Ich habe lange in diesem Strang mitgelesen und immer wieder ueber die Frage nachgedacht. Natuerlich gibt es ganz unterschiedliche und persoenliche Gruende, aber ich glaube, dass die Antwort oft eine Mischung aus "es ist mir nicht wichtig" und anderen Elementen ist.
Das Statement: "Es ist mir nicht wichtig", allein wirft freilich wieder fast genau die gleichen Fragen auf, das sehe ich auch so. Ich habe sehr gern den Namen meines Mannes angenommen (Allerweltsname ersetzte Allerweltsname, keine nennenswerte publizistische Taetigkeit). Die Strang-Frage haette ich aber auch nur unzureichend damit beantworten koennen, dass mir ein gemeinsamer Name sehr wichtig ist, der Erhalt meines Maedchennamens dagegen nicht so sehr. Ein Post hier hat mir klar gemacht, was fuer mich das Anziehende war: Es ging nicht darum, mich meinem Mann in irgendeiner Form zu unterwerfen oder ihm zu "dienen", aber das Neue auch mit einem neuen Namen deutlich zu machen hat mir tatsaechlich sehr gefallen.
Man heiratet ja sowieso nur aus ganz kuehlen praktischen Erwaegungen oder eben weil man die Beziehung gerne oeffentlich feiern moechte. Fuer mich war der Name da eine weitere schoene Sache, so wie neue Ringe, die Feier usw. Das betreffende Post hier hat mich daran erinnert, dass ich darueber sogar einmal mit meinem Mann gesprochen habe. Ich sagte, ich wuerde mich an der Namensaenderung genauso erfreuen wie an den anderen Hochzeitsdingen, und es taete mir schon ein wenig leid, dass er keinen neuen Namen bekommt.Er fand es aber nicht schlimm und gibt offen zu, dass er Schwierigkeiten haette, meinen Namen anzunehmen.
Ich glaube, diesen Grund, sich an der Namensaenderung als weiterem Zeichen der Ehe zum geliebten Menschen zu freuen, kann man nicht diskutieren. Genausowenig wie die Entscheidung, ueberhaupt zu heiraten, Hochzeit zu feiern, usw. Das ist schlicht ein Gefuehl, das man hat oder eben nicht.
Die Frage waere ja nun, wie "schlimm" diese Gefuehle fuer die Sache der Frauenemanzipation sind. Es wird nicht ueberraschen, dass ich persoenlich sie nicht schlimm finde und meine, dass es viel wichtigere Baustellen gibt. Ich werde hier nicht versuchen zu beweisen, dass die Entscheidung fuer den Namen des Mannes als Ehenamen in irgendeiner Form hochemanzipatorisch sein kann. Das ist sie nicht (ich wuesste zumindest nicht wie). Aber ich meine einfach, dass sie der Emanzipation auch nicht im Wege steht, zumindest nicht aus den von mir geschilderten Beweggruenden.
Unemanzipiert ist sie einzig und allein dann, wenn eine Frau gegen ihre eigenen Wuensche ihren Namen aendert. Und selbst dann waere fuer mich das Problem in dieser individuellen Beziehung viel groesser, als das Problem fuer die Sache der Emanzipation.
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24.11.2014, 19:35
AW: Was bewegt Frauen dazu, nach der Hochzeit den Nachnamen 'Müller' anzunehmen?
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25.11.2014, 21:00Inaktiver User
AW: Was bewegt Frauen dazu, nach der Hochzeit den Nachnamen 'Müller' anzunehmen?
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25.11.2014, 21:03Inaktiver User
AW: Was bewegt Frauen dazu, nach der Hochzeit den Nachnamen 'Müller' anzunehmen?
Flau, ich hatte mal ein sehr schönes Beispiel, als ein Paar einen neuen Namen aus ihren beiden kreiert hat. Geht natürlich nur im Ausland.
Ich habe auch nichts dagegen, wenn sich eine Frau mit ganzem Herzen dazu entscheidet, die Folgen bedenkend.
Was mir nur gegen den Strich geht - wenn es aus anderen Erwägungen geschieht (Beispiele wurden ja genügend genannt), oder vorgegeben wird, dass es ja nicht wichtig sei.
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24.10.2015, 13:58
AW: Was bewegt Frauen dazu, nach der Hochzeit den Nachnamen 'Müller' anzunehmen?
Meinem Freund war das Thema Nachname so wichtig, dass er es bereits sehr kurz, nachdem wir zusammengekommen waren, auf den Tisch gebracht hat. Kurz nachdem er mir mitgeteilt hatte, dass er übrigens nicht vorhätte, mich zu heiraten, verkündete er mir, dass ich übrigens seinen Namen anzunehmen hätte...
Ich mag meinen Nachnamen und habe eigentlich nicht die Absicht, ihn aufzugeben. Ich bin etwas älter als er, heiße also schon länger wie ich heiße, als er so, wie er heißt. Sein Nachname ist auch schön, aber eben nicht mein Name.
Aber: Wenn es tatsächlich soweit kommt, dass wir heiraten wollen, wäre ich vermutlich bereit, letztlich nachzugeben und seinen Nachnamen anzunehmen. Denn spätestens dann, wenn Kinder ins Spiel kommen, müssten wir uns ja für einen Familiennamen entscheiden, und ich will ganz sicher nicht anders als meine Kinder heißen. Und so wie ich ihn kenne, wäre er da nicht bereit, nachzugeben, Familientradition ist ihm bei Namen (auch den Vornamen) sehr wichtig.
Also würde ich auf meine alten Tage doch noch eine geborene...Ich habe eine Wassermelone getragen.
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24.10.2015, 14:44
AW: Was bewegt Frauen dazu, nach der Hochzeit den Nachnamen 'Müller' anzunehmen?
Ich verstehe nicht was daran so schlimm sein sollte Mueller oder Meier zu heissen, das sind doch schöne traditionelle deutsche Namen.
Los lassen ist einer der besten Geschenke die man sich geben kann.
Mckenzie
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24.10.2015, 15:05Inaktiver User
AW: Was bewegt Frauen dazu, nach der Hochzeit den Nachnamen 'Müller' anzunehmen?
Mit dem Namen bei Eheschließung ist es ja so eine Sache. Auch für mich, denn ich bin ja an meinen Namen gewöhnt und verbinde damit etwas.
Ich habe dazu nur ein (mich) überzeugendes Argument gehört:
wenn ich nach der Heirat den Namen meines Mannes annehme (völlig wurscht jetzt, wie der nun lautet), dann habe ich immerhin den Nachnamen eines Mannes, den ich mir selbst ausgesucht habe.
Vorher MUSSTE ich ja quasi den Namen meines (von mir wahrscheinlich nicht selbst ausgesuchten
) Vaters tragen.
Da ist doch was dran.
Seltsam fände ich auch, wenn meine Kinder nach meinem Mann hießen und nicht nach mir, weil ich meinen "Mädchennamen" behalten habe.
Gegen "Müller" hab ich auch nix. Da gibt es wirklich wesentlich "schlimmere" Namen, bei denen ich ins Grübeln geriete.
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24.10.2015, 15:21
AW: Was bewegt Frauen dazu, nach der Hochzeit den Nachnamen 'Müller' anzunehmen?
Nun lese ich das Strangthema ja heute zum ersten Mal, obwohl es schon so alt ist. Es taucht halt wieder auf unter den neuen Beiträgen.
Ich dachte gleich: Was ist das für eine Frage? Wenn diese mich umtreiben würde, würde ich doch meine Bekannten nach ihren Beweggründen fragen und nicht ein Forum. Denn die Antwort hier kann eigentlich nur lauten: Jede wie sie mag. Sei tolerant und akzeptiere das!
Ich selber habe meinen Namen vor 26 Jahre abgegeben, weil mein Schwiegermutter angsteinflößend auf mich wirkte. Es tat mir sehr weh! Ich hätte meinen Mann überreden können, meinen Namen anzunehmen, denke ich. Aber das habe ich nicht versucht, weil meine überdimensioniert emanzipierte Schwiemu alle im Griff hatte! Das hätte ewigen Terror gegeben.
Von Emanzipation habe ich ein ganz anderes Verständnis. Das hat weder was mit dem Namen zu tun, noch damit, dass die Frau nicht mehr fraulich sein darf. Aber so wird es leider ausgelegt. Und das geht eh voll in die Hose.Nur die Ruhe ist die Quelle jeder großen Kraft.
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24.10.2015, 16:55Inaktiver User
AW: Was bewegt Frauen dazu, nach der Hochzeit den Nachnamen 'Müller' anzunehmen?
Hm. Dieses Argument überzeugt mich nun überhaupt nicht. Man sucht sich doch den Mann aus und nicht den Nachnamen. Darauf, wie der Mensch heißt, hat man ja beim besten Willen überhaupt keinen Einfluss. Der Nachname wird einfach mitgeliefert, selbst wenn er "Lammarsch" oder "Klohocker" lautet.
Warum soll es jetzt besser sein, den Nachnamen, den ich nicht ausgesucht habe, meines Partners zu tragen als den Nachnamen, den ich nicht ausgesucht habe, meines Vaters?
Und: Warum sollte das für die Frau ein Argument sein und nicht für den Mann? Der hat seinen Geburtsnamen ja auch nicht selber ausgesucht.
Das ist ja ein Herzchen. Ich glaube, diesen Mann würde ich gar nicht heiraten.
Zitat von Asphaltblume
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24.10.2015, 18:17
AW: Was bewegt Frauen dazu, nach der Hochzeit den Nachnamen 'Müller' anzunehmen?
Schwierig finde ich in solchen Konfliktfällen, dass man die eigene Position ("ich, mein Name, meine Besonderheit, meine Familie, meine Identität...") dem jeweils anderen (bzw. wohl genauer der anderen) nicht zugesteht. Die Argumente funktionieren i.d.R. für beide Seiten - Familienzwist und andere/onomastische Misstöne mal außen vor - gleich gut.
Unschön und nicht sehr sympathisch.
Tradition allein finde ich kein überzeugendes Argument.
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24.10.2015, 19:03
AW: Was bewegt Frauen dazu, nach der Hochzeit den Nachnamen 'Müller' anzunehmen?
Aha, nun solange Du machst, was er sagt, ist ja alles gut. Heiraten, nicht heiraten.
Willst Du überhaupt heiraten?
Wieso müsstet ihr euch denn entscheiden? Dann trägt er halt einen anderen Namen als seine Kinder, wenn er Deinen Namen nicht will.müssten wir uns ja für einen Familiennamen entscheiden, und ich will ganz sicher nicht anders als meine Kinder heißen.
Würde er dann eher nicht heiraten, wenn er seinen Willen nicht bekommt?!Und so wie ich ihn kenne, wäre er da nicht bereit, nachzugeben, Familientradition ist ihm bei Namen (auch den Vornamen) sehr wichtig.
Also würde ich auf meine alten Tage doch noch eine geborene...
Ich finde es vollkommen ok, wenn beide ihren Namen behalten.


Er fand es aber nicht schlimm und gibt offen zu, dass er Schwierigkeiten haette, meinen Namen anzunehmen.
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