Hallo,
ich war noch auf keiner Hochzeit, bei der nicht die Familie mitgeholfen hätte. Und das nicht nur auf großen.
Soll das Brautpaar allen Ernstes selbst Anstecker verteilen und Schleifen an die Autos binden oder dafür jemanden engagieren? Oder morgens einen Caterer mit dem Weisswurstfrühstück beauftragen (das ist hier der übliche Auftakt einer Hochzeit) oder früh selbst Brezen einkaufen und Würste heissmachen? Klar, man muss das alles nicht haben - aber eigentlich muss man gar nichts haben (außer dem Termin beim Standesamt), ein Fest wirds eben mit diesen Überflüssigkeiten.
Zumindest ich kenne Hochzeiten als kein steril und professionell organisiertes Event, sondern als ein Fest, zu dem viele beitragen.
Mandelblüte
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24.08.2011, 21:01
AW: Ich möchte nicht Trauzeugin sein!
Geändert von Mandelbluete (24.08.2011 um 21:46 Uhr)
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24.08.2011, 22:02
AW: Ich möchte nicht Trauzeugin sein!
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24.08.2011, 23:01
AW: Ich möchte nicht Trauzeugin sein!
Hallo,
bei der TE war ja auch nicht davon die Rede, dass sie die Hochzeit organisieren soll. Von einem Junggesellinnenabschied war die Rede, und, so schrecklich ich so was auch finde, wenn einer stattfindet, wird der eben von jemand anders organisiert als von den Brautleuten (wie man darauf kommt, dass müsse die Trauzeugin des Bräutigams machen, verstehe ich aber auch nicht).
Und in meinem Umfeld organisieren Familie und Bekannte durchaus Teilaspekte wie z.B. Sektempfang (Tische, Tischdecken, Gläser, Getränke mitbringen, für eine Kühlung sorgen, aufbauen, ausschenken, abbauen) oder das Weisswurstfrühstück (Garage aus- und aufräumen, Biertischgarnituren besorgen und aufbauen, Essen und Getränke besorgen, Gäste bewirten), ein gemeinsames Frühstück für weit angereiste Gäste, die über Nacht bleiben, Blumenschmuck und Anstecker basteln (wer auf solche Bastelarbeiten steht...).
Eine Freundin, die demnächst heiratet, versucht gerade zu verhindern, dass ihr Vater (aus dem Nahen Osten und viele Jahre Inhaber eines sehr guten Lokals) selbst für die Hochzeitsgesellschaft grillt (ihm schwebt wohl ein Lamm o.ä. vor)...
Mandelblüte
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25.08.2011, 12:11
AW: Ich möchte nicht Trauzeugin sein!
Jap, das war auch mein Problem, dass manche Familienmitglieder eher zu viel organisieren wollten
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Was Du aufzählst sind, ich glaube, eher Sachen die auf einer ländlichen Hochzeit stattfinden oder in bestimmten Kulturkreisen. Andere Hochzeiten haben nicht ganz so viel Rahmenprogramm.
Ich habe grundsätzlich "erwartet" und wusste dass Mutti hilft und auch eine ihrer Schwestern, weil ich die Hochzeit von der Ferne organisieren musste. Ansonsten gibt es keine berechtigte Erwartungen, nicht mal nen Junggesellinenabschied hatte ich, da alle meine Freunde irgendwoanders wohnen, ich hätte selber eh keine Zeit dafür gehabt.
Aber lange Rede kurzer Sinn, je offener man mit dem Thema umgeht desto weniger enttäuschte Erwartungen seitens des Brautpaares. Muss man als Trauzeugin irgendetwas grosses selber organisieren und will das nicht, einfach kommunizieren und sich ehrlich aus der Sache rausziehen. Es muss sich schliesslich keiner verbiegen und eine Party organisieren die man selber verabscheut.
p.s. morgen geht´s zu einer Hochzeit, bin mal gespannt was da passiert.
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25.08.2011, 15:07
AW: Ich möchte nicht Trauzeugin sein!
Hallo,
das Problem ist, dass der Vater schon bei der Hochzeit des Bruders völlig neben der Rolle war. Um 6:00 Uhr aufgestanden und um zehn vor 11 immer noch nicht fertig. Bzw. trug er plötzlich das Jacket des Bräutigams (der Minuten vor der Trauung im Hemd herumirrte und es suchte).
Die Tochter meint, bei Ihrer Hochzeit (Tochter = noch viel aufregender) sollte er eher jemanden als psychologischen Beistand und Betreuer an seiner Seite haben. Statt selbst die Hochzeitsgesellschaft verköstigen zu wollen.
Mandelblüte
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26.08.2011, 18:02
AW: Ich möchte nicht Trauzeugin sein!
Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.
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26.08.2011, 18:05
AW: Ich möchte nicht Trauzeugin sein!
Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.
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28.08.2011, 09:17Inaktiver User
AW: Ich möchte nicht Trauzeugin sein!
Liebe Mrs_Lovett,
ich weiß nicht, ob ich es richtig herauslese, aber es sieht für mich so aus, als wenn die zukünftige Schwägerin eine Art von Feier favorisieren würde, die dir absolut widerstrebt: peinliche Spielchen, eine halbgare Band zur Unterhaltung, Kutsche etc.? Weil ihr einfach einen völlig anderen Geschmack habt? Dann würde ich deinem Bruder einfach sagen, dass du diese Erwartungen nicht erfüllen kannst und es vielleicht einen besseren Kandidaten gibt, Punkt. Ist es deinem Bruder wirklich so wichtig, dass DU die Trauzeugin bist, oder hat er einfach kaum eine Alternative?
Ich bin die Trauzeugin meiner Schwester gewesen, aber nur aus dem Grund, weil sie nicht wusste, wen sie sonst fragen soll, da sie, hochschwanger, im kleinen Kreise geheiratet hat. Ich habe es gerne gemacht, hätte es aber auch absolut ok gefunden, wenn ich es NICHT gewesen wäre, und sie genauso. Das hat keinen Einfluss auf unser Verhältnis gehabt, war einfach nur am naheliegensten in dem Moment, ohne besonderen Herzenswunsch.
Wenn du die Hochzeit organisieren sollst, dann NUR in deinen "Möglichkeiten", dann eben zwei nette Programmpunkte, mit denen du dich indentifizieren kannst. Und wenn ihnen das nicht reicht, dann geht es eben nicht. Es muss ihnen klar sein, dass du etwas nicht gut machen kannst, was dir widerstrebt. Dann muss eben jemand anders her.
Was deine Haltung der Beziehung gegenüber betrifft, würde ich auch eher vorsichtig sein. Man kann als Außenstehender, auch wenn man der einen Person nahesteht, nicht immer gut beurteilen, was sie glücklich macht und zu wem er passt. Ich habe mich da auch schon mal total in einer Beziehung getäuscht, die ich anfänglich UNMÖGLICH, aber nach einigen Jahren echt beneidenswert schön fand.
Wenn es letztlich nur um den formalen Akt der Traubezeugung geht, nun, du musst nicht mehr als eine Unterschrift leisten, und das wars. Dann könntest du deinem Bruder einen Gefallen tun, à la "du weißt, ich mag deine Zukünftige nicht besonders, aber du hast meinen "Segen" dazu", es ist ok, was du machst. Es ist ja auch nicht schön, wenn man zwischen Ehepartner und Schwester zerrissen sein muss.
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24.11.2011, 10:57Inaktiver User
AW: Ich möchte nicht Trauzeugin sein!
Hallo ihr!

Wollte mich nochmals für die vielen Tips und Denkanstösse bedanken.
Hier also noch das Ende der Geschichte für diejenigen die's interessiert: Die Sache hat sich erledigt, mein Bruder und seine Freundin haben sich in der Zwischenzeit getrennt...
Mir tut's natürlich sehr leid für meinen Bruder, andererseits bin ich auch froh, dass es so gekommen ist. Die (Art der) Trennung hat meine Vorbehalte gegen diese Frau in jeder Hinsicht bestätigt. Insofern denke ich, er ist mit einem blauen Auge davongekommen.
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24.11.2011, 11:11
AW: Ich möchte nicht Trauzeugin sein!

Oh, da hat Dich Dein Gefuehl also nicht getrogen. Sehr traurig fuer Deinen Bruder, aber Du hast wohl Recht: Langfristig gesehen ist er mit einem blauen Auge davon gekommen.
Danke fuer Dein Update.



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