Ich habe ein bisschen das Gefühl, es geht bei der Namenswahl bei euch auch um einen kleinen Machtkampf. Du erscheinst mir sehr durchsetzungsfähig, ehrgeizig, bist jemand, der gern plant und gern die Zügel in der Hand hält. So war ich auch, als ich jünger war, und ich finde es eigentlich auch gut.
Ich selber habe irgendwann gelernt, dass man manche Dinge einfach nicht so hoch aufhängen muss. Beim Namen z. B. gebe ich mich als Person nicht auf, wenn ich Müller oder Meier heiße. Meine Persönlichkeit leidet mit keinem von beiden Namen. Wenn ich mir meiner Position bewußt bin, habe ich damit kein Problem.
Du argumentierst richtig, dass du den Namen zu sehr mit seinen Eltern und zu wenig mit ihm verknüpfst. Bist du nicht stolz darauf, diesen Mann gefunden zu haben? Könntest du dir deshalb nicht auch vorstellen, seinen Namen anzunehmen, wie es die gute alte Tradition war? In Deutschland ist es nichts Ungewöhliches, wenn Frauen nach der Heirat einen anderen Namen haben, warum sollte das in deinem Fall problematischer als bei anderen sein?
Ich würde hier die beruflichen Aspekte außen vor lassen und in mich hineinfühlen, ob es nicht doch ein bisschen die Komponente gibt, dass ich das Gefühl hätte, ein Stück von mir hergeben zu müssen, mich 100% zu ihm bekennen zu müssen. Eine Dissertation kann ich auch unter Meier oder Huber einreichen. Spielt dir da nicht doch dein Ehrgeiz ein bisschen einen Streich?
Emanzipation ist etwas Tolles und viele wissen teilweise gar nicht mehr, wie vieles früher für Frauen eben nicht selbstverständlich war. Aber beim Thema Namensfindung würde ich da viel lockerer rangehen - da gibt es gewichtiger Themen, mit denen wir Frauen unser Selbstbewußtsein beweisen können.
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13.06.2012, 14:04
AW: Der Nachname - schwierige Entscheidung
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13.06.2012, 14:06
AW: Der Nachname - schwierige Entscheidung
Ich finde jeder sollte seinen Namen behalten wenn er das möchte und keiner seine Namensidentität aus welchen Gründen auch aufgeben müssen.
Da lob ich mir ein ausländisches Namensrecht, man wird geboren 1. Nachname der des Vaters 2. Nachnahme der der Mutter, dieser Name bleibt bis zum Ende des Lebens....
Familienidentität bleibt gewahrt und da jeder einen Doppelnamen hat, ist das auch nicht merkwürdig.....
Eine Leuthäuser-Schnarrenberg wäre dort nicht zu lang (((-;Das Leben macht was es will und ich auch!
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13.06.2012, 14:06
AW: Der Nachname - schwierige Entscheidung
Bei den Spaniern wird durch diese Methode auch der Männername weitergegeben, so wie es bei uns lange üblich war, nur dass das erst in der nächsten Generation passiert, wenn die Mächennamen "abgehängt" werden. Es sieht am Anfang wie Gleichberechtigung aus, ist es aber auf Dauer nicht.
Zu den behaltenen Exehenamen kann ich sagen, dass ich es so gemacht habe. Und der Grund ist, dass er einfach sehr schön ist und mich die Geschichte meiner Jugendehe nicht belastet.
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13.06.2012, 14:11
AW: Der Nachname - schwierige Entscheidung
So haben wir das auch gemacht (jeder hat seinen Namen behalten, Kind trägt meinen Nachnamen) und es läuft wunderbar. Ich hoffte immer, ich könnte meinen Mann mit Hinweis auf irgendwelche Komplikationen dazu überreden, doch noch meinen Namen anzunehmen. Aber es gab in fast 10 Jahren nie nennenswerte Probleme ...
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13.06.2012, 14:16
AW: Der Nachname - schwierige Entscheidung
Nein, ich würde nicht sagen, dass es bei uns ein Machtkampf ist. Wir streiten uns nicht über die Namenswahl, sondern versuchen einfach eine Lösung zu finden, mit der wir beide zufrieden sind. Ich bin nur die Person in der Beziehung, die sich jetzt stundenlang den Kopf darüber zerbricht und hin- und herüberlegt. Ich will einfach nicht, dass er sich indirekt "gezwungen" fühlt, meinen Namen anzunehmen, weil ihm ein gemeinsamer Name so wichtig ist. Ich möchte, wenn er das tut, dass es freiwillig ist und er damit glücklich ist. Sonst würde ich lieber den Namen getrennt halten und dann muss man beim Kind nochmal neu überlegen ..
Klar, die beruflichen oder sonstigen Gründe sind ja mehr oder weniger nie wirkliche Gründe. Es findet sich für alles immer eine Lösung - aber ich spüre dass ich mit seinem Namen nicht glücklich wäre - Traummann hin oder her .. wir haben ja jetzt auch eine traumhafte Beziehung, ohne dass ich seinen Namen habe ..
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13.06.2012, 14:41
AW: Der Nachname - schwierige Entscheidung
Das klingt überlegt, was du schreibst, vielleicht interpretiere ich auch zu viel aus meiner eigenen Erfahrung hinein, dann entschuldige bitte.
Aber gerade die Hochzeit selbst hat für mich im Kopf viel verändert. Ich wollte meinen Mann heiraten, ja, aber wir waren schon sehr lange vorher zusammen, und es war nicht aus totaler Liebe, sondern einfach nur der nächste logische Schritt im Erwachsen-Werden, dass wir dann auch geheiratet haben. OK, aber auch nichts emotional aufwühlendes mehr. Ich dachte wie du, wir waren ja vorher schon glücklich, was soll die Hochzeit dann ändern? Mein Mann hat mir immer alle Freiheiten gelassen, quasi die Leine lang gelassen (ich war sehr jung).
Ich habe mir nie träumen lassen, wieviel die Ehe in meiner Psyche verändert hat. Ich habe lange gebraucht, mich von meinem unschönen Elternhaus zu lösen, mit Hilfe meines Mannes. Ich war und bin mein Leben lang stolz auf meine Unabhängigkeit, meine beruflichen Erfolge, zumindest bis zu einem gewissen Rahmen. Und plötzlich fühle ich mich, als wäre ich von der Falle Elternhaus in die Falle Ehe getappt. Es ist eine Sache, zu wissen, dass man jemanden liebt, aber jederzeit gehen zu können. Eine andere ist, zu wissen, dass man sich mit demjenigen jetzt zu Dingen verpflichtet hat, die gemeinsam stattfinden. Das fängt beim Namen an und hört später bei der Scheidung auf (Ironie). Mich hat das eingeengt.
Ich wollte mit meinem Hinweis erreichen, dass du auch ein bisschen in dich hineinhörst, ob diese Komponente nicht doch eine Rolle spielen könnte. Er muss sich genauso für dich entscheiden wie du für ihn. Und deine Arguemente, warum es für ihn leichter wäre, den Namen zu ändern, mögen rational sein. Irgendwie klingt mir da aber trotzdem noch was anderes mit....
Generell würde ich aber zu einem gemeinsamen Namen raten. Gerade, wenn Kinder da sind, macht es vieles leichter.
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13.06.2012, 14:54
AW: Der Nachname - schwierige Entscheidung
Mhm, ich freue mich gerade auf diese gemeinsamen "Verpflichtungen".
Ich muss irgendwie noch mehr in mich reinhören, wieso ich solch ein Problem damit hätte, seinen Namen anzunehmen. Er hört sich ja weder furchtbar an noch sonst was.
Aber mal völlig bescheuert: Wenn ich die Möglichkeit hätte, seinen Vornamen anzunehmen, würde ich das sofort machen. Dann hätte ich das Gefühl, SEINEN Namen zu tragen...
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13.06.2012, 14:56Inaktiver User
AW: Der Nachname - schwierige Entscheidung
ich stelle mir gerade vor: eine schule, tochter ist in der 7.klasse und bruder in der 5. elternabend, elternbeiratswahl mit anweseneheitsliste und allem drum und trallala.
ich weiss nicht- gehts noch komplizierter?
da lobe ich mir tatsächlich die variante die zu zeiten meiner eheschliessung die einzige variante war.
je mehr wahlmöglichkeiten manche menschen haben- desto komplizierter wirds.
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13.06.2012, 15:09
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13.06.2012, 15:12Inaktiver User
AW: Der Nachname - schwierige Entscheidung
dann habe ich es falsch verstanden.
für mich las es sich so: mädchen bekommen den namen der mutter, jungs den des vaters.
ihr sagt also: das geschlecht des/der erstgeborenen entscheidet über alle kindernachnamen?


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