Liebe Annette,
Nun ja, so grundsätzlich und kategorisch würde ich den Heiratswunsch und die Hochzeitsplanung auf Basis einer Fernbeziehung nun auch wieder nicht verurteilen wollen. Mein Mann und ich haben nach nicht mal einer Woche Beziehung beschlossen zu heiraten und das ganze ein knappes Jahr später auch in die Tat umgesetzt. Nächsten Monat feiern wir 1. Hochzeitstag und sind darüber mehr als glücklich.
Wir haben von Anfang an eine WE Beziehung geführt und tun das immer noch. Auch ich habe einen Job, der mir unglaublich viel Spaß macht, in einer Branche, die einfach die meine ist und in der es nur in wenigen Städten in Deutschland, wenn überhaupt, attraktive Jobs gibt. Ein Neuanfang von unten ist nahezu unmöglich, d. h. ich müsste mich nach einem Umzug beruflich völlig umorientieren. Trotzdem haben wir natürlich vor, mittel- bis langfristig nur noch einen einzigen gemeinsamen Aufenthaltsort zu haben, auch wenn's die Umstände nicht so einfach machen und das ganze schwierig erscheint. Ich sehe das ähnlich wie eine andere Userin bereits geschrieben hat. In meinen Worten: kommt Zeit, kommt Rat, kommt Attentat. Es wird sich alles finden und zurechtrücken sobald die Zeit dafür gekommen ist.
Ich kann Dir nicht wirklich einen Rat geben, nur aus meiner ähnlichen Situation heraus erzählen, dass auch so eine Konstellation funktionieren kann und auch wird, wenn Ihr beide das wollt, gemeinsame Ziele habt und Euch eine Perspektive erschafft - wie auch immer die aussehen mag.
Im Übrigen finde ich es menschlich, kalte Füße zu kriegen. Ist doch prima, wenn man dann auch noch in der Lage ist, darüber zu sprechen. Kann auch nicht jeder. Zumal Dein Freund ja wohl auch schon mal verheiratet war. Da sei ihm umso mehr ein zusätzlicher kritischer Blick erlaubt.
Ich wünsche Dir viel Glück und vor allem, dass Ihr die Vorfreude auf die bevorstehende Hochzeit genießen könnt. Genieß die Zeit, sie geht so schnell vorbei. Ich bin nach unserer Hochzeit erst mal - zwar nur kurz, aber trotzdem - in eine wie?-jetzt-ist-das-Ereignis-schon-vorbei Depri gefallen ;-))!
Liebe Grüße
LC
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17.06.2009, 19:56
AW: Termin steht - Freund bekommt kalte Füße
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17.06.2009, 21:33Inaktiver User
AW: Termin steht - Freund bekommt kalte Füße
Meiner Meinung sind das zu viele ungeklärte Punkt um sich "Ja" zu sagen.
Ansonsten, wenn er der richtige Mann ist, kann man auch bei einem Rückzieher mal Verständnis walten lassen und dem anderen zuhören, ihn verstehen.
Ich würde die Hochzeit in jedem Fall verschieben und erst in allen o.g. Punkten auf einen gemeinsamen Nenner kommen wollen.
Er hat das gleiche Recht wie du, an seinem Wohnort, der ihm gefällt zu bleiben. Nur weil "mehr" für dich spricht, zählt seine Meinung trotzdem.
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17.07.2009, 23:32
AW: Termin steht - Freund bekommt kalte Füße
Als jemand, die nach etwa einer Woche bei ihrem Freund (heute Mann) vor gut zehn Jahren eingezogen ist: Es gibt keinen Grund, irgendetwas zu überstürzen, bei wichtigen Entscheidungen - wie z.B. mit wem man sein Leben verbringen will - sollte man ruhig mal länger darüber nachdenken. Wozu die Eile? Wozu unbedingt sofort heiraten wollen?
Bei euch scheint noch zu viel ungeklärt, da scheint so wenig Gemeinsames. Ich muss mich auch den anderen anschließen: Willst du wirklich einen mann heiraten, der neidisch auf deinen Job ist? Neidisch auf deine Bildung, auf das, was du ereicht hast?
Soweit ich es irgendwie beurteilen kann, sollte in einer Beziehung das Geben und Nehmen im Gleichgewicht sein und auf Gegenseitigkeit beruhen - wenn mein Mann erfolgreich ist, freue ich mich mit ihm, wenn ich erfolgreich bin, freut er sich mit mir. Es würde gewaltig an mir nagen, wenn er ständig herumnölen würde, dass er das alles auch und besser könnte.
Lorelei hat Recht, fürchte ich: Es geht um die Oberhand, wer in der Beziehung dominiert.
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19.07.2009, 07:31
AW: Termin steht - Freund bekommt kalte Füße
Vom Gefühl her würde ich diese Hochzeit erstmal auf Eis legen. Wie so viele hier schon geschrieben haben, es ist zu vieles ungeklärt und ihr hab doch überhaupt keine Eile.
Ich habe irgendwie das Gefühl, dass bei der Wohnortfrage nicht die praktischste und naheliegenste Lösung für ihn wichtig ist, sondern eher, ob du bereit wärst, für IHN soviel aufzugeben. Nach dem Motto, wenn sie mich wirklich liebt, ist ihr Job nur nebensächlich und sie wird sich anderweitig umsehen.
Mein Gott, er wohnt erst ein halbes Jahr in seiner Stadt und dürfte noch keine großartigen Wurzeln geschlagen haben und redet was von Infrastruktur. Sorry, das ist absoluter Quatsch....
Warum sucht ihr euch nicht gemeinsam eine neue Wohnung in deinem jetzigen Umfeld? Dann hätte er nicht das Gefühl, "bei dir" als Gast einzuziehen sondern ihr hättest etwas gemeinsames Neues?
Jedenfalls würde ich auf keinen Fall meinen Job aufgeben. Und schon gar nicht für einen Mann. Denn der Job ist schließlich Grundlage für alles und DEINE Unabhängigkeit. Aber das weißt du ja selber.
Jetzt sehe ich gerade, der Threat ist ja schon über einen Monat alt...seid ihr etwa schon verheiratet?Alle wollen alt werden, aber keiner will alt aussehen
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20.07.2009, 14:39
AW: Termin steht - Freund bekommt kalte Füße
Jetzt hab ich mich durch den Strang gewühlt und kriege ehrlich gesagt Bauchschmerzen, so leid es mir tut...
Du bezeichnest ihn als Mann Deines Lebens, bist aber nicht bereit, auf ihn zuzugehen. ER soll umziehen, ER soll jetzt zu seinem Wort stehen und Dich heiraten, wenn einer umzieht, dann ER... Und was machst Du? Sitzt herum und schmollst, weil er mal Verstand beweist und nochmal darüber nachdenkt, ob er heiraten will...
Überleg mal, dass Ihr ein Leben lang zusammen sein wollt. Man heiratet eigentlich nur einmal im Leben... Aber Ihr habt noch nie zusammengelebt und wisst gar nicht, wie Euer Allltag zusammenpasst. Das kann man auch nach zwei gemeinsamen Urlaubswochen oder meinetwegen auch vier Wochen nicht feststellen, dazu muss man ein Weilchen die Höhen und Tiefen des gemeinsamen Lebens erlebt haben...
Und Ihr seid beide nicht bereit, für den anderen am bisherigen Leben etwas zu ändern. Wenn ich einen Menschen aber absolut liebe, bin ich auch gerne bereit, für ihn umzuziehen und mir mit ihm zusammen was Neues aufzubauen. Bin ich das nicht, kann er nicht der Mensch meines Lebens sein, das gilt für Euch beide. Klar muss man sich seine Sicherheit behalten und zusehen, dass man im Falle eines Falles auch in der anderen Stadt einen Job hat und alleine klarkommt. Aber ein grundsätzliches Nein zu einer Veränderung der Beziehung zuliebe zeigt mir, dass die Beziehung alles andere als auf sicheren Füßen steht.
Und ich weiß, wovon ich spreche. Ich hätte auch mal für einen Mann mein Haus und meinen sicheren Beamtenjob hingeschmissen, um aus der Wochenendbeziehung eine tägliche Beziehung zu machen. Das wollte er aber nicht. Heute bin ich froh drum... Er ist nach wie vor die Liebe meines Lebens, aber ich war halt offenbar nicht seine...
Ich finde seine Ansicht, kalte Füße zu bekommen und noch ein Weilchen abzuwarten, mehr als vernünftig. Und Du solltest nicht so bockig reagieren von wegen "wenn nicht jetzt, dann niemals", sondern auch nochmal nachdenken, wie das mit Euch funktionieren soll, wenn es jetzt schon solche grundlegenden Schwierigkeiten gibt... Sonst bist Du schneller geschieden als Du gucken kannst...Nur wer riskiert, zu weit zu gehen, kann sehen, wie weit er gehen kann... (keine Ahnung, wer das gesagt hat, aber ich finde den Spruch toll!)
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21.07.2009, 20:58
AW: Termin steht - Freund bekommt kalte Füße
Na heutzutage wohl eher nicht... und gerade deshalb muss "frau" schauen, dass sie unabhängig bleibt.Überleg mal, dass Ihr ein Leben lang zusammen sein wollt. Man heiratet eigentlich nur einmal im Leben...
Und ich finde nicht, dass die TE bockig ist. Sie hat ganz klare Vorstellungen, die ich sehr vernünftig finde. Ich bin sicher, sie würde ohne zu Zaudern umziehen, wenn sie sich in der beruflichen Situation ihres Freundes befände. Ich finde es eher merkwürdig, dass er sich so sträubt. Männer sind doch sonst so logische Wesen
Alle wollen alt werden, aber keiner will alt aussehen
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22.07.2009, 11:51
AW: Termin steht - Freund bekommt kalte Füße
Genau, sie hat klare Vorstellungen. Denen hat sich ihr Freund zu fügen oder sie heiratet ihn halt nicht. Sowas macht man aber nicht, wenn man jemanden wirklich liebt, dann ist man auch mal bereit, dem anderen einen Schritt entgegen zu kommen. Und das gilt in der vorliegenden Geschichte für beide, deshalb würde ich an deren Stelle über die Hochzeit nochmal ganz genau nachdenken...
Klar, die Statistiken sagen was anderes. Aber wenn man von vorne herein Vorkehrungen für die Trennung trifft, braucht man doch erst gar nicht zu heiraten, oder?
Keine Frage, seine Unabhängigkeit sollte man sich schon ein Stück weit bewahren, es sagt ja auch niemand, dass sie ihm zuliebe in seiner Stadt Hausfrau werden soll. Aber über einen Jobwechsel ihrerseits denkt sie ja gar nicht nach - entweder er schmeißt sein komplettes Leben hin oder es gibt kein gemeinsames Leben, und das ist der Punkt, der mich so stört... Er ist die Liebe ihres Lebens - aber nur, wenn er so funktioniert, wie sie das will...
Nur wer riskiert, zu weit zu gehen, kann sehen, wie weit er gehen kann... (keine Ahnung, wer das gesagt hat, aber ich finde den Spruch toll!)
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22.07.2009, 13:16Inaktiver User
AW: Termin steht - Freund bekommt kalte Füße
Ich bin genauso egozentrisch.
Nur kann ich mir das leisten.
Denn: ich bin Single.
Ihr bezieht euch nicht aufeinander.
Das wäre dann Beziehung.
Bloß nicht heiraten!
Die Basis stimmt ja nicht!
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22.07.2009, 17:20
AW: Termin steht - Freund bekommt kalte Füße
Moment, wo schmeisst er denn sein komplettes Leben hin? ER muss seinen Job nicht aufgeben, da er im Außendienst ist. Für ihn ändert sich doch nix.Aber über einen Jobwechsel ihrerseits denkt sie ja gar nicht nach - entweder er schmeißt sein komplettes Leben hin oder es gibt kein gemeinsames Leben, und das ist der Punkt, der mich so stört...
Und ich frage mich im Ernst, was denn wichtiger ist, die Infrastruktur der Stadt oder die Frau, die ich liebe und heiraten möchte....ich würde ja verstehen, wenn es seine Heimatstadt wäre, mit Eltern, alten Freunden und vielen sozialen Kontakten. Aber er wohnt ein halbes Jahr dort, also bitte....
Muss man denn bei aller Verliebtheit den Verstand ausschalten? Es wäre einfach die vernünftigste Lösung, wenn er zu ihr zieht. Und die praktikable Lösung ist doch das, was zählt....Alle wollen alt werden, aber keiner will alt aussehen
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23.07.2009, 12:10
AW: Termin steht - Freund bekommt kalte Füße
Super, genau so sehe ich das auch...

@ floridia: Muss man in einer Beziehung überlegen, wer am wenigsten aufgibt, wenn es darum geht, etwas zu verändern? Oder geht es nicht vielmehr generell um die Bereitschaft, für den anderen etwas aufzugeben? Fakt ist doch, dass sie nicht bereit ist, an ihrem Leben etwas zu verändern und sich darauf beruft, dass es für ihn einfacher wäre. Egal ist ihr dabei, dass er das genauso wenig will wie sie. Und da liegt der Hase im Pfeffer: wäre das wirklich die große Liebe, wären beide bereit, etwas für ein Zusammenleben zu tun, weil ihnen das wichtiger wäre als den jetzigen Status beizubehalten. Das hat nichts mit Verstand ausschalten zu tun. Ich sehe das einfach so, dass zwei Menschen, die sich so schwer tun wie die beiden, ein gemeinsames Leben aufzubauen, es besser bleiben lassen sollten, dabei wird nichts herauskommen...
Wenn Du schon mal mit Verstand um die Ecke kommst: was ist daran, nach einem Jahr Wochenendbeziehung ohne vorherigem Zusammenleben (so dass man folglich noch locker die einzelnen gemeinsamen Tage zählen könnte) zu heiraten und erst zusammen ziehen zu wollen, wenn Kinder kommen, man aber gar nicht weiß, wer zu wem zieht und wie das gemeinsame Leben dann aussehen soll, vernünftig? Nichts, finde ich!Nur wer riskiert, zu weit zu gehen, kann sehen, wie weit er gehen kann... (keine Ahnung, wer das gesagt hat, aber ich finde den Spruch toll!)


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