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    Re: Ist er der Richtige?


    Also die Beziehung läuft gut weil wir uns sehr gern mögen, zusammen verreisen, Sachen unternehmen, einen tollen Freundeskreis haben, gut reden können, uns fast nie streiten (2mal in 2 Jahren), Meinungsverschiedenheiten klären können, er in meine Familie integriert ist.

    Ich kann mir NICHT vorstellen ihn zu heiraten weil er eher lethargisch veranlagt ist (und ich auf Dauer gern einen Freund/Mann hätte, der auch mal von sich etwas tut!), weil er meiner Meinung nach zu zu unorganisiert ist um Kinder zu erziehen und sich richtig um sie zu kümmern (vergisst Termine, erledigt Sachen nicht rechtzeitig etc.)und -last but not least - weil er raucht.

    Aber all diese Sachen sind JETZT nicht so relevant, weil wir noch keine Kinder haben und ICH mein Leben selber regeln kann. Und seines mit. Aber ich will das nicht immer und v.a. nicht für die ganze Familie machen!

    Daher..................

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    Sagt mir bitte wenn das total krank ist und ihr das Gefühl habt, ich bin vor lauter Nachdenken nicht mehr klar im Kopf, ja?
    Liebe Keesha,

    das was Du schreibst kommt mir so ein wenig so vor, als hättest Du den Plan, zwei verschiedenen Aspekte Deiner Persönlichkeit zu unterschiedlichen Zeiten zu leben. Einerseits willst Du Deine Freiheit, viel unternehmen, verreisen, einen Lebenskünstler als Partner und andererseits willst Du irgendwann Kinder, ein geregeltes Leben und einen organisierten Mann dazu. Das freie Leben willst Du jetzt führen, das organisierte später.
    Wenn Du mit diesem Entwurf glücklich bist gibt es aus meiner Sicht keinen Grund, das als krank zu bezeichnen. Wenn ich aber von mir ausgehe, und ich kann ja immer nur von mir ausgehen, dann wollte ich nicht bestimmte Aspekte nur jetzt leben und andere Aspekte nur später. Ich meine klar, dass ein Kind irgendwann kommt und eben vorher noch nicht da ist, dass also bestimmte Aspekte nur zu bestimmten Zeiten gelebt werden können, aber ich hätte eben die Sorge dass ich mich in diesem 2. Leben mit diesem zuverlässigen Mann in diesem geregelten Leben plötzlich eingesperrt fühlen würde. Und vielleicht ist Dir seine Lethargie auch jetzt schon eigentlich zu viel.

    Was ich sagen wollte: ich für mich würde einen Mann haben wollen, der alle Aspekte meiner Person und meines Lebensplanes mittragen könnte. Aber wenn das so, wie es ist, weder für dich noch für ihn ein Problem ist, dann will ich jetzt auch keines daraus machen.

    Viele liebe Grüße
    Artischocke

  2. Inaktiver User

    Re: Ist er der Richtige?

    Liebe Artischocke - stimme dir vorbehaltslos zu.

    Allerdings ist es ja nicht so, dass ich jetzt den spannenden Mann brauche und später den zuverlässigen, sondern so, dass ich es jetzt nicht so schlimm finde, wenn der Mann die oben genannten Qualitäten noch nicht besitzt - allerdings später würde mich das stören. Das soll aber nicht heißen, dass ich jemanden heiraten will, der nur zuverlässig und langweilig ist. Im Gegenteil: ich möchte die Eierlegende Wollmilchsau... beides!!

    Dass das aber nicht zuviel verlangt ist sehe ich an meinen Freundinnen und an meinen Eltern: es gibt durchaus spannende Männer mit denen man viel gemeinsam haben kann und die reisen, lustig sind und gute Vorschläge bringen - und sich AUCH um die Kinder kümmern und zuverlässig sind usw. (Mein Ex war übrigens auch so....)

    Ich brauche keineswegs den perfekten Mann, aber ich kenne eben Männer, die beides in sich vereinen und so sollte derjenige, den ich mal heiraten will eben auch sein. (Und natürlich müssen beide verliebt sein und eine gemeinsame Zukunft wollen, aber das ist eh klar, ich such ja keinen Ernährer sondern einen Lebens- und Liebespartner! Wollte ich nur gesagt haben, hier wird man leicht angegriffen, wenn man diesen Satz nicht dazuschreibt )

    Zu deinem Posting:

    Er meint dann, dass er sich manchmal selbst vorkommt wie ein empfindungsloser Roboter. Vielleicht ist es aber auch nur so - und ich hoffe sehr dass es nicht so ist - dass er die "Richtige" eben einfach noch nicht gefunden hat.

    Auch so war leider mein o.g. Ex - und das hat einfach nicht gereicht. Ich will niemanden, den ich liebe und der mich "auch ganz nett" findet... deswegen haben wir uns auch getrennt. Kann ja niemand was dafür, wenn er nicht so liebt wie man es gern hätte. Jetzt hat er die Frau gefunden, die er liebt und bei der ist das einfach alles anders, er will sie dauernd um sich haben, vermisst sie unendlich etc. Und das ist wirklich wichtig!!!!

    Daher: wenn du damit klar kommst, eine "auch ganz nett"-Frau zu sein.... ich würde das nicht wollen!!

    LIebe Grüße

    K.

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    Re: Ist er der Richtige?

    Liebe Keesha,

    kann Dich irgendwie ganz gut verstehen. Vielleicht hat Dein momentaner Freund ja sogar das Potential zur eierlegenden Wollmilchsau?


    Daher: wenn du damit klar kommst, eine "auch ganz nett"-Frau zu sein.... ich würde das nicht wollen!!

    nein das würde ich auch nicht wollen und deswegen muss ich unbedingt versuchen herauszufinden, was er wirklich für mich empfindet.
    Im Moment ist er im Urlaub, aber wenn er zurück kommt wird hoffentlich viel geredet.

    Viele liebe Grüße
    Artischocke

  4. User Info Menu

    Re: Ist er der Richtige?

    Liebe Artischocke,

    ich habe den Thread interessiert verfolgt und finde es gibt hier wirklich viele schöne und hilfreiche Antworten.

    Mir sind noch ein paar Sachen eingefallen:

    - zweifelst du oft? An unterschiedlichen Dingen (also nicht nur an deiner Beziehung?) Kann es vielleicht sein, dass du (bitte nicht böse auffassen, kann ja auch falsch sein) eine nicht sooo selbstbewußte Persönlichkeit bist. Ich z.B. bin definitiv ein Zweifler, mal mehr, mal weniger - und das hängt bei mir mit meinem nicht immer so ausgeprägtem Selbstbewußtsein zusammen. D.h. - wenn ich mich als nicht liebenswert betrachte, dann habe ich das Gefühl, dass mein Freund mich nicht genug liebt. Aber eigentlich kann ich mir in solchen Moment einfach nicht vorstellen, dass jemand mich lieben kann - also zweifle ich an seiner Liebe (so nach dem Motto: das kann nicht sein). Wie gesagt - in Momenten, in denen ich an mir zweifle.

    - Beziehungen sind m.E. nie einfach. Sie können dir das Schönste geben - aber auch sehr viel abverlangen. Die arbeitet aneinander, miteinander und an sich selbst ist sehr, sehr schwer - selbst wenn man weiß, dass man dieses oder jenes ändern will (ändern sollte), ist die Umsetzung oft nicht einfach und dauert. Mein Lieblingswort dafür ist: Babyschneckenschritte ;). Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt.

    - ich finde Aussagen wie: "wenn du dich schon fragst ob er der Richtige ist, dann ist er es nicht" - oder "irgendwann ist man sich einfach 100% sicher, dass er der Richtige zum Heiraten ist", schwierig. Fast alle Paare, die sich trauen, sind sich sicher, dass er der Richtige zum Heiraten ist. Trotzdem werden viele Ehen wieder geschieden. Offensichtlich lagen sie falsch - ihre 100% haben nicht gehalten. Und was ist schlecht daran am Liebsten / an der Liebsten auch mal zu zweifeln - warum sollte das gleich das Ende der Liebe bedeuten? Gefühle - und grade so ein Schmetterling wie die Liebe, sind immer Schwankungen unterworfen, es gibt sooo viele Faktoren, die Gefühle beeinflussen (z.B. Stress auf der Arbeit, Geldsorfen, mit sich selbst uneins sein etc etc) - nur weil man nicht jedes Mal umfällt, sobald einem der Liebste in die Augen sieht, heisst das nicht, dass die Beziehung schlecht ist. Ab und an hilft auch wirklich ein bischen mehr Realismus - es gibt Phasen in langjährigen Beziehungen, wo einen die Freundschaft zum anderen zusammenhält - und dann flattert die Liebe wieder vorbei, es gibt Phasen, da langweilt man sich auch mal miteinander - auch die gehen vorbei. Ich finde das alles ziemlich normal.

    - ich denke nicht, dass es "den einen Richtigen" gibt. Für jede Frau / jeden Mann in einer Beziehung gibt es m.E. bestimmt irgendwo auf der Welt noch jemanden (noch mehrere), die genau so gut zu ihr/ihm passen, vielleicht sogar besser. Es gibt Millionen Menschen auf der Welt. Wenn man sich verliebt, liebt, kommt irgendwann der Zeitpunkt, wo man sich für jemanden entscheidet und damit auch entscheidet, auf potenzielle andere "Richtige" zu verzichten.

    Ich werde übrigens in 2 Monaten heiraten - und ja, ich habe Zweifel, Zweifel, ob alles klappt, ob wir nicht doch irgendwann vor dem Scheidungsrichter landen, Zweifel, ob er und ich immer das füreinander fühlen, was wir jetzt fühlen und ich hab auch Angst davor, mich für mein Leben festzulegen. Trotzdem will ich ihn heiraten.
    Warum? - werden manche fragen. Weil ich ihm vertraue, weil wir aneinander wachsen, weil er mich dazu bringt, über mich nachzudenken, weil er für mich da ist, weil wir die gleichen Interessen haben, weil ich körperliche Nähe mit ihm schön finde (was sonst nicht sooo mein Fall ist), weil wir zusammen lachen und auch weinen können, weil er mich erträgt und ich ihn - weil ich JETZT fühle, dass ich mit ihm alt werden möchte (ja, der Gedanke an seinen in 40 Jahren schrumpeligen Hintern schreckt mich überhaupt nicht *grins*). Das alles weiß ich jetzt. Ist es in 5 - 10 - 30 Jahren ncoh so? Woher soll ich das wissen? Ich kann nicht in die Zukunft schauen. Ich werde nicht schwören "ich werde dich lieben, bis das der Tod uns scheidet" - das kann ich nicht - aber ich kann schwören "ich werde versuchen dich so lange zu lieben und mit dir eine Ehe/Beziehung zu haben und auf sie und dich aufzupassen, solange ich kann - mit allen meinen Kräften" Und ich finde das ist genug zum Heiraten. ;)

    Gruß
    Calanthe

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    Re: Ist er der Richtige?

    Calanthe, das hast du wirklich schön geschrieben!

  6. Inaktiver User

    Re: Ist er der Richtige?

    Hmm, genau, es ist nicht nur das Zweifeln, ob es der richtige Partner ist. Es ist ab und zu auch so, daß man mittendrin innehält, wenn man Formulare ausfüllt oder Einladungen bestellt und dann denkt: Jetz ist es SO ernst, jetz geht kein Schritt mehr zurück und hast du dir das ganz genau überlegt?
    Und dann denkt man nicht daran, daß es an ihm liegt sondern an einem selbst und daß man eben so eine weitreichende Entscheidung trifft und das auch richtig machen will.
    Denn das ist ja wie Karriere- oder Familienplanung so ein großer Einschnitt, daß will man sich gut überlegt haben...
    Ich möchte meinen Partner heiraten, weil ich oft denke, daß es so schön ist wenn man sich gefunden hat. und daß man nicht weiß, wieviel zeit einem zusammen bleibt, und die zeit die man hat sollte man so schön und eng verbunden miteinander wie möglich verbringen. und damit auch zeigen können, daß man zusammengehört.
    ich hab sonst immer gesagt,dass es nur ein formaler akt ist, aber davor kriegt man dann so einen respekt je näher der tag kommt, daß man schon merkt, daß noch mehr dahintersteckt.grad deshalb ist es echt wichtig, daß man sich fragt ob es der richtige ist. und man kann es sicher nicht pauschalisieren, es gibt eben menschen die sind sich dann ganz sicher und andere kommen gar nicht mehr von der frage weg.
    nur damit das thema erstmal aufkommt muß man ja als paar schon einges vorher erlebt haben, daß man den schritt wagen möchte. und ich denke, alleine dass bei beiden dieser heiratsgedanke aufkommt, ist ein pro-argument für die bez. und den partner.

    achso,meiner ist auch ein lethargiker das zähl ich dann eben zu dem leid das ich zu tragen habe... ja, und er ist auch unorganisiert und vergisst sachen. das scheint allgemein so ein männerding zu sein

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    Re: Ist er der Richtige?

    Liebe Calanthe

    vielen herzlichen Dank für Dein schönes Posting! Hatte gar nicht mehr damit gerechnet, noch Antworten zu bekommen

    Will auf ein paar Punkte eingehen:


    - zweifelst du oft? An unterschiedlichen Dingen (also nicht nur an deiner Beziehung?) Kann es vielleicht sein, dass du (bitte nicht böse auffassen, kann ja auch falsch sein) eine nicht sooo selbstbewußte Persönlichkeit bist. Ich z.B. bin definitiv ein Zweifler, mal mehr, mal weniger - und das hängt bei mir mit meinem nicht immer so ausgeprägtem Selbstbewußtsein zusammen. D.h. - wenn ich mich als nicht liebenswert betrachte, dann habe ich das Gefühl, dass mein Freund mich nicht genug liebt. Aber eigentlich kann ich mir in solchen Moment einfach nicht vorstellen, dass jemand mich lieben kann - also zweifle ich an seiner Liebe (so nach dem Motto: das kann nicht sein). Wie gesagt - in Momenten, in denen ich an mir zweifle.
    Mhm, interessanter Gedanke. Glaube aber eher nicht, dass das auf mich zutrifft. Habe mich bisher eigentlich immer für sehr selbstewusst gehalten (vielleicht sogar zu selbstbewusst) Und bisher habe ich eigentlich auch nicht wirklich gezweifelt- dachte immer: wenn er mich fragt, würde ich sofort ja sagen. Erst seit circa einem dreiviertel Jahr habe ich diese Zweifel


    - Beziehungen sind m.E. nie einfach. Sie können dir das Schönste geben - aber auch sehr viel abverlangen. Die arbeitet aneinander, miteinander und an sich selbst ist sehr, sehr schwer - selbst wenn man weiß, dass man dieses oder jenes ändern will (ändern sollte), ist die Umsetzung oft nicht einfach und dauert. Mein Lieblingswort dafür ist: Babyschneckenschritte ;). Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt.

    Das finde ich einen sehr interessanten Punkt, dass einem eine Beziehung manchmal sehr viel abverlangen kann, und dass das vielleicht manchmal der Grund ist, warum einem das mal zu viel werden kann, warum man sich danach sehnt, frei zu sein und das alles mal eine gewisse Zeit nicht zu müssen. vielleicht täte mir doch ein wenig mehr Abstand (im Sinne von nicht ständig aufeinander hängen) ganz gut.

    Was mir aber etwas Sorgen macht, ist, dass ich nicht so sehr aufgrund der Schwierigkeiten in unserer Beziehung zweifle sondern eher aufgrund der emotionalen Gleichgültigkeit, die ich manchmal empfinde


    - ich finde Aussagen wie: "wenn du dich schon fragst ob er der Richtige ist, dann ist er es nicht" - oder "irgendwann ist man sich einfach 100% sicher, dass er der Richtige zum Heiraten ist", schwierig.

    das beruhigt mich!


    Fast alle Paare, die sich trauen, sind sich sicher, dass er der Richtige zum Heiraten ist. Trotzdem werden viele Ehen wieder geschieden. Offensichtlich lagen sie falsch - ihre 100% haben nicht gehalten.

    Den Umkehrschluss finde ich allerdings schwierig. Dass Leute die sich sicher waren, irgendwann nicht mehr zusammen sind, bedeutet noch nicht, dass man jemand heiraten kann, bei dem man sich nicht sicher ist.


    Und was ist schlecht daran am Liebsten / an der Liebsten auch mal zu zweifeln - warum sollte das gleich das Ende der Liebe bedeuten? Gefühle - und grade so ein Schmetterling wie die Liebe, sind immer Schwankungen unterworfen, es gibt sooo viele Faktoren, die Gefühle beeinflussen (z.B. Stress auf der Arbeit, Geldsorfen, mit sich selbst uneins sein etc etc) - nur weil man nicht jedes Mal umfällt, sobald einem der Liebste in die Augen sieht, heisst das nicht, dass die Beziehung schlecht ist. Ab und an hilft auch wirklich ein bischen mehr Realismus - es gibt Phasen in langjährigen Beziehungen, wo einen die Freundschaft zum anderen zusammenhält - und dann flattert die Liebe wieder vorbei, es gibt Phasen, da langweilt man sich auch mal miteinander - auch die gehen vorbei. Ich finde das alles ziemlich normal.

    Das beruhigt mich wirklich! Vielleicht sollte ich wirklich auch mal mehr auf die äußeren Bedingungen schauen. Die Probleme haben angefangen, als ich mit meinem Freund in eine neue Stadt gezogen bin, wo er Arbeit bekommen hat. Ich kann überall arbeiten, habe hier aber keine Kollegen und es fiel mir auch sonst schwer, Leute kennenzulernen. deswegen war ich sehr auf ihn angewiesen und - was wahrscheinlich noch schlimmer war- er hatte ständig das Gefühl, sich um mich kümmern zu müssen, was ich wiederum nicht gemocht habe: dass er immer so fürsorglich, aber damit eben auch so von oben herab war.. Ich möchte als eigenständige starke Person wahrgenommen werden. Und ich glaube, da empfindet er mich abhängiger als ich es selbst empfinde.


    - ich denke nicht, dass es "den einen Richtigen" gibt. Für jede Frau / jeden Mann in einer Beziehung gibt es m.E. bestimmt irgendwo auf der Welt noch jemanden (noch mehrere), die genau so gut zu ihr/ihm passen, vielleicht sogar besser. Es gibt Millionen Menschen auf der Welt. Wenn man sich verliebt, liebt, kommt irgendwann der Zeitpunkt, wo man sich für jemanden entscheidet und damit auch entscheidet, auf potenzielle andere "Richtige" zu verzichten.

    Und dieser Zeitpunkt ist bei mir wohl noch nicht da, oder schon vorbei, oder beides (ich hoffe letzteres!)


    Ich werde übrigens in 2 Monaten heiraten - und ja, ich habe Zweifel, Zweifel, ob alles klappt, ob wir nicht doch irgendwann vor dem Scheidungsrichter landen, Zweifel, ob er und ich immer das füreinander fühlen, was wir jetzt fühlen und ich hab auch Angst davor, mich für mein Leben festzulegen. Trotzdem will ich ihn heiraten.

    Wünsche Dir auf jeden Fall das Beste! Und wenn Du das leben kannst, was Du hier schreibst, dann habe ich keinen zweifel, dass es bei Euch gut gehen wird!!


    Warum? - werden manche fragen. Weil ich ihm vertraue, weil wir aneinander wachsen, weil er mich dazu bringt, über mich nachzudenken, weil er für mich da ist, weil wir die gleichen Interessen haben, weil ich körperliche Nähe mit ihm schön finde (was sonst nicht sooo mein Fall ist), weil wir zusammen lachen und auch weinen können, weil er mich erträgt und ich ihn - weil ich JETZT fühle, dass ich mit ihm alt werden möchte (ja, der Gedanke an seinen in 40 Jahren schrumpeligen Hintern schreckt mich überhaupt nicht *grins*).

    Ja, das hört sich richtig an. Sollte mir diese Fragen mal in Ruhe stellen, wenn ich mir wieder etwas sicherer bin. Im Moment versuchen wir, viel zu reden und auch einfach schöne Dinge gemeinsam zu unternehmen. Und ich versuche für mich, eigenständiger zu leben und mehr mein Ding zu machen. Vor allem da sehe ich noch Potential

    Viele Grüße
    Artischocke

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    Re: Ist er der Richtige?


    Den Umkehrschluss finde ich allerdings schwierig. Dass Leute die sich sicher waren, irgendwann nicht mehr zusammen sind, bedeutet noch nicht, dass man jemand heiraten kann, bei dem man sich nicht sicher ist.
    Nein, natürlich nicht. Wenn jemand wirkliche ernsthafte Zweifel an seiner Beziehung hat, wäre es natürlich ziemlich unklug zu heiraten.
    Ich meine nur, dass Zweifel (m.E.) in Beziehungen dazu gehören - phasenweise natürlich - genau so, wie es Phasen gibt, wo man trotz langjähriger Beziehung plötzlich wieder ineinander verknallt ist wie ein Teenie und gar nicht genug vom anderen bekommen kann.
    Über die Möglichkeit einer Hochzeit nachzudenken ist ja im Grunde doch ein recht wichtiger Schritt in einer Beziehung und vor grossen Schritten flüstern einem doch meistens Zweifel ins Ohr.
    Ich habe z.B. immer gesagt: wenn ich meine Hochzeit 1 Jahr im Voraus plane, dann habe ich ja noch 12 Monate Zeit mir alle Gründe zusammen zu suchen, warum ich ihn auf gar keinen Fall heiraten kann und warum das mit uns auf gar keinen Fall klappen kann Und ich glaube wenn man nur lange genug sucht und tief genug buddelt, kann man immer irgendetwas finden, was man so aufbauschen kann, dass am Ende rauskommt= Du und ich? Niemals!. Tja, jetzt sind es nur noch 2 Monate und ja - ich ertappe mich dabei, Gründe zu finden (Hallo Angst). Also die Art, wie er morgens sein Brötchen isst ..... das geht ja eigentlich gar nicht! Und ausserdem - seine Lieblingsjeans hat mir noch nie gefallen! Und wieso sieht er eigentlich nicht aus wie Brad Pitt - also das kann ja gar nix mit uns werden! Und dazwischen tatsächlich leise Zweifeltöne: Ehen werden ständig geschieden, wieso sollte das bei euch klappen? Willst du dich wirklich festlegen? Ist der da - genau DER - jetzt wirklich der Richtige? Dagegen kann ich nichts machen, ausser genau hinzuhören - wer spricht da? Ich? Oder meine Angst? Und wenn es meine Angst vor dieser grossen Entscheidung ist - was kann ich tun um sie zu beruhigen? Meine Lösung: mich entspannen, Revue passieren lassen wie unsere Beziehung bisher gelaufen ist, was wir geschafft haben und was nicht, was ich an ihm liebe und was nicht so sehr, überlegen: was trage ich selbst dazu bei (gute wie schlechte Dinge), hatte ich solche Zweifel schon früher und wenn ja - was hat dazu geführt, dass sie verschwunden sind etc etc. Und mir auch immer wieder klar machen: eine Garantie gibt es nicht.

    Ich denke, dass das, was du jetzt machst, wirklich sehr sinnvoll ist - auf dich selbst konzentrieren, trotzdem viel mit dem Partner reden und nichts überstürzen.
    Meine Mutter hat mal etwas sehr schönes zu mir gesagt: Du stehst jetzt seid Wochen zwischen Entscheidung A und Entscheidung B - und weißt seid Wochen nicht, wie du dich entscheiden sollst. Entscheide dich doch dafür einfach im Moment gar nicht zu entscheiden.
    Sprich: nimm deine Gedanken raus aus dem Pingpong-Spiel zwischen A und B - konzentriere dich auf andere Dinge (nicht mehr nur auf den Gedanken:A oder B? A oder B?) und das führt dazu, dass man plötzlich wieder offener ist für ander Möglichkeiten.

    Gruß
    Calanthe

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    AW: Re: Ist er der Richtige?

    Hallo Ihr,

    habe mir lange überlegt, ob ich diesen Uraltstrang nochmals ausgraben möchte. Aber ich möchte: vielleicht interessiert es ja einige, was aus meiner Geschichte geworden ist und vielleicht gibt es auch Leute, denen es ähnlich geht, wie es mir ging.

    Um es kurz zu machen: wir sind gerade dabei, uns zu trennen (zumindest geht die Tendenz sehr deutlich in diese Richtung) und ich habe das Gefühl, dass es die richtige Entscheidung ist. Damit ist zwar sehr viel Traurigkeit verbunden (gerade auch deshalb, weil wir dadurch, dass wir es ausgesprochen haben uns wieder so viel näher sind) aber es fühlt sich gleichzeitg auch sehr frei und sehr richtig an.

    Sinngemäß hat jemand von euch damals geschrieben: wenn man darüber nachdenekn muss, ob es der Richtige ist (sprich: sehr ernsthafte Zweifel hat) dann ist er es nicht und wenn man sich sicher ist, dass er es nicht ist, sollte man sich trennen. Diesen Punkt sehe ich inzwischen auch so (und ich habe das glaub auch damals schon so gesehen) aber ich habe diese Zeit gebraucht, um für mich wirklich klar zu bekommen, dass es nicht der Richtige ist und dass, wenn wir uns nach 7 jahren noch nicht sicher sind, wir uns dann wohl niemals sicher sein werden. Vielleicht hätte ich bereits im April zu dieser Überzeugung kommen können, aber die Zeit habe ich eben gebraucht und ich bereue sie auch nicht.

    Vielen Dank nochmals für Eure Hilfe damals
    Artischocke

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    AW: Ist er der Richtige?

    Hallo Artischocke,

    es gibt ein sehr interessantes Buch über Beziehungsambivalenz (so nennt man die Zweifel, die ihr beide habt)

    Es heißt "Soll ich gehen oder bleiben?" und ist von Mia (?) Kershenbaum, einer sehr berühmten amerikanischen Paartherapeutin. Dieses Buch gilt als "Bibel" in solchen Fällen.
    Die Zweifel, die ihr beide wechselseitig habt, können auch ganz einfach Bindungsängste sein.
    Das Buch ist ein sehr ausführlicher Diagnosekatalog. Punkt für Punkt werden für eine Beziehung sehr wichtige Themen abgefragt, die elementaren Dinge zuerst, dann die nicht so offensichtlichen Themen.
    Man kann das Buch auch zusammen durcharbeiten, da ergibt sich sicher viel Gesprächsstoff.
    Vielen Leuten ginge es nämlich besser, wenn sie die Energie, die sie in ihre Zweifel investieren, lieber für die Beziehung verwenden würden. Manche Menschen zweifeln nämlich ein Leben lang, schaffen es nicht, sich zu trennen, aber ganz ja sagen tun sie auch nicht.

    Vielleicht hilft Dir dieser Buchtipp ja.

    Alles Gute,

    Malila

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