Zitat von Inaktiver User
![]()
Wir haben, seit wir zusammen wohnen, 3 Konten. Jeder sein Gehaltskonto und ein drittes für gemeinsame Ausgaben. Das stieß aber irgendwann an seine Grenzen.
Als wir zusammen zogen, hatten wir beide ein ähnliches Gehalt. Nach einiger Zeit wurde mein Freund jedoch arbeitslos. Er wollte weiter die gleiche Rate auf das gemeinsame Konto einzahlen, ich fand die Situation jedoch zunehmen absurd. In einer Lebensgemeinschaft, als die ich uns sehe, finde ich es sehr seltsam, mein Geld locker auszugeben, während mein Partner jeden Cent zweimal umdrehen muss.
Da mein Freund erstmal keine offizielle Änderung wollte, bin ich dazu übergangen, einerseits mehr von meinem Konto als vom gemeinsamen zu bezahlen und auf der anderen Seite mehr vom gemeinsamen, was sonst von ihm bezahlt worden wäre. Letztendlich hat man ja doch keinen grundlegend verschiedenen Lebensstil und deswegen ist nur das (für beide) drin, was beide irgendwie bezahlen können.
Jetzt gehen wir gemeinsam ins Ausland und da stellten sich zwei Fragen: bezahlen der mit dem Umzug verbundenen Kosten (leider nicht wenige), und welche Konten machen wir dort auf.
Für die kommenden Kosten haben wir einfach zusammengeschmissen, was da war (mehr von mir logischerweise). Anders hätten wir es auch nicht finanzieren können.
Für die Konten habe ich mich ein gemeinsames gewünscht. Ich verdiene zwar auch in Zukunft nicht schlecht, aber vermutlich weniger, als ich hier auf Dauer verdient hätte. Eine Zeitlang ging ich sogar davon aus, dass es viel weniger werden würde. Da finde ich das Denken in "mein Geld" "dein Geld"-Kategorien einfach absurd (so absurd, wie ich es bei seiner Arbeitslosigkeit auch schon fand).
Ich bin sehr gespannt, wie es mit einem gemeinsamen Konto dann wirklich geht. Aktuell bezahlen wir alles von dem Konto, was gerade zur Hand bzw. gefüllt ist. Weil es jetzt ja sowieso egal ist, wenn alles demnächst auf einem landet. Das finde ich sehr entspannt.
Das mit dem Nicht-Rechtfertigen müssen werden wir sicherlich auch üben müssen. Wir hatten vor wenigen Tagen schon einen heftigen Streit, weil er bei einer meiner jährlichen Ausgaben so nachfragte, dass ich den Eindruck hatte, ich muss mir jetzt alles von ihm genehmigen lassen, weil es ja schließlich um gemeinsames Geld geht. Das geht gar nicht, dann lieber wieder trennen.
Aber vermutlich rappelt es noch ein paarmal, dann hat sich das auch eingespielt.
Ich habe unseren Fall so ausführlich dargestellt, weil es ein Beispiel dafür ist, wie man auch ohne Kinder gemeinsame Entscheidungen trifft, die finanzielle Auswirkungen haben. Und nicht nur auf der Ausgabenseite. So etwas kann man nicht mehr auseinanderrechnen.
Grüße,
Edelherb
Antworten
Ergebnis 61 bis 70 von 267
-
11.09.2006, 14:04
AW: Gemeinsames Konto? Wie sind Eure Erfahrungen
Die Ente bleibt draußen.
-
12.09.2006, 13:35Inaktiver User
AW: Gemeinsames Konto? Wie sind Eure Erfahrungen
Wenn ich das schon höre: Angst zu haben, dass man sich wegen Geldausgeben vor dem Partner rechtfertigen muss!
Was habt ihr denn für Beziehungen? Ich muss mich rechtfertigen, wenn ich das Geld von fremden Leuten ausgeben würde, aber doch nicht, wenn man eine Familie ist! Mein Mann freut sich, wenn ich schick angezogen bin, nie im Traum würde mir einfallen, mich wegen meiner Ausgaben zu rechtfertigen.
Und das Argument, bei einem gemeinsamen Konto könne man den Wert der Geschenke erkennen - also bitte, man kann ja manche Dinge auch BAR bezahlen! Ist wohl schon zu kompliziert für einige.
Für mich wäre es zu kompliziert, mit zig Konten zu hantieren, von einem aufs andere zu überweisen, hin- und herrechnen, wer wieviel wofür bezahlt hat, nee danke! Zwei erwachsene Menschen, die sich lieben und einander vertrauen und womöglich sogar eine EHE führen, sollten doch in der Lage sein, ihre Finanzen im Griff zu haben - ohne gegenseitiges Kontrollieren und ständige Aufrechnerei.
-
12.09.2006, 13:55Inaktiver User
AW: Gemeinsames Konto? Wie sind Eure Erfahrungen
Bellavita, zwei erwachsene Menschen die sich lieben sollten noch ganz andere Sachen in den Griff kriegen. Die Foren hier sind allerdings voll davon, dass sie es anscheinend doch nicht schaffen - von daher glaube ich, dass ein bisschen mehr Kontrolle sicher nicht schadet, wenn man das Gefühl hat, dass der Partner nicht so gut mit Geld umgehen kann o.ä. - das muss der Liebe aber keinen Abbruch tun.
-
12.09.2006, 14:18Inaktiver User
AW: Gemeinsames Konto? Wie sind Eure Erfahrungen
Wenn ein Partner nicht gut mit Geld umgehen kann, kann er auch nicht mein Partner sein. Dann ist es eine Liebelei, eine Affäre, was weiß ich, aber keine Partnerschaft und Beziehung.
Auf jeden Fall hätte es in meinen Augen nicht allzu gute Zukunftsaussichten, wenn man schon Reibereien wegen Geld erlebt. Das ist etwas Elementares, was einfach stimmen muss.
-
12.09.2006, 14:18
AW: Gemeinsames Konto? Wie sind Eure Erfahrungen
Stimmt, sollten sie.
Zitat von Inaktiver User
Aber erwachsene Menschen sollten auch in der Lage sein, friedlich miteinander zu koexistieren und sich nicht gegenseitig in die Luft zu sprengen, weil sie an einen jeweils anderen Gott glauben....
Aber zurück zum Thema: Die Brigitte und andere Frauenzeitschriften sind doch regelmäßig voll davon, über welche Themen in Beziehungen am meisten gestritten wird. Die ersten Plätze belegen regelmäßig "Kinder" und "Geld".
Ich habe mit meiner Frau noch NIE über Geld gestritten.
Und diese gegenseitige Kontrollierei gibt es ja auch nur beim 1-Konten-Modell. Etwas, das für uns nie in Frage käme, obwohl wir eine sehr liebevolle Beziehung führen (nur, weil Du danach gefragt hast).
Für jeden Single ist es ganz normal, ein eigenes Konto zu haben. Nur, weil ich plötzlich eine Beziehung habe, oder sogar verheiratet bin, gibt es mich als Individuum doch noch, Warum muss ich auf einmal alles nur noch einmal haben dürfen, obwohl eine Beziehung doch aus 2 Personen besteht?!
-
12.09.2006, 14:28Inaktiver User
AW: Gemeinsames Konto? Wie sind Eure Erfahrungen
Müssen muss man gar nichts. Oder muss man 4 Konten haben, wenn eine Familie aus 4 Mitgliedern besteht?
Zitat von Fender
Ein gemeinsames Konto ist für mich einer der besten Wege, ein "Wir"-Gefühl zu erzeugen. Die ganze Umwelt und Gesellschaft sind auf diesen Individualismus geeicht. Er macht aber in dem Umfang keinen Sinn, man muss schon ein Stück davon aufgeben, wenn man eine Familie gründet. Und dazu sind offenbar die wenigsten bereit.
Wenn du als Individuum also eine Beziehung eingehst, behältst du auch zwei Waschmaschinen, zwei Spülmaschinen, den gesamten Hausrat doppelt? Warum solltest du etwas "aufgeben", nur weil du plötzlich mit jemand zusammenwohnst. Na ja, die deutsche Wirtschaft wirds freuen. Die verdient an den individuellen Singles eine Menge.
-
12.09.2006, 14:39
AW: Gemeinsames Konto? Wie sind Eure Erfahrungen
Weil wir eine Wirtschaftsgemeinschaft bilden. Da ist ein Konto (ob mit oder ohne zusaetzliches Taschengeld) das einfachste und billigste.
Zitat von Fender
Ich treffe Entscheidungen mit wirtschaftlichen Konsequenzen aus der Beziehung heraus. Wer wann wo wieviel arbeiten geht. Zumindest dann, wenn Kinder kommen oder man wie wir arbeitsbedingt umzieht. Größere Anschaffungen machen wir gemeinsam.
Ich wirtschafte nicht mehr nur für mich allein, wie ich das als Single getan habe. Ein Konto sollte dies m.E. widerspiegeln, alles andere ist mir zu kompliziert.
Rechtfertigungen will ich auf Dauer auch nicht, das ist klar. Aber zumindest bei uns steckt noch was anderes dahinter, manchmal ein gewisses Misstrauen dem anderen gegenüber, dass der Dinge nicht gut macht. Hat sicherlich auch mit Machtkampf zu tun. Das hat sich jetzt einmal an einer Geldfrage gezeigt, zeigt sich sonst aber woanders Und da müssen wir ran, egal ob mit oder ohne gemeinsamem Konto, weil es einfach nicht gut ist.
Grüße,
EdelherbDie Ente bleibt draußen.
-
12.09.2006, 15:08
AW: Gemeinsames Konto? Wie sind Eure Erfahrungen
Wirklich? Dafür brauchst Du ein gemeinsames Konto? Für ein "Wir"-Gefühl?
Zitat von Inaktiver User
Komisch, ich fühle mich meiner Frau gefühlsmäßig verbunden ohne ein gemeinsames Konto zu benötigen...
Muss man nicht. Nur, weil unsere Eltern noch in diesen Kategorien dachten, können wir heute ja schon weiter sein. Mein Vater musste noch seine Erlaubnis erteilen, als meine Mutter nach Heirat und Kinderkriegen wieder arbeiten wollte... Da ist mir der Individualismus, der es ermöglicht hat, beide Ehepartner als gleichberechtigte Menschen anzusehen, schon lieber.
Zitat von Inaktiver User
Na, jetzt wird's aber arg weit hergeholt, oder?!
Zitat von Inaktiver User
Aber wenn wir schon dabei sind... Nach Eurem Modell teilt Ihr beide Euch also nur ein Handy, ja?!
OK, Spaß beiseite, dazu ist das Thema wohl zu ernst.
Ich bitte Dich... Die 2,50 € Kontoführungsgebühr im Monat gilt es also zu sparen?!
Zitat von Edelherb
Übrigens, ich habe ja gar nichts gegen Euer Modell, welche Gründe auch immer Ihr dafür anführen mögt. Aber auf Grund von schlechten Erfahrungen rate ich einfach davon ab. Ich sehe keine zwingende Notwendigkeit für ein gemeinsames Konto, und wenn getrennte Konten dafpr sorgen können, dass es keinen Zank und Streit gibt, halte ich das für das einfachste Modell...
-
12.09.2006, 15:28Inaktiver User
AW: Gemeinsames Konto? Wie sind Eure Erfahrungen
Mit meinem Ex-Mann hatte ich kein gemeinsames Konto und ich fühlte mich ihm sehr wenig verbunden... Meine Eltern hatten auch nie ein gemeinsames Konto und fühlen sich sehr wenig verbunden... In meinen Augen ist gemeinsames Geld ein sehr stärkendes Indiz für das WIR-Gefühl. Weil Geld die letzte und standhafteste Bastion des Individualismus ist. Seitdem sie gefallen ist, ist das WIR-Gefühl in meiner Beziehung auf jeden Fall noch ein Stück gewachsen. Aber ich will nicht missionieren, ist mir doch egal, wie du das handhabst...
Zitat von Fender
Von mir aus kannst du zehn Konten haben. Wenn sich die Gleichberechtigung daraus speist, dass jeder seins hat, von mir aus.
-
12.09.2006, 15:33Inaktiver User
AW: Gemeinsames Konto? Wie sind Eure Erfahrungen
Du verbindest Verbundenheit mit einem gemeinsamen Konto?????Mit meinem Ex-Mann hatte ich kein gemeinsames Konto und ich fühlte mich ihm sehr wenig verbunden...


Zitieren
