Hallo!
Ich bin mit meinem Partner zu einer Hochzeit eingeladen.
Es heiratet der Bruder seiner Ex, der gleichzeitig ein guter Freund meines Partners ist und ein "Stammtischkumpan".
Das Paar wünscht sich - wie inzwischen leider üblich - Geld.
Der Stammtisch schenkt gemeinsam etwas - nett verpackt. Und jeder soll 75 Euro geben. Wir als Paar also 150€
Ich finde aber, dass das übertrieben ist. Ich bin eingeladen, weil man mich eben einladen muss - und gehe, weil ich nicht absagen kann - ich muss also auf die Hochzeit. Nicht hingehen steht also nicht zur Debatte.
Sind 75 € inzwischen üblich als Geldgeschenk pro Person?
Irgendwo bin ich ratlos, ich will nicht knickrig dastehen, halte aber 50 € für angemessen. Und mehr kann ich mir eigentlich auch nicht leisten.
Mich nervt dieser Druck, das "du musst 75€ schenken weil man eben 75€ schenkt".
Was meint ihr - was soll ich tun?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 92
Thema: Geldgeschenk zur Hochzeit
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18.02.2010, 12:34
Geldgeschenk zur Hochzeit
Ich hab meine Ernährung umgestellt.
Die Chips stehen jetzt links von der Tastatur.
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18.02.2010, 13:06
AW: Geldgeschenk zur Hochzeit
Aus meiner Sicht sind 75 Euro für einen Kumpel des Partners eindeutig zu viel - vor allem wenn du es dir eigentlich nicht leisten kannst. Das würde ich den Herren Stammtisch auch sagen. Und dann das geben, was sich für mich richtig anfühlt... Was sagt denn dein Partner dazu? Findet der 75 Euro angemessen? Wenn die anderen vom Stammtisch das nicht akzeptieren sollten, könnt ihr euch da noch ausklinken und selber was schenken?
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18.02.2010, 13:12
AW: Geldgeschenk zur Hochzeit
Mein Freund meint, das sei halt so und bei ihnen schenkt man eben 75 Euro. Auch die Partnerin. Außerdem würde man da ja essen und das müsse man ja auch berechnen.
Ausklinken wird er sich auf keinen Fall.
Am liebsten würde ich nicht hingehen, aber das wäre irgendwie doof. Das ist quasi seine "Ex-Schwiegerfamilie" - und die mögen mich nicht, ich fühle mich auch nicht sehr willkommen. Und dafür darf ich dann 75€ löhnen... Blöde Verpflichtungen...Ich hab meine Ernährung umgestellt.
Die Chips stehen jetzt links von der Tastatur.
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18.02.2010, 13:20
AW: Geldgeschenk zur Hochzeit
Also bei einer "grünen Hochzeit" ist bei uns 75 € pro Person schon fast unterste Grenze. Bei sehr guten Freunden wird meist 90 € gegeben. Und wir sind "nur" Dorf.
LGMeine große Maus und mein kleiner Mann. Die wertvollsten Geschenke!
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18.02.2010, 14:11
AW: Geldgeschenk zur Hochzeit
Mein Freund und ich waren auch schon mal zu einer Hochzeit eingeladen, bei der wir in einer Gruppe Geld schenkten und den (von allen anderen in unserer Abwesenheit) geplanten Betrag für uns beide als zu hoch empfanden. Es waren letztlich am Tag der Hochzeit fünf Paar mit dem geplanten Betrag, ein Studipärchen mit reduziertem Betrag (was alle verstanden) - und wir. Im Endeffekt haben wir beide dann wirklich nur so viel gegeben, wie wir bereit waren zu geben; es kam ein krummer Betrag heraus. Auf der Karte hat jeder "gleichberechtigt" unterschrieben. Trotzdem bleibt ein blöder Nachgeschmack zurück, weil es eine Art "Tabubruch" war. Für uns auch ein langer und emotionaler Weg, zu dem zu stehen, was wir wollten. Im Nachhinein bin ich aber immer noch glücklich mit der Entscheidung.
Wenn Du das durchziehen möchtest, ohne dass Dein Partner wie Du denkst, wirst Du viel Kraft brauchen!
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18.02.2010, 16:48
AW: Geldgeschenk zur Hochzeit
Wow... Blöde Situation...
Ich werde nie für das Essen bei einer Einladung bezahlen durch mein Geschenk - das muss sich das Brautpaar schon leisten können. (Also ich werd nie den Betrag für das Geschenk danach berechnen, wie teuer die Feier wird.) Hat dein Partner keinen Funken Verständins dafür, dass dir das zu viel ist?
Wenn du dich da so unwohl fühlst - wieso sagst du nicht ab? Das wäre für mich dann die zweite Lösung, wenn schon der Partner beim Geschenk auf stur stellt... Nur weils sich so gehört? Weiß dein Partner denn davon, dass dir die Einladung als solche auch schon "Bauchschmerzen" bereitet?
Und ich finde die Höhe der Summe einfach heftig... Ist bei uns im gesamten Umfeld unüblich - auch bei viel engeren Freunden und Verwandten wird zwar mal 100€ geschenkt - aber dann pro Paar, nicht pro Person.
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18.02.2010, 18:24
AW: Geldgeschenk zur Hochzeit
Ich finde solche Vorschriften, wie viel man zu schenken hat, völlig daneben. Was für den einen ein Betrag ist, den er locker geben kann, ist für den anderen eine riesen Summe, die am Monatsende zu einem Engpass führen könnte. Insofern können 20 EUR viel mehr wert sein als 75! Lass dir also nichts vorschreiben und steh zu dir: Du musst weder aus Anstand zu der Hochzeit gehen, die die Ex-Schwiegerfamilie deines Freundes betrifft, noch musst du einen vorgegebenen Betrag schenken.
Im übrigen bedeutet eine Einladung, dass man seine Gäste bewirtet, ohne dass diese dafür bezahlen müssen. Du kannst dir ja auch nicht aussuchen, was es dort zu konsumieren gibt. Das Geschenk hat also nichts mit dem zu tun, was du dort verbrauchst. Ein Geschenk ist eine freiwillige Gabe, die sich danach richtet, was dem Gebenden möglich ist.
Ich habe auch gerade eine Einladung zu einer Hochzeit - der Sohn von meinem Ex heiratet. Auch er hat sich Geld gewünscht, aber mehr als 50 Eur sind bei mir leider nicht drin. Da habe ich kein schlechtes Gewissen.Bewahre mich vor der Angst,
ich könnte das Leben versäumen.
Gib mir nichts, was ich mir wünsche,
sondern was ich brauche.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.
Antoine de Saint-Exupéry
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18.02.2010, 19:22
AW: Geldgeschenk zur Hochzeit
Traditionell zahlt man am bayrischen Land "Mahlgeld" - soweit ich mich erinnern kann, waren das zu DM-Zeiten um die 50 DM pro Person (Studenten weniger bzw. nur kleines Geschenk - oder halt Mithilfe in der Organisation), heute sind 50-70€ pro eingeladener Person im Freundeskreis normal, wenn man keine Kinder hat und normal verdient.
Idee dahinter: Brautpaar soll in etwa das Essen bezahlen können und noch ne nette Kleinigkeit davon anschaffen können.
Bei ner Cousine von mir waren (bei 100 Gästen) etwa DM 300 über, davon haben sie sich nen Geschirrspüler gekauft.
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18.02.2010, 19:35
AW: Geldgeschenk zur Hochzeit
Also hingehen muss ich - da ist nichts daran zu rütteln...
Auf der Hochzeitseinladung steht dieser tolle Spruch mit dem "ihr braucht nicht schwer zu tragen - schenkt Geld!" - das finde ich schon reichlich unverschämt.
Ich verdiene nicht sonderlich viel - und wenn es meine Freunde wären, würde ich auch keine 75 € schenken. Der Bräutigam ist ein Freund meines Freundes - die Braut ist in dem Freundeskreis reichlich unbeliebt - was ich durchaus verstehe. Es sind also definitiv nicht meine Freund - eher sehr entfernte Bekannte.
Dass man gemeinsam schenkt ist in Ordnung - aber trotzdem würde ich gerne selbst entscheiden, was und wieviel ich schenke.
Und ich weiß gar nicht, wie ich das am besten kommuniziere - ohne dass ich als absoluter Geizhals dastehe.Ich hab meine Ernährung umgestellt.
Die Chips stehen jetzt links von der Tastatur.
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18.02.2010, 21:01
AW: Geldgeschenk zur Hochzeit
Ich verstehe das Problem nicht. Es ist der Freund Deines Freundes, nicht Deiner. Entweder Du gibst 50 € (was ich schon mehr als viel finde angesichts dessen, dass es eben nicht Dein enger Freund ist und Du wohl auch nicht so viel über hast), oder auch weniger. Ansonsten bin ich persönlich der Meinung, dass bei getrennten Kassen derjenige für die Hauptkosten aufkommt, dessen Freund/Familie das ist.
Erwartet denn Dein Freund wirklich von Dir, soviel Geld zu zahlen? Vielleicht geht er selbstverständlich davon aus, dass er für Euch beide zahlt?
Und warum musst Du zu der Hochzeit? (Du scheinst Dich ja nicht wirklich darauf zu freuen.)


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