Liebes Forum,
ich würde mir gerne eure Meinung zu folgendem anhören – es ist eine Konstellation im Verwandtenkreis, die sich sehr verfahren hat. Ich habe mich an euch erinnert und hoffe auf einige Antworten und Einschätzungen. Ich werde auch versuchen, es so kurz wie möglich zu halten.
Edit: Wir leben alle in den USA, das wird wichtig, wenn es später um Entfernungen, und vielleicht auch anderes, geht.
Also:
Paar A (beide um 25) heiratet im September. Die Hochzeit muss man sich so vorstellen: ca. 120 Gäste, Freitag bis Sonntag, Zelt im Garten … ihr könnt euch ja die Dimensionen ungefähr vorstellen. Dieses Paar hat (aus visa-technischen Gründen, der Mann ist kein US-Bürger), mit kleiner Feier, aber anwesender Verwandtschaft, schon letztes Jahr geheiratet, nun soll aber richtig gehochzeitet werden.
Paar B (beide um 45), verwandt mit Paar A (Bräutigam ist Onkel der Braut von Paar A), möchte ebenfalls im Herbst dieses Jahres heiraten – davor geht aus verschiedenen Gründen beruflicher und privater Natur nicht – danach ginge schon, wer will allerdings im November heiraten? Nach kurzer Rücksprache mit seinen engsten Verwandten – er hat fünf Geschwister – kommt er zu dem Schluss, dass es eigentlich das Beste wäre, in zeitlicher Nähe zu Paar A zu heiraten. Denn die Geschwister wohnen über die USA verteilt, müssen hergeflogen kommen, Kinder aus der Schule nehmen, Urlaub nehmen etc…. Und da Paar A und Paar B nur anderthalb Stunden auseinanderwohnen, überlegt sich Paar B folgendes:
Sie selbst möchten nur eine kleine Trauung, engste Verwandte, also in diesem Fall Geschwister mit Ehepartnern und Kindern, Eltern und ein paar Freunde, kein großes Brimborium, Empfang und anschließendes Dinner. Das Ganze könnte Sonntag so gegen 16 Uhr beginnen (das Wetter wird dort, wo die beiden wohnen, dann immer noch sehr schön und heiß sein, so dass es sich auch eher anbietet, nicht zu früh anzufangen). Paar B denkt sich, damit allen einen Gefallen zu tun: Gäste müssen nicht zwei Mal anreisen, September ist schöner Heiratsmonat, etc. Doch die Rechnung wurde ohne Braut A gemacht, denn die sperrt sich nun mit aller Gewalt gegen diese Idee. Ihre Argumentation: Es wird ein Stück von ihrem Sonntag herausgeschnitten.
Die eigentliche Trauung von Paar A findet aber am Samstag statt, für Sonntagnachmittag ist nach einem gemeinsamen Brunch „nur“ ein Ausklang der Feier gedacht. Von den 120 Gästen würden ca. 12-15 für die andere Hochzeit aufbrechen, um circa 14.00 Uhr.
Ihr merkt wahrscheinlich, dass ich auf der Seite von Paar B stehe, denn ich finde die Reaktion der jungen Frau vollkommen übertrieben. Was sagt ihr dazu? Von Paar B war angedacht gewesen, dass Ganze integrativ zu betreiben, niemandem etwas wegzunehmen etc…
Danke fürs Lesen,
Kitty![]()
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 51
Thema: Doppelte Hochzeit - Fiasko
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09.05.2011, 23:16
Doppelte Hochzeit - Fiasko
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Mae West: Goodness had nothing to do with it...
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09.05.2011, 23:33
AW: Doppelte Hochzeit - Fiasko
Generell sehe ich das wie Du.
Wird Paar A bei der Hochzeit von Paar B dabei sein?
Hat Braut A angst, dass sie die uebriggebliebenen Gaeste alleine laesst ?
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09.05.2011, 23:44
AW: Doppelte Hochzeit - Fiasko
Hallo Valencia,
danke für deine rasche Antwort.
Paar A ist zu Paar Bs Hochzeit eingeladen (die Braut ist ja die Tochter der Schwester), allerdings hätte Paar B Verständnis, wenn Paar A seine eigenen Gäste nicht alleine lassen will.
Kitty
Ist 1603 dein Geburtstag *neugier* Ist nämlich meiner!
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10.05.2011, 00:15Inaktiver User
AW: Doppelte Hochzeit - Fiasko
Also ich finde, sie hätten das vorher mit Brautpaar A absprechen müssen - der Höflichkeit wegen. Sie tun sich ohnehin nicht unbedingt damit einen Gefallen, die Gäste sind Sonntagabend doch sicher schon ganz schön "verfeiert".

Abgesehen davon finde ich es krass, über 3 Tage hinweg Hochzeit zu feiern.
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10.05.2011, 00:24
AW: Doppelte Hochzeit - Fiasko
Trotz fortgeschrittener Stunde bei euch kommen ja noch Antworten - schön.

Bräutigam B hat Braut A ein Email mit dem Vorschlag geschrieben - da hätte er wohl besser angerufen, ich weiß.
Dieses Mail wurde nie beantwortet, weshalb er dachte, es wäre okay. Das Thema kam erst 4 Wochen später auf den Tisch, als die Mutter von Braut A, also seine Schwester ihn kontaktierte, und von der Missstimmung und klaren Ablehnung ihrer Tochter berichtete. Daraufhin rief Bräutigam B an und erfuhr das ganze Ausmass ...
Amerika, Amerika
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10.05.2011, 02:10
AW: Doppelte Hochzeit - Fiasko
Hoert sich ja fast nach '4 weddings and a funeral' an...
Wenn ich Paar B waere, dann waere mir das schnurz ob Braut A einen Anfall hat. Bridezilla,eh?
Wenn es einem Grossteil der Gaeste erneute Anfahrt (anflug), Urlaub nehmen (notorisch wenig in den USA), erneute Kosten, (auch ein Problem bei vielen Gaesten), erspart,
dann wuerd ich das trotzdem so planen.
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10.05.2011, 02:14
AW: Doppelte Hochzeit - Fiasko
Ich finde es eigentlich sehr gut von Brautpaar B, sich ueber die Anreise der Gaeste Gedanken zu machen und dann nicht das folgende Wochenende wieder zur Hochzeitsparty "aufrufen"
Da alles Familie ist, waere es schon schoen, wenn alle die eingeladen sind, auch an beiden Hochzeiten teilnehmen. Aber wenn Braut A nicht zur Hochzeit vom Onkel will, ist das ihr Problem.
B sollte ihre Hochzeit planen und so feiern wie vorgesehen. Wenn A nicht kommen moechte, dann muss sie wegbleiben.
Die Kernfamilie, denen Paar B wichtig ist, werden sich vom 3. Tag der Party bei A wohl verabschieden und sich auf den Weg zu B machen.
Zudem ist die Hochzeit des Paares A eine Party - wobei Paar B eben an diesem Tag heiratet.
Wie sehen die anderen Familienmitglieder das? Also die, die auch zur Hochzeit des Paares B eingeladen sind?
P.S. Nein, nicht mein Geburtsdatum - das der 'besseren Haelfte'
(Also "fast" meiner
)
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10.05.2011, 02:53
AW: Doppelte Hochzeit - Fiasko
Ja, Bridezilla

Kennt ihr das Wort auch?
Hier gibts ganze Fernsehsendungen drüber: die ich aber nicht gucke
Die Familienmitglieder scheinen froh zu sein, Valencia, aus der Hochzeit rauszukönnen und mal was anderes zu sehen
, schließlich hocken sie da ja schon zwei Tage....
Also ihr seid ja irgendwie alle meiner Meinung ...
Keiner ein Herz für die junge Braut?
Naja, ich ja irgendwie auch nicht.
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10.05.2011, 05:30Inaktiver User
AW: Doppelte Hochzeit - Fiasko
Brautpaar B plant sehr rücksichtsvoll in Bezug auf die zeitlichen und finanziellen Ressourcen der meisten Gäste.
Andererseits wünscht Braut A, dass ihr Fest im absoluten Mittelpunkt des Familieninteresses steht, was bei einer derart großen Familie schwierig sein dürfte. Zeit erwachsen zu werden, schätze ich.
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10.05.2011, 10:03Inaktiver User
AW: Doppelte Hochzeit - Fiasko
Hallo
Ich habe ja nie in den USA gelebt, denke aber, dass in angelsächsischen Ländern Hochzeiten grösser gefeiert werden und einen (noch) viel höheren Stellenwert haben als hier.
Und da denke ich bei Braut A: typisch amerikanische Braut Mitte 20. Jetzt ist sie nur zweieinhalb Tage im Mittelpunkt und nicht drei und sieht schon ihre Hochzeit torpediert. Ich will ihr nicht unrecht tun, aber mir kommt das halt ein wenig tussenhaft rüber. Und nein, da kenne ich kein Mitleid.
Wo ist das Problem von Paar B, wenn es einfach heiratet. Wem sind sie denn Rechenschaft schuldig? Wenn sie sich die Überlegung zugunsten der finanziellen und zeitlichen Situation der Gäste machen, umso besser.
Wie in einem früheren Strang mal jemand schrieb: irgendjemand ist immer angep...s....t an einer Hochzeit.
Gruss
Lech


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