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    AW: Psychische Aspekte rund um Übergewicht und Abnehmen

    für mich ist das prinzip schweinehund etwas was ich schon aus frühester kindheit erlebt habe

    im bewegungsbereich- aber auch in so vielen anderen bereichen.
    der schweinehund warnt vor gefahren. wage dich nicht soweit raus. - nicht nur körperlich sondern auch mental.

    für mich ist er völlig real. er warnt mich. er sieht, riecht gefahr wo andere menschen überhaupt keine gefahr wittern oder aussenden.

    er macht mich vorsichtiger. und er spuckt mir nicht mehr in die suppe- seit ich ihn als real existierenden anteil meiner seele anerkannt habe.

    wo er herkommt? nach gründlicher analyse, auch durch therapeutischen ansatz, - vermutlich aus dem elternhaus mitgegeben. vorsicht ist die mutter der porzellankiste.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

  2. Moderation

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    AW: Psychische Aspekte rund um Übergewicht und Abnehmen

    Zitat Zitat von Grissom Beitrag anzeigen
    das schweinehund-konzept ist ein verniedlichen aber aufrechterhalten negativer glaubenssätze.
    Ich finde das Externalisieren von Komponenten, die mir an mir nicht gefallen, recht hilfreich, um mich damit auseinanderzusetzen.

    So lange ich noch "du bist (eben eine faule Sau)" geglaubt habe: "Hey, das bin ich. Das ist so, das läßt sich ohnehin nicht ändern."
    Dann kam so langsam, "das 'faul' sein hat Gründe, und diese Gründe sind gut, aber die Folgen sind manchmal echt unbrauchbar."
    Und dann kam das mentale Konstrukt, der Schweinehund, der Advocatus Diaboli, der all die Gründe verkörpert und vertritt, mit dem ich einen Disput führen oder den ich austricksen kann. Den ich habe, wie ich Katzen habe, ohne Katze zu sein.

    Ich wünschte, das Gleiche gelänge mir mit meinem Panikhamster. Das Biest ist gerissener, und er will nicht, daß es mir gutgeht, er will nicht diskutieren, er will nur am Rad drehen und schreiend im Kreis laufen.


    Zitat Zitat von Grissom Beitrag anzeigen
    und ich bin der meinung, anscheinend ja auch nicht allein, es liegt an der struktur der angebote, welche wiederum offensichtlich mehrheitlich von menschen konzipiert werden, welche solche negativen denk- und wertungskonzepte im hinterkopf haben. jeder giftler oder obdachlose kriegt niederschwelligere angebote.
    Auf der anderen (oder der gleichen) Seite ist da aber auch ein sehr tiefes Mißtrauen gegenüber diesen Angeboten.

    Meine Mutter hat immer gedroht, mich zu den Weight Watchern (und jetzt hatte ich "Watscher" geschrieben, wie passend...) zu schicken, und ich habe immer gedacht, "Wegen meines Gewichts anpampen lassen kann ich mich woanders für lau" und hätte schon eine Strategie gehabt, das komplett auszusitzen während ich so tat als würde ich. Das hätte mein Leben, das schon voller "aussitzen und so tun" war, weiter kompliziert, aber wat mutt, dat mutt.

    Das gleiche Mißtrauen habe ich auch bei Junkies, von Obdachlosigkeit bedrohten, und psychisch Kranken gesehen, die davon ausgingen, daß die Annahme eines Angebotes einer Aufgabe ihrer Automonie gleichkäme. Oft genug war das ja auch so. Ich denke, da ist einiges besser geworden über die Jahre, mehr Verständnis entstanden, daß auch Arme und Kranke Grundrechte haben -- wenngleich es keine reine Erfolgsgeschichte ist und immer noch viel zu wünschen übrigläßt.

    Wie das heute bei Moppeln ist, kann ich schwer beurteilen, durch meine eigene tiefe Abneigung gegenüber der ganzen Leutedünnmach-sozial-industriellen Komplex (yepp, Abneigung), aber ich habe schon ein paar positive Sachen von Freunden und auch hier im Forum gehört. Aber viele sagen immer noch, wie ich damals, "Toll, dann darf ich noch Zeit und Geld dafür aufwenden, daß mir jemand sagt, daß ich eine fette faule Sau bin und nur ein gräßliches Leben verdiene, und der unerfüllbare Ansprüche an mich stellt. Das tu ich doch schon selber jeden Tag, und ich bin nur funktional, solange ich das halbwegs verdrängen kann." Und ich bin nicht mal sicher, daß sie unrecht haben.
    Geändert von wildwusel (18.06.2021 um 09:39 Uhr)
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Psychische Aspekte rund um Übergewicht und Abnehmen

    panik-hamster- das gefällt mir.







    als dauer-renner- speedy gonzales oder road-runner? mir und meiner psyche hilft es sehr solch ansonsten so abstrakten dingen namen zu geben.
    Geändert von brighid (18.06.2021 um 09:35 Uhr) Grund: ergänzung
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

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    AW: Psychische Aspekte rund um Übergewicht und Abnehmen

    Zitat Zitat von brighid Beitrag anzeigen
    panik-hamster- das gefällt mir.
    ich wollte mit meinem post dazu ja auch nicht verneinen, dass das in "einem" drin ist, ganz im gegenteil. nur ist, meinem eindruck nach, der umgang damit dennoch ein defizitäterer ansatz.



    und das, was z.b du damit für dich beschreibst, ist nochmal ein ganz anderer ansatz, denn du machst, genau wie auch @wildwusel, für dich einen weg draus, mit ängsten und allem, was daraus für dich resultiert ist, konstruktiv umzugehen.


    ja, schwieriger punkt bzw sehr missverständnisträchtig, denn das ist nicht gemeint, von mir, mit schweinehund-konzept.

    ganz im gegenteil vermischt sich dabei der eigentlich sehr positive ansatz, probleme, ängste, hemmnisse welcher art auch immer, die in jemandem drin sind, von außen als kind reingebracht wurden, nach und nach zu verkleinern und einen weniger schädlichen umgang damit zu finden mit dem, ebenfalls von außen implementierten supernegativen glaubenssatz, man sei ja nur zu faul. (zu was auch immer)

    das ist ja das schlimme, finde jedenfalls ich
    Die Gedanken sind frei....

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    AW: Psychische Aspekte rund um Übergewicht und Abnehmen

    Zitat Zitat von brighid Beitrag anzeigen
    panik-hamster- das gefällt mir.

    als dauer-renner- speedy gonzales oder road-runner? mir und meiner psyche hilft es sehr solch ansonsten so abstrakten dingen namen zu geben.
    Er heißt Erwin. Wenn er ans Rennen kommt, höre ich höre ich in meinem Kopf nur noch, wie sein Laufrad sich im Kreiskreiskreiskreiskreiskreiskreis dreht.

    Was gar nicht funktioniert, ist, mir vorzustellen, dieses Tier z.B. der Artemis-Mission mitzugeben, damit er a) weg ist und sie ihn b) zur Suche nach intelligentem Leben auf dem Mond (Hamster abwerfen, Mondianer kommen raus und rennen schreiend im Kreis) eingesetzt werden kann. (Man müßte für ihn eine Mondrakete mit Beiwagen bauen.) Diese Externalisierungen taugen nichts, um sie loszuwerden, sondern nur, um sich mit ihnen auseinanderzusetzen.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Psychische Aspekte rund um Übergewicht und Abnehmen

    mit dem inneren schweinehund zu arbeiten- heisst für mich: ich nehme es an, ich akzeptiere für mich dass da etwas ist was mich beeinflusst.

    und ihm namen zu geben- macht es persönlicher, näher. ich kann mit ihm direkt kommunizieren. wir sind ja schliesslich schon bei den vornamen. es ist nicht abstrakt- es ist greifbar.


    eine übung im therapieansatz: meiner angst einen namen, eine form zu geben.

    nach sehr langem überlegen wurde es spontan ein kleiner kugelkaktus der den namen: alfred bekam.
    alfred- im zusammenhang mit alfred hitchcook. dessen "masche" es war mit der phantasie, dem vorauseilenden gedanken der zuschauer zu spielen.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

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    AW: Psychische Aspekte rund um Übergewicht und Abnehmen

    Zitat Zitat von Grissom Beitrag anzeigen
    das schweinehund-konzept ist ein verniedlichen aber aufrechterhalten negativer glaubenssätze.
    Genau, und ich glaube, das wollte R_Rokeby mit Ihren Posting zum Schweinehund auch sagen. Bzw. vielleicht meinst Du was ganz Anderes als sie (und das ist vielleicht wieder was Anderes, als ich gerade sagen möchte).

    In meinem Fall glaube ich nämlich erkannt zu haben, dass der Schweinehund eigentlich gut zu mir ist, und das eigentliche Problem der Wachhund ist, der immer sagt "Du musst....", "Du darfst nicht..."

    Spezifischer - ich habe mal in den letzten 2 Wochen beobachtet, wann es mich zum Essen drängt, wann ich Hunger bekomme, wenn ich eigentlich keinen "haben dürfte". Was ist da in mir drin los?

    Es war fast immer Folgendes: "Oh Mann, ich bin echt geschafft, eine Pause wäre jetzt nötig. Aber es ist noch so viel für die Arbeit zu tun, die Küche muss noch aufgeräumt werden, und das eine Küken braucht gleich noch Hilfe bei den Hausaufgaben." Und dann wahlweise arbeiten, aber sehr ineffektiv vor lauter Müdigkeit, schlechtes Gewissen, zu wenig zu schaffen, abends zu langes Arbeiten, keine echte Entspannung (bis dann um 20 Uhr auf dem Sofa oder der Terrasse doch eine Süßigkeit oder die Chipstüte winkt), oder doch mal Pause machen, auch mit schlechtem Gewissen.

    Wenn ich es schaffe, diese innere Spannung aufzulösen, geht der Hunger weg oder kommt gar nicht.

    So gesehen haben bei mir die negativen Glaubenssätze (die auch noch als positive Glaubenssätze daherkommen, vordergründig) nur "um die Ecke" mit dem Schweinehund zu tun. Das sind Sätze wie "Eine gute Mutter muss immer ... (dieses oder jenes tun)", "Gute Mädchen sind immer fleißig...", "Du darfst Deine Kollegen nicht im Stich lassen" (auch wenn gewisse Kollegen das ohne Zögern tun.), "Pausen darf man nur machen, wenn die Arbeit getan ist", "als Mutter darf man sich nichts gönnen, da ist man immer im Einsatz, und weil das so ist und Dir das nicht liegt, kriegst Du besser später mal keine Kinder" etc.
    Als Kind gelernt, verinnerlicht.
    Lange Jahre vergessen, mir die Pausen etc. gegönnt, auf mein Wohlergehen geachtet - so lange ich nur mich, mein eigenes Wohlbefinden und Studium oder Job zu handeln hatte - so ein Single-Haushalt macht sich ja wirklich nebenher.

    Und dann hat es sich in den letzten 15 Jahren, in der Doppel- und Dreifachbelastung die ich da hatte, wieder in das Unterbewusstsein geschlichen, bzw. wurde wieder dominant. Aber nicht so, dass ich es erkannt hätte. Erkannt habe ich immer nur das schlechte Gewissen, wenn ich mal "fünfe grade sein ließ" (oder wie manche hier sagen würden, wenn ich dem inneren Schweinehund nachgab). Das schlechte Gewissen ist aber hauptsächlich das kleine Mädchen, das es seiner Mutter nie recht machen konnte. Das kleine Mädchen in mir (das sich als Antreiber verkleidet hatte) fühlt sich jetzt wahrgenommen, verstanden und weiß, dass es jetzt ein "großes Mädchen" ist, das selbst entscheidet, wie sein Leben "richtig" ist. Das "große Mädchen" wusste das vom Kopf her immer - aber erst, seit es sich mit dem Gefühl versöhnt hat, ist es stimmig und rund.

    Auch hier wieder - das ist sehr persönlich, mag auf niemanden sonst zutreffen und ist so manchem hier vielleicht auch zu esoterisch, aber für mich ist das ein unglaublicher Schritt nach vorne.

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    AW: Psychische Aspekte rund um Übergewicht und Abnehmen

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    .......
    Auf der anderen (oder der gleichen) Seite ist da aber auch ein sehr tiefes Mißtrauen gegenüber diesen Angeboten.

    Meine Mutter hat immer gedroht, mich zu den Weight Watchern (und jetzt hatte ich "Watscher" geschrieben, wie passend...) zu schicken, und ich habe immer gedacht, "Wegen meines Gewichts anpampen lassen kann ich mich woanders für lau" und hätte schon eine Strategie gehabt, das komplett auszusitzen während ich so tat als würde ich. Das hätte mein Leben, das schon voller "aussitzen und so tun" war, weiter kompliziert, aber wat mutt, dat mutt.

    Das gleiche Mißtrauen habe ich auch bei Junkies, von Obdachlosigkeit bedrohten, und psychisch Kranken gesehen, die davon ausgingen, daß die Annahme eines Angebotes einer Aufgabe ihrer Automonie gleichkäme. Oft genug war das ja auch so. Ich denke, da ist einiges besser geworden über die Jahre, mehr Verständnis entstanden, daß auch Arme und Kranke Grundrechte haben -- wenngleich es keine reine Erfolgsgeschichte ist und immer noch viel zu wünschen übrigläßt.

    Wie das heute bei Moppeln ist, kann ich schwer beurteilen, durch meine eigene tiefe Abneigung gegenüber der ganzen Leutedünnmach-sozial-industriellen Komplex (yepp, Abneigung), aber ich habe schon ein paar positive Sachen von Freunden und auch hier im Forum gehört. Aber viele sagen immer noch, wie ich damals, "Toll, dann darf ich noch Zeit und Geld dafür aufwenden, daß mir jemand sagt, daß ich eine fette faule Sau bin und nur ein gräßliches Leben verdiene, und der unerfüllbare Ansprüche an mich stellt. Das tu ich doch schon selber jeden Tag, und ich bin nur funktional, solange ich das halbwegs verdrängen kann." Und ich bin nicht mal sicher, daß sie unrecht haben.

    -markiert von mir-

    oh man, deine posts sind immer so......vielsagend. so: da ist alles drin und voll auf die zwölf.

    und genau mit dem allerletzten satz bringst du genau das zum ausdruck, was ich meine.
    der ansatz schweinehund ist und bleibt mies.

    kein kind kommt faul dick und ängstlich auf die welt.


    und spätestens nach deinem post jetzt muss ich schreiben, was mir schon vor tagen wieder einfiel. nämlich eine seinerzeit sehr gute freundin, die, seit diese ca. 9 war, ihre tochter anfing auf diäten zu setzen, zum joggen zu zwingen etc.
    sie selbst übrigens sehr dünn und unsportlich schlaff und die tochter hatte damals ca. 2-3 kg über idealgewicht.
    die tochter schwankt bei, ich schätze 1,70, seit spätestens 14 zwischen (auch nur grob geschätzt) 75 und 140kg.

    und völlig klar war dieses völlig unangebrachte ihr einreden, sie sei auch nur dick, nicht der einzige mist, den sie ihr reingedrückt hat. (massive gewichtsschwankungen sind auch nicht ihr einziges problem..........)

    ist ja wohl schon schlimm genug, dass man selbst, die verantwortung für sich übernehmend, sein leben (sein einziges) lang damit beschäftigt ist, die folgen davon zu ertragen und über-lebbar in den griff zu kriegen.


    sich dabei ständig noch mit einem negativen konzept abzustrafen ist dann doch letztlich die höchststrafe, man wird nie wirklich mit sich zufrieden sein, sondern maximal seinen schweinehund eliminiert haben.

    und wenn man sich ein wenig mit der behandlung von (wirklich) dissoziativen persönlichkeiten befasst, weiß man auch, dass keine der einzelpersönlichkeiten vernichtet werden will. und folglich alles tun wird, um nicht eliminiert zu werden.

    weshalb so oft das ganze sofa plötzlich nach noch so hartem kampf voller fetter fauler schweinehunde ist................
    Geändert von Grissom (18.06.2021 um 10:40 Uhr)
    Die Gedanken sind frei....

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    AW: Psychische Aspekte rund um Übergewicht und Abnehmen

    Zitat Zitat von Tigerente Beitrag anzeigen
    Genau, und ich glaube, das wollte R_Rokeby mit Ihren Posting zum Schweinehund auch sagen. Bzw. vielleicht meinst Du was ganz Anderes als sie (und das ist vielleicht wieder was Anderes, als ich gerade sagen möchte).

    .....
    scheinbar nicht, denn in dem man drüber redet, wie man mit seinem schweinehund umgeht bestätigt man ja das konzept schweinehund.

    während ich das konzept an sich komplett ablehne.

    was dein restliches post betrifft bestätigt es exakt das, was ich auch denke.

    und ich finde du machst das echt gut mit deiner "selbst-analyse" und
    Die Gedanken sind frei....

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    AW: Psychische Aspekte rund um Übergewicht und Abnehmen

    Zitat Zitat von Kara_Thrace Beitrag anzeigen
    (...) Gewisse Dinge müssen „weh“ tun, s.
    nee, nee!

    Es ist möglich, dass man Dinge geschenkt bekommt. Einfach so. Ohne Mühe, ohne dass sie sich verdienen muss etc.

    Ist aber eine sehr harte und anstrengende Lebenslernaufgabe, sich das glauben zu trauen.

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