Hallo,
ist echt hart, was ihr so für eine Kindheit hattet und wie das Verhältnis zu Mutter/Vater/Schwester so ist.
Meine Kindheit war sicherlich auch nicht perfekt, meine Eltern haben sich scheiden lassen, als ich 4 Jahre alt war, meine Mutter ist keine liebende Mutter, ich glaube sie hat mich als Kind nie in die Arme genommen und mit meinem Stiefvater konnte ich auch nie viel anfangen. Das Verhältnis mit meiner Oma ist viel besser, ich war als Kind am WE meist bei der Oma und das war einfach schön. Wenn mich jemand in den Arm genommen hat, dann war es meine Oma. Durch den Selbstmord meines Stiefvaters geht es allen in der Familie irgendwie schlecht, gerade meiner Mutter und sie macht absolut nichts dagegen. Geht kaum zum Arzt, keine Therapie, keine Tabletten und wir Kinder und auch meine Oma leiden und werden selbst krank. Meine Therapeutin sagte, ich solle mitfühlen, aber nicht mitleiden, ist gar nicht so einfach. Sie stellte mir auch die Frage, ob es mir so schlecht geht, weil es mir nicht besser als meiner Mutter gehen darf.
Ich möchte ja gar nicht mitleiden und es nicht zu meinen Problemen machen, aber dagegen kann man sich kaum wehren, wenn man die Geschwister, Oma, Mutter besucht und die ihre Probleme erzählen, so wie ich meine im Moment oft erzähle. Wenn ich den Kontakt reduzieren würde, dann würde ich vielleicht weniger mitbekommen, aber am Ende alleine zu Hause sitzen und das wäre im Moment echt die Hölle. Früher war ich selten bei Geburtstagen von der Familie, auch bei Weihnachten war ich lieber alleine zu Hause bzw. mit meiner damaligen Freundin unterwegs, als mir dieses "wir sind alle eine glückliche Familie" antun zu müssen. Heute ist es was anderes, auch wegen der Neffen und Nichten.
Ich sitze noch immer auf der Arbeit, habe das Gefühl den Tag kaum noch zu schaffen, schwitze sehr stark, bin körperlich einfach platt, mir brennen die Augen und ständig kommt Publikum, zu welchem man freundlich sein muß. Hätte vor einigen Monaten nie gedacht, das mir arbeiten mal wieder so schwer fällen könnte. Dann noch meine Schmerzen im Gesicht, heute ist (mal wieder) nicht mein Tag.
Viele Grüße
PeterOF
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Thema: citalopram
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22.04.2008, 15:47
AW: citalopram
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22.04.2008, 16:23
AW: citalopram
Hey Perle,
ich versteh dich so, so gut!!! Ich habe auch ein schlechtes Gewissen, wenn ich zugebe, dass ich mich manchmal wie die Mutter meiner Mutter fühle. Es ist so ein schlimmes Gefühl. Ich würde alles für sie tun und habe so oft so unendlich Mitleid mit ihr.
Das mit der Uni etc ist bei mir auch ganz ähnlich: Ich habe fast drei jahre etwas studiert, was meine Eltern für richtig für mich hielten, ohne es jemals selbst gewollt zu haben! Es ging mir damals vom ersten Semester schlecht, ich hätte am liebsten sofort wieder aufgehört. Dass ich meinen ltern jetzt gesagt habe, dass ich das nicht weiter studiere, waren sie erstmal platt. Wobei meine Eltern echt liebe Menschen sind. Abgesehen davon, dass mein Vater Alkoholiker ist.
Ich glaube, diese Gefühl, nie alles gut genug gemacht zu haben, ist zum Teil Auslöser der Angst. Denn die Angst blockiert auf einmal jeglichen Perfektionismus, knockt einen einfach erstmal aus. Dann geht gar nichts mehr. Und weißt du was, ich glaube, das ist unsere Rettung, so blöd es klingt.
Wie geht es dir mit dem Schlechtsein? Und wieviel Cita nimmst du aktuell?
Lg,
Graci
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22.04.2008, 16:25
AW: citalopram
Hallo Babick,
oh weh, das tut mir total leid! Vielleicht sind 30mg doch zu viel? Hast du einen Neurologen, zu dem du schnellst möglich kannst?
Hoffentlich geht es bald wieder bergauf!
Lass dich nicht unterkriegen,
Graci
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22.04.2008, 17:12
AW: citalopram
Hi Christiane,
vielleicht versuchst Du es erstmal mit 25 statt 30mg?
Bei mir war die Erhöhung in 10mg-Schritten gar kein Problem, aber das muss nicht so sein. Womöglich musst Du in geringeren Schritten vorgehen. Ich würd mal zum Arzt sausen und das mit dem besprechen.
Oder, was ja auch sein kann: eventuell kommt es nicht vom Cita, sondern Du bist einfach angeschlagen und kränklich? Nicht jede Körperreaktion muss vom Cita kommen...
Gute Besserung!change is the only continuous state.
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22.04.2008, 17:19
AW: citalopram
Hi,
wenn ihr die Mutter der Mutter seit, dann bin ich der Vater meiner Mutter.
So alleine war und ist sie ziemlich überfordert, ich habe nach dem Todesfall vieles für sie regeln müssen und zusammen mit dem Bruder immer geschaut, dass sie alle Gelder bekommt, welche ihr so noch zustehen. Ohne uns hätte sie heute wohl einen großen Schuldenberg und kein Guthaben, was ihr für die nächsten 10 Jahre gut hilft. Aber von ihr kam bisher nicht ein einziges Danke.
Aber ich weiß auch, das es meiner Mutter finanziell nie mehr richtig gut gehen wird, sie hat so 700 Euro Witwenrente und das Guthaben ist in 10 Jahren weg und eigene Rente wird sie nur ganz wenig bekommen. Meine Oma hat ebenfalls nur so eine kleine Witwenrente und das alles hat bei mir zu einer großen Zukunftsangst geführt. Mein Bruder lebt in Scheidung und hat nur noch Zoff mit seiner Noch Ehefrau und meine Schwester hat ein behindertes Kind.
Ich selbst bin seit 4 Jahren solo, habe die Trennung von meiner Ex noch nicht überwunden und bin somit seit 4 Jahren eigentlich jeden Abend alleine zu Hause und nur ganz, ganz selten mal weg. Denke auch das ich nicht gerade hübsch bin, bin mit 1,68 m für einen Mann auch nicht gerade groß und seit meine Ex zu einem 1,90 m großen Mann gegangen ist, fühle ich mich noch kleiner. Meine Ex ist allerdings auch 1,90 m groß, aber wir hatten es immerhin 6 Jahre miteinander ausgehalten.
Im Moment geht es mir hier auf der Arbeit wieder etwas besser, bin ein wenig zur Ruhe gekommen, ist nicht mehr so viel Hektik wie vorhin. Aber 2 Stunden habe ich noch und dann sitze ich eh nur alleine zu Hause.
Viele liebe Grüße
PeterOF
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22.04.2008, 18:00
AW: citalopram
Hallo, Ihr Alle!
Meine Herren.........heute hat´s hier irgendwie "Kawumm" gemacht..............kann das sein?
Hat mich alles zutiefst betroffen,was Ihr da über Eure Familiengeschichten geschrieben habt.... Tut mir wirklich sehr leid, was jeder einzelne da durchgemacht hat.
Bei mir war´s auch nicht rosig. Kann dazu aber gerade gar nichts schreiben, da ich das Gefühl habe, da jetzt erstmal in der Therapie ranzumüssen. Außerdem bin ich so dermaßen platt, meine Augen brennen jetzt auch, PeterOF, daß ich gleich nur noch duschen möchte (wenn ich das denn noch schaffe, ansonsten stink ich halt morgen). Mein Tag war soweit eigentlich in Ordnung. Ich war überraschenderweise nicht gaaaaaaaaaaanz so müde wie in den letzten Tagen, aber JETZT......ja JETZT kann ich irgendwie gar nicht mehr......
Der Therapietermin heute morgen war auch ok, obwohl wir uns dann erstmal über die Cita unterhalten mußten: Sind so verblieben, daß ich´s tatsächlich noch 2 Wochen abchecke. Wenn´s nicht besser wird: WECHSEL!!!!!
Irgendwie schafft mich alles nur noch. Bin von der kleinsten Kleinigkeit total erledigt und schon im Vorfeld überfordert.
Danke daher für all den lieben Zuspruch! Ihr seid Klasse!
Und: Finja, Graci, Perle und PeterOF= Drück Euch alle mal ganz lieb.
Vielleicht bis später. Aus meiner Erfahrung heraus würde ich sagen.....in zwei Stunden bin ich wieder fit. *grmbl*
Glg, Wyome.
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22.04.2008, 18:37Inaktiver User
AW: citalopram
Hi Angsthase und eigentlich auch alle anderen,
Zitat von Angsthase1979
wollte euch einmal von meinem Besuch beim Psychiater erzählen.
Ich nehme ja seit 24 Tagen 20 mg. Meine Psychiaterin meinte, dass ich auf jeden Fall noch 4 Wochen 20 mg nehmen müsste, um zu merken, ob die Dosierung reicht oder nicht. Vorher könnte ´man die angstlösende Wirkung nicht beurteilen. Wenn es dann nicht ausreicht, könnte ich ohne Rücksprache mit ihr auf 30 mg hochgehen. Ich muß in 8 Wochen wieder hin.
Sie meinte auch, dass sie denkt, dass die Angstbeschwerden sich zu 80% medikamtentös erledigen, aber dass man 100% nur mit einer Therapie hinkriegen könnte. Man kriegt ebend nix geschenkt im Leben!
Ich habe ihr nochmal berichtet, dass ich ja zwischendurch wegen der Übelkeit mal angefragt hatte und mir die Sprechstundenhilfe mitteilte, dass ich solange auf 10mg bleiben soll, bis alle Beschwerden weg wären. Dann ging es aber besser und ich habe doch erhöht. Sie meinte, grundsätzlich wäre sie der Meinung so lange auf einer mg-Stufe zu bleiben, bis die Beschwerden weggehen und erst dann zu steigern. (Perle)
Dann habe ich ihr erzählt, dass ich zeitweilig das Gefühl habe, jetzt geht es vielleicht rückwärts oder nicht genug vorwärts. Sie meinte, dass wäre typisch, weil die Angst vor dem Rückfall meist so groß wäre, dass man normale, blöde Tage für einen Rückfall hält. Wenn man immer gut drauf sein wolle, müßte man sich Koks reinziehen. Es ist keine Glückspille und sie soll ja auch nicht die Persönlichkeit verändern, deshalb gehören auch schlechte Zeiten, scheiß Tage und vermehrte Angst manchmal eben dazu. Und es gibt keinen Rückfall. Koks auf Rezept wollte sie mir nicht geben!
Dann habe ich ihr noch kurz davon berichtet, dass ich mich über einen Chat austausche und es gerade Angstpatienten am Anfang sehr schlecht geht und wir viel unter den NW zu leiden haben. Und viele von vermehrten Ängsten berichten. Dazu meinte sie, dass das auch im Wesen der Angstpatienten läge. 50% der Sachen entstehen im Kopf. Cita hat NW - ganz klar - aber es wäre auch Fakt, dass Personen mit anderen Erkrankungen locker mit 20 mg anfangen können, bei einem Angstpatienten würde sie sich das nie trauen. Wenn es bei mir schlimmer wäre, dann könnte ich auch anrufen, sie ruft vormittags zurück und tröstet einen. Am Wochenende könnte ich auf ihr Handy quatschen, da gibt sie auch eine Rückmeldung. Sie meinte, sie wissen ja, meist reichen schon gute Worte und Trost.
habe mich sehr gut gefühlt, als ich da raus gegangen bin.
LG
Finja
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22.04.2008, 18:49Inaktiver User
AW: citalopram
Und nochmal hallo an alle!
das war ja ein richtiges coming out heute!
Wyome: jeder so wie er kann und es ihm/ihr gut tut. Auf sich selber aufpassen ist sehr wichtig.
Eine Freundin von mir sagt immer: Ich weiß, jeder hat sein Päckchen zu tragen, aber ich komme mir vor wie der Nikolaus!
Aber weil wir ja alle so gute Menschen sind, müssen wir wohl lernen, unsere Päckchen auch mal großzügig zu verteilen. Oder die, die wir für andere tragen, abzuwerfen.
Ich bin auch der Meinung, dass die Angst meine Grenze setzt, weil ich es nicht selbst tue. Vor fast 20 Jahren habe ich sehr viel verändert, Muster verlassen und auch viel einstecken müssen (habe ich ja schon mal berichtet), aber danach hatte ich auch lange Ruhe. Jetzt muß ich auch mal wieder suchen, vor was ich die Augen zu mache.
Und Graci: wenn Deine Schwester das alles in ihrem Inneren wirklich so glauben würde, dann kämen nicht solche Vorwürfe (Schönheit alleine reicht nicht...). Jemand der soo überzeugt von sich ist, der müßte Dich nicht kleiner machen. Kleiner muß man nur Menschen machen, an die man sonst nicht rankommt!
LG
Finja
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22.04.2008, 18:51Inaktiver User
AW: citalopram
He Finja,
Zitat von Inaktiver User
dein Bericht klingt total gut. Da bist du gut aufgehoben, stimmt's?
Wünsche euch anderen hier auch so gute Theras.
Und - allen viel Mut, immer wieder aus den Löchern, aus denen das Leben nun einmal besteht, sich tapfer herauszukämpfen.
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22.04.2008, 18:53Inaktiver User
AW: citalopram
hallo Christiane,
Zitat von babick
das tut mir sehr leid. Kannst Du Dir ein paar Tage Hilfe holen für Dich und Deine Tochter? Bist Du alleine mit ihr?!
Weißt Du, dass Du als Mutter bei sowas Anspruch auf eine Haushaltshilfe hast? Nimmt Dir vielleicht den Druck.
Wie lange nimmst Du es insgesamt schon? Hattest Du vorher auch so viele NW? (Kann mich nicht mehr erinnern
)
LG
Finja


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