ich kann das sehr gut verstehen, Creavita. Denn mein Exmann hat das ja so gemacht (allerdings erst in seiner 2. Ehe) und ich glaube, das war sehr befreiend für ihn.
Aber ich muss nochmal auf die Zahlen verweisen. Ich glaube nicht, dass dieses Gefälle 80/20 aus diesen Hintergründen herrührt. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass es bei den Menschen, von denen du schreibst, eine weitgehende Ausgeglichenheit im Geschlechterverhältnis geben dürfte, wenn diese Fälle gesondert erfasst wären.
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04.10.2014, 12:49
AW: Was bewegt Frauen dazu, nach der Hochzeit den Nachnamen 'Müller' anzunehmen?
Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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04.10.2014, 12:56Inaktiver User
AW: Was bewegt Frauen dazu, nach der Hochzeit den Nachnamen 'Müller' anzunehmen?
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04.10.2014, 13:09
AW: Was bewegt Frauen dazu, nach der Hochzeit den Nachnamen 'Müller' anzunehmen?
das stimmt natürlich und da bin ich wohl zu mistverständlich rüber gekommen

ich würde die Gründe in den anderen, also den meisten Fällen auch nicht vorgeschoben nennen. Nur ich halte sie eben von den Geschlechterrollen mindestens gefärbt, wennn nicht sogar dominiert. Daher auch dieses immense Gefälle.
In den von dir angesprochenen Fällen dominiert ganz klar die individuelle Biografie über der Geschlechterrolle. Ich glaube, dass da eine Namensänderung die Eigenentwicklung immens unterstützen kann.Geändert von Amelie63 (04.10.2014 um 13:15 Uhr)
Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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04.10.2014, 13:38
AW: Was bewegt Frauen dazu, nach der Hochzeit den Nachnamen 'Müller' anzunehmen?
In Zeiten des Internets lassen sich Namen schnell googeln. Bei Schneider, Müller, Weber findet man die Personen nicht so schnell, was auch zum Vorteil der Allerweltnamensträger sein könnte. Manche wollen aber bewusst schnell gefunden werden. Ich möchte das nicht.
Im Moment fallen mir zwei Gründe ein, den Namen zu ändern. Mir gefällt mein erster Geburtsname sehr (es gibt zwei Geburtsnamen), und ich wäre auch nicht mehr so leicht zu googeln. Würde ich meinen Familienstand erneut ändern und mein neuer Partner hätte einen wohlklingenden Namen, könnte ich mir gut vorstellen, seinen Namen deshalb anzunehmen. Der Grund wäre aber nicht, weil wir so eng verbunden wären und es nach außen hin unbedingt aller Welt zeigen müssen. Ich kenne Paare, die schon zig Jahre verheiratet sind und kaum einer in deren Bekanntenkreis weiß, dass sie überhaupt verheiratet sind.
Frau Angela Kasner hat Herrn Ulrich Merkel geheiratet und die beiden haben sich scheiden lassen.
Frau Dr. Merkel hat dann Herrn Prof. Dr. Dr. h.c. Joachim Sauer geheiratet und heißt weiterhin Frau Dr. Merkel.
Aktuelle Namensbeispiele (Namen lauten in echt natürlich anders) von meinen Bekannten:
1.
Frau Graf heiratete in Deutschland den Amerikaner Mr. Prince und nimmt seinen Namen an. Sie lässt sich von Mr. Prince scheiden, den Namen behält sie aber, weil er ihr besonders gefällt. Danach heiratet sie Herrn Krumpelhuber und nimmt den Namen Prince-Krumpelhuber an. Sie kann Mr. Prince nicht mehr ausstehen. Später lässt sie sich auch von Herrn Krumpelhuber scheiden und nimmt wieder den für sie wohlklingenden Namen Frau Prince an. Bis heute heißt sie Frau Prince und nicht Frau Graf oder Prince-Krumpelhuber. Gegen den ehemaligen Herrn Krumpelhuber hat sie nichts, außer dass er als Ehemann wohl doch nicht der Richtige war. Beide früheren Ehemänner haben kurz nach der Scheidung wieder geheiratet. Sollte sie je wieder heiraten, nehme ich stark an, dass sie dann weiterhin Frau Prince heißen wird, weil der Name so schön klingt.
2.
Frau Pfeifer heiratete Mitte der achtziger Jahre Herrn Burg. Noch bevor das gemeinsame Kind auf die Welt kam, gab es eine abrupte Trennung für immer. Allerdings musste Frau Burg noch jahrelang die Schulden von Herrn Burg mit abbezahlen. Nach vielen Jahren ließ sie sich endlich scheiden und hieß weiterhin Frau Burg. Sie nahm also nicht ihren Geburtsnamen Pfeifer an, obwohl H. Burg ihr und dem Kind übel mitgespielt hatte. Der Name Burg gefiel ihr und sie war auch im beruflichen Umfeld damit bekannt.
Vor kurzem heiratete Frau Burg, geborene Pfeifer, den Herrn Weitblick und sie heißt jetzt Frau Burg-Weitblick.
3.
Frau Mandel heiratete Mitte der Neunziger Jahre Herrn Namenichtbekannt und beide bekamen ein Kind. Sie hieß weiterhin Frau Mandel und das Kind Mandel Junior. Nach der Geburt des Kindes ließ sich Frau Mandel von Hr. Namenichtbekannt scheiden. Sie heiratete 20 Jahre später Hr. Krachnick und heißt jetzt Frau Mandel-Krachnick.
4.
Hr. Dr. Michael Möbius heiratete Frau Lydia Freifrau von Bingen. Beide sind auf ihrem Fachgebiet
sehr bekannt und behielten behielten aber ihre Geburtsnamen.
4. A
Frau Silke von Falkenstein (eine Schulfreundin) heiratete Herrn Andreas Kreiter. Er heißt seitdem
Andreas von Falkenstein.
5.
Claire Rueckert heiratete den amerikanischen Geschäftsmann Martin Madura. Sie hieß nach der Heirat weiterhin Mrs. Rueckert und die drei Kinder erhielten den Familiennamen Madura. Mr. Madura hat einige Firmen, auch als Makler. Bei einem Emailaustausch bat Mrs. Rueckert allerdings darum, dass man in einer privaten Geschäftsangelegenheit, die die ganze Familie betrifft, den aktuellen Geschäfts-Email-Account mit dem Namen Rueckert benutzen soll (dort war sie für kurze Zeit als Teilzeitkraft tätig, also keine Firma ihres Mannes). Sie möchte nicht, dass man in dieser Geschäfts-Sache den privaten Email-Account mit dem Familiennamen Madura benutzt oder den Madura-Geschäfts-Account (aus gewissen Gründen, die sie nicht nannte). Genau diesen Madura-Account hatte sie anfangs aber öfters für diese Angelegenheit benutzt. Beide sind u. a. im Rotary Club und Golf Club unter Rueckert und Madura und anderswo bekannt. Man zeigt sich in der Öffentlichkeit. Die öffentlichen Kontakte sind wichtig für die Geschäfte.
6.
Herr Klaus Müller (geschieden), der sich öfters in der Öffentlichkeit wie Rumpelstilchen und Elefant im Porzellanladen verhielt, heiratete vor zehn Jahren seine Schulfreundin Gabi Meier und übernahm ihren Allerwelts-Familiennamen. Davor erhielt er wg. seines Verhaltens mit dem Müller-Namen öfters die rote Karte oder keine Audienz, wenn er Kontakt suchte oder irgendwo anrief. Viele wollten mit H. Müller nichts zu tun haben. Sein alter Allerweltsname Klaus Müller war recht bekannt. Nach der erneuten Heirat polterte Klaus Meier dann in altbewährter Weise weiter. In dem Fall war die Namensänderung für kurze Zeit vom Vorteil (wegen der Altlasten/schlechter Ruf). Er kam damit eine Zeit lang durch und konnte manchen austricksen.
Die o. g. Prozentzahlen zur Namenwahl passen nicht ganz zu meinen Erfahrungen. Da gibt es auffällig mehr Paare, die sich nicht für die klassische Namenwahl entschieden haben. Über die wahren Gründe der Namenswahl wird oft nicht gesprochen. Manchmal gibt es Standardantworten, wenn einer danach fragt.
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04.10.2014, 13:47Inaktiver User
AW: Was bewegt Frauen dazu, nach der Hochzeit den Nachnamen 'Müller' anzunehmen?
Norm halte ich für ein zu hartes Wort. Ich würde eher Tradition sagen.
Hatte ich vergessen zu schreiben. Ganz typisch einer der 95%, die ihren Namen behalten. Kam für mich auch nicht in Frage, weil...ja, warum ist mir eigentlich auch nicht ganz klar. Außer, ich wollte keinen anderen Namen, mehr kann ich dir gar nicht sagen. Super-reflektiert.Denizen, wenn ich dich richtig lese, war das für dich nie eine Überlegung ihren Namen anzunehmen. So wie für die meisten Männer nicht. Das ist auch völlig ok, denn da nun jeder den eigenen Namen behalten kann, müssen sie das ja auch gar nicht überlegen. Aber die Frauen überlegen immer noch. Und wechseln. Und nein, diese Prägungen wurden nicht in der Steinzeit angelegt. Die hatten damals sicher ganz andere Probleme. Ich weiss nicht, wie alt diese Namenstraditionen sind. Aber es reichen grundsätzlich auch schon ein paar hundert Jahre Tradition, damit es mehrere Generationen braucht, um sie zu ändern.
Wie ich aber geschrieben habe, konnte ich auch nachvollziehen (aus dem selben super-reflektierten Grund), wenn meine Frau ihren Namen behalten hätte. An der Linienfortführung hat's nicht gelegen, denn unsere Älteste hatte bereits den Namen meiner Frau und alle weiteren Kinder hätten auch ihren Namen gehabt. Da denke ich eher wie du, dass mir die nach außen dokumentierten Zeugnisse wie Ring und Namen nicht so wichtig sind.
Warum überwiegend Frauen, warum kaum Männer? Ich denke, es hat weniger mit Emanzipation zu tun als mit Tradition, auch wenn die Traditionen sich widersprüchlich zur Emanzipation darstellen. Ich glaube, manchmal ist das für sich stimmige Gefühl entscheidender als die Botschaft nach außen.
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04.10.2014, 14:02
AW: Was bewegt Frauen dazu, nach der Hochzeit den Nachnamen 'Müller' anzunehmen?
Mir fallen spontan mindestens 15 Personen ein, die eine große Abneigung (teils Hass) gegen den ehemaligen Partner / die Person haben, deren Namen sie tragen. Sie finden aber ihren Namen immer noch wohlklingend und behalten ihn aus diesem Grund auch nach der Scheidung (oft sogar bei einer Wiederheirat).Zitat von Creavita Beitrag anzeigen
Tja, das kann man so oder so sehen. Könnt ihr akzeptieren, dass es Menschen gibt, die heilfroh sind, wenn sie ihren Namen endlich los sind, weil sie nur Negatives damit verbinden? Weil der Vater (oder die Person, der sie den Namen zu verdanken haben) zum Beispiel ein Riesen*zensiert* ist und man sich von ihm - auch mittels der Namensänderung - distanzieren WILL?
Ich könnte mir aber vorstellen, wenn der Name des früheren Partners öfters besonders negativ in der Presse zu lesen war (Politik, Wirtschaft) oder wegen einer Straftat, dass eine Namensänderung Distanz schafft.
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04.10.2014, 14:29Inaktiver User
AW: Was bewegt Frauen dazu, nach der Hochzeit den Nachnamen 'Müller' anzunehmen?
Die Vergangenheitbewältigung mittels eines neuen Namens war aber nicht der Sinn der Gesetzesnovelle. Der Sinn war ein anderer: Das Verfassungsgericht hat festgestellt, dass das geltende Namensrecht gegen das Grundgesetz verstößt und deshalb geändert werden muss. Hat also ausschließlich mit der Gleichberechtigung etwas zu tun.
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04.10.2014, 14:48
AW: Was bewegt Frauen dazu, nach der Hochzeit den Nachnamen 'Müller' anzunehmen?
Schon, nur wird hier schon seitenlang darüber spekuliert, weshalb die Namenswahl getroffen wird. Den Frauen, die sich für den Namen des Mannes entscheiden wird viel unterstellt - dass sie gleichberechtigt sind gehört jedoch nicht dazu.
Ob eine Frau/eine Partnerschaft gleichberechtigt ist, manifestiert sich weder am Namen, noch daran, dass sie mit der Bohrmaschine Dübel in die Wand setzen kann. Es ist das Gesamtpaket. Und gerade beim Namen ist die Bandbreite in meinen Augen sehr breit und reicht von "ist mir doch egal" bis "ist mir sehr wichtig" mit allen Abstufungen dazwischen. Und auch eine Frau, die eher ein traditionelles Frauenbild lebt, muss nicht unemanzipiert sein.Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
Christian MorgensternIn einer Stunde ruhigen Sitzens verbrennt man 73 Kilokalorien.
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04.10.2014, 14:57Inaktiver User
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04.10.2014, 15:01
AW: Was bewegt Frauen dazu, nach der Hochzeit den Nachnamen 'Müller' anzunehmen?
Frauen wird generell ständig irgendwas unterstellt, Skirbifax, sch...egal, was sie machen oder nicht machen. Ob bzw wie sehr sie emanzipiert sind, das lässt sich meiner Meinung nach vor allem daran erkennen, wie sehr sie sich darum kümmern, dass ihnen mal wieder irgendwas unterstellt wird,oder ob sie genau diesen ewigen Rechenschafts- und Verteidigunsmodus mal bleiben lassen. Weil ihnen das, was sie leben oder leben wollen, zusteht. Basta.
Da finde ich es ganz hilfreich zu überlegen: was würde jetzt wohl ein Mann denken oder tun?. Allermeist nämlich gar nüscht.Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.



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