Ich frage mich gerade, wer der größere Pragmatiker von uns beiden ist: Erbrecht etc. Ehe als rein juristisches Absicherungs-Paket. Ich glaube, ich bin romantischer als du. :-)
In der Großstadt habe ich viele Lebensmodelle kennen gelernt, die nicht einen Zentimeter weniger verbindlich waren als eine Ehe. Nur nicht so rechtlich abgesichert wie die Ehe. Mutig für mich, bescheuert für dich. Ich hoffe sehr, es ändert sich noch. Es gibt halt viele Wege zum Glück.
Aber ich geb auf, traditionell bleibt traditionell. Ich vermute Bayern, oder?
Antworten
Ergebnis 941 bis 950 von 1350
-
14.06.2014, 23:24Inaktiver User
AW: Welche Bedeutung hat Heiraten für euch?
-
14.06.2014, 23:26
-
14.06.2014, 23:32Inaktiver User
AW: Welche Bedeutung hat Heiraten für euch?
Was du Verbindlichkeit nennst ist für mich eine Illusion. Geh doch mal mit deinem Partner in ein visumpflichtiges Ausland, und erzähl dort, ja, doch, wir sind zwar nicht verheiratet, und ich hab auch nix in der Hand um überhaupt zu dokumentieren dass dieser Mann und ich keine Wildfremden sind, aber ich fühl mich so wie verheiratet, und deshalb möcht ich gern auch mitkommen und arbeiten dürfen.
Und das ist nur eins von x Beispielen, wo du dir deine gefühlte Verbindlichkeit sonstwohin stecken kannst, weil sie einfach niemanden interessiert. Und weil ich das weder für mich noch für meinen Partner will, und ich als Erwachsene Realitäten anerkenne und nicht im Weihnachtswunderland lebe, deshalb hat Heiraten eine Bedeutung. Kannst du weiterhin ignorieren, ist auch richtig so dass heute keiner mehr heiraten muss - ändert aber inhaltlich nix.
P.S. Ja, in Bayern lebend, gottlobunddank!
-
14.06.2014, 23:48Inaktiver User
-
15.06.2014, 01:08
AW: Welche Bedeutung hat Heiraten für euch?
Ja, um darauf zu bauen, dass dies jetzt eine verbindliche Beziehung ist (und eine andere wollte ich auf Dauer nicht leben) brauche ich natürlich die Vereinbarung darüber. Denn alleine die Zeit bringt es ja nicht, das muss schon eine Entscheidung sein.
Und ich hätte mich ohne Ehe nicht sicher gefühlt - denn "mir kann/konnte man sich ohne Ehe auch nicht sicher sein".
Für mich war völlig klar, das Versprechen wird - gegenseitig - mit der Eheschließung gegeben. Wenn wir noch ein Jahr gewartet hätten oder zwei, dann eben erst dann.
Bis zur Hochzeit kann man es sich überlegen, danach ist entschieden.
Bis zur Hochzeit war es eine Beziehung zwischen jungen Leuten, ab der Hochzeit eine Ehe bis dass der Tod uns scheidet.
Bis zur Hochzeit waren meine Eltern meine nächsten Angehörigen, und mein Mann hatte mit vielem "nichts zu schaffen".
Mit dem Tag der Hochzeit ist die Schwelle dessen, was ein Trennungsgrund ist (bzw. was wir durchstehen), sprunghaft angestiegen.
Insofern hat es für mich nichts mit Misstrauen oder Unsicherheit zu tun, das Versprechen zu wollen.
Vorher war ich ja auch nicht in gleichem Sinne verlässlich wie nach der Eheschließung. Das Versprechen war noch nicht gegeben, es war noch "Kennenlernen und Prüfen", und dann die Entscheidung.
Und das kommt, um es noch einmal zu betonen, bei uns nicht aus der Religion.
Mein Mann sieht es aber genauso. Es war klar, dass wir heiraten würden, sobald wir bereit sind, uns endgültig zu entscheiden. Zwischen der Entscheidung zu heiraten und Hochzeitsfeier lagen bei uns vier Monate.
Es war etwas wie bei K82, dass ich nach zwei Jahren ziemliche Zweifel hatte und die Sache auf der Kippe stand, und es ein Jahr später dann verbindlich wurde. Da haben wir dann geheiratet.
"Aus mir und meinem Partner heraus" zeigt sich nicht die Verpflichtung selbst, aber natürlich, dass das Versprechen Substanz hat. (Irgendein Hallodri hätte mir sonstwas versprechen können, das wäre mir natürlich egal gewesen.)
Wir haben uns ja vorher damit beschäftigt und darüber gesprochen, was wir da versprechen werden, wie wir die Ehe sehen, ob wir Kinder wollen, etc.
Darüber, wie wir leben wollen, haben wir auch gesprochen, aber da ist das meiste anders gekommen (ich wollte viele Kinder und Hausfrau werden; viele Kinder waren uns nicht vergönnt und ich bin "Familienernährerin" und war durchgehend bis auf ein paar Monate Elternzeit vollzeitberufstätig.)Geändert von Marta-Agata (15.06.2014 um 01:23 Uhr)
-
15.06.2014, 01:13
AW: Welche Bedeutung hat Heiraten für euch?
-
15.06.2014, 01:28Inaktiver User
AW: Welche Bedeutung hat Heiraten für euch?
Ja. Und man kann differenzieren zwischen Zivilehe und kirchlicher Heirat.
Die Frage, was genau denn eine eingetragene gegengeschlechtliche Lebenspartnerschaft inhaltlich anderes sein soll als eine standesamtliche Heirat wurde ja nicht beantwortet. Und wenn sie nichts anderes sein soll - bitte schön, gibt es schon.
Ich finde diese Diskussion darüber wirklich albern. Manche müssen ja schon vor dem Wort Ehe förmlich traumatisiert sein.
-
15.06.2014, 09:42Inaktiver User
AW: Welche Bedeutung hat Heiraten für euch?
Das finde ich wichtig. Die Diskussion hier zeigt ja, dass es nicht nur um Heiraten Ja/nein geht, sondern auch Heiratbefürworter unterschiedliche Dinge erwarten und leben. Das sollte vor der Ehe angeschaut und diskutiert werden.
Ich finde das nicht unerträglich, ganz im Gegenteil. Die Ehe hat wichtige Funktionen, vor allem wenn man an Familien mit Kindern denkt. Kinder sind für ihre emotionale Entwicklung, die große Auswirkungen auf ihr restlichen Leben hat, auf eine stabile Familie angewiesen. Wenn ich verheiratet bin und Kinder habe, kommt also noch eine zusätzliche Verpflichtung dazu, meine Ehe in Ordnung zu halten. Eine stabile Familie ist daher auch gesellschaftlich wichtig und wird zurecht geschützt. Alleinerziehend und Patchwork ist nur ein Notfallplan, der aber normale Familienstrukturen nicht ersetzen kann. Ich finde es fahrlässig und auch dumm diese Notfallpläne "modern" zu nennen und auch noch zu fordern, dass die Gesellschaft samt Gesetzgebung diese ungute Entwicklung begrüßen und sie fördern soll.
(Das heißt nicht, dass man Alleinerziehende im Regen stehen lassen soll - schlimm, dass man das erwähnen muss, aber ich kenne ja die Bri.)
-
15.06.2014, 11:11
AW: Welche Bedeutung hat Heiraten für euch?
Obwohl schon ewig verheiratet kann ich zwar mit der Ehe als rechtliche Gemeinschaft etwas anfangen und eigentlich nur deswegen haben wir geheiratet, aber diesen ganzen Hype um Traumhochzeit etc. kann ich nicht nachvollziehen.
Eine Langzeitbeziehung zu führen ist mitnichten so romantisch wie manche das gerne haben wollen, da ist ein guter Teil Pragmatismus vonnöten, denn immerhin müssen dabei zwei verschiedene Persönlichkeiten lange Zeit miteinander auskommen, auch Veränderungen miteinander leben können etc..
Ob ich das durch eine Eheschließung absegne oder nicht, es ändert doch rein gar nichts daran, dass das die zwei Beteiligten eben wollen und leben müssen.
Zitat von Inaktiver User
Ach ja, und dagegen kann man sich also verbindlich durch Eheschließung versichern? Das wundert mich aber jetzt.
Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
-
15.06.2014, 11:21Inaktiver User
AW: Welche Bedeutung hat Heiraten für euch?



Zitieren


