So, hier geht´s weiter: Die Schwiegereltern waren also beleidigt, weil wir "fremde Leute" eingeladen hatten, die "eigenen" aber nicht. Wobei sich die Fremden aus unserem Freundes- und Kollegenkreis rekrutierten, also Menschen, die wir z. T. jeden Tag sahen und mochten.
Bei uns ist es üblich, die Hochzeitskuchen selbst zu backen. Also erklärten sich viele Eingeladene bereit, einen Kuchen zu backen, den Rest übernahm meine Mutter. Am Vorabend der Feier waren wir mit Eltern und Schwiegereltern essen und mein Vater erwähnte unvorsichtigerweise, dass sie jetzt bald nicht mehr wussten, wohin mit den Kuchen, alles stünde schon voll. War eher spaßig gemeint.
Jetzt ist es aber so, dass meine Schwiegereltern Spaß nicht so gut verstehen. Schwiegermutter fragte aufgeregt nach, wie viele Kuchen meine Mutter denn gebacken hätte. "So um die 10" sagte meine Mutter während meiner Schwiegermutter die Kinnlade herunter fiel.
Sie haben so einen etwas merkwürdigen Umgang mit Gerechtigkeit und Ausgleich. Jetzt muss man aber dazu sagen, dass meine Mutter Hausfrau war und meine Schwiegermutter noch voll berufstätig. Niemals hätten wir von ihr erwartet, dass sie soviele Kuchen backt. Ihr war das aber gar nicht recht. Noch auf dem Heimweg ging sie an einer Konditorei vorbei und bestellte noch 10 Kuchen, da sie selbst "nur" 2 gebacken hatte.
Das Ende vom Lied war, dass wir dann an der Hochzeit für 90 Gäste 80 (!) Kuchen hatten, denn viele andere brachten ja auch noch welchen mit. Die Wirtsleute im Lokal meinten, sie hätten noch nie für eine Hochzeit soviele Kuchen gehabt.
Hochzeit selbst war schön, viele Spiele (wir mögen das), toller Musiker, alles paletti. Irgendwann um nach 5 Uhr des Morgens sanken wir komplett erschöpft ins Bett, ich war auch schwanger. Um kurz nach 8 Uhr klingelte das Telefon, wir fielen vor Schreck fast aus dem Bett. Meine Schwiegereltern. Völlig aufgelöst. Ihnen war nachts eingefallen, dass sie vergessen hatten, sich von meinen Eltern förmlich zu verabschieden. Sie wollten sofort nochmal kommen. Dazu muss man sagen, meine Eltern und wir wohnten nur 3 km auseinander, die Schwiegereltern aber 40 km weit weg.
Todmüde versuchten wir sie davon zu überzeugen, dass meine Eltern das wahrscheinlich gar nicht aufgefallen war, was tatsächlich stimmte. Nein, das ginge gar nicht, man müsse sich doch von den Brauteltern verabschieden. Wir schlugen vor, sie sollten sie irgendwann heute Nachmittag anrufen, eventuell entschuldigen und gut.
War nicht möglich, sie bestanden darauf, nochmal zu kommen, was sie 2 Stunden später auch machten. Wir rieben uns also den Schlaf aus den Augen, schmissen meine Eltern aus dem Bett und bereiteten sie schonend darauf vor, dass gleich die Schwiegereltern kommen, um sich zu verabschieden![]()
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Thema: Die Horrorhochzeit
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24.02.2018, 17:34
AW: Die Horrorhochzeit
Es gibt keinen Weg zum Frieden, der Frieden ist der Weg (Mahatma Gandhi)
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24.02.2018, 17:54
AW: Die Horrorhochzeit
Eine der seltsamsten Hochzeitsfeierlichkeiten auf der ich je war, began schon sehr befremdlich mit der Einladungskarte. Dort stand, neben „Ordentlich Futter fürs Sparschwein mitzubringen“ auch die Aufforderung was fürs Buffett am Polterabend und für die Hochzeitsfeier einen Salat und einen Kuchen mitzubringen. Naja gut, ein jeder Jeck ist anders, wenn die Braut sich das so wünscht, bringe ich halt was für den Polterabend und für die Feier einen Salat und einen Kuchen mit.

Also der Tag der Hochzeit kam, Trauung, Autokorso fahren zum Restaurant, Kaffee trinken im Garten. So kurz vor 17 Uhr verschwand das Brautpaar und mit ihnen die engere Verwandtschaft und der Sportverein der Braut. Nach einer Weile wurde klar, dass die sich zum Abendessen in den Innenhof verzogen hatten und zum Abendessen waren nur spezielle Gäste geladen...also wir und noch etwa 70 andere Gäste nicht.

Dann kam noch der Restaurantsbesitzer punkt 17 Uhr und meinte die Party wäre hier jetzt zuende, wir sollen den Garten räumen damit er den Abendbetrieb aufnehmen kann. Die Cousine der Braut war schließlich so sauer, dass wir ums Abendessen (Grillbuffett vom Feinsten mit unseren Salaten) gebracht werden sollen, das sie einfach den Innenhof stürmte, ihren Salat da rausholte und auf dem Rückweg noch am Geschenktisch vorbei ihr Geschenk wieder an sich nahm.
Die anderen Gäste ohne Abendessen sahen das und holten sich ebenfalls ihre Salate und größtenteils ihre Geschenke wieder. Das Brautpaar hat ein bisschen dumm aus der Wäsche gekuckt. Es war dann auch kaum Salat mehr da, weil die Braut dachte, sie lässt die weniger nahen Verwandte und Bekannte Salat machen und Kuchen backen, damit die engen Verwandten und Freunde in Ruhe entspannt feiern können.
Wir bekamen Wochen später auch eine sehr angepisste Danksagung, dass wir alle dem Brautpaar die Hochzeit versaut hätten und wir hätten ja keine Ahnung dass die Kaffeetafel in dem Restaurant schon teuer genug war und sie hätten sich nun keine Flitterwochen leisten können, weil auch sowenig Geld verschenkt wurde.
Die Armen
If we wait, until we're ready, we'll be waiting for the rest of our life.
- Lemony Snicket
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24.02.2018, 18:27Inaktiver User
AW: Die Horrorhochzeit
Das ist nicht dein Ernst?
Sowas dumm dreistes habe ich noch nie gehört.
Danach war die Freundschaft doch bestimmt beendet.
Wir waren mal zu einer Hochzeit eingeladen, mit einer Trauung um 14.00 Uhr. Anschließend durften wir wieder nach hause und um 18.00 uhr begann die Feier , daß Paar brauchte schließlich genügend Zeit für Fotos.
Alle, die von weiter her angereist waren, haben die umliegenden Cafés belagert und darauf gewartet, das es um 18.00 Uhr weitergeht. Das ging aus der Einladung nicht hervor.
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24.02.2018, 18:58Inaktiver User
AW: Die Horrorhochzeit
Haha, so was hatten wir auch mal. Allerdings wurde das erst nach der Kirche bekanntgegeben, so dass eine Menge Leute zunächst ziemlich dumm herumstanden, dann aber beschlossen, sich einen schönen Resttag zu machen. Der Nachmittag wurde dann noch lustig und ein sehr großer Teil ist nicht zurück zur Hochzeit gegangen. Das Paar war natürlich auch nicht gerade amused, aber selbst schuld halt.
Der Kontakt schlief dann auch schnell ein.
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24.02.2018, 19:01
AW: Die Horrorhochzeit
Sicher werden sich einige, die im Hochzeitsfieber sind, nicht die schlechten Beispiele zu eigen machen.
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24.02.2018, 19:18Inaktiver User
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24.02.2018, 19:23Inaktiver User
AW: Die Horrorhochzeit
Killeshandra, meinst du wirklich, Bräute im Hochzeitsfieber lesen diesen Strang?
Dazu haben sie doch gar keine Zeit😆
Vor langer Zeit , in jungen Jahren , waren wir auf einer Hochzeit, auf der es nicht genug zu essen gab.
Wir waren die letzten, die zum Buffet gingen. Wir haben alle vorgelassen, Brautpaar, Familie, und als wir ankamen, gab es noch Brot , Soße und Gemüse. Auf nachfragen beim Kellner kam die Antwort : ne, das war alles.
Kurz entschlossen, wir hatten Hunger, sind wir mit mehreren Autos (18 Personen) nach McDonalds gefahren, haben uns satt gegessen und sind nach ca. 2 Stunden wieder zurück.
Die Braut war stinkig, weil wir den tollen Hochzeitstanz verpasst haben😆
Den Nachtisch hatten wir auch verpasst, aber es war sowieso nicht genug für alle da.
Das Thema Essen zog sich durch den ganzen Abend, und ging in die Geschichte ein, als Hochzeit, auf der es nicht genug zu essen gab .
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24.02.2018, 19:56
AW: Die Horrorhochzeit
Das ist meinen Eltern beim runden Geburtstag eines Freundes passiert.
Er war stinkreich, echt Millionär, und feierte in der Ausstellungshalle seiner Firma. Meine Mutter und eine Freundin, ins Gespräch vertieft, ließen alle anderen vor und fanden ein fast leer gefuttertes Buffet vor.
Meistens kenne ich es so, dass viel zu viel da ist, aber manchmal ... Tja, peinlich!
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25.02.2018, 12:15Inaktiver User
AW: Die Horrorhochzeit
Annilein, das wäre als Gastgeber meine persönliche Horrorvorstellung: nicht genügend Essen für alle Gäste!
Deshalb würde ich die Mengenkalkulation lieber dem Lokal oder einem Caterer überlassen und dann noch einen Puffer draufschlagen.
Allerdings gibt es hier ein der Stadt ein ziemlich teures, "gehobenes" Lokal, das dafür bekannt ist, Miniportionen zu servieren. Ich habe von verschiedenen Leuten, die dort auf Feiern eingeladen waren, gehört, dass das Buffet sehr schnell leergefegt war und nicht nachgefüllt wurde - obwohl es sich um einen Restaurantbetrieb handelt, der nicht ausschließlich für eine einzige Feier einkauft. Niemalsnicht würde ich dort eine Feier ausrichten.
Ein festes Schema habe ich nicht im Kopf. Das ist von Brautpaar zu Brautpaar unterschiedlich und hängt von persönlichen Vorlieben, Personenzahl und -zusammensetzung, Budget, Location, Zeitrahmen und Programm ab.
Mindest-Standard wäre für mich eigentlich nur, dass jederzeit für jeden Gast genügend Speisen und Getränke (ausgenommen harte Alkoholika) vorhanden sind. Zu knapp kalkulierte Buffets und zu lange "Hungerpausen" sind Stimmungskiller. Daher wäre meine Devise: Nur so viele Gäste einladen, wie man sich auch leisten kann.
Außerdem sollte die Feier so ausgerichtet werden, dass An-/Abreise und Teilnahme für alle Eingeladenen finanziell und zeitlich machbar ist. Eine Mottoparty, die ein teures Spezial-Outfit und aufwändige Vorbereitung erforderlich macht, oder ein Hochzeitswochenende auf Mallorca dürften viele Gäste überfordern.
Wichtig finde ich auch, dass die Freude an der Feier im Vordergrund steht. Eine Hochzeit, die in eine Repräsentationsveranstaltung ausartet, wäre mir unangenehm ("Schaut mal, was wir uns alles leisten können!"). Habe ich aber selbst noch nie erlebt.
Ich würde auch nicht freudige Erwartungen aufbauen und enttäuschen wie bei der Plastik-Hochzeitstorte.
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25.02.2018, 12:32
AW: Die Horrorhochzeit
Ein wichtiger Aspekt ist meiner Meinung auch, dass anreisende Gäste möglichst in der Lokation oder zumindest fußläufig übernachten können. Einmal war das der Fall und sehr angenehm, das andere Mal mussten wir ca. 15 Minuten mit dem Auto fahren und das bedeutete für einen von uns: nichts trinken. Zwar wurde im Vorfeld groß davon geredet, dass man ja dann Taxis bestellen könnte. Später war davon aber nicht mehr die Rede und das Veranstaltungslokal lag auch weitab jeglicher Stadt.


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