Ihr Lieben,
ich (30) habe ein relativ krasses Jahr hinter mir. Hochzeit letzten Herbst - nach knapp 6 Jahren Beziehung - allerdings mit Zweifeln meinerseits und mit meinem mehrfach ausgedrückten Wunsch, die Sache zu verschieben. Ich habe mich leider breitschlagen lassen und zwei Monate nach dem Ja-Wort habe ich mich dann letzten Endes wirklich getrennt. Damals war auch schon ein neuer Mann im Spiel.
Meine Scheidung ist demnächst - und die Beziehung zu meinem neuen Partner ist innerhalb sehr kurzer Zeit sehr intensiv und fest, belastbar und wunderschön geworden. Über's Heiraten haben wir schon oft gesprochen, aber eher allgemein als konkret. Wir wissen beide, dass wir - wenn auch unter sehr ungünstigen Startbedingungen - etwas sehr Besonderes miteinander gefunden haben. In jeder Hinsicht.
Mein neuer Partner (34) war noch nicht verheiratet (und ich fühle mich auch nicht, als wäre ich verheiratet gewesen, da kein einziger Augenblick dieser vor dem Staat bestätigten Episode meiner alten Beziehung noch glücklich war). Aber er lässt keinen Zweifel daran, dass er mich für den großen Glücksfall seines Lebens hält, mit mir Kinder möchte (was ich mir früher nie vorstellen konnte - aber seit ich ihn kenne, sehr gut sogar) und mich auch sehr gerne heiraten möchte.
Deshalb zwei Fragen, die mich umtreiben:
- Soll ich ihm sofort bescheid sagen, wenn ich geschieden bin? (Muss ich damit rechnen, dass er dann sofort um meine Hand anhält, obwohl ich vielleicht im Chaos der Gefühle stecke?)
- Er sagt eigentlich (Widerspruch zu Frage 1), dass er mit seinem Antrag abwarten wird, bis sein Instinkt ihm sagt, dass ich bereit bin. Aber woher nehme ich die Bereitschaft und Zuversicht, nachdem ich bereits einmal grandios gescheitert bin?
Klar: Es ist jetzt alles anders (und nicht nur, weil wir noch relativ frisch zusammen sind, ich kann das durchaus mit kühlem Kopf vergleichen) - aber sollte ich einfach so tun, als wäre es mein erster Versuch, weil Ehe Nummer 1 den Namen Ehe nie verdient hatte?
Ich danke schon jetzt für Eure Zeit und Gedanken!
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Antworten
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22.11.2009, 19:16
Noch ans Heiraten glauben - nach dem Desaster?
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22.11.2009, 19:24Inaktiver User
AW: Noch ans Heiraten glauben - nach dem Desaster?
du hast 6 jahre lang eine beziehung die in einer eheschliessung endete und diese ehe war ne einzige katastrophe.
und dann sagts du- ehe war ja nicht.
und die 6 jahre davor? was war das?
du legst ein ziemliches tempo vor- vorsicht- wer schnell rennt, kann auch schnell stolpern
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22.11.2009, 19:44Inaktiver User
AW: Noch ans Heiraten glauben - nach dem Desaster?
Wenn das Thema "Heirat" im Raum steht, ist wohl in jedem Fall Offenheit angesagt, was deine Vergangenheit anbelangt. Zumindest, was deine Ehe betrifft ....

Dein Thema "noch ans heiraten glauben....": diese Frage kannst nur du selbst beantworten. Ich bin auch geschieden, aber eine Ehe mit dem Richtigen könnte ich mir durchaus vorstellen. In der ersten Runde hatte ich halt den falschen Mann. "Eine erneute Ehe ist der Sieg der Hoffnung über die Vernunft" sagte irgendein gescheiter Kopf (Name ist mir entfallen)
Gruß, Elli
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22.11.2009, 19:47
AW: Noch ans Heiraten glauben - nach dem Desaster?
Liebe Brighid,
ich verstehe die Frage nicht so ganz, leider. Wir waren 6 Jahre zusammen, davon zwei Monate verheiratet. Also: Eine nennenswerte Ehe war das nicht, weil selbst diese zwei Monate sich vor allem darum drehten, welche Probleme wir haben und ob die lösbar sind. Und davor waren wir nicht verheiratet. Für mich macht das schon einen Unterschied...
Und was das Tempo betrifft: Ich will ja gar nicht sofort wieder heiraten!! Ich will nur meinen neuen Partner nicht entmutigen, indem ich vermittele, dass ich - nach dem Fehlversuch - nicht mehr dran glaube. Deshalb die Frage: (Wie) Kann ich mich von der verkorksten Vergangenheit freimachen und einem neuen Versuch (irgendwann) unbelastet eine Chance geben?
:-)
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22.11.2009, 19:48
AW: Noch ans Heiraten glauben - nach dem Desaster?
Entschuldige bitte, aber wenn DU mit dem neuen Partner eine tiefe und aufrichtige Beziehung führen willst, dann solltest Du ihm so etwas Wichtiges wie Deine Scheidung nicht vor ihm verheimlichen.
Was ist denn Dein Problem, wenn er Dir sofort einen Antrag machen sollte? Dann sagst Du ihm eben in dem Moment nochmal was Du ihm vorher schon gesagt hast: Ich liebe Dich, aber ich will Dich jetzt NOCH nicht heiraten.
Das sind doch alles ungelegte Eier;-)
Vor was hast DU denn Angst? Dass er Dich bei einem temporären Korb gleich verlässt? Dann solltest DU Dir ohnehin überlegen, ob der Mann nicht gleich der nächste Griff in die Toilettenschüssel wäre.
Wie heißt es (zwar in anderem Zusammenhang aber dennoch passend) so schön: Wahre Liebe wartet.
Lebt Euer Glück und redet miteinander und mache Dir doch bitte keine trüben Gedanken wegen etwas, was doch noch nicht mal passiert ist...
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22.11.2009, 19:50
AW: Noch ans Heiraten glauben - nach dem Desaster?
Hallo, Elli :-)
Offenheit ist nicht das Thema. Mein neuer Freund und ich kennen uns seit Jahren - er war sogar Gast auf meiner Hochzeit. Er kennt die Situation also ganz genau.
Oder meinst Du Offenheit im Sinne, woran ist der letzte Versuch gescheitert, was wünsche ich mir für die Zukunft, welche Ängste habe ich?
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22.11.2009, 19:50Inaktiver User
AW: Noch ans Heiraten glauben - nach dem Desaster?
für mich ist eine beziehung, die 6 jahre läuft, kein tingeltangel.
da ist es egal wie lange die tatsächlich geschlossene ehe gehalten hat- ich zähle den "vorlauf" dazu.
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22.11.2009, 19:53
AW: Noch ans Heiraten glauben - nach dem Desaster?
Ah - natürlich, Offenheit in Sachen Scheidungstermin! Mein Freund weiß, dass ich mich scheiden lasse!!! Nur nicht genau, an welchem Tag bzw. nicht, dass das Gericht einen Tag benannt hat inzwischen. Ich sag's ihm danach. Weiß nur nicht, wie ich mich vorher fühlen werde und wollte das mit mir selber abmachen...
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22.11.2009, 20:02Inaktiver User
AW: Noch ans Heiraten glauben - nach dem Desaster?
Warum der letzte Versuch gescheitert ist, darüber solltest DU dir in erster Linie klar sein, damit dir derselbe "Fehler" nicht nochmal passiert. Aber ich denke, das ist nicht das Problem, darüber hast du lange genug nachgedacht.
Ja, über deine Wünsche für die Zukunft und auch über die Ängste würde ich offen sprechen.
Gruß, Elli
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22.11.2009, 21:38
AW: Noch ans Heiraten glauben - nach dem Desaster?
Hallo ,
ich habe Ähnliches erlebt, allerdings nicht mit Scheidung, sondern mit neuer Beziehung nach großen Problemen nach einer alten Beziehung. Ich will meine Geschichte nicht weiter ausführen, kann aber nur sagen, dass die neue Beziehung nicht gelungen wäre, wenn ich nicht alles auf den Tisch gelegt hätte. Ich wollte auch vieles mit mir selbst klären,mich erst gar nicht auf die neue Partnerschaft einlassen, aber mein Mann hat eingefordert, Probleme mit ihm zu teilen. Das heißt nicht, dass du da nicht alleine durch musst, letztendlich wird dein neuer Freund beispielsweise beim Scheidungstermin nicht dabei sein. Aber ich denke, es ist hilfreich und wichtig, dass er dein Verhalten in dieser schwierigen Zeit einordnen kann. Ich habe gelernt, klipp und klar zu sagen, was mich umtreibt, wann ich Ruhe, Trost etc. brauche. Direktheit und Ehrlichkeit waren für uns der beste Weg - ich musste das lernen, bin aber froh, mich darauf eingelassen zu haben.
Zur Hochzeit. Fall du noch nicht so weit bist, dann sage ihm das. Andererseits haben dich sechs Jahre Beziehung nicht vor dem Scheitern geschützt - du weißt es nie. Ich denke es ist wichtig, dass du dir für dich im Klaren bist, ob du ihn aus dem tiefsten Inneren heiraten willst - ohne gedrängt zu werden oder ohne das Gefühl die Scheidung gut machen zu wollen oder sonstige Gründe. Die hundertprozentige Sicherheit hat man nie. Dein Gefühl bei der ersten Ehe hat sich bestätigt, verlass dich doch einfach auch im Positiven drauf. No risk - no fun!


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