vorschreiben "wann genau" es passt, ob nach X oder Y Jahren. Nur, ohne jetzt einen genauen Zeitpunkt sagen zu können oder zu wollen, kann ich dir genau sagen, warum mir mein Gefühl sagt, es ist bei euch zu früh:
Der Satz lautet "...nach einer 5-jährigen sehr anstrengenden und auch leidvollen Beziehung mit ständigen Aufs und Abs einfach nur gut geht, und der im Gegensatz zu meinem letzten Freund absolut zu mir steht und für mich da ist..."
Mein Gefühl - wie gesagt, nur das - das sagt mir, da ist die letzte Beziehung noch mit bei der Geburt der nächsten dabei gewesen. Ich finde es normal und menschlich, dass man bei seinen Beziehungen Vergleiche anstellt und auch z.B. nach jemandem sucht, der eine gewisse Eigenschaft des Ex gerade nicht hat.
Aber eine Beziehung ist erst dann gereift und eigenständig, wenn sie über dieses Ex-freund-stadium hinausgewachsen ist. Egal, wie viel Zeit dabei verstrichen ist.
Und in den Stadien davor kommt mir dieses Festzementieren der Sache mit einer Ehe eben etwas "suspekt" vor. Jeder volljährige Mensch darf heiraten und auch kurzfristig geschlossene Ehen gehen manchmal gut, vielleicht sogar öfter, aber wie kann man das ein "Bekenntnis" nennen? Bekenntnis wozu?
Dass man erwachsen sein möchte oder sich erwachsen fühlt?
Dann sollte man die Erwachsenen nicht nachahmen, sondern seinen eigenen Weg gehen und selber wachsen. Und auch die Beziehung wachsen lassen und ihr Raum geben, notfalls auch den Raum, zu zerbrechen.
Es sei denn, ihr wollt einfach ein wunderschönes Fest haben und Gott (?) und der Welt zeigen, wie gern ihr euch habt.
Ich wünsch dir und euch jedenfalls so oder so alles Gute und ich hoffe, ich habe Unrecht mit meinen Unkereien. Nix für Ungut...
Kappuziner
Kottan: "I rauch ned, i trink ned und i hob nix mit andere Frauen"
Elvira: "Gar koan Fehler?"
Kottan: "Doch, i liag manchmal"
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