Hallo,
man kann unterschiedlicher Auffassung sein, was Funktion und den Aufgaben des Trauzeugen sind.
Für mich persönlich geht seine Rolle über das bloße Bezeugen der Eheschließung hinaus. Deshalb müsste ein Trauzeuge für mich ein Mensch sein, der das gleiche Verständnis von seiner Rolle und seinen Aufgaben hat und sowohl persönlich als auch was das persönliche Verhältnis zu meinem Partner und mir angeht, auch wahrnehmen kann und möchte.
Vielleicht bin ich auch nur so soziaisiert - in meinem Umfeld sind Trauzeugen und Taufpaten Menschen, die die Familie ein Leben lang begleiten. Ein Bruch wird als schlimmer wahrgenommen, als wenn man nicht in dieser Form verbunden ist (vor Kurzem erst hat mir eine Bekannte von einem innerfamiliären Zerwürfnis erzählt, was für sie noch schlimmer ist, weil es sich bei einer der Personen um einen ihrer Trauzeugen handelt).
Mandelblüte
Antworten
Ergebnis 51 bis 60 von 81
-
22.08.2011, 20:24
AW: Ich möchte nicht Trauzeugin sein!
-
23.08.2011, 07:30
AW: Ich möchte nicht Trauzeugin sein!
Da sind wir gar nicht so weit auseinander. Aber mein Mann und ich haben jeweils einen Trauzeugen ausgesucht. Einen Menschen, der uns viel bedeutet und uns in schweren Zeiten nahesteht. Er muss aber, meiner Meiniung nach, nicht zu beiden ein so inniges Verhältnis haben.
Bis auf Weiteres a.D.
-
23.08.2011, 08:39
AW: Ich möchte nicht Trauzeugin sein!
Bei uns ist es auch nicht üblich, dass die Trauzeugen bei den Vorbereitungen helfen.
Aber es ist auch dann doof, wenn man nicht von der zukünftigen Ehe zweier Menschen überzeugt ist.
Ich war auch schon mal missmutige Trauzeugin.
Als ich gefragt wurde habe ich das gar nicht verstanden, weil ich dieser Bekannten bereits im Vorfeld versucht habe, zu vermitteln, sich noch ein wenig Zeit zu lassen...
Nun, dann kam der Moment, und natürlich habe ich zugesagt, weil ich es als Beleidigung der Brautleute empfunden hätte, wenn ich abgelehnt hätte.
Man sucht sich ja nicht irgendwen aus und es ist ja schon eine Ehre, wenn man dazu auserkoren wird.
Auf jeden Fall habe ich unterschrieben und den beiden ein halbes Jahr gegeben.
Da hatte ich mich aber geirrt.
Sie haben es ein ganzes Jahr miteiander ausgehalten...
-
23.08.2011, 11:06
AW: Ich möchte nicht Trauzeugin sein!
Hallo,
meist wird ein Trauzeuge zu einem Partner ein innigeres Verhältnis haben als zu anderen. Aber wenn er den anderen Partner nicht abkann, kann es schwer werden, in schwierigen Lebenssituationen und Krisen nicht nur für den Partner, der einem nahesteht, sondern auch für das Paar dazusein.
Ich stelle mir vor, wie ich mich in so einer Situation abmühe, zu helfen, und mir eigentlich denke "ich habs doch immer gewusst. Was musstest Du den Deppen auch heiraten".
Mandelblüte
-
23.08.2011, 11:30
AW: Ich möchte nicht Trauzeugin sein!
Ja, sehe ich auch so. Ich habe mir auch gewuenscht, dass meine Trauzeugin unsere "Traupatin" ist, mich also als Freundin wie bisher und in meiner Ehe im Besonderen begleitet. (Habe ich ihr auch gesagt, und sie hat es so angenommen, also alles paletti.)
Sie kennt meinen Mann eigentlich nicht besonders gut (es sei denn dadurch, dass ich sie ueber die Jahre hinweg natuerlich laufend ueber ihn zugetextet habe
), und sie hat sicher kein "inniges Verhaeltnis" zu ihm, aber sie mag ihn und findet, dass er gut zu mir passt. Wenn das nicht so waere, wuerde ich ihr nicht die Freundschaft kuendigen, aber ich haette sie mir dann auch nicht als Trauzeugin gewuenscht, noch wuerde ich von einer Freundin verlangen, so etwas gegen ihre Ueberzeugung zu tun.
-
23.08.2011, 12:00
AW: Ich möchte nicht Trauzeugin sein!
Ich war zweimal in meinem Leben Trauzeugin und beide Male gerne und habe die Ehe sozusagen mit dem Gefühl bezeugt, ja das wird was.
Ich war aber auch schon zweimal in der Situation wo ich gefürchtet habe gefragt zu werden und beide Male hätte ich nein gesagt, weil ich bei beiden nicht an einen Bestand einer guten Ehe geglaubt habe ..... alle vier Ehen bestehen noch.
Wobei ich es immer so halten würde, dass ich eine Ehe, die ich nicht für potentiell glücklich halte nicht bezeugen wollte.
Wobei mir auch immer noch nicht klar ist, wessen Trauzeugin die TE hier werden soll, ich kenne es nur so, das es eben der jeweilige beste Freund(in) der Braut oder des Bräutigams ist. Und kümmern musste ich mich auf beiden Hochzeiten eigentlich um nichts, ich habe nur einmal die Rede im Standesamt und einmal eine Tischrede gehalten.
Deswegen würde ich jetzt erstmal abwarten, ob ich gefragt würde und was dann genau mit dem Amt verbunden sein soll, denn das die Trauzeugin des Bräutigams den Junggesellinnenabschied der Braut organisieren soll, kann ich mir nicht vorstellen.
Liebe Grüße
prometheaFreiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
.... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/
Profilbild © edwardbgordon
Moderation: "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"
-
23.08.2011, 13:21
-
23.08.2011, 13:53Inaktiver User
AW: Ich möchte nicht Trauzeugin sein!
Mal eine Frage zum Thema 'das wird was'.
Woran macht ihr das fest? Ich ertappe mich immer dabei, dass ich meine Beziehungsvorstellungen auf andere Paare übertrage und wenn diese nicht passen recht schnell bei dem Gedanken bin 'das wird nix'. Aber mal ehrlich: Gibt es nicht hunderttausend Arten eine Beziehung zu führen? Oder anders gefragt: gibt es Indikatoren, die allgemeingültig gegen eine funktionierende Beziehung sprechen?
Ich geb's zu, ich bin Perfektionistin. Auch in Beziehungsdingen
.
Für mich heisst das: Konflikte werden ausdiskutiert, wir kommunizieren offen, anstatt zu sticheln, wir begegnen uns auf Augenhöhe, wir springen über unseren Schatten, wir sind aufmerksam, wir streiten nur über wichtige Dinge usw. usf. Ich bin der Meinung, bestimmte Grundvoraussetzungen müssen erfüllt sein, um eine gute Beziehung zu führen (z.b. Augenhöhe). Aber abgesehen davon: macht z.B. das Sticheln eine Beziehung automatisch zu einer schlechten Beziehung?
-
23.08.2011, 15:03Inaktiver User
AW: Ich möchte nicht Trauzeugin sein!
Sehr richtig, ich würde mir das garnicht rausnehmen.
Wer heiratet ist nun mal in der Regel erwachsen und muß selber wissen, wen er als für sich richtigen Partner ansieht.
So Interventionen können auch schnell nach hinten losgehen .... Eine Freundin kam vor 20 Jahren mit einem Mann zusammen, den wir alle ziemlich unangenehm fanden .... ALLE ihre Freundschaften sind darüber zerbrochen, weil sie es verletzt hat, daß er nicht von ihren Freundinnen akzeptiert wurde. Außer halt von mir, als ihre Wahl, auch, wenn ich ihn nicht mag. Und den Mann gibt's immer noch.
-
23.08.2011, 15:16
AW: Ich möchte nicht Trauzeugin sein!
Hallo,
ich habe über die Jahre hinweg auch erfahren, dass Beziehungen auf zig verschiedene Arten funktionieren. Es kommt darauf an, dass und wie die Partner miteinander und mit den Eigenarten des anderen umgehen. Und ob sie, wenns eng wird, wirklich füreinander einstehen.
Ein Beispiel aus einer Zeit, wo ich etwa Anfang 20 war: sie trägt ihm im Haushalt buchstäblich den Teller hinterher. Wenn er am Tisch suchend nach dem Salz schaut, steht sie auf und holt es. Mich hat diese Rollenverteilung einfach nur genervt. Nur: beide waren glücklich und zufrieden damit. Und als er an Krebs erkrankte, haben die beiden zusammengehalten wie Pech und Schwefel.
Die Art, wie man Konflikte austrägt, offen oder durch Sticheleien, ja, dazu habe ich, wie die meisten Menschen, eine klare Meinung. Aber ich kenne auch Paare, die seit Jahrzehnten verheiratet sind, ohne ihre Konflikte offen auszutragen. Vielleicht können beide es nicht anders (und wären auch mit einem anderen Partner nicht besser dran), vielleicht ist es die Kröte, die sie in ihrer Beziehung eben schlucken.
Ich war noch nicht in der Situation, zu einer Hochzeit eingeladen zu sein, bei der ich klar dachte "das wird nichts". Sondern nur, "hmmm, so ganz optimal ist das nicht, für mich wäre das nicht richtig".
Mandelblüte




Zitieren

