Nur "genügend" wäre nach der schlimmsten Hochzeit, die ich je erlebt habe, auch nicht mein Mindeststandard.
Ehemaliger Azubi von uns - hatte GAR KEIN Geld, was an sich ja in dem zarten Alter normal und keineswegs ehrenrührig ist - wollte heiraten. Problem: das junge Paar wollte mit GAR KEINEM Geld trotzdem ganz groß heiraten...
Es wurde dann ein Campingplatz als Location auserkoren und natürlich Geld als Geschenk erbeten. Man wollte grillen.
Der junge Mann kaufte dann Sekt und Grillzeug.
Der Sekt war das allerschlimmste süße Gebräu, was mir je unterkam, ich trank sehr höflich ein halbes Glas - was nur insofern wichtig ist, als dass mein darauf folgendes Magenproblem nicht am Alkoholkonsum festgemacht werden konnte.
Dann aß ich eine einzelne Bratwurst...ging zehn Minuten später zur Toilette und kübelte, was das Zeug hielt...
Sicherheitshalber aß und trank ich dann gar nichts mehr. Im Laufe der Veranstaltung verschwand das Brautpaar. Ich gehörte zu den Menschen, die bei der Suche fündig wurden: das Brautpaar hatte sich zum Zwecke des Geldzählens zurückgezogen. Sie wussten zu dem Zeitpunkt noch nicht, ob sie die Locaton würden bezahlen können.
Im Nachhinein zur Auswahl der kulinarischen Genüsse befragt: der Sekt war der billigste süße Sekt, den der Bursche finden konnte und das Fleisch/die Wurst war vom Abdecker. Und er war ganz stolz, wie billig er da weggekommen war!
So viel zum Thema "mengenmäßig genug".
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Thema: Die Horrorhochzeit
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25.02.2018, 12:45
AW: Die Horrorhochzeit
Geändert von Mitternachtsblau (25.02.2018 um 13:03 Uhr) Grund: typo
Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.
Oscar Wilde
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25.02.2018, 12:49
AW: Die Horrorhochzeit
Hochzeiten, die sehr groß sind und dadurch unpersönlich, finde ich ganz furchtbar.
Meine vor 29 Jahren fand ich schön. Da war nur die Familie eingeladen und dadurch war es schon sehr persönlich. Für Freunde und Bekannte gab es ja den Polterabend.
Spiele hatten wir. Und ich fand es ganz super. Das ist einfach Geschmackssache.
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25.02.2018, 12:55Inaktiver User
AW: Die Horrorhochzeit
@Mitternachtsblau: Ich ergänze "mengenmäßig genug" um "geschmacklich ansprechend".
Kein Partyteilnehmer sollte von der Verpflegung ins Gebüsch getrieben werden!

Lieber in kleinerem Rahmen feiern und die Bratwürste zumindest von Aldi beziehen.
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25.02.2018, 13:01
AW: Die Horrorhochzeit
Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.
Oscar Wilde
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25.02.2018, 13:16Inaktiver User
AW: Die Horrorhochzeit
Hier liest man ständig, dass Geldgeschenke zu erbeten verpönt sind.... Wie soll man denn sonst formulieren, dass man nicht das x-te Bügeleisen oder Aussteuer haben möchte, was man nicht mehr braucht (weil man schon ewig nicht mehr bei den Eltern wohnt)?
Wir haben folgendes in unsere Einladungskarten geschrieben:
"Am meisten freuen wir uns über Euer Kommen!
Wenn Ihr uns trotzdem etwas schenken möchtet, bereitet Ihr uns eine Freude
mit einem finanziellen Beitrag für den Start in unser gemeinsames Eheleben."
Ist das jetzt falsch?
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25.02.2018, 13:32
AW: Die Horrorhochzeit
Hi,
da meine Hochzeitsgeschichte im "Privatsphäre"-Strang off topic wäre, platziere ich diese kurz hier. Kurze Herleitung: wir hatten vor Jahren mal ein befreundetes Pärchen bei uns zuhaus ezu Besuch, welche von sich aus ihre vereinbarte Besuchszeit glatt verdreifachte und über eine Woche blieb.
Wir waren im Nachgang an diesen Besuch dann noch bei deren Hochzeit eingeladen, die allerdings so schräg verlief, wie nach deren Besuch bei uns zu befürchten war (man wills ja aber nicht wahr haben, bis es soweit ist...):
Also: die Hochzeitseinladung flatterte ins aus - die Feier fand in Norddeutschland statt. Für uns bedeutete das u.a. "wir müssen dort übernachten".
Wir haben mit den Brautleuten gesprochen und diese bescheinigten uns, es sei für alles gesorgt.
Da wir die beiden als große Genießer kennen gelernt hatten (sie haben bei ihrem Besuch in unserem Hause den Weinkeller entdeckt und sich ungefragt des Nachts reichlichst daraus bedient...), haben wir uns richtig ins Zeug gelegt und eine Kiste erlesener Rotweine für knapp 250 Euro zusammen gestellt.
Ergebnis: Unterbringung in -naja- einem Stundenhotel oder so etwas in der Art, standesamtliche Trauung in Alltagsklamotten (wir waren ordentlich schick unterwegs; wie es sich halt für eine Hochzeit gehört, bei der nicht ausdrücklich "leger" auf der Einladung steht), anschließend Sektempfang mit Pappbechern; weiter in die Kleingartenkolonie zu kalten Frikadellen mit Industriekartoffelsalat und sauer eingelegten Salaten aus den Metro/Fegro-10-Liter-Eimern und kollektivem alkoholischem Druckbetanken mit hartem Zeug, so dass Brautleute wie Verwandtschaft bereits gegen 21h völlig hinüber waren. Dazu wummerte die ganze Zeit Heavy Metal aus den Lautsprechern.
Wenn ich nicht so kaputt gewesen wäre, wäre ich an diesem Abend noch nach Hause gefahren (ca. 400 km).
Am nächsten Morgen dann der nächste Klopper: wir checken aus, geben den Schlüssel ab. Da meint die Wirtin, die augenscheinlich ihr bester Gast am Ausschank war: "Macht dann xxx Euro."
Tja, was willst Du machen? Die ganze Familie des Brautpaares lag noch im Alkoholkoma und konnte von uns telefonisch nicht erreicht werden, Zeche prellen geht halt auch nicht - also haben wir bezahlt, obwohl wir das unserer Meinung nach anders vereinbart hatten (einem zweiten Gästepaar, welches ebenfalls in der Kaschemme eingemietet worden war, sah man das gleiche Dilemma an - auch die beiden bezahlten zähneknirschend die Rechnung)
Ich habe mir fast den Kopf abgeärgert!
Den Kontakt haben wir dann abgebrochen.
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25.02.2018, 13:36
AW: Die Horrorhochzeit
Wer hat das denn behauptet? Ich finde es jedenfalls alles andere als falsch. In unserem Dunstkreis ist das auch zu runden Geburtstagen gang und gäbe, zumeist wird vorher auch bekanntgegeben, wofür die Gemeinschaftsspende gedacht ist. Hier sind es dann meist Reisen.
Ich persönlich finde eher ganz und gar schrecklich, wenn es von allen dann irgendwelche Spaßgeschenke wie Shirts mit "Ich bin 50, bitte führen sie mich über die Straße" gibt.Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.
Oscar Wilde
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25.02.2018, 13:38
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25.02.2018, 13:46
AW: Die Horrorhochzeit
Ja, was denn sonst? Wir haben die Weinkiste in der Kleingartenkolonie überreicht, das Geschenk stand dann auf dem Gabentisch. Als wir die heillos besoffene Gesellschaft gegen 22h in Richtung Stundenhotel verlassen haben, ahnten wir ja noch nicht, dass wir die Übenachtung auch noch zahlen müssen. Keine Ahnung, wie und wo wir an den Wein noch einmal hätten heran kommen sollen.
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25.02.2018, 13:47
AW: Die Horrorhochzeit
Schade um den guten Stoff.
Aber gut...war eben Lehrgeld!
Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.
Oscar Wilde



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