Hallo!
Glückwunsch zur Verlobung!
Mein Rat wäre auch gewesen, allein und ohne Trauzeugen zu heiraten.
Ansonsten hätte ich gefragt, ob du vielleicht jemanden in der Familie hast (Schwester, Cousine), die das Amt übernehmen könnte. Meine Trauzeugin war meine Schwester, ich bin jetzt ihre.
Zu deinen Problemen mit Menschenmengen kann ich nichts qualifiziertes beitragen, allenfalls dass ich den Eindruck habe, deine Unsicherheit sei eher eine "Angst vor der Angst", also du machst dir vor der entsprechenden Situation so viele Gedanken, dass du dann in der Situation überfordert bist und sie nicht mehr genießen kannst.
Das ist mir persönlich auch nicht fremd, wenn auch in anderen Zuammenhängen.
Mir hat es geholfen, mir diesen Mechanismus bewusst zu machen und ich bemühe mich aktiv, solche unproduktiven und unnötigen Gedankenspiralen nicht zuzulassen.
An deiner Stelle wäre ich ganz pragmatisch und würde mir auch überlegen, ob die Hochzeit wirklich eine Situation sein muss, anhand derer man Prinzipien (sich der Angst aussetzen - ist ja durchaus lobenswert!) durchsetzt, oder ob es besser für dich wäre, die Hochzeit und ihre Bedeutung für dich und deinen Zukünftigen (Standesamt zu zweit) von der für dich problematischen Situation (Feier zu einem späteren Zeitpunkt) zu trennen.
Es ist übrigens keinesfalls so, dass "alle anderen" rauschende Feste feiern, meiner Erfahrung nach gibt es viele Hochzeiten im kleinen und allerkleinsten Kreis.
Und zur Feier: ich hatte vor unserer Hochzeit die Befürchtung, dass mich das emotional völlig umhaut, allerdings eher die Trauung als die Feier. Letztlich war ich aber dann ganz abgeklärt, ich kann bis heute noch nicht erklären, wir das kam. Man reagiert in Ausnahmesituationen manchmal so, dass man sich selbst überrascht.
Zu deiner Familie habe ich leider keinen Rat. Schade, dass sie dich enttäuscht haben mit ihrer Reaktion.
Seid ihr schon so lange zusammen, dass es wirklich eine Art "na endlich" Reaktion gewesen sein könnte?
Lunete
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Ergebnis 11 bis 18 von 18
Thema: Hochzeit mit Hindernissen
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22.06.2015, 19:33
AW: Hochzeit mit Hindernissen
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22.06.2015, 19:42Inaktiver User
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22.06.2015, 19:46Inaktiver User
AW: Hochzeit mit Hindernissen
Hat dein Freund nie bemerkt, welche Sorgen nd Ängste du hast? Hast du dich bis jetzt vor ihm zusammengerissen und dich verstellt?
Ich fände das nicht gut, so Jemanden zu heiraten, wo ich vorher nicht weiß, wie er/sie tickt.
Das kann ganz schön nach Hinten los gehen. Rede vor der Hochzeit mit ihm.
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22.06.2015, 20:19
AW: Hochzeit mit Hindernissen
Ich sage mal ganz provokativ, ohne das böse zu meinen:
Warum kommt Dir das jetzt auf einmal vor Dich Deiner Angst zu beugen? Du hast bisher nichts dagegen getan, also hast Du Dich doch bisher auch ihr gebeugt. Wieso macht das jetzt mehr aus als sonst?
Zweite Frage hinsichtlich einer Feier mit mehreren Menschen:
Was wäre schlimm daran nervös und zappelig zu sein? Menschen sind alle unterschiedlich, man darf an einem solchen Tag ruhig nervös sein.
Es wird wahrscheinlich ausser Dir selbst niemandem auffallen. Meinst Du nicht, dass Du das aushalten kannst? Und glaub mir, Du hast soviel zu tun und bist so abgelenkt - ich wünschte ich könnte nochmal heiraten, für mich lief das alles wie ein Film vor mir ab und ich habe nichts richtig und bewusst mitbekommen. Ich hätte gar keine Zeit gehabt mich da permanent zu hinterfragen.
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22.06.2015, 20:38
AW: Hochzeit mit Hindernissen
Wieso "mal langsam"?
Die Verlobung ist noch nicht lange her, ein Termin für die Hochzeit steht noch nicht fest. Ich finde es normal, dass man unsicher ist und zunächst einen Entscheidungsprozess durchlaufen muss, der auch eine gewisse Zeit dauern kann.
Die Beziehung und Ehrlichkeit/Kommunikation in der Beziehung sind hier erstens nicht Thema und zweitens sehe ich in coffeebeans Äußerungen keinen Anlass, fehlende Kommunikation zu vermuten.
Ich meine es auch nicht böse, aber mir scheint, du hast keine Erfahrungen mit den hier angesprochenen Angsstörungen/sozialen Phobien.
Es kann Betroffene eine unglaubliche Überwindung und sehr viel Energie kosten, auch nur einfache Interaktionen mit Menschen auszuführen (nach der Uhrzeit fragen, Brötchen kaufen...) oder sich Situationen auszusetzen, die Angst triggern können (Partys, Bus, Supermarkt...). Ablenkung hilft sicher, aber es ist eben nicht eine Nervosität im normalen Rahmen, sondern eine deutliche Beeinträchtigung, die dazu führen, dass eine Situation nicht genossen werden kann, im Gegenteil, dass sie völlig überwältigend wird.
Sich "der Angst zu beugen" bzw. umgekehrt sich ihr auszusetzen habe ich so verstanden, dass es nicht um die Frage einer Therapie geht, sondern darum, im täglichen Leben nicht vor ihr zu kapitulieren, sondern trotz der Angst die entsprechenden Situationen wenn nötig aufzusuchen und so zu vermeiden, dass die Angst überwältigend und lähmend wird. Das wird in manchen Therapieansätzen auch so verfolgt (Konfrontationstherapie) und ist für die Alltagsbewältigung sicherlich ein sehr vernünftiger und sinnvoller Ansatz. Was deinen Frage betrifft: Coffeebean hat geschrieben, dass sie sich um einen Therapieplatz bemüht.
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22.06.2015, 20:52
AW: Hochzeit mit Hindernissen
Hallo lunete.
Ja ich verstehe, was Du meinst und es ist sicher nicht einfach. Ich frage mich halt nur, warum sie dann bisher nichts unternommen hat (sie sprach ja von einer Therapie, die sicher sinnvoll ist - nur ob das so schnell geht wage ich dann wieder zu bezweifeln). Ich hatte das durchaus gelesen, dass sie nach einem Platz sucht, deshalb schrieb ich das ja. Ich glaube, wir reden da aneinander vorbei.
Warum ist jetzt auf einmal der Leidensdurck höher als vorher?
Ich frage das nicht, um hier jemanden zu diffamieren und ich möchte nicht, dass es danach aussieht, dass ich das nicht ernst nähme.
Liebe coffeebean, ich hatte das vielleicht bisher nicht ganz verstanden oder nicht gefunden: Wieviel weiß Dein Verlobter? Weiß er wie stark Deine Ängste sind?
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22.06.2015, 23:53
AW: Hochzeit mit Hindernissen
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Geändert von BRIGITTE Community-Team (13.07.2015 um 15:07 Uhr) Grund: Auf dringenden Wunsch gelöscht
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23.06.2015, 00:51
AW: Hochzeit mit Hindernissen
Ich finde dich da zu streng mit deiner Familie!
Die eine Familie hat halt anders reagiert als die andere - na und?
Einerseits ist das nach 8 Jahren nun wirklich keine so sensationelle Nachricht mehr - andererseits sollte man Menschen nie danach beurteilen, wie sie in einem Überraschungsmoment reagieren.Geändert von BRIGITTE Community-Team (13.07.2015 um 15:07 Uhr) Grund: Zitat angepasst



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