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  1. User Info Menu

    AW: Was bewegt Frauen dazu, nach der Hochzeit den Nachnamen 'Müller' anzunehmen?

    Zitat Zitat von bertrande Beitrag anzeigen
    Was hättest Du nicht gedurft? Dass Du einen Doppelnamen wählst oder dass der Mann den Namen der Frau annimmt?
    Beim Doppelnamen bin ich nicht sicher, aber dass Männer bei der Hochzeit den Namen der Frau annehmen konnten, musste erlaubt sein. Ich kenne einen Bauern, der vor mehr als 30 Jahren eine Hof-Erbin geheiratet hat und wo danach er, wie auch die Kinder, den Namen der Frau trugen. Das muss also möglich gewesen sein.
    Historia hat die entsprechenden Quellen verlinkt

    Bis 1991[!] war es durchaus erlaubt, dass ein Paar sich darauf einigt, den Namen der Frau anzunehmen. Wenn die Ehepartner sich nicht auf einen gemeinsamen Namen einigen konnten, dann wurde automatisch[!] der Name des Mannes eingetragen. Dass beide Partner ihren Namen behalten, war nicht möglich.

    Mit anderen Worten: Vor dreißig Jahren durften Frauen die "emanzipierte" Variante wählen. Wenn der Mann es ihnen erlaubt hat.

    Der §1354 des Bürgerlichen Gesetzbuches hat übrigens eine ganz ähnliche Entwicklung durchgemacht. In der Fassung von 1952 heißt es: "Dem Manne steht die Entscheidung in allen das gemeinsame eheliche Leben betreffenden Angelegenheiten zu;[...]"

    Später wurde dieser Passus geändert und lautete dann (sinngemäß, ich kann auf die Schnelle den Wortlaut nicht finden): "Die Ehepartner sollen versuchen, sich zu einigen. Können sie sich nicht einigen, dann entscheidet der Mann."


    So wahnsinnig lang ist das alles noch nicht her. Ich staune wirklich oft darüber, dass viele Frauen in meinem Alter Emanzipation "nicht sexy" finden.

  2. Moderation

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    AW: Was bewegt Frauen dazu, nach der Hochzeit den Nachnamen 'Müller' anzunehmen?

    Zitat Zitat von Albert_Zweistein Beitrag anzeigen
    Historia hat die entsprechenden Quellen verlinkt

    Bis 1991[!] war es durchaus erlaubt, dass ein Paar sich darauf einigt, den Namen der Frau anzunehmen. Wenn die Ehepartner sich nicht auf einen gemeinsamen Namen einigen konnten, dann wurde automatisch[!] der Name des Mannes eingetragen. Dass beide Partner ihren Namen behalten, war nicht möglich.

    Mit anderen Worten: Vor dreißig Jahren durften Frauen die "emanzipierte" Variante wählen. Wenn der Mann es ihnen erlaubt hat.
    Nein, sie hätte auch nein sagen können und unter diesen Umständen nicht heiraten. Wie gesagt, will man sich auf einen gemeinsamen Namen einigen, muss zwangsläufig einer den Namen ablegen. Dass Frau und Mann darüber reden und sich dann einigen können, ist dir offensichtlich suspekt.

    Spätestens dann, wenn Kinder da sind, muss man sich aber wieder einigen, weil die einen Namen brauchen. Wie ist das heute, würfelt man dann?

    Zitat Zitat von Albert_Zweistein Beitrag anzeigen
    So wahnsinnig lang ist das alles noch nicht her. Ich staune wirklich oft darüber, dass viele Frauen in meinem Alter Emanzipation "nicht sexy" finden.
    Warum sollten sie? Wer sich entscheiden muss, läuft auch Gefahr Fehler zu machen und muss dann die Folgen der eigenen Fehlentscheidung sich selbst zuschreiben. Das muss frau nicht sexy finden.
    Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
    Christian Morgenstern
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    AW: Was bewegt Frauen dazu, nach der Hochzeit den Nachnamen 'Müller' anzunehmen?

    Zitat Zitat von HansDampf Beitrag anzeigen
    [...]
    Ein interessanter Beitrag. Da ist sehr viel Wahres dran.

  4. User Info Menu

    AW: Was bewegt Frauen dazu, nach der Hochzeit den Nachnamen 'Müller' anzunehmen?

    @Albert_Zweistein
    Die Frauen hatten doch eine Wahl. Was konnte der Mann machen, wenn die Frau der Heirat nur zu ihren Bedingungen zustimmte? Er konnte sie ja schlecht zur Heirat zwingen.

  5. User Info Menu

    AW: Was bewegt Frauen dazu, nach der Hochzeit den Nachnamen 'Müller' anzunehmen?

    Zitat Zitat von skirbifax Beitrag anzeigen
    Nein, sie hätte auch nein sagen können und unter diesen Umständen nicht heiraten.
    Entschuldige, skirbifax, aber das ist doch ein absolut törichtes Argument. Die Diskriminierung von verheirateten Frauen ist überhaupt kein Problem, weil man ja nicht heiraten muss?

    Wie gesagt, will man sich auf einen gemeinsamen Namen einigen, muss zwangsläufig einer den Namen ablegen. Dass Frau und Mann darüber reden und sich dann einigen können, ist dir offensichtlich suspekt.
    Merkwürdig. Ich habe auf die gesetzliche[!] Diskriminierung von Frauen aufmerksam gemacht, die bis 1991[!] galt. Damals konnte an eben nicht "darüber reden", sondern im Zweifel wurde automatisch[!] der Mann bevorzugt.

    Du stellst jetzt meinen Beitrag ganz bewusst falsch dar und unterstellst mir, es wäre mir suspekt, wenn die Ehepartner miteinander reden und sich einigen. Warum machst Du das? Lust an der Provokation?

    Spätestens dann, wenn Kinder da sind, muss man sich aber wieder einigen, weil die einen Namen brauchen. Wie ist das heute, würfelt man dann?
    Warum nicht? Das wäre doch die gerechteste Variante, wenn beide zu keinem Konsens kommen. Zumindest fairer als die Variante: "Der Mann entscheidet, schließlich ist die Frau selber schuld, wenn sie heiratet."

    Warum sollten sie? Wer sich entscheiden muss, läuft auch Gefahr Fehler zu machen und muss dann die Folgen der eigenen Fehlentscheidung sich selbst zuschreiben. Das muss frau nicht sexy finden.
    Ja. Und? Ich darf doch trotzdem staunen, oder nicht?

  6. User Info Menu

    AW: Was bewegt Frauen dazu, nach der Hochzeit den Nachnamen 'Müller' anzunehmen?

    Zitat Zitat von Albert_Zweistein Beitrag anzeigen
    Ich staune wirklich oft darüber, dass viele Frauen in meinem Alter Emanzipation "nicht sexy" finden.
    Mich erstaunt das nicht. Emanzipiertes Verhalten ist in aller erster Linie non-konformes Verhalten, wenn wir davon ausgehen, daß man sich von der Norm emanzipieren will.
    Wir leben allerdings in einer stark vernetzten, stark arbeitsteiligen, stark wettbewerbsorientierten Geselschaft mit hohen Ansprüchen an das eigene Leben. Das heißt, wir sind von sehr vielen Menschen abhängig (als junger Mensch von Eltern, Lehrern, später von Chefs, Professoren, Nachbarn, immer noch den Eltern usw). Verletzt man bewußt die Normen, dann stößt man viele vor den Kopf, von denen man abhängig ist. Das reduziert die eigenen Ledbenschancen, aber auch die der eigenen Kinder. Wer das nicht will, wer in Wohlstand und Sicherheit leben möchte, der wird also solche Norm-Verletzungen eher vermeiden. Er wird sich anpassen. Damit entsteht ein konservatier (weil bewahrender, nicht verändernder) Mindset.
    Emanzipation hat für manchen zu hohe persönliche Kosten. Also ist Emanzipation nicht sexy.

    Hans
    ----------------------------------------------------------------
    "Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.

  7. Moderation

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    AW: Was bewegt Frauen dazu, nach der Hochzeit den Nachnamen 'Müller' anzunehmen?

    Zitat Zitat von Albert_Zweistein Beitrag anzeigen
    Entschuldige, skirbifax, aber das ist doch ein absolut törichtes Argument. Die Diskriminierung von verheirateten Frauen ist überhaupt kein Problem, weil man ja nicht heiraten muss?
    Nein. Deine Aussage war

    Zitat Zitat von Albert_Zweistein
    Mit anderen Worten: Vor dreißig Jahren durften Frauen die "emanzipierte" Variante wählen. Wenn der Mann es ihnen erlaubt hat.
    Der Mann musste nichts "erlauben". Man hat darüber gesprochen, diskutiert, vielleicht auch gestritten. Und dann kam es zu einer Einigung zwischen zwei gleichberechtigten Partnern. Keiner muss dem anderen etwas erlauben. Und wenn dieses Gefälle sichtbar werden sollte, sollte frau sich die Sache mit der Eheschließung noch einmal überlegen, denn dann wird das nicht nur beim Namen sichtbar werden. Das kannst du gerne töricht finden und ich muss diese Einschätzung nicht teilen.
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    AW: Was bewegt Frauen dazu, nach der Hochzeit den Nachnamen 'Müller' anzunehmen?

    Zitat Zitat von skirbifax Beitrag anzeigen
    Der Mann musste nichts "erlauben". Man hat darüber gesprochen, diskutiert, vielleicht auch gestritten. Und dann kam es zu einer Einigung zwischen zwei gleichberechtigten Partnern.
    Verstehe ich Dich jetzt richtig? Aus Deiner Sicht ist ein Gesetz, das besagt: "Im Zweifel wird der Name des Mannes eingetragen" völlig unproblematisch und steht auch nicht der Gleichberechtigung im Wege?

    Und wenn eine Frau wählen kann zwischen den Optionen: "Ich ordne mich dem Mann unter" und "Ich heirate nicht.", dann entspricht das Deiner Definition von Emanzipation?

    Keiner muss dem anderen etwas erlauben. Und wenn dieses Gefälle sichtbar werden sollte, sollte frau sich die Sache mit der Eheschließung noch einmal überlegen, denn dann wird das nicht nur beim Namen sichtbar werden.
    Interessant. Fast wortgleich haben konservative Politiker vor der Gesetzesreform von 1991 argumentiert.

    Das kannst du gerne töricht finden und ich muss diese Einschätzung nicht teilen.
    "Töricht" ist vielleicht ein zu starkes Wort. "Mangelnde Geschichtskenntnis" trifft es unter Umständen besser.


    Übrigens: Ich hatte noch eine andere Passage aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch zitiert, die unter dem Druck der Frauenbewegung reformiert worden ist. "Die uneheliche Mutter ist zur Vertretung des Kindes nicht berechtigt."

    Konkret bedeutet das, dass für ein uneheliches Kind automatisch ein Amtsvormund bestellt worden ist. Der konnte durchaus entscheiden, dass der Besuch eines Gymnasiums überflüssig ist, und einer Jugendlichen auch die Wahl eines Ausbildungsberufs vorschreiben (oder zumindest verbieten).

    Wenn ein Kind unterwegs war, dann sah die gleichberechtigte und emanzipierte Wahlfreiheit, die man den Frauen zugestanden hat, also folgendermaßen aus: Entweder, sie heiratet den Kindsvater, nimmt seinen Namen an und beugt sich auch sonst seinen Entscheidungen. Oder sie bringt ein uneheliches Kind zur Welt und riskiert, dass der amtliche Vormund eine höhere Schullaufbahn torpediert.


    Es hat ja seine Gründe, warum damals verschiedene gesellschaftliche Gruppen gegen diese vielfältigen Formen von Diskriminierung auf die Barrikaden gegangen sind.

    Das ist das Problem mit dem Neo-Konservatismus. Da sehnt man sich nach einer heilen Welt zurück, die es in Wahrheit nie gegeben hat.

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    Zitat Zitat von HansDampf Beitrag anzeigen
    Mich erstaunt das nicht. Emanzipiertes Verhalten ist in aller erster Linie non-konformes Verhalten, wenn wir davon ausgehen, daß man sich von der Norm emanzipieren will.
    Wir leben allerdings in einer stark vernetzten, stark arbeitsteiligen, stark wettbewerbsorientierten Geselschaft mit hohen Ansprüchen an das eigene Leben. Das heißt, wir sind von sehr vielen Menschen abhängig (als junger Mensch von Eltern, Lehrern, später von Chefs, Professoren, Nachbarn, immer noch den Eltern usw). Verletzt man bewußt die Normen, dann stößt man viele vor den Kopf, von denen man abhängig ist. Das reduziert die eigenen Ledbenschancen, aber auch die der eigenen Kinder. Wer das nicht will, wer in Wohlstand und Sicherheit leben möchte, der wird also solche Norm-Verletzungen eher vermeiden. Er wird sich anpassen. Damit entsteht ein konservatier (weil bewahrender, nicht verändernder) Mindset.
    Emanzipation hat für manchen zu hohe persönliche Kosten. Also ist Emanzipation nicht sexy.
    Ich sehe, worauf Du hinauswillst. Und Du hast sicher nicht ganz unrecht. Non-konformes Verhalten ist anstrengend und aufreibend, Anpassung an das Bestehende ist deutlich bequemer.

    Und irgendwie leben wir in einer Epoche, in der die großen Gegenentwürfe fehlen. In der Wirtschafts- und Sozialpolitik scheint alles "alternativlos" zu sein, von der Elterngeneration kann man sich am ehesten abgrenzen, indem man spießiger wird als Mutti, und die schnelllebige Arbeitswelt fordert ihren Tribut, da sehnt man sich im Privaten nach selbst eingekochter Marmelade. Dass Omi in der Nachkriegszeit auch nicht unbedingt glücklich und entspannt war, verdrängt man da gerne.

  10. Moderation

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    AW: Was bewegt Frauen dazu, nach der Hochzeit den Nachnamen 'Müller' anzunehmen?

    Zitat Zitat von Albert_Zweistein Beitrag anzeigen
    Verstehe ich Dich jetzt richtig? Aus Deiner Sicht ist ein Gesetz, das besagt: "Im Zweifel wird der Name des Mannes eingetragen" völlig unproblematisch und steht auch nicht der Gleichberechtigung im Wege?
    *seufz* Du sprachst von erlauben. Und nein, es musste nichts erlaubt werden. Es geht hier darum, dass Frauen den Namen wechseln. Dass es jetzt plötzlich darum geht, Gesetzestexte auf Kompatibilität mit der Emazipation zu diskutieren, ist an mir vorbeigegangen. Gesetze und auch deren Texte unterliegen ebenfalls dem Zeitgeist. Damals, Ende der 70er Jahre war es revolutionär, dass nicht mehr automatisch der Name des Mannes Ehename wurde. Heute können Ehepartner frei wählen, es gibt viele Möglichkeiten. Jetzt müsste mann/frau den Gipfel der Emazipation erreicht haben. Aber, jetzt passt es auch wieder nicht, weil die Frauen mehrheitlich die Lösung wählen, dass der Name des Mannes gemeinsamer Ehename wird. Können sie nicht wählen, ist es nicht recht, können sie wählen, ist es auch nicht recht. Was denn nun?
    Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
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    - Ich habe meinen Sport gefunden.


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