Obgleich hier einige Antworten mich ziemlich verletzt haben, möchte ich mich bedanken. Tatsächlich brauchte ich nie eine Absicherung, für mich meine ich. Nicht bevor wir Kinder bekommen und auch sonst nicht. Er hat eine normale Lebensversicherung auf mich abgeschlossen, zusätzlich hat er eine in seinem Unternehmen auf mich umschreiben lassen, er hat eine extra Todesabsicherungsversicherung, alles in so hohen Werten, dass ich mir in seinem Todesfall 3 Häuser kaufen könnte davon. Ich habe niemals gezweifelt, nicht genug von ihm abgesichert zu werden. Er hat sich nie dazu drängen lassen, er hat für mich und seine Familie alles mögliche getan, was in seiner Macht steht. Wir sind gut abgesichert. Ich hatte deshalb nie Bedenken. Auch wegen der Kinder war es mir nie wichtig zu heiraten, auch hier ist alles geregelt. Ich möcht nur noch einmal klarstellen, dass es hier rein um Gefühle geht und um verletzten Stolz meinerseits. Nicht um Vernunft oder um Sachlagen, sondern um meinen verletzten Stolz.
Ich bin so ehrlich, dass ich eben auch genau dazu stehe. Es tut mir von Zeit zu Zeit weh, dass er mich eben nie so richtig wollte, weil es sich genau so anfühlt für mich. Daher habe ich auch keine Argumente, ich brauche nicht diskutieren mit ihm, es gibt nichts, woran ich schlechter gestellt bin oder woraus mir ein Nachteil entsteht. ES gibt schlicht kein Argument mehr für die Ehe. Ich kann nichts präsentieren. Ich war auch nie penetrant. Ich kann mich in den letzten Jahren an nur sehr wenige Gespräche darüber erinnern. Ich habe auch nie penetrant gebettelt (dafür bin ich nämlich auch zu stolz). Was eben hängen bleibt ist ein Beigeschmack, den ich meistens unterdrücken kann und der mich nicht weiter belästigt. Hin und wieder aber kommen Momente der Verletztheit. Und dann fühlt es sich für mich nun einmal so an als wäre es nie so "ganz" gewesen. Als hätte er mich nie ganz wollen, nie so richtig.
Und wenn ich ehrlich zu mir bin, dann könnte ich mir gut vorstellen, dass er eine andere Frau heiraten würde, wären wir getrennt. Ich denke schon, er könnte einer der Kandidaten sein, der nach zwei oder drei Jahren in neuer Beziehung plötzlich eben doch bereit wäre. Und ich weiß das und kann gar nicht erklären wieso. Ich spüre es einfach.
Ich verstehe dich gut. Genau so ist es nämlich auch. Es wiegt doch gar nichts, wirklich rein gar nichts im Vergleich zu dem, was wir schon haben. Und dennoch wiegt es manchmal so schwer.
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10.12.2014, 12:32
AW: Verletzt, weil kein Heiratswunsch, bin ich empfindlich?
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10.12.2014, 12:37Inaktiver User
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10.12.2014, 12:41
AW: Verletzt, weil kein Heiratswunsch, bin ich empfindlich?
Nein, natürlich nicht bei einer Trennung. Aber wozu auch? Wir waren immer gleich gestellt, ich war quasi nicht zu Hause nach den Geburten und hab fast gleich immer wieder voll gearbeitet. Das war meine freie Entscheidung und wir haben uns die Betreuungskosten natürlich geteilt. Inzwischen verdienen wir beide in etwa gleich gut. Uns geht es sonst auch jeweils eigenständig sehr gut, so dass ich auch alleinerziehend ausreichend verdienen würde.
Hm nicht sicher trifft es vielleicht. Es ist jetzt aber nicht so, dass ich denke, er wird mich bald verlassen oder so. Ich denke mir nur trotzdem, dass es an mir liegt, dass er mich nicht heiraten möchte, weil er mich vielleicht nie so ganz begehrt hat und nie so richtig wollte.
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10.12.2014, 12:41
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10.12.2014, 12:50Inaktiver User
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10.12.2014, 12:51Inaktiver User
AW: Verletzt, weil kein Heiratswunsch, bin ich empfindlich?
Mit dem verletzten Stolz ist das so eine Sache. Könntest du nicht auch stolz darauf sein, dass dein Partner all diese Bekenntnisse zur Beziehung - Versicherung, gemeinsame Kinder usw - gemacht hat, ohne von Staat, Kirche oder Gesellschaft dazu "gepresst" worden zu sein?
Es fällt mir sehr schwer, das zu verstehen. Hast du je versucht, die verschiedenen Vorbehalte gegen die Ehe im Allgemeinen, die ja hier auch von einigen genannt worden sind, zu verstehen?
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10.12.2014, 12:53Inaktiver User
AW: Verletzt, weil kein Heiratswunsch, bin ich empfindlich?
Mit einiger Berechtigung könnte man ja auch sagen: Einen Menschen, der mir so wenig vertraut, möchte ich sowieso nicht heiraten.
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10.12.2014, 12:55Inaktiver User
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10.12.2014, 12:56
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10.12.2014, 13:01
AW: Verletzt, weil kein Heiratswunsch, bin ich empfindlich?
Bei einer Trennung kann man sehr leicht den Begünstigen einer Lebensversicherung ändern lassen.
Dadurch kann man sehr leicht alle Vermögenswerte der aktuellen Lebensgefährtin zukommen lassen. Alle Exen gehen leer aus.
unverheiratet=unverbindlich
Ich verstehe gut wie du dich fühlst. Aber ich sehe keinen Ausweg. Es ist eine Zwickmühle.
Wenn du wirklich heiraten möchtest, wirst du dir einen anderen Mann suchen müssen. Denn wenn dich dieser heiratet, bleibt immer ein schlechter Nachgeschmack. Bleibst du so bei ihm, hast du dieses eigenartige Gefühl.
Bist du das wirklich so leid, dass du es ändern willst, melde dich bei einer Singlebörse an. Sag ihm, du suchst dir jetzt einen Mann zum Heiraten. Date andere Männer und zieh die Konsequenzen, wenn du einen netten triffst. Hast du keine Lust auf Stress, finde dich damit ab, dass es so ist, wie es eben ist. Sei darauf gefasst, dass er in der Midlife-Crisis eine andere trifft und dich verlässt. Denn er ist nicht verheiratet, also ledig. Hast du Glück, findet er keine und bleibt.
Ich glaube, es gibt Männer, die nur heiraten, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Man kann sie leichter davon überzeugen, wenn man ihnen Lebensziele (wie Kinder) ansonsten verwehrt. Solche Männer heiraten meist am Anfang einer Beziehung, nach 12 Jahren gibt es für sie keine Veranlassung mehr. Dann haben sie schon alles bekommen, worauf sie scharf waren.
Aber, damit wir uns nicht falsch verstehen, es gibt auch genug verheiratete Männer, die in der Midlife-Crisis ihre Frauen verlassen und eine andere lieben. Diese Frauen haben aber Versorgungsansprüche, die ihnen keiner einfach so nehmen kann. Aus diesem Grund überlegen sich die Männer das gut. Besser als die unverheirateten.



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