Loslassen = Verantwortung abgeben = mehr Freiheit für die kids und mich ?!

  1. Farinabina
    Farinabina
    Tja, ich tu mich glaube ich etwas schwer damit meine Kinder (20 + 18) loszulassen. Dabei habe ich mich nie als "Gluckenmutter" gesehen, sondern habe ihnen immer sehr viele Freiheiten gelassen. Nicht zuletzt damit sie Erfahrungen sammeln und an ihnen wachsen können. ABER jetzt ist es bald soweit und ich habe so meine Schwierigkeiten. Der Verstand sagt, lass sie Fehler machen, gegen Wände laufen, falsche Freunde kennen lernen....das alles lässt sie erwachsen werden, - das Mutterherz sagt : "Schütze sie vor schlimmen Erfahrungen."

    Es ist ein Eiertanz und es kommt ganz auf meine Tagesform an, wie ich damit umgehen....

    Würde mich über einen regen Austausch freuen !

    LG farinabina
  2. Diskopartisani007
    Diskopartisani007
    Ich kann dich sehr gut verstehen, die Zwickmühle, in der du dich befindest, denn dies habe ich auch alles schon durch. Als meine Kinder anfingen, eigene Wege gehen zu wollen, da habe ich auch oft nächtelang wach gelegen und Angst um sie gehabt. Angst davor, dass ihnen etwas passiert, Angst davor, dass sie mit falschen Freunden falsche Wege gehen usw. Aber im Laufe der Zeit, nach sehr vielen schlaflosen Nächten und endlosen Diskussionen mit meinen Kiddys bin ich nun ruhiger geworden. Natürlich sorge ich mich noch immer um sie, wer seine Kinder wirklich liebt, der versteht das auch. Aber mittlerweile weiß ich, dass ich ihnen vertrauen kann. Klar, ich habe zwei Jungs, und es ist nun auch so, dass die nicht immer brav, lieb und sich so benommen haben, wir es mir passte... Aber genau dies gehört zum Lernprozess des erwachsen werdens für sie dazu. Und heute möchte ich auch nicht mehr alles von ihnen wissen, will nicht mehr genau hören, was, wie, wo und mit wem sie minutiös das WE geplant haben, denn; "was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß!". In dem Alter, in dem deine Kinder nun sind, sind sie ja schon weitestgehend "erzogen" worden, du hast ihnen alles an Moral, Erziehung und Ansichten mitgegeben. Nun müssen sie selbst entscheiden, wie ihr Weg weiter aussehen wird, du kannst sie nicht immer und ewig beschützen wollen. Das raubt dir nur dann den Verstand, wenn du dich ständig um sie sorgst. Und: Wenn es mal wirklich passiert ist, dass sie Dummheiten, Fehler und Blödsinn gemacht haben, dann kannst du ihnen hilfreich zur Seite stehen und ihnen den Rücken stärken, ihnen zeigen, dass du immer für sie da bist, in guten wie in schlechten Zeiten. Aber nicht vorher, das engt sie nur ein.

    LG
  3. Farinabina
    Farinabina
    Schlaflose Nächte hatte ich nicht als die Kids anfingen auszugehen, ob mit Mofa oder Auto unterwegs....Nein, da habe ich eigentlich immer das Gefühl gehabt alles geht gut (ist es bisher auch immer). Sorgen mache ich mir nur über wichtige Entscheidungen, ob beruflicher oder privater Art. Ich weiss das ich ihnen diese Entscheidungen nicht abnehme kann und wie du so schön schreibst "wenn wirklich mal etwas passiert....dann kannst du ihnen zur Seite stehen:"

    Erfahrungen müssen sie selber machen !!!

    Aber der eigentliche Punkt ist so wie lernt man loszulassen und darauf zu vertrauen das die Kinder den richtigen Weg gehen (den für sie richtigen Weg - wohlgemerkt). Denn ich glaube das Problem liegt oft in der Sichtweise, - nicht das was Eltern sich für sie wünschen ist das Richtige.

    Dann ist da noch die gute alte Gewohnheit, der Mensch, den man gefüttert und angezogen hat, der geht jetzt ganz eigene Wege. Da muss man sich erst einmal daran gewöhnen, nicht mehr so gebraucht zu werden. Im zweiten Schritt kann man sich freuen und die gewonnene Freiheit genießen....Es ist eine Umbruchsphase in der ich mich befinde !

    LG
  4. Diskopartisani007
    Diskopartisani007
    Diese "Entwöhnungsphase" war bei mir, aber auch bei meinem Mann, sehr schwer. Tja, so ist das halt, wenn man "Gluckeneltern" ist. Ich hatte immer eine innige, besonders vertraute Beziehung zu meinen Kindern, sie waren kränkelnde Frühgeburten und mussten von klein auf intensiver betreut werden, da ist die Bindung dann auch noch etwas stärker. Um so schlimmer war es dann, als sie anfingen eigene Wege gehen zu wollen. Da musste ich mich oftmals sehr bremsen, dass ich nicht zu sehr geklammert habe. Als lernen würde ich das bei mir nicht so bezeichnen, eher als: Ich habe es akzeptiert und mich damit abgefunden, dass ICH jetzt nicht mehr die wichtigste Person im Leben meiner Kinder bin, sein kann! Ich halte mir immer vor Augen und erinnere mich an meine Abnabelungsphase. Dann weiß ich, wie sehr es mich oft damals genervt hat, wenn meine Eltern so anhänglich bei mir waren....!! Den ersten Schritt hast du schon mal damit gemacht, indem du dir überhaupt dessen bewusst bist, dass du nun langsam los lassen musst. Das geht nicht von heute auf morgen bei Eltern, die so sind wie wir beide.
    Ja, und meist gehen unsere Kiddys nun mal nicht den Weg, den wir gerne für sie ausgesucht hätten, aber auch das ist gut so. Denn so können sie sich so entwickeln, wie sie es möchten und vielleicht in Richtungen gehen, die für uns unvorstellbar für unser Kind gewesen wären, die aber GENAU das sind, was perfekt zu unserem Kind passt, was WIR aber nie im Leben gedacht hätten. So war es z.B. bei einem meiner Söhne, er hat einen beruflichen Weg eingeschlagen, den wir ihm als Eltern nie zugetraut und zugesprochen hätten, den er liebt und in dem er wirklich sehr gut ist und aufgeht.
    Vertraue deinen Kindern, auch wenns manchmal sehr schwer fällt!

    LG
  5. Farinabina
    Farinabina
    Hier ist ja nicht viel los ? Hab ihr alle schon losgelassen .... Wie auch immer, ich habe an mir gearbeitet und das Loslassen gelingt ganz gut. Das bringt viel Freiheit und Energie für meine eigenen Bedürfnisse mit sich und das tut gut. Wie geht es Euch ? ?
  6. samuel1
    samuel1
    Zum Stichwort "wenn mal was passiert" möchte ich was sagen : bei uns war das so und was dann? Es war echt schlimm und da wird man schon auf die Probe gestellt ob man loslassen kann. Wenn`s nur um Alltagsprobleme geht, tu ich mich leicht aber wenn es mal eng wird, ist das schon sehr schwer. Es ging um Drogen, Geld und alles, was dann dazugehört. Loslassen...wie viel und bis zu welchem Punkt glaubt Ihr kann man das lernen??? Du kannst nicht mehr schlafen und meinst Du überlebst das nicht, ich kann da einfach nicht loslassen.
    Habt Ihr da auch Erfahrungen oder ist das ein Schritt zu weit? Oder kennt Ihr Leute denen es so geht oder ging? Bei mir ist es schon 2 Jahre her und gut ausgegangen aber seitdem kann ich noch weniger loslassen. GLG
  7. Farinabina
    Farinabina
    Hallo samuel1, - ja, das sind dann keine Alltagsprobleme mehr und ich kann gut verstehen das dann das Loslassen nicht mehr klappt, wenn das Kind ganz knapp vor dem Abgrund steht. Gott sei Dank habe ich so etwas (bisher) nicht erlebt und ziehe den Hut vor allen Eltern, die das Durchgestanden und einigermaßen unbeschadet aus dieser Situation raus sind.

    Ich tu mich ja schon schwer, meine Tochter (Sohn ist nicht so das Problem...) , mal in einfachen Dingen vor die Wand laufen zu lassen. Immer denke ich ein bis zwei Schritte weiter und weise sie darauf hin was passiert wenn sie sich wieder mal nicht kümmert. Gerade heute morgen hatte ich noch ein Streifgespräch mit meinem Mann, der da völlig anderer Meinung ist und sagt "lass sie gegen die Wand laufen und danach selber die Konsequenzen tragen." Oftmals ist es so das ich ihr aus dem Weg gehe, damit mir nichts rausrutscht. Sie ist völlig anderes gestrickt als ich, lässt alles laufen und lebt in den Tag rein. Geht was schief, - sorry, hab ich verpeilt, ist halt jetzt so... Das geht vielleicht in kleinen Dingen, aber in den wichtigen ???? Bis zum Ende des Jahres muss sie sich einen Ausbildungs/Studien oder Schulplatz suchen und der Andrang ist groß. Aber ich fürchte Madame lässt wieder alles schleifen, - und dann. Mein Mann hat eine einfache Lösung : Arbeitsamt und erst mal irgendein Job. Dann wird sie irgendwann anfangen zu überlegen ob sie das den Rest des Lebens machen will oder nicht.... Puhhh einfach ist es nicht...
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