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  1. Inaktiver User

    AW: Welche Bedeutung hat Heiraten für euch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Dann kannst du dich noch nicht viel mit dem Thema beschäftigt haben.

    Die Ehe ist deshalb privilegiert, weil sie durch die Übernahme von finanzieller Verantwortung, und zwar verbindlich und nicht nur eventuell und auf freiwilliger Basis, die Allgemeinheit entlastet. Sprich, es muss erst der Ehepartner einstehen bevor der Staat zahlt, und zwar und wenn und aber. Während du das bei einer nicht-ehelichen Beziehung durch eine formlose Trennung komplett umgehen kannst - eine Scheidung hilft dir in dem Fall auch nix mehr, die Verantwortung bleibt, wenn sie bereits besteht.

    Was sollen denn bitte förderungswürdige Lebensmodelle mit Kindern sein? Dass zwei Leute irgendwie Kinder miteinander haben, genau ohne füreinander einstehen zu wollen? Wieso sollte man das fördern?

    Fördern sollte man wenn dann die Kinder - aber nicht irgendwelche nicht nachprüfbaren flüchtigen Gegebenheiten, so kann ein Staat doch nicht funktionieren.

    Abgesegen davon dass das genau die Rosinenpickerei ist: man möchte seine Beziehung nicht vor dem Staat dokumentieren - dann kann man aber auch dem Staat nicht vorwerfen, er privilegiere sie nicht.
    Entschuldige bitte, aber wenn man rechtlich argumentiert, sollte man doch zumindest rechtlich informiert sein? Das ärgert mich ohnehin an diesem Strang, diese vielen rechtlichen Fehlvorstellungen.

    1. Nichteheliche Väter sind Müttern ihrer Kinder gegenüber ebenso unterhaltspflichtig wie verheiratete Väter. Anderslautende Gesetzgebung wurde vom BVerfG für verfassungswidrig erklärt.

    2. Nichteheliche Lebenspartner werden vom Staat durchaus zur Kasse gebeten - ALG II bekommt man nicht, wenn der Lebenspartner ausreichend verdient. Für die Berechnung der gesetzlichen Krankenkassenbeiträge von Selbständigen wird das Vermögen des nichtehelichen Lebenspartners herangezogen. Es ist also eher der Staat, der Rosinenpickerei betreibt.

    3. Du hast mich falsch verstanden. Nicht die Beziehung zweier Menschen mit Kind sollte m.E. gefördert werden, sondern ein Lebensmodell mit Kind - egal, ob nun Alleinerziehend oder Patchwork oder wie auch immer. Kann man auch als Förderung des Kindes bezeichnen, aber die steuerlichen Vorteile kommen selbstverständlich nie den Kindern, sondern dem Steuerzahler zugute.

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    AW: Welche Bedeutung hat Heiraten für euch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    1. Nichteheliche Väter sind Müttern ihrer Kinder gegenüber ebenso unterhaltspflichtig wie verheiratete Väter. Anderslautende Gesetzgebung wurde vom BVerfG für verfassungswidrig erklärt.
    Das ist insofern schief als es eng definiert ist und eine geschiedene Ehefrau ggf. noch einen darüberhinausgehenden Unterhaltsanspruch hat. Vom Trennungsunterhalt ganz zu schweigen.

    2. Nichteheliche Lebenspartner werden vom Staat durchaus zur Kasse gebeten - ALG II bekommt man nicht, wenn der Lebenspartner ausreichend verdient.
    Das ist aber kein Unterhaltsanspruch gegen den Partner, sondern folgt nur aus dem Grundgesetz, dass es kein Vorteil sein darf, nicht verheiratet zu sein.

    Für die Berechnung der gesetzlichen Krankenkassenbeiträge von Selbständigen wird das Vermögen des nichtehelichen Lebenspartners herangezogen.
    Kannst du mir das erklären? Krankenkassenbeiträge werden doch sowieso aus Einkommen und nicht aus Vermögen berechnet.

  3. Inaktiver User

    AW: Welche Bedeutung hat Heiraten für euch?

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Und wozu braucht man das dann?
    Was gibt es dann noch für einen Grund, nicht eine Ehe einzugehen?
    Das wäre dann Ehe I und Ehe II, aber das ist dasselbe?
    Naja, Abstufungen gibt es in anderen Ländern der Welt durchaus.
    Bspw. in den Common Law-Ländern die common law-marriage Common-law marriage
    Oder in Italien die Trennung von Tisch und Bett, die nicht zur Scheidung führen muss.

    Gesetze sind ja nicht auf ewig in Stein gemeißelt und Gesellschaften verändern sich.

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    AW: Welche Bedeutung hat Heiraten für euch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    das ist doch was ganz Anderes.
    Unverheiratet aber dann tragen die Kinder den Namen des Vaters - wer hat da wohl die besseren Karten bei einer eventullen Trennung?
    Sehr interessiert kommt da ne Mutter nicht rüber.

    Ich habe ganz lange nach der Scheidung abgewartet bis ich meine Mädchennamen wieder annahm.
    Und die Kinder sagten mal: ich dachte das machst du jetzt auch noch.

    Es ist ja nicht nur so ein Trauschein sondern ganz offiziell wird hier eine Verbundenheit erklärt.
    Da entsteht eben ein Wir.

    Dieses Rumgeeiere bei Paaren ohne Trauschein finde ich nervig.

    So äußere ich mich natürlich nicht bei meinen Kindern, so genau will ich da gar nicht Bescheid wissen.
    Meine Einstellung allerdings ist bekannt.

    Mir fiele noch so viel ein was ohne Trauschein komplizierter ist. Die Religionsfrage zum Beispiel.
    Meine Tochter ist katholisch und ihr Mann Atheist.

    Die Kinder sind bis jetzt Unentschieden!
    Für das Sorgerecht spielt der Nachname überhaupt keine Rolle.

    Und was hat der Trauschein mit der Religionsfrage zu tun?

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    AW: Welche Bedeutung hat Heiraten für euch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Naja, Abstufungen gibt es in anderen Ländern der Welt durchaus.
    Bspw. in den Common Law-Ländern die common law-marriage Common-law marriage
    Oder in Italien die Trennung von Tisch und Bett, die nicht zur Scheidung führen muss.

    Gesetze sind ja nicht auf ewig in Stein gemeißelt und Gesellschaften verändern sich.
    Das kann ich mir schon vorstellen, dass es da Abstufungen gibt - aber das hat denizen ja nicht gemeint, sie wollte die vollständige Gleichstellung.

    Die common-law-Ehe kann aber eine Falle sein - denn dazu ist gar kein Rechtsakt notwendig, sie hat aber rechtliche Konsequenzen. Ich kenne eine Frau, die zwei Jahre mit einem Mann zusammen war, und zur Trennung hat er sie auf ihr halbes Haus verklagt - was nach englischem Recht gar nicht so abwegig ist. Die Sache endete in einem für sie teuren Vergleich (wenn auch weniger als der Wert des halben Hauses).

  6. Inaktiver User

    AW: Welche Bedeutung hat Heiraten für euch?

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Das ist insofern schief als es eng definiert ist und eine geschiedene Ehefrau ggf. noch einen darüberhinausgehenden Unterhaltsanspruch hat. Vom Trennungsunterhalt ganz zu schweigen.
    Ja, gegebenenfalls. Das trifft aber hauptsächlich für Altehen zu, bei heutzutage geschlossenen Ehen muss die Ehefrau damit rechnen, sehr schnell wieder arbeiten gehen zu müssen.

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Kannst du mir das erklären? Krankenkassenbeiträge werden doch sowieso aus Einkommen und nicht aus Vermögen berechnet.
    Nein, das stimmt nicht für alle Fälle. Schau mal hier:
    http://www.aok.de/niedersachsen/beit...erte-16211.php
    Mit dem Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung hat der Gesetzgeber für geringverdienende und weitgehend nichtvermögende hauptberuflich Selbstständige eine Sonderregelung mit einer speziellen monatlichen Mindestbemessungsgrundlage eingeführt, die der für Bezieher des Gründungszuschusses entspricht. Bei der Einkommensprüfung wird das Vermögen und Einkommen des freiwillig versicherten, hauptberuflich selbstständigen Mitglieds, des nicht dauernd getrennt lebenden Ehepartners, Lebenspartners oder der Person, die mit dem freiwilligen Mitglied in einem gemeinsamen Haushalt lebt (eheähnliche Gemeinschaft), berücksichtigt. Die Anwendung der speziellen Mindestbemessungsgrundlage erfolgt auf Antrag.

  7. Inaktiver User

    AW: Welche Bedeutung hat Heiraten für euch?

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Das kann ich mir schon vorstellen, dass es da Abstufungen gibt - aber das hat denizen ja nicht gemeint, sie wollte die vollständige Gleichstellung.

    Die common-law-Ehe kann aber eine Falle sein - denn dazu ist gar kein Rechtsakt notwendig, sie hat aber rechtliche Konsequenzen. Ich kenne eine Frau, die zwei Jahre mit einem Mann zusammen war, und zur Trennung hat er sie auf ihr halbes Haus verklagt - was nach englischem Recht gar nicht so abwegig ist. Die Sache endete in einem für sie teuren Vergleich (wenn auch weniger als der Wert des halben Hauses).
    Klar, jegliche rechtliche Beziehung hat Fallstricke.
    Ich halte es aber grundsätzlich für sinnvoll, wenn Gesetzesrecht und gesellschaftliche Vorstellungen einander entsprechen. Im deutschen Recht ist das im Sozialrecht der Fall, weil hier die öffentliche Hand Vorteile aus einer Gleichstellung der ehelichen Gemeinschaft mit nichtehelichen Lebensgemeinschaften zieht. Im Steuerrecht ist's dann andersherum. Das finde ich unangemessen. Müssen wir hier aber auch nicht ausdiskutieren.

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    AW: Welche Bedeutung hat Heiraten für euch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ja, gegebenenfalls. Das trifft aber hauptsächlich für Altehen zu, bei heutzutage geschlossenen Ehen muss die Ehefrau damit rechnen, sehr schnell wieder arbeiten gehen zu müssen.
    Einmal Zahnarztgattin, immer Zahnarztgattin ist abgeschafft - das ist ja auch richtig.
    Aber auch früher musste eine geschiedene Frau irgendwann wieder arbeiten gehen.
    Und auch heute noch stehen im Unterhaltsrecht eine ganze Reihe von Gründen für nachehelichen Unterhalt - auch langfristig. Das wird immer für lange Ehen gelten - aber nicht nur.

    Das Problem ist, dass in dem Gesetz jetzt durchaus auch Widersprüchliches steht, und viel von "Billigkeit", "unbillig", "Härte", und das Richterrecht muss das erst ausfüllen. Aber die Gerichte rudern teils schon "zurück" und es gibt höchstrichterliche Urteile, die mehr Unterhalt zugestehen als so mancher, auch Richter, meinte.

    Aber das ist ein anderes Thema.

    Danke für die Info zur Krankenkasse - das wusste ich nicht.

  9. User Info Menu

    AW: Welche Bedeutung hat Heiraten für euch?

    Das Problem ist, dass in dem Gesetz jetzt durchaus auch Widersprüchliches steht, und viel von "Billigkeit", "unbillig", "Härte", und das Richterrecht muss das erst ausfüllen. Aber die Gerichte rudern teils schon "zurück" und es gibt höchstrichterliche Urteile, die mehr Unterhalt zugestehen als so mancher, auch Richter, meinte.
    Da hat der Gesetzgeber es sich sehr, sehr einfach gemacht, was umso tragischer ist, als dass richterliche Entscheidungen einerseits in ganze Existenzen eingreifen und andererseits schnell die Allgemeinheit (in Form von Sozialleistungen) zur Kasse gebeten wird.

    Wenn man hier allerdings so manchen Unterhaltsstrang liest, dann sieht man, dass den betroffenen (meist) Frauen oft nicht klar ist, was das Verlassen auf Unterhalts- und Versorgungsausgleichsansprüche wirklich bedeuten kann.

    Mandelblüte

  10. Inaktiver User

    AW: Welche Bedeutung hat Heiraten für euch?

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Beim Standesbeamten schließt man die Ehe.
    So wie sie im Gesetz beschrieben ist.
    Sonst nichts - und dann ist man verheiratet.
    Da ist nichts Religiöses, und kein Schwur oder Versprechen.

    Das wäre also eine bloße Namensänderung.
    Also Marta-Agata, du hast doch auch geheiratet, da kommt doch das Ja-Versprechen, bis dass ... Wenn das nicht religiös motiviert ist. Aber wie schon x-Seiten vorher gesagt, kein Problem damit. Du musst den Menschen nur zugestehen, dass sie ihre eigene Lebensform wählen können.

    Mir geht es um die Aufhebung der Wertigkeit. Ob verheiratet oder nicht, es sollte doch möglich sein, dass ein unverheiratetes Paar dieselben rechtlichen Ansprüche für sich einfach und formlos (was ja die Zustimmung zur Ehe ist) erklären kann, ohne Hunderte von Euros an den Notar zu zahlen. Die Verbindlichkeit zwischen den Partnern lässt sich doch nicht an dem Premium-Produkt "Ehe" messen.

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