Insolvenz und ab dann allein gelassen

  1. Helio
    Helio
    Unser Unternehmen musste unverschuldet Insolvenz anmelden (Plagiat durch deutschen Konzern, verpatzter Antrag für einen Überbrückungskredit durch unsere Bank, Mobbing durch Finanzamt und schließlich Vernichtung aller Patente durch die Bank, etc. laaange Geschichte. Ist grad in der aktuellen brandeins zu lesen S.144). Jetzt stehen wir da mit riesigen Schulden!
    Selbstschuld? Bestimmt teilweise! Aber das ist eine riesige und schmerzhafte innerliche Diskussion, die man als Unternehmer nur mit sich ausmachen kann. Sicherlich kennen das alle in dieser Situation, oder?
    Das wirklich Schlimme ist, dass man hinterher so wahnsinnig alleine gelassen wird. Das System greift einfach nicht.
    Nur als Beispiel: wir wollten gegen das Plagiat durch den Konzern vorgehen. Ohne Geld ist das unmöglich. Also dachten wir: "Prima, wir haben ja eine Rechtschutzversicherung. Außerdem können wir ja Prozesskostenbeihilfe beantragen. Alles wird gut!"
    Von wegen: Brauchbare Anwälte arbeiten nicht auf Prozesskostenhilfe und die Versicherung mag keinen Prozess eines KMU gegen einen Konzern unterstützen. WIR HABEN KEINE CHANCE gegen das Unrecht, das uns widerfahren ist vorzugehen.
    Wie kann das sein, wir leben doch in Deutschland und nicht in Schlummerland?
    Geht es Euch genauso?
  2. schluppi
    schluppi
    Im Grunde hilft dir jetzt nur eine Eidesstattliche. Die soll bei Geschäftsinsolvenz 3 Jahre dauern.
    Das kann dir der Verwalter aber besser erklären.
    Uuuuund zuvor noch reichlich Geld heraus ziehen, aus dem Geschäft!!!!
    Am besten einen satten Kredit.
    Das ist das, was der Staat "indirekt fördert".

    So wird es in Deutschland gemacht, ohne das man dafür verdonnert wird.

    Ansonsten kann ich dir nur zustimmen, bezüglich, solcher Werdegänge.

    Der Staat läßt dich auf der einen Seite allein, aber zugleich mischt er sich mit immer irrsinnigeren Gesetzen, in das Unternehmertum ein.
    Mindestlohn, Nichtraucherschutzgesetz und schon kracht es in der Gastronomie im Gebälk.

    Als die Banker 2009 herum jammerten, verlor ich auf einen Schlag alle Aufträge, da meine Auftraggeber verunsichert waren.
    Hätte ich mein Gewerbe abgemeldet, dann wäre alles "schick" gewesen.
    So wurden es normale Kündigungen und ich mußte einen Kredit aufnehmen, um die Löhne zahlen zu können.
    Ich habe auch gejammert.
    Aber HILFE ?

    Jedoch wenn du reichlich PROFIT machst, wie Daimler, dann brauchst du keine Steuern abführen.
    Und du brauchst als Daimler auch keine Wasser- und Abwassergebühren zu zahlen.
    Und und und...

    Entweder du gehörst zu den Lobbyisten, oder du bist nur ein moderner Sklave, dieser Gesellschaft.

    Gruß schluppi
  3. NiLaterne
    NiLaterne
    NiLaterne - 10.06.2014, 19:47

    Wir haben es anders herum erlebt. Wir haben ein kleines Mietshaus in dem wir auch selber wohnen und wir brauchen die Mieteinnahmen um damit Kosten für das Haus zu bestreiten. Und unten befindet sich ein Ladenlokal. Der Besitzer davon zahlte plötzlich keine Miete mehr oder erstotterte sie ab und wir machten erst gute Mine zum(Bösen)spiel. Schlußendlich machte der geschäftsbesitzer Insolvens inklusive Privatimsolvenz und ließ uns mit einem Konvolut von Mist und Müll, teilweise teuer entsorgungspflichtig zurück und bis auf den Titel haben wir nichts in der Hand.Das heißt, auf allen Kosten bleiben wir sitzen und müssen selbst renovieren (von nichts), wärend das Einkommenvom Haus zu niedrig ist, alle anderen Kosten zu begleichen. Ich finde, für uns kleinen Geschäftsleuten, ob insolvenzgegangen oder per Insolvenz anderer ins aus getrieben, für uns kleinere Leute, früher hieß das mal Mittelstand, wird nichts getan
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