Ich hab mir schon manchesmal Gedanken darüber gedacht, warum es bei uns so gelaufen ist, dass ich einfach den Namen meines Mannes angenommen habe. Es war klar, dass wir einen gemeinsamen Familiennamen wollten (Kind war bei Hochzeit schon unterwegs), aber irgendwie kam uns beiden nicht die Idee, dass das ja auch meiner hätte sein können. Manchmal finde ich das ein bisschen schade.
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07.11.2011, 16:27
AW: Ich trage einen neuen Namen - oder doch nicht ...
Time is an ocean but it ends at the shore - Bob Dylan
Und wenn der Wind mal von vorne kommt - leicht nach vorne beugen und einfach weitergehen - S.B.
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07.11.2011, 16:36
AW: Ich trage einen neuen Namen - oder doch nicht ...
Hallo,
naja, vors Hirn hau ich mir nicht gerade (es gibt Schlimmeres und vielleicht sind ja beide wirklich glücklich damit).
Gedanken habe ich mir gemacht, als eine Freundin:
- ihren Partner am anderen Ende von Deutschland geheiratet hat (damit die Hochzeit bei seinen Eltern zuhause stattfinden konnte - die Eltern sind nicht krank oder aus sonstigen Gründen schlecht mobil) und dreiviertel der Gäste hunderte von Kilometern anreisen mussten (die Brautleute lebten damals noch beide hier)
- sie evangelisch heiratete (ihr Partner wollte das so, sie ist aber nicht weniger katholisch als er evangelisch)
- sie ihren sehr schönen und klangvollen Namen aufgab und seinen annahm
- sie ihren sehr guten Job hier aufgab und mit ihm hunderte von Kilometern umzog, um fast ein Jahr arbeitslos zu sein
- sie nicht in ihren Wunschort (die nächste Großstadt) zogen, sondern in das Städtchen, in dem er als Kommunalbeamter arbeitete (karrieretechnisch günstiger)
- die Kinder evangelisch getauft wurden (siehe evangelische Hochzeit)
Jeder Punkt für sich ok. Aber die Kombination hat mir echt zu denken gegeben...
MandelblüteGeändert von Mandelbluete (07.11.2011 um 16:39 Uhr)
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07.11.2011, 16:36
AW: Ich trage einen neuen Namen - oder doch nicht ...
So richtig kann ich Dir das alles nicht beantworten, denn fuer mich ist es eben auch kein Politikum. Ich kann mir nur vorstellen, dass es dem Mann egal ist bzw. er sich einfach noch keine Gedanken darueber gemacht hat, es der Frau aber auch aus einem emanzipatorischen Grundsatz heraus wichtig ist, einfach einer Signalwirkung wegen. Dann spraeche ja nichts dagegen, und es wuerde auch nicht notwendig ueber den Mann bestimmt. Sie kann es sich ja wuenschen und er ihr diesen Wunsch erfuellen.
Umgekehrt geht das natuerlich auch, klar.
Vielleicht bin ich - emanzipatorisch gesehen - ueberhaupt schon damit auf dem falschen Dampfer, dass die Ehenamenswahl fuer mich nicht so konfliktbelastet ist. Jemand sprach hier z.B. vom vorauseilenden Gehorsam der Frauen. Also, als ich entschied, den Namen meines Mannes anzunehmen, hatte ich keine Angst, dass er sauer wird oder enttaeuscht ist oder sich in seiner maennlichen Ehre gekraenkt fuehlt, sollte ich Alternativen in Betracht ziehen.
Ich glaube halt gar nicht, dass so viele Maenner Zeter und Mordio schreien, wenn die Frau gerne ihren Namen als Ehenamen moechte. So wie ich es umgekehrt nicht recht glauben kann, dass es fuer Frauen IMMER die absolute Selbstaufgabe bedeutet, den Nachnamen zu wechseln.
Auch lustig: Mir faellt teilweise (!) auf, dass der Wunsch nach gemeinsamen Ehenahmen als aeusseres Zeichen der Zusammengehoerigkeit hin und wieder abgewatscht wird, nach dem Motto "Namen sind Schall und Rauch" und "das sagt doch nichts ueber die Zusammengehoerigkeit aus" - gleichzeitig aber das Aufgeben des Namens der voellige Identitaetsverlust ist.
Natuerlich ist das eine Frage des individuellen Empfindens. Drum kann ich nicht so richtig verstehen, warum manche die eigene Identitaet so eng mit dem Nachnamen verbinden, dabei aber nicht nachvollziehen koennen, dass Andere den Namen eben nutzen, um damit ihre Identitaet als Paar auszudruecken.
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07.11.2011, 16:36Inaktiver User
AW: Ich trage einen neuen Namen - oder doch nicht ...
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07.11.2011, 16:39
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07.11.2011, 16:40
AW: Ich trage einen neuen Namen - oder doch nicht ...
Auch wenn ich nicht Mandelbluete bin: Sie schreibt ja:
Man kann ENTWEDER unbedingt den eigenen Namen behalten wollen,
ODER unbedingt einen gemeinsamen Namen wollen.
Wenn man BEIDES unbedingt will, heisst das, man will unbedingt, dass der Partner den eigenen Namen annimmt, und das finde ich schon auch ein "Bestimmen" ueber den Partner.
Andererseits: Wenn's dem Partner eh wurscht ist, ist es ja auch egal.
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07.11.2011, 16:41Inaktiver User
AW: Ich trage einen neuen Namen - oder doch nicht ...
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07.11.2011, 16:45Inaktiver User
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07.11.2011, 16:48
AW: Ich trage einen neuen Namen - oder doch nicht ...
Ok, das ist jetzt echt OT, und ich akzeptiere auch, wenn es nicht beantwortet wird, aber Folgendes interessiert mich gerade:
Kann mir jemand, vielleicht Sugarnova, ganz praktisch und konkret erklaeren, was genau die Nachteile sind, wenn eine publizierende Autorin ihren Namen komplett aendert?
Klar ist natuerlich, dass man beim Erscheinen von Werken unter dem neuen Namen eben nicht denkt: "Ach, ja, die Frau Professor XY, die auch ABC geschrieben hat". Aber wie schlimm ist das wirklich? Gerade im wissenschaftlichen Bereich duerfte der Markt so eng sein, dass auch die Folgewerke Anerkennung finden werden, bzw. Branchenkenner schnell herausfinden werden, dass Frau Professor XY jetzt 123 heisst.
Ich frage ganz ernsthaft, weil ich mir im Fall von Sugarnovas Kollegin Maier einfach vorstellen kann, dass sie es schlicht nicht schlimm findet nun unter Mueller zu veroeffentlichen. Es ist aber sehr gut moeglich, dass ich die Nachteile nicht in ganzer Tragweite ueberblicke, drum wuerden mich weitere Folgen wirklich interessieren.
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07.11.2011, 16:50Inaktiver User
AW: Ich trage einen neuen Namen - oder doch nicht ...
Ich stelle für mich - nicht nur seit diesem Thread, sondern schon früher - immer wieder fest, dass mir (m)ein (Mädchen-)Name so gar nichts bedeutet, obwohl es sogar ein sehr schöner und wohlklingender Name ist. Ihn habe ich bei meiner ersten Ehe gegen einen 0815-Namen und jetzt gegen einen Lore-Roman-Namen getauscht - doch ich verbinde nichts mit (m)einem Namen, außer mich zu erkennen zu geben, jetzt auch als die Frau meines Mannes.


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