Hallo Zusammen,
mich beschäftigt gerade das Thema Ordnung. Warum?
Ich war gestern zur Geburtstagsparty guter Freunde eingeladen, die im Garten stattfand. Alles ganz unkompliziert, herzlich und nett. Als ich dann ins Haus zur Toilette ging, war ich ganz ehrlich schockiert über den Zustand der Wohnung.
Ich habe zwar nur Flur, Wohnküche und Bad gesehen, aber das allein hat einen Eindruck von Chaos, überbordender Fülle und Unordnung hinterlassen. Es gab keine leere Fläche, alles stapelte sich und war viel zu viel und ohne jede erkennbare Struktur.
Ich kenne eigentlich nur den Mann seit vielen Jahren, seine neue Freundin und deren Kinder sind zu ihm gezogen. Sie sind beide ganz liebenswerte, herzliche und unkomplizierte Menschen, die ganz offensichtlich glücklich und zufrieden sind.
Da ich selbst erst vor ein paar Jahren für mich den Wert von Ordnung entdeckt habe, bin ich immer ein bisschen ratlos, wenn ich andere in ihrem Chaos sehe und bin etwas hin- und hergerissen. Ich habe mit meinem früheren Mann auch im "kreativen Chaos" gelebt, war davon ziemlich getresst, unzufrieden und konnte dennoch nicht viel daran ändern, ich habe mich vor Besuch geschämt, habe halbherzige Versuche unternommen und konnte meine eigenen Ansprüch an ein schönes Zuhause dennoch nicht umsetzen.
Seitdem ich nach der Trennung eine eigene Wohnung mit meinen Kindern habe, achte ich sehr auf ein ordentliches, harmonisches und gemütliches Zuhause. Ich habe alles strukturiert, geordnet und merke, wie wohl ich mich fühle und wie gut mir diese äußere Ordnung tut. Es lebt sich viel einfacher ohne ständiges Suchen, ich kann viel besser entspannen, fühle mich wohl und genieße meine schöne, saubere, ordentliche Wohnung, es gibt keine Riesenaufräumaktionen mehr, es kann jederzeit Besuch kommen, ich lebe ruhiger und leichter ohne den Ballast durch zuviel von allem.
Grundsätzlich kann natürlich jeder wohnen und leben, wie er will. Durch meine eigene Erfahrung mit Chaos und Ordnung habe ich aber für mich entschieden, dass mein Leben schöner und einfacher ist, wenn Ordnung herrscht.
Mit dem Beispiel von gestern vor Augen fühle ich mich in meiner Entscheidung bestätigt und bin froh, das Chaos hinter mir gelassen zu haben!
Wieviel Ordnung braucht ihr, was tut euch gut? Braucht ihr eher kreatives Chaos oder eher Struktur und Leere?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 415
Thema: Wieviel Ordnung tut gut?
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08.06.2015, 09:36
Wieviel Ordnung tut gut?
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08.06.2015, 10:09
AW: Wieviel Ordnung tut gut?
Du würdest wahrscheinlich auch bei unserer Wohnung so reagieren

Uns würde man wohl als unordentlich bezeichnen, aber wir fühlen uns wohl, wir sind zufrieden und keiner von uns stört sich an den Socken vor dem Bett oder dem Geschirr in der Spüle.
Jeder wie er mag. Aber es werden sicher auch noch Leute hier einfallen, die davon überzeugt sind, dass man so nicht glücklich leben kann.
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08.06.2015, 10:19
AW: Wieviel Ordnung tut gut?
Das ist so eine Gratwanderung zwischen "das Chaos nervt" und "der Aufwand zu putzen nervt".
Finden tu ich alles und ich weiss auch recht genau, was ich besitze, und in der Tat ist Chaos oft der Kreativität geschuldet - bzw dem Problem, noch nicht beendete kreative Projekte irgendwie zwischenzulagern, wo sie nicht allzu sehr stören.
gruss, barbara
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08.06.2015, 10:22Inaktiver User
AW: Wieviel Ordnung tut gut?
Interessantes Thema.
Ich persönlich finde es schön wenn es aufgeräumt ist - aber nicht schön finde ich den Zeitaufwand um alles immer picobello zu haben. Da tun mir x andere Sachen sehr viel mehr gut als mich damit zu befassen. Überhaupt finde ich, man darf sowas nicht zu viel Raum geben, die Dinge sind für mich da, nicht ich für sie.
Ich beobachte eher, dass mit einer äußeren Ordnung oft versucht wird ein inneres Chaos oder sogar Ängste in den Griff zu kriegen. Nicht umsonst ist nicht nur massive Unordnung und Sammelzwang, sondern auch extreme Ordnung eine psychische Auffälligkeit.
Ist man entspannter oder mit anderen Sachen beschäftigt nimmt man das gar nicht so sehr wahr, glaube ich.
Das Leben ist an sich nicht strukturiert, und ich bin froh darüber. Ich leb privat besser ohne "Struktur".
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08.06.2015, 10:27
AW: Wieviel Ordnung tut gut?
Gut, dann falle ich mal hier ein - allerdings mit einer kleinen Abwandlung:
ICH könnte weder mit Chaos noch mit Unordnung leben.
@Salea hat die Vorteile, die ich ebenfalls als solche empfinde, sehr gut
dargestellt. Ordnung, Sauberkeit und Struktur sind für mich unerlässliche
Rahmenbedingungen, wenn ich mich wohl in meinen vier Wänden und in
meiner Haut fühlen soll.
Ich sehe keinerlei Vorteile in Chaos und Unordnung. Auch das gerne benutzte
Attribut "kreativ" macht die Sache nicht überzeugender.
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08.06.2015, 10:31
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08.06.2015, 10:36
AW: Wieviel Ordnung tut gut?
Ich würd's eher als Struktur im (moderaten) Chaos beschreiben. Wenn die flöten geht - wenn überspitzt etwa die Zwiebeln bei den Schuhen zu finden wären - werd' ich unruhig. Hm, schwer zu sagen, was am Ende den Ausschlag gibt und wo meine "kritische Masse" beginnt; die einzelne Socke am falschen Platz ist es jedenfalls nicht.
Achja, und versifft kann ich's nicht haben. Da ist bei mir tatsächlich wenig Luft nach oben. Eine verschüttete Saftschorle / die vom Brot untern Tisch gefallene Gurke / der Schmutzrand in der Badewanne muss weg. Ziemlich gleich.
Gruß,
AenEine Krise kann jeder Idiot haben. Was uns zu schaffen macht, ist der Alltag. -- A. Tschechow
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08.06.2015, 10:38
AW: Wieviel Ordnung tut gut?
Hin- und hergerissen wozwischen?
Wir waren gestern auch bei Bekannten zu einer Gartenfeier. Bei denen sieht es auch aus wie bei den berühmt-berüchtigten Hempels.
Ich könnte so nicht leben. Muss ich ja aber auch nicht. Ich habe es gerne sauber und aufgeräumt.
Das ist doch, was zählt. Dass ich mich zu Hause wohlfühle. Ich könnte nicht entspannen, wenn überall Zeug rumliegt.
So geht's meiner Frau auch.
Und das ist doch das Zweite, was zählt. Wenn sich ein Paar nicht über den Zustand der Wohnung zankt, ist doch alles in Ordnung.
Bei uns hat eine neu anfangende Perle mal gefragt, was sie denn bei uns saubermachen soll...
Frauen sind nicht kompliziert. Sie wollen einfach nur geliebt werden.
Und tolle Überraschungen. Und Schuhe. Und Schmuck.
Und andere Dinge, die man erraten muss.
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08.06.2015, 10:46
AW: Wieviel Ordnung tut gut?
Sarah, das interessiert mich jetz aber doch im Detail. ;-)
Socken liegen bei mir auch im Bett und Geschirr steht bis zum einräumen in den Spüler auch in der Spüle. Das empfinde ich als völlig normal und bei weiten nicht als Unordnung.
Was ich unter Unordnung verstehe sind überbordend viele Dinge, die wild und unsortiert in der Gegend rumstehen und alle Flächen besiedeln und ein ständig wachsendes Eigenleben zu führen scheinen. ;-)
Ich hatte gestern den Eindruck, dass kein Überblick über die Masse der Dinge mehr bestehen kann, dass man geradezu erschlagen wird von soviel Fülle.
Niemand spricht ihnen das Lebensglück ab, aber ich brauche zu meinem Glück einen großen Anteil Wohlfühlgefühl und das habe ich eher bei Übersicht, Ordnung und zumindest ein paar leeren Flächen. Ich kann im Chaos nicht entspannen.
Schade, dass man im Forum nicht mit Bildern verdeutlichen kann, was man meint. ;-)
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08.06.2015, 10:49
AW: Wieviel Ordnung tut gut?
Naja, eine gewisse Fülle macht sich bei uns schon breit, einfach dem eher begrenzten Platz geschuldet.
Sagen wir mal so, wenn es halt 6 Bücherregale braucht um alle Bücher unterzubringen, sieht es halt voll aus.
Wenn jemand zu einer Zeit zu Besuch kommt, wenn die Post und der Papierkram noch nicht erledigt wurde, dann denkt er sicher, wir haben es nicht im Griff - kommt er einen Tag später, kann es schon ganz anders aussehen.


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