Antworten
Seite 5 von 6 ErsteErste ... 3456 LetzteLetzte
Ergebnis 41 bis 50 von 55
  1. Inaktiver User

    AW: Hochzeit nach 30 Jahren Beziehung

    Ditha, ja da haben wir wirklich eine von Grund auf völlig verschiedene Auffassung.

    Ich verstehe einfach nicht die Logik dahinter. Hochzeit und Liebe gehören (zumindest in unserem Kulturkreis) doch zusammen. Da sind wie uns ja wohl noch einig. Aber es gibt zwei Arten von Liebe, das eine ist die Liebe im Sinn von Verliebtheit (a) und das andere ist die Liebe im Sinn von reifer Liebe, Vertrautheit, gemeinsamer Lebensbewältigung und ab und zu noch Schmetterlinge im Bauch (b).
    Für mich ist a) weder Liebe noch eine Basis zu heiraten. Ver-liebt, ver-wirrt, ver-irrt und wieder ent-liebt. Das geht ganz schnell.

    b) ist für mich die Grundvoraussetzung, zu heiraten und das weniger aus romantischen Überlegungen und Gründen heraus, sondern aus einer tiefen inneren Überzeugung, dass diese Liebe es auch übersteht, wenn der Himmel einmal nicht voller Geigen hängt, sondern sie Prüfungen stand halten muss.

    Ich bin ja schon zum zweiten Mal verheiratet und meine erste Hochzeit war wohl in etwa das,
    was Dir vorschwebt, nach relativ kurzer Zeit, ohne genauer hinzusehen, ob das, wir da vorhaben,
    auf Dauer Bestand hat. Es war sehr romantisch, aber auch sehr kurz. Die
    Ehe hat gerade mal sechs Jahre gehalten.

    Meine zweite Heirat, die noch nicht allzu lange zurückliegt, wurde erst nach sechs Beziehungsjahren
    geschlossen, das sind zwar keine 15 und keine 30 Jahre, aber wir kennen uns immerhin schon 27 Jahre.

    Die Trauung: sehr romantisch. Die Braut: extrem aufgeregt. Der Bräutigam: nicht minder.

    Doch es fühlt sich in erster Linie genauso an, wie Du es bei b) beschreibst: warm, geborgen, vertraut. Und ist damit für mich die eindeutig bessere Ausgangsbasis als bei meiner ersten Hochzeit.

  2. User Info Menu

    AW: Hochzeit nach 30 Jahren Beziehung

    Zitat Zitat von Quidam Beitrag anzeigen
    diese Braut weint aber nicht vor Glück! Sie hat den falschen geheiratet - typisch Eichendorff!, steht in einem seiner Tagebücher.
    Echt? Oh mein Gott. Ich wusste, dass der Text von Eichendorff ist, aber diese Info hatte ich nicht. Mir ist aufgefallen, dass das lyrische Ich, das oben auf der Burg steht und die friedliche Stimmung beschreibt, unten auf dem Fluss die Hochzeitsgesellschaft sieht und die Braut weinen sieht, was man ja von da oben gar nicht sehen kann. Also stellt er es sich nur vor. Hm, vielleicht hätte er sie gerne geheiratet?

    Zitat Zitat von Quidam Beitrag anzeigen
    Ehe ist ein Vertrag - von Romantik steht weder in den kirchlichen noch den weltlichen Vertragstexten was. Liebe kann sich wandeln, zu mehr oder weniger. Der Verlaß ist m.E. viel wichtiger - und den kann man doch grade mit einer späten Heirat dokumentieren.
    Aber wozu muss man den dann noch dokumentieren? Er hat sich doch eh schon in der täglichen Praxis gezeigt und bewährt.

    Der Verlass ist wichtig, aber nicht wichtiger als die Romantik. Aber die Romantikkritiker werden immer mehr, jetzt ja auch Sybille Berg.
    Geändert von Ditha (15.09.2011 um 10:23 Uhr)

  3. User Info Menu

    AW: Hochzeit nach 30 Jahren Beziehung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Doch es fühlt sich in erster Linie genauso an, wie Du es bei b) beschreibst: warm, geborgen, vertraut. Und ist damit für mich die eindeutig bessere Ausgangsbasis als bei meiner ersten Hochzeit.
    Ja, so höre ich das oft. Mir wird zuviel Vertrautheit schnell langweilig. Ich mag's auch nicht, wenn man sich zu ähnlich ist.
    Gestern las ich die Antwort von Wolfgang Schmidbauer zu der Frage, was richtig sei: "Gleich und gleich gesellt sich gern" oder "Gegensätze ziehen sich an". Seine Antwort war:

    "So viele Gegensätze wie möglich und so viele Gemeinsamkeiten wie nötig".

  4. Inaktiver User

    AW: Hochzeit nach 30 Jahren Beziehung

    Zitat Zitat von Ditha Beitrag anzeigen
    Ja, so höre ich das oft. Mir wird zuviel Vertrautheit schnell langweilig. Ich mag's auch nicht, wenn man sich zu ähnlich ist.
    Vertrautheit, Vertrauen... wie auch immer, ähnlich muss man sich deshalb nicht sein, denn da gehe ich mit Schmidbauer konform:


    "So viele Gegensätze wie möglich und so viele Gemeinsamkeiten wie nötig".

    Allerdings weiß man weder das eine oder das andere nach kurzer Zeit...

    Es erschließt sich mir allerdings nicht so ganz, warum Du Dich daran "störst", dass andere Menschen (auch nach langjährigier Beziehung) vertrauensvoll eine Ehe eingehen, nur weil Dir Vertrautheit schnell langweilig wird!?

  5. User Info Menu

    AW: Hochzeit nach 30 Jahren Beziehung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Vertrautheit, Vertrauen... wie auch immer, ähnlich muss man sich deshalb nicht sein, denn da gehe ich mit Schmidbauer konform:


    "So viele Gegensätze wie möglich und so viele Gemeinsamkeiten wie nötig".

    Allerdings weiß man weder das eine oder das andere nach kurzer Zeit...

    Es erschließt sich mir allerdings nicht so ganz, warum Du Dich daran "störst", dass andere Menschen (auch nach langjährigier Beziehung) vertrauensvoll eine Ehe eingehen, nur weil Dir Vertrautheit schnell langweilig wird!?
    Ich hab es so erlebt, dass es schwerer ist, Vetrauen zu fassen, wenn man sehr verschieden ist. Aber es ist auch reizvoller, wenn es trotzdem gelingt.

    Mit Männern, die mir ähnlich waren, stellten sich Vertrauen Und Vertrautheit sehr schnell ein. Die hätte ich auch heiraten können, aber das wollte ich nicht. Da hätte der Reiz gefehlt. Eine Hochzeit ist ja eigentlich der ultimative Vertrauensbeweis, aber wozu, wenn das Vertrauen eh schon so groß ist?

    Mit den anderen Männern, wo mir das Vertrauen schwerer fiel (nicht weil es schlechte Menschen waren!) kam es nie so weit, dass wir eine Ehe ins Auge gefasst hätten, weil die Beziehungen zu kompliziert waren. Dabei habe ich mir weiß Gott alle Mühe gegeben, gute Beziehungen zu führen.

    Mit den "alten" Brautpaaren" hat das insofern was zu tun, weil ich bei ihnen davon ausgehe, dass Vertrauen im großen Maß vorhanden ist (nach so langer Zeit), das fühlt sich für mich (wenn ich mich in die Braut hineinversetze) so an, als hätte ich einen der ersten Männer geheiratet, was ich nie wollte. Verstehst du?

  6. Inaktiver User

    AW: Hochzeit nach 30 Jahren Beziehung

    @ Quidam, Germanistik studiert?

    @ all - wenn man mal aufpasst die meisten Hollywood-Schmonzetten enden direkt nach der Heirat.

    Ich glaub einfach, dass die Dynamiken verschoben sind. Bei einer schnellen Heirat rauft man sich halt hinterher zusammen. Bei einer bedächtigen Heirat sollte man idR vorher wissen, was man an dem anderen hat.

    Und ich bevorzuge halt das letztere Modell.

  7. User Info Menu

    AW: Hochzeit nach 30 Jahren Beziehung

    Mal abgesehen davon, warum die Braut bei Eichendorff nun weinet - mein Mann und ich haben nach über 20 Jahren geheiratet -> und ich war gerührt und mein Mann hatte feuchte Augen. Zum Glück haben wir seinerzeit nicht gewusst, dass uns das in unserem hohen Alter eigentlich nicht mehr zusteht !

    Mit der Heirat wollten wir nichts beweisen, weder uns (oder gar was retten...) noch anderen. Wir sind ein Paar, dass sich in Liebe zusammen gerauft hat und das in den Jahren erlebt hat, was Vertrauen und Verlässlichkeit bedeuten. Dafür hätte ich nun wirklich keinen Trauschein gebraucht.

    Es ging bei der Heirat eigentlich nur um Verantwortung ggü. dem langjährigen Partner, sprich: Rente - wie unromantisch. Wenn ich Jahrzehnte mit einem Menschen zusammenlebe, dann ist das doch ausgesprochen blöde, dass meine mühsam erworbenen Rentenansprüche im Fall der Fälle verfallen und mein Partner zusehen kann, wie er mit dem Hintern an die Wand kommt.
    Aus diesem Grund habe ich auch Bekannte von uns immer mal wieder ungestupst. Mit der eigenen Rente allein hätte es jeder von beiden sehr, sehr schwer! Und: ich habe mich gefreut, als die Hochzeitsfotos gemailt wurden, und das nach über 40 Jahren Beziehung!

    Ich habe es ja nicht so mit der Romantik - und es hat mich dann doch überrascht, was für ein toller Augenblick die Heirat war und an der Umarmung meines Mannes habe ich gemerkt, dass es ihm genauso ging.
    Da ist man so lange ein Paar, und dann bekommt eine Beziehung durch einen simplen Verwaltungsakt doch noch einen anderen Wert. Überraschung !
    life is all about
    finding people who
    are your kind of
    CRAZY

  8. User Info Menu

    AW: Hochzeit nach 30 Jahren Beziehung

    Zitat Zitat von Ditha Beitrag anzeigen
    ... Ich finde nur die Umkehrung der Reihenfolge merkwürdig: erst wird der Beziehungsalltag gelebt und dann wird geheiratet. Warum? ...
    warum? siehe oben

    (ich finde es merkwürdig, dass man sowas merkwürdig findet! anno dunnens wäre das ja nur schwer möglich gewesen, aber heute...)
    life is all about
    finding people who
    are your kind of
    CRAZY

  9. User Info Menu

    AW: Hochzeit nach 30 Jahren Beziehung

    Zitat Zitat von Ditha Beitrag anzeigen
    Hochzeit und Liebe gehören (zumindest in unserem Kulturkreis) doch zusammen. Da sind wie uns ja wohl noch einig.
    Nö, da bin ich mir nicht so sicher. Über Jahrhunderte ging es wohl bei Heirat häufig nur um Geld, Macht, Einfluss. "Liebesheirat" -wenn es früher so etwas gab- konnten sich doch nur arme Schlucker leisten, die nichts zu verlieren hatten.

    Oftmals wurden Ehen doch arrangiert. Da hat sich kein Schwein drum gekümmert, ob die beiden Eheleute 'verliebt' waren, wenn die Höfe, Firmen oder sonstewas gut zusammenpassten.


    Zitat Zitat von Ditha Beitrag anzeigen
    Aber es gibt zwei Arten von Liebe, das eine ist die Liebe im Sinn von Verliebtheit (a) und das andere ist die Liebe im Sinn von reifer Liebe, Vertrautheit, gemeinsamer Lebensbewältigung und ab und zu noch Schmetterlinge im Bauch (b).

    Eine Hochzeit in Kombination mit Liebe (b) finde ich zumindest gewöhnungsbedürftig, offenbar geht es euch da anders.
    Verliebtheit ist für mich keine Liebe und vor allem auch keine Grundlage für eine Ehe.

    Verliebtheit ist ein Rausch. Den allerdollsten Verliebtheitsrausch hatte ich nicht mal mit meinem Mann - und ich weiß nicht mal mehr, wie der Mann damals hieß. Es hat auf der Stelle '''Zoom''' gemacht, war dann auch nur ein kurzfristiger Rausch, ein tolles Gefühl und ich erinnere mich gerne daran und lächle leise in mich hinein.

    Aber mein Mann wärmt mein Herz und meine Seele (den Rest spare ich mir ).
    life is all about
    finding people who
    are your kind of
    CRAZY

  10. User Info Menu

    AW: Hochzeit nach 30 Jahren Beziehung

    Ditha, dass du nie verheiratet warst und vielleicht auch nie sein wirst, ist dein gutes Recht. Kann jeder machen wie er will.
    Warum urteilst, bzw. verurteilst du, wie das andere handhaben? Du kannst dich nicht reinversetzen, wie sich ein Paar nach -zig Jahren fühlt, oder doch?
    Musst du auch nicht, kann man einfach so akzeptieren.

    Ich werde nächstes Jahr nach vielen Beziehungsjahren zum zweiten Mal heiraten und meine Schwester (seit fast 20 Jahren unverheiratet in fester Beziehung) kann es einfach nicht fassen und hält mir auch Vorträge mit deinen Argumenten.
    Da frag ich mich doch: Was geht's dich (bzw. sie) an?

Antworten
Seite 5 von 6 ErsteErste ... 3456 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •