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    AW: Sehnsucht nach dem "alten" Friseur

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Für mich ist es wichtig, dass mein Friseur mich, meinen Kopf und jeden meiner Wirbel kennt...(...)

    Eine andere als eine geschäftliche Beziehung habe ich nie zu meinem Friseur gehabt: ... (...)
    Als "meine" Friseurin kannte mich besser als ich vermutet hatte.... ;)

    Und erst als ich unbewusst Eifersucht bei ihr auslöste, merkte ich, es ist keine normale Geschäftsbeziehung mehr...
    (Typisch Mann eben. Die Sensibiltät einer Planierraupe... ;) )

    Soll ich die Fortsetzungs-Story vom Verstehen ohne Worte, dem völligen Verständnis in einer Beziehung noch reinstellen?
    ;)

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    Verständnis ohne Worte... (Sehnsucht nach dem "alten" Friseur)

    Als wir schon bei unserer Beziehung ohne Reibungspunkte angekommen waren, stellte sich mir ein Problem. Ich hatte einen "Repräsentationstermin" (eine mündliche Prüfung) der ohne große Auffälligkeiten ablaufen sollte.

    Zuerst wusste ich nicht, wie das funktionieren sollte, aber dann dachte ich mir, vielleicht klappt es ja mit ihr, bisher lief das ja immer sehr harmonisch mit ihr. Meine Vorstellung war, Dienstags bin ich bei ihr im Salon, Mittwoch ist der Repräsentationstermin. Ich würde es ihr mit Worten schon erklären können. Im Salon angekommen brauchte ich nicht viel zu erklären, sie spürte instinktiv, was mit mir los ist. Ich schilderte ihr die Situation, sie stellte sich sofort darauf ein. Sie machte mir also eine vorzeigbaren Haarschnitt, der optisch keine Auffälligkeiten geboten hatte.

    Als sie fertig war, flötete sie mir mit einem Sirenengesang ins Ohr: "wenn das alles gut gelaufen ist, dann komm doch am Samstag zur üblichen Zeit wieder in den Salon. Dann mache ich den normalen Schnitt als Nacharbeit, das kostet nichts extra." Das registrierte ich erst einmal, ohne darauf zu reagieren. Die Anspannung war noch zu groß, der Stress der Prüfungsvorbereitung bestimmte mein Handeln. Der nächste Tag folgte, der "Repräsentationstermin" ging ohne Probleme über die Bühne, die anschliessende Feier war angemessen. Die nächsten Tage waren mit Stressabbau und Rekonvaleszenz ausgefüllt.

    Am Samstag erwachte ich dann im angenäherten Normalzustand und hatte ihren Sirenengesang wieder im Ohr: "wenn das alles gut gelaufen ist, dann komm doch am Samstag zur üblichen Zeit wieder in den Salon. Dann mache ich den normalen Schnitt als Nacharbeit, das kostet nichts extra." Den ganzen Vormittag hörte ich ihren Sirenengesang in meinem Kopf, immer wieder. Dann bekam ich einen internen Wutanfall! Die meint wohl, die kann mit mir machen was sie will? Soll ich etwa zweimal pro Woche in ihren Salon kommen? Als die Sonne ihren Höchststand erreicht hatte, beschloss ich spontan in ihren Salon zu fahren, um mit ihr ein ersntahftes Beziehungsgespröch zu führen.

    So spontan, wie es eben bei einem wichtigen Beziehungsgespräch geht. Erst einmal Schuhe putzen, dann unter die Dusche, Fingernägel schrubben, Zahnseide, Zähneputzen, das Gesicht völlig glatt rasiert, die ihr genehmen Duftkosmetika aufgetragen. Dann fuhr ich zu ihrem Salon. Aber meine Verhandlungsposition war nicht allzu gut, sie stand irgend wie über mir, ein Überlegenheitsgefühl, welches sich auch in den Blickachsen bemerkbar machte.

    Unterstützende Gesten konnte ich wegen des Umhanges nicht anwenden, der Blickkontakt konnte nur über den Spiegel aufgenommen werden. Sie strahlte schon über das ganze Gesicht, als sie erfuhr, mein Termin war ohne Probleme bewältigt worden. Die freudige Spannung in ihr stieg immer weiter an, ich spürte, wenn ich jetzt einen Fehler mache, kippt ihre Stimmung in Aggression, dann bekommt sie wieder dies Schlangenaugen mit Killerblick. Zum Flüchten war es irgendwie zu spät, und sie wollte die erlösenden drei Worte von mir hören. Und damit sie nicht wieder diese Schlangenaugen bekam, sagte ich ihr diese drei Worte: "Alles wieder ab." Mit einem seligen Lächeln auf den Lippen machte sie sich an die Arbeit. Die Beziehungsarbeit eben.
    Und dann hatten wir sie wieder, die harmonische Beziehung ohne Reibungspunkte. Ohne richtig nachdenken zu können ging ich nach hause, fast wie in Trance. Dort angekommen ging ich gleich unter die Dusche, versuchte das Ereignis loszuwerden, aber es ging nicht. Anschliessend schaute ich in den Spiegel, aber ich mochte mein eigenes Spiegelbild nicht sehen. Dann legte ich mich ins Bett, nahm meinen Teddy in den Arm und weinte. Irgendwie geht es in Beziehungen nicht immer rational zu...

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