Das sehe ich ähnlich. Für mich bedeutet eine Ehe daher auch, dass man es zusammen schaffen will, dass man gemeinsam alles durchstehen möchte, dass man den Willen dazu hat. Und nicht Garantie und Sicherheit, dass schon alles gut gehen wird und man nie alleine sein wird. Es ist für mich ein ernster Versuch, daher finde ich seine Worte auch nicht schlimm, weil ich lügen würde, wenn es anders wäre. Wer weiß, was in 20 Jahren ist? Was ich heute weiß ist, dass ich es mit ihm versuchen möchte, und diese Bekenntnis ist für mich ein Eheversprechen - ob es klappt, sei dahin gestellt.
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Thema: Er will nun doch nicht :(
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04.08.2013, 17:53Inaktiver User
AW: Er will nun doch nicht :(
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04.08.2013, 17:55
AW: Er will nun doch nicht :(
Es ist ja keine entweder-oder-Entscheidung. Wenn ihr heiraten wollt, müsst ihr das standesamtlich tun. Darüber hinaus ist alles Kür.
Wie romantisch so etwas gestaltet werden kann, ist mittlerweile sehr frei. Immer weniger Leute lassen sich kirchlich trauen (sie wollen es nicht oder sie können es z.B. nach einer Scheidung nicht mehr) und meiner Erfahrung nach folgen die Standesämter diesem Trend und bieten die Möglichkeit zu persönlichen Ansprachen, Treueversprechen, Musikgestaltung usw., welche den "Verwaltungsakt" begleiten.
Umgekehrt gibt es auch Paare (ich kenn einige), die sich jedes Zeremoniell auf dem Standesamt verbitten und bspw. nicht wollen, dass die Standesbeamtin ein Gedicht vorliest oder eine Ansprache hält. Auch das wird i.d.R. respektiert.
Beziehungsratgeber behaupten: Kompromisse sind der Schlüssel zu einer glücklichen und langwierigen Beziehung/Ehe
Vorstellungen finde ich übrigens gefährlich...Die Bräute, die sich hier im Forum nach ihrer Hochzeit ausheulen, furchtbar enttäuscht sind und schon während der Feier ein, zwei gepflegte Nervenzusammenbrüche hingelegt haben, sind meist diejenigen, deren Vorstellungen sich nicht in die Realität übertragen ließen, weil Bräutigam, Wetter, Tauben, Blumenmädchen oder sonstwer nicht mitspielen wollten.
OK das war überspitzt
Trotzdem finde ich: jenseits aller Vorstellungen und Pläne können Ereignisse, die sich entfalten, während man sich auf das konzentriert, was einem wirklich am Herzen liegt, ganz zauberhaft sein.
Es ist mehr als ein Versprechen, es ist eine Verpflichtung, ein rechtskräftiger Vertrag, eine Willenserklärung.
Wie gesagt, es gibt durchaus die Möglichkeit z.B. ein Eheversprechen in eine standesamtl. Trauung zu integrieren.
Eine Frage in diesem Zusammenhang, ich hoffe, ich trete dir nicht zu nahe damit: kann es sein, dass die von dir oben erwähnte Krankheit eine Rolle spielt? Ist es möglich, dass dein Freund nach einer Ehe finanziell oder anderweitig herangezogen wird (Unterhalt, Therapie, Pflege) und dass das möglicherweise eine Rolle spielt bei seinem Zögern?

LuneteGeändert von lunete (04.08.2013 um 18:06 Uhr)
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04.08.2013, 17:57Inaktiver User
AW: Er will nun doch nicht :(
Das habe ich so auch verstanden. Doch woher willst Du (und auch er) zu einem späteren Zeitpunkt wissen, ob er es nicht Dir zuliebe tut?
Ich finde das übrigens per se nicht schlimm, etwas dem Partner zuliebe zu tun, doch nur, wenn man grundsätzlich dieselben Werte teilt. Und an dem Wert "Treue für immer" hat er ja offensichtlich seine Zweifel.
Wie wirkt das auf Dich?
Kannst Du mit einem eingeschränkten "für immer" umgehen?
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04.08.2013, 17:58Inaktiver User
AW: Er will nun doch nicht :(
@brighid:
genau das finde ich bedenklich.
Natürlich ändern sich Menschen, aber zu sagen "ich gebe keine Garantie" heißt für mich, dass die Person für niemanden Verantwortung tragen will und gar nicht versuchen will, mit einem Menschen für immer zusammenzusein.
Das ist reine Bequemlichkeit. Sich nicht binden zu wollen..
Man kann sich auch mit dem Partner ändern.
Das ist die Kunst lebenslanger Ehen, sich individuell weiter zu entwickeln mit dem Partner an seiner Seite, ohne durch die Ehe das Gefühl zu haben, auf Freiheit zu verzichten.
Den wenigsten gelingt das leider, die Menschen machen sich es viel zu leicht, ohne Anstrengung, ohne Verpflichtung, ohne Mühe wollen sie alles und gleichzeitig das Recht haben, gehen zu können, wenn sie gerade darauf Bock haben oder es schwierig wird.
Das Scheidungskinder einen Wisch weg haben, interessiert die Leute nicht, purer Egoismus der heutigen Tage.
Das ist eben die Kunst, ein Leben lang glücklich zu sein, es geht, es gibt so viel Beispiele, man braucht die richtige Einstellung dafür.
Aber da denkt jeder anders drüber und jeder macht es, wie er will.
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Ich hoffe, dass ich dem Vorbild meiner Eltern, Großeltern, Tanten und Onkel folgen kann und ein Leben lang mit der Person, mit der ich Kinder haben möchte, zusammensein kann.
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04.08.2013, 17:58Inaktiver User
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04.08.2013, 17:59Inaktiver User
AW: Er will nun doch nicht :(
nein.
es braucht in einer ehe, beziehung immer zwei dazu. einer mit der "richtigen" einstellung dazu- reicht nicht.
meine erfahrung aus einer ehe die gescheitert ist- an der "richtigen" oder der "falschen" einstellung- keine ahnung.
und durchaus möglich, dass er seine kräfte sie mitzutragen zur zeit realistischer einschätzt als sie.
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04.08.2013, 18:03
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04.08.2013, 18:20Inaktiver User
AW: Er will nun doch nicht :(
Ja, das ist klar. Es ging nur um die Ausschließlich-Sache. Für mich ist das Standesamt in erster Linie etwas Bürokratisches, für ihn übrigens auch. Und das hat in meinen Augen wenig mit einer Ehe, wie ich sie mir vorstelle, zu tun (auch wenn ich mir der Pflichten bewusst bin).
Das haben wir in den vergangenen drei Jahren (und eigentlich davor auch, als wir "nur" befreundet waren) auch getan. Aber ein Kompromiss, der beiden Seiten nicht wirklich gefällt, klingt für mich nicht nach einem guten Kompromiss ;)
Nein, damit trittst du mir nicht zu nahe. Ich denke nicht, dass es eine Rolle spielt. Zum einen geht es ihm ja um die Zeremonie und diese Garantie-Sache, zum anderen schließt er eine standesamtliche Trauung ja nicht aus, was dann genau das zur Folge hätte. Die Krankheit begleitet mich seit sieben Jahren und ich war in der ganzen Zeit genau zwei Tage wegen Krankenhausaufenthalt krankgeschrieben deswegen. Ich arbeite Vollzeit, habe ein ganz gutes Gehalt, der Anteil der Therapien/Medikamente, die nicht von der KK getragen werden, sind gering (das bringe ich selbst ohne Probleme auf). Die Wahrscheinlichkeit, dass ich dadurch Arbeitsunfähig werde, ist sehr gering (da ich ja regelmäßig zum Arzt gehe, die Therapien / Medikamentenkuren mache). Ich bin nur in akuten Phasen (etwa alle zwei Jahre, dann aber leider für ein drei, vier Monate) nach der Arbeit erschöpft. Und sein Umgang damit lässt mich auch nicht daran zweifeln, dass er damit Probleme haben könnte (außer der Sorge um mich). Ich hatte übrigens in unserer Kennenlernphase einen akuten Schub und den letzten vor ein paar Wochen, er kennt die Situation also sehr gut.
Das weiß ich nicht. Da würde ich aber auf mein Bauchgefühl hören und wenn ich nur den leisesten Zweifel habe, nein sagen. Da greift mein Schutzmechanismus für ihn, ich will, dass es ihm gut geht.
Ja, damit kann ich umgehen, weil es für mich auch so wäre. Habe weiter oben schon geschrieben, für mich ist Ehe ein ernsthafter Versuch mit ganzem Willen, das Leben miteinander teilen zu wollen. Ehe ist für mich keine Sicherheit, nicht mehr alleine zu sein. Mit einem Eheversprechen will ich meinem Partner sagen: Wir versuchen es zusammen, komme was wolle, wir wollen alles gemeinsam zusammen schaffen.
Ehrlich gesagt sind wir uns in diesem Werten glaube ich recht ähnlich, einfach, weil wir sehr skurille Familienverhältnisse haben und daher "wissen", dass "für ewig" nicht ewig sein muss. Daher kann ich auch nicht gutheißen, was etwa Marta schreibt. Dass meine Eltern so lange verheiratet waren, war einfach ein Graus. Ich glaube alle hätten deutlich weniger Schaden genommen, wenn meine Mutter gleich ausgezogen wäre, als sie merkte, dass es nicht mehr geht. Seit meine Mutter wieder verheiratet ist, ist es herrlich harmonisch (nicht ironisch gemeint, ich fühle mich viel mehr wie in einer Familie mit den beiden als je mit meinem Eltern zusammen). Dass die Eltern von meinem Freund gar immer noch verheiratet sind (oder meine Großeltern), zeigt nur, dass da jemand aus Eheversprechen/Bequemlichkeit zuhause bleibt, obwohl man sich seit Jahrzehnten nichts mehr zu sagen hat. Da lasse ich den Partner lieber frei, das ist für mich in dem Fall mehr Verantwortung, als wenn zwei zusammen bleiben, obwohl es nach 20, 40 oder wie vielen guten Jahren aufgrund diverser Entwicklungen beide unglücklich macht.
Im Gegensatz zu meinem Freund glaube ich aber wohl daran, dass es gut gehen kann, während er immer nur das mögliche Scheitern vor Augen hat :-(Geändert von Inaktiver User (04.08.2013 um 18:24 Uhr)
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04.08.2013, 18:22Inaktiver User
AW: Er will nun doch nicht :(
Kann man, glaube ich aber nicht, da ich ihn sehr gut kenne. Dieses Versprechen-Problem passt schon eher zu seiner Persönlichkeit (er ist allgemein recht unsicher und glaubt bei Erfolg zum Beispiel immer zuerst daran, dass er Glück hatte oder andere ihn falsch eingeschätzt haben und nicht daran, dass er etwas kann)
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04.08.2013, 18:22Inaktiver User
AW: Er will nun doch nicht :(
du denkst nicht, dass deine erkrankung eine rolle spielt.
mit andern worten: direkt danach gefragt oder darüber gesprochen- habt ihr nicht. du denkst es halt.
eben hast du geschrieben, dass du glaubst ihn gut zu kennen.
nun, mit seiner jetzigen ansage, mit der du nicht gerechnet hast- zeigt eines: du glaubst ihn zu kennen.
wenn du ihn so gut kennen würdest- wäre dir seine ansage, nach den veränderungen der letzten monate (deine aussage) keine überraschung.



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