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Thema: Heiratsmuffel

  1. Inaktiver User

    AW: Heiratsmuffel

    Caramon,

    Eigentlich übernimmt man ja schon Verantwortung füreinander, wenn man zusammen ist. Da hat man ja Verbindlichkeit.
    Ohne Verbindlichkeit ist es keine Beziehung. Aber das ja noch keine endgültige Entscheidung füreinander, oder?
    (Was Verantwortung füreinander heißt, wäre sowieso zu diskutieren.)

    Und da unterscheide ich ganz deutlich: Beziehungen vor der endgültigen Entscheidung füreinander, und danach. Und bei mir heißt das Hochzeit und macht einen Unterschied. (bis zur Hochzeit kann man es sich überlegen - danach geht es darum, das beste darauf zu machen).

    Und viele Probleme, die Du hier in der BriCom lesen kannst, kommen daher, dass Beziehungen langjährig so dahinplätschern, ohne dass die Entscheidung stattfindet oder gewisse Dinge geklärt sind. Und dann heißt es plötzlich: Hilfe er will kein Kind (oder so).

    Und würdest Du unverheiratet überlegen, eine weniger attraktive Stelle in einer anderen Stadt anzunehmen, um Fernbeziehung zu vermeiden? Und es als "gemeinsame Entscheidung" sehen, ob Du das tust oder ob Ihr in Fernbeziehung lebt.
    Nein, für mich gehört dazu heiraten, sonst würde ich mir so etwas gar nicht überlegen.

    Das Angebot aus den Staaten wäre mir nicht egal - aber es wäre dann eine gemeinsame Entscheidung. Ich schrieb von einem Angebot, dass zur Trennung führen würde.

    Ich hätte mich vor der Hochzeit für viele Dinge getrennt, die nach der Hochzeit kein Thema mehr gewesen wären.
    (Denk' 'mal im Gedankenexperiment an einen Unfall, nach dem der Partner für immer im Rollstuhl sitzt und auf Dauer kaum Geld hat. Als junge Frau mit Mitte 20 hast Du dann die Aussicht, 50 Jahre Rollstuhl zu schieben und vielleicht keine Kinder zu haben. Nach der Hochzeit selbstverständlich, vor der Hochzeit hätte ich das wohl nicht gemacht.)



    Gemeinsames Geld, das machen nicht alle so. Aber ich hätte mich von jedem getrennt (und mein Mann auch), der das nicht so sieht. Hat er gerade in einem Gespräch mit unserem Sohn genau so gesagt.
    Auch bei Selbstständigen kann man Regelungen finden, dass das Geld für die Familie "gemeinsames" ist. (und warum es bei Selbstständigkeit keinen Zugewinnausgleich geben soll, habe ich noch nie verstanden).

    Woher kommt eigentlich das Märchen, dass es bei Selbstständigen keinen Steuervorteil des Ehegattensplitting gibt? (Nur weil der keine Steuerklasse hat?)
    Ich schrieb es ja oben schon - es kommt nur darauf an, ob das Einkommen unterschiedlich ist oder nicht. Das kann auch aus "Vermietung und Verpachtung" kommen.



    Aber inwiefern findest Du die Stärkung der väterlichen Rechte zwiespältig?
    Ich sehe es insgesamt als zwiespältig, die nichteheliche Lebensgemeinschaft der Ehe rechtlich gleichzustellen. Die Leute können ja heiraten. Das ist ein Gesamtpaket aus Rechten und Pflichten. Ich finde weder gut, dass der Staat Nicht-verheirateten die Pflichten auferlegt (6 Jahre Unterhalt für die Mutter demnächst) noch dass die Rechte gleich sind.
    Warum soll der uneheliche Vater die gleichen Rechte haben, obwohl er nicht die Verantwortung einer Ehe übernommen hat? Nur weil er Unterhalt für das Kind zahlen muss? Nee, diese Argumentation mache ich nicht mit.

    In die Diskussion um den nachehelichen Unterhalt steigen wir lieber nicht ein. Da gibt es ganze Stränge voll. Aber ich persönlich finde das ganz ok
    (ich stelle mir eine Ehe schließlich immer mit vielen Kindern vor, und ich hätte nie Unterhalt bekommen - zur Erläuterung)

    Gruß, Leonie

  2. User Info Menu

    AW: Heiratsmuffel

    Nur kurz: Doch es hat schon auch was mit Selbständigkeit zu tun, denn dann bezahlt man ja Einkommens- und keine Lohnsteuer, dementsprechend gibt's auch keine Steuerklassen, die sich durch die Ehe ändern können. Daher muss man es vorher genau durchrechnen, ob man durch eine Ehe tatsächlich weniger oder sogar mehr Steuer bezahlen muss. Ich gebe aber zu, ich kenne mich nicht en detail aus, sondern vertraue da der Aussage meiner Steuerberaterin.

    Aber unser Steuersystem ist, was Ehe und Familie angeht, sowieso bescheuert, es gibt sogar Fälle, bei denen Eheleute durch die Geburt eines Kindes sich steuerlich schlechter stellen.
    'tschuldigung, ist ein bisschen OT, ich wundere mich nur immer wieder, wie oft das Finanzielle als Grund für eine Ehe angeben wird, ohne dass man sich wirklich darüber informiert hat, gerade bei Leuten, die dann eine Riesenfeier veranstalten - Bis die 12000-20000 Euro durch Steuerersparnis wieder drin sind, das dauert

    Und Caramon: Ich bin auch gegen Ehegatten- und für Familiensplitting - aber ob, bzw. wann sich das wohl durchsetzen lassen wird? Und noch was: Als unehelicher Vater hat man inzwischen auch ein Besuchsrecht (oder Umgangsrecht oder wie immer das juristisch korrekt heißt), selbst wenn man kein gemeinsames Sorgerecht hat, was inzwischen ebenfalls bei unverheirateten Eltern möglich ist.

  3. Inaktiver User

    AW: Heiratsmuffel

    Zitat Zitat von Jo68
    Nur kurz: Doch es hat schon auch was mit Selbständigkeit zu tun, denn dann bezahlt man ja Einkommens- und keine Lohnsteuer, dementsprechend gibt's auch keine Steuerklassen, die sich durch die Ehe ändern können.
    sorry Jo, das ist Unsinn.

    Es kommt doch nicht darauf an, welche Steuerklasse ich habe, sondern darauf, was schließlich nach der Einkommensteuererklärung herauskommt.

    Und Ehegattensplitting geht im Prinzip so:

    Die zu versteuernden Einkommen (völlig egal aus welcher Quelle) werden addiert und durch 2 geteilt - und dann versteuert.
    Wenn beide gleich viel verdienen macht das keinen Unterschied.

    Wenn beide unterschiedlich viel verdienen, macht es wegen der Steuerprogression sehr wohl einen Unterschied.
    Und wenn nur einer verdient, noch mehr, weil dann die "Grundfreibeträge" für beide auf das eine Einkommen zählen.




    es gibt sogar Fälle, bei denen Eheleute durch die Geburt eines Kindes sich steuerlich schlechter stellen.
    kannst Du mir das erklären?
    Mir fällt kein Beispiel ein.


    Dass man nicht nur wegen der Steuer heiraten sollte, das sind wir uns einig

    Gruß, Leonie

  4. User Info Menu

    AW: Heiratsmuffel

    Hi Caramon,

    erstmal herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft! Alles Gute für Dich und das Kind!

    Sehr, sehr schade, dass Du jetzt erst anfängst, mit ihm ernsthafter zu diskutieren. Aber wenn man jung ist, traut man sich weniger.
    Andere haben es schon gesagt:
    Du kannst Dich entscheiden, ob Du bleiben willst, wenn er nicht heiratet. Offensichtlich ist ihm die Verantwortung zu viel.

    Mir fehlt in Deinen Begründungen DIE Begründung schlechthin:
    "Ich möchte einfach heiraten, weil ich ihn liebe und mit ihm für immer ein Paar sein möchte und das will ich als Ehefrau sein, weil sich das viel näher anfühlt" - oder so ähnlich. Irgendwas mit LIEBE.

    Das fehlt mir in Deinen Äußerungen ein wenig. Und wenn er nicht ganz unsensibel ist, dann merkt er auch, dass der Hase in die Absicherungs-Richtung läuft. Dafür allein ist er sich natürlich zu schade. Klar. Wär mir auch nicht genug - für ein Leben lang. Das hält dann allerdings sowieso nicht ewig. Es ist schon MIT großer Liebe schwierig genug manchmal.

    Liebst Du ihn so sehr, dass Du - egal wie er sich entscheidet - ihn für den Mann Deines Lebens hältst? Oder ist er eine bequeme Lösung? Ich denke, das solltest Du Dich fragen.

    Kein Mensch will eine bequeme Lösung sein.
    Wenn Du ihn super sehr liebst und er sich nicht nur als bequeme Lösung sehen muss, aber nunmal nicht will,
    nabel Dich notfalls ab: Eigener Job, eigene Wohnung. Über die Beziehung kann man später immer noch reden. Wie andere schon sagten: Bring dich alleine auf die sichere Seite. Er scheint es nicht tun zu wollen momentan.

    Kann schon verstehen, dass Du enttäuscht bist. Aber Du hast auch sehr lange gewartet. Warum?

    Gruß Karla

  5. User Info Menu

    AW: Heiratsmuffel

    Hier Leonie, es stand mal in einem Zeitartikel:

    "Unsere Liebe braucht keinen Trauschein«, dachten sich Anna und Klaus Seifert, als sie vor fünf Jahren in eine gemeinsame Wohnung zogen. Die 35-jährige Wirtschaftsjuristin und der 30-jährige Historiker wollten eine gemeinsame Zukunft und gemeinsame Kinder – aber wozu heiraten? Den Ausschlag gab schließlich die Steuer. Seit die Seiferts verheiratet sind, sparen sie knapp 8000 Euro im Jahr. Weil die Anwältin in einer großen Kanzlei sehr gut verdient, während ihr Mann mit einem winzigen Stipendium an seiner Promotion arbeitete, profitiert das Ehepaar extrem vom Ehegattensplitting. Der Steuervorteil für Verheiratete wirkt sich bei ungleichen Einkommen besonders stark aus.

    Von August dieses Jahres an ist das vorbei. Das Paar erwartet ein Kind, Anna Seifert wird anschließend ein halbes Jahr lang nicht ins Büro gehen, und mit ihrem Gehalt entfällt auch der Steuervorteil. Für den Staat wird es ausgerechnet jetzt, wo ein Kind geboren wird, deutlich billiger: Erziehungsgeld bekommen die künftigen Eltern nicht, das neue Elterngeld wird nur für Kinder gezahlt, die ab 2007 geboren werden, und das Kindergeld bringt den Seiferts nur etwa ein Viertel des alten Splittingvorteils. »Ich will mich nicht beschweren, wir kommen auch so zurecht«, sagt die Juristin. »Aber es hätte mir mehr eingeleuchtet, wenn der Staat mich nach der Geburt subventioniert hätte statt in den Jahren davor.«" http://www.zeit.de/2006/19/Familienpolitik

    Der Artikel ist insgesamt übrigens sehr interessant, weil er das Chaos und die Idiotie der deutschen Familien- und Eheförderung zeigt.

    Und was die Selbständigen angeht: Wie gesagt, ich habe bei meiner Steuerberaterin extra nachgefragt (allerdings vor meiner Schwangerschaft), ob es sich finanziell lohnen würde zu heiraten, worauf sie sehr skeptisch war und meinte, dass man es ganz genau durchrechnen muss, da man es nicht per se mit ja beantworten kann. Aber ab 2007 ist ja schon wieder alles anders, man kann Kinderbetreuungskosten absetzen und bekommt Elterngeld - also ist wieder eine neue Rechnung fällig ...

  6. Inaktiver User

    AW: Heiratsmuffel

    Jo,

    zunächst - die Frau ist selbstständig. Und hat Vorteil vom Ehegattensplitting.


    Und dann kommt es darauf an, was man vergleicht.

    Ich hatte Dich so verstanden, dass es Situationen gibt, in denen - bei gleichem Einkommen - mit Kind mehr Steuern gezahlt werden als ohne. Und die gibt es nicht.

    Ein ganz anderes Thema ist, dass bei uns auch die kinderlose Ehe stark gefördert wird, wenn ein Einkommen sehr hoch und das andere sehr niedrig ist.
    Dass man die Förderung stärker am Kind und weniger an der Ehe festmachen sollte - darauf könnten wir uns schnell einigen.


    Gruß, Leonie

  7. User Info Menu

    AW: Heiratsmuffel

    Äh, haben wir denselben Text gelesen? Da steht doch gar nicht, ob sie selbständig ist ("Anwältin in einer Kanzlei" klingt eher nach angestellt) und es steht explizit drin, dass nach der Geburt des Kindes der Steuervorteil wegfällt. Für dieses Paar verschlechtert sich die finanzielle, steuerliche Situation also durch das Kind, mehr wollte ich ja gar nicht sagen.

    Aber stimmt, auf die Förderung von Kindern anstatt von Ehe können wir uns sofort einigen!

  8. Inaktiver User

    AW: Heiratsmuffel

    Jo, wer nix verdient, zahlt auch keine Steuern und kann keine Steuervorteile haben, oder?

    Sie hat vorher mehr Steuern gezahlt als hinterher.
    Steht sie sich dann hinterher steuerlich schlechter?

    Und wenn sie weiterarbeiten würde (könnte sie ja vielleicht, und ihr Mann macht Pause) und genauso viel verdienen, würde sie mit Kind auch weniger Steuern bezahlen.

    Wenn sie aufhört zu arbeiten, steht sie sich finanziell schlechter. Und das gleicht der Staat nicht aus. Darum geht es doch.
    Und angesichts dessen, wie der Staat die kinderlosen Ehen fördert, kann man das nicht richtig finden - ganz klar.

    Aber sie steht sich nicht steuerlich schlechter, weil sie ein Kind hat. Eine solche Aussage halte ich zumindest für grob missverständlich.


    Dass sie selbstständig ist, steht das tatsächlich nicht explizit in dem Artikel - ich hatte das aus der Formulierung aber so verstanden (auch weil der hohe Steuervorteil auf ein ziemlich hohes Einkommen schließen lässt). Aber es macht wiegesagt keinen Unterschied.

    Gruß, Leonie

  9. Inaktiver User

    AW: Heiratsmuffel

    Ich habe gerade nachgeschaut.

    Der höchste Steuervorteil, den man mit Ehegattensplitting haben kann, ist 7914 Euro (plus gespartem Soli). Und das gilt ab einem zu versteuernden Einkommen eines Alleinverdieners von 104624.

    Bei einem Alleinverdiener mit 60000 zu versteuerndem macht es 5672 Euro aus und bei 30000 noch 2723.

    Wenn einer 20000 hat und der andere 40000, macht es ganze 541 Euro im Jahr aus. (weil hier der Effekt der Grundfreibeträge nicht mehr da ist).

    Jeweils plus gespartem Soli. Die dazugehörigen Bruttoeinkommen sind natürlich höher.


    Hier ist die Tabelle für 2005:
    http://www.steuerlinks.de/download/e...ingtabelle.pdf

    Gruß, Leonie
    Geändert von Inaktiver User (25.11.2006 um 15:15 Uhr)

  10. User Info Menu

    AW: Heiratsmuffel

    @Leonie:
    Warum soll der uneheliche Vater die gleichen Rechte haben, obwohl er nicht die Verantwortung einer Ehe übernommen hat? Nur weil er Unterhalt für das Kind zahlen muss? Nee, diese Argumentation mache ich nicht mit.
    Weil die Rechte am Kind (klingt doof) nicht die Belohnung für's Wohlverhalten gegenüber der Frau sind. Vater ist er so oder so. Und v.a. geht es dabei ums Kind. Für das ein Vater wichtig ist und das nicht entschieden hat, ob seine Eltern verheiratet sind oder nicht.

    Deswegen finde ich das richtig.

    Grüße,
    Edelherb
    Die Ente bleibt draußen.

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