Liebe Hases-Frau,
in meinem Leben hatte ich auch immer wieder mal sehr einschneidende Veränderungen.
Mir hat vor allem geholfen, die positiven Dinge in meinem Leben zu sehen und zu schätzen, zb die Menschen die mir helfen und vor allem aber auch meine Möglichkeiten, Andere zu sehen und ihnen zu helfen.
Auch ich sehe in vielem eine spirituelle Erfahrung, hinterfrage mich und miste alte, negativ geprägte Verhaltensweisen aus.
Ich habe viele Antworten auf offene Fragen des Lebens erhalten, einfach indem ich versucht habe, die Realität als solche zu erkennen ohne Schönfärberei und Selbsttäuschung. Auch entsprechende Biographien und Bücher von Menschen, die sehr belastet waren, aber durch ihren Mut, ihre Intelligenz und Lebensfreude erstaunliches geleistet haben.
Ich wünsche dir viel Kraft auf deinem Lebensweg.
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Ergebnis 11 bis 20 von 95
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26.08.2020, 07:21
AW: WIe mit dauerhaft verändertem Alltag zurechtkommen ?
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26.08.2020, 08:07
AW: WIe mit dauerhaft verändertem Alltag zurechtkommen ?
Jetzt weiß ich nicht, ob ich damit in ein Fettnäpfchen trete, wenn ich dies hier dalasse:
Wenn Dufte allergisch machen – www.LeineBlick.de – Internetzeitung aus Garbsen
ZITAT:
" Doch eine allgemeine Duftstoffallergie gibt es nicht“, betont Prof. Uter. Auf jegliche Duftstoffe zu verzichten, könne daher eine unnötige Einschränkung der Lebensqualität bedeuten. Bei Verdacht, dass die Hautveränderungen durch einen Duftstoff hervorgerufen werden, gelte es, unter den tausenden synthetischen oder auch natürlichen Substanzen den Verantwortlichen dingfest zu machen.
Um mögliche Sensibilisierungen abzuklären, werden in der Hautarztpraxis zunächst Epikutantests mit Standard-Testreihen durchgeführt. Diese umfassen zwei Duftstoffmixe, die unter anderem Eichenmoos, Isoeugenol, Zimtaldehyd und Citral enthalten, sowie Perubalsam und HICC (Hydroxyisohexyl 3-Cyclohexene Carboxaldehyde). Die Test-Substanzen werden für zwei Tage auf dem Rücken aufgebracht und nach drei bis sieben Tagen wird der Test abgelesen. Eine Hautrötung und -verdickung sowie eventuell Bläschen weisen auf eine Sensibilisierung hin. „Bei positiven Reaktionen auf verwendete Test-Duftstoffmixe sollten anschließend die Einzelkomponenten überprüft werden“, rät Prof. Uter. Bei Bedarf kann hierfür eine Überweisung an ein spezialisiertes Zentrum erfolgen."
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Könnte eine genauere Abklärung es dann erleichtern, Unterstützung zu finden?
Es dürften dann ja bestimmte Produkte verwendet werden, es müsste nicht komplett verzichtet werden.
Dir stünde bestimmt eine Haushaltshilfe und Pflegekraft in gewissem Umfang zu; könnte eine Person bei Euch wohnen? Wäre das eine Alternative, wenn sich zu den nötigen Bedingungen jemand fände?
Psychotherapeutische Unterstützung bei dieser Ausprägung von Alltagsumstellung/-verzicht wäre auch mein Gedanke. Und mit ihm ganz individuell erarbeiten, was für Dich hilfreich ist, Neues entdecken, das guttut. Mit etwas mehr Wissen über Dich aber doch professioneller Distanz lässt sich da sicher leichter die ein oder andere passende Anregung finden.
Inzwischen sind solche Sitzungen per Videochat möglich.
Was mich auf eine Idee bringt: es gibt mehr Menschen in ähnlichen Situationen und auch einsame Menschen ohne körperliche Problemkomponente. Wie wäre es zu versuchen, eine Videochat-Gruppe ins Leben zu rufen, so regelmäßig mit anderen zu klönen?
Am Fenster von Deinem Mann/einem kreativen Gartenhelfer eine schöne Vogelfütterungsstation gestalten lassen, so dass Du sie gut beobachten kannst?
Liest Du gerne? Rezensionen schreiben und veröffentlichen?
Altes loslassen und neue Freuden entdecken ist wohl die Aufgabe. Was dieses Neue alles sein könnte, ist sehr individuell.
Ich wünsche Dir eine spannende Entdeckungsreise.
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26.08.2020, 10:16Inaktiver User
AW: WIe mit dauerhaft verändertem Alltag zurechtkommen ?
Nach dem, was ich hier im Forum über Dich gelesen habe, lebst Du schon sehr lange isoliert, das mit der Duftstoffallergie ist nur irgendwann on top dazugekommen, richtig?
Ich hätte auch empfohlen, mal nach einer Online-Selbsthilfegruppe zu suchen. Was die Genehmigung einer Therapie betrifft, so kommt es doch meines Wissens hauptsächlich darauf an, was der Therapeut ins Gutachten schreibt, und da sollte sich doch irgendwas finden lassen, was für die Krankenkasse passend ist. Ansonsten - hättest Du die Möglichkeit, sowas selbst zu bezahlen?
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26.08.2020, 12:23
AW: WIe mit dauerhaft verändertem Alltag zurechtkommen ?
Guten Morgen, Ihr Alle !

Vielen, vielen lieben Dank, daß Ihr Euch noch so viel Mühe meinetwegen gemacht habt.
@Kaffeesahne: Lieben Dank für Grüße und Kraft, beides gebe ich postwendend retour, ich glaube, bei Dir kann Kraft auch gerade nix schaden, oder ?
Tja, so eine Liste - was stünde da bei mir drauf ?
Ich fürchte, nimmer viel.
Körperlich geht fast nix, ich habe außer hautlosen Beinen (und ein paar anderen "nackten" Stellen) auch noch Probleme mit der rechten Schulter bzw der rechten Hand, weshalb sämtliche Handarbeiten, aber eben auch malen, zeichnen etc pp wegfallen.
Abgesehen davon, daß halt auch jegliches Material zu was auch immer, erst wochenlang entduftet werden muß und es einfach generell riskant ist, hier Dinge von außen reinzubringen.
Und sämtliche "geistigen Beschäftigungen" sind völlig davon abhängig, wieviel Schmerzmittel ich aktuell nehmen muß.
Seit der Diagnose vor 13 Monaten hatte ich insgesamt nicht mehr als 4 oder 5 Wochen, in denen ich ohne Opiate auskam oder sie , so wie jetzt gerade, niedrig dosieren konnte, aber meistens waren meine kognitiven Fähigkeiten ungefähr auf dem Niveau von Gänseblümchen und dementsprechend ist es auch mit dem Lesen arg schwierig.
Wobei ich das grundsätzlich sehr gerne mache, als ehemalige Buchhändlerin.
Demnach stünde auf meiner Liste vermutlich nur: Ich tauge wunderbar als Kuschelobjekt für unsere Katzen, aber das war's dann auch schon. *hmpf*
(Und völlig OT: Ich freue mich seit Tagen über den grünen Satz in Deiner Sigantur.
Das klingt sooo schön fröhlich, daß ich ihn mir immer mal wieder leise aufsage. )
@Vienna_: Nein, um Himmels Willen, umziehen ist nicht ansatzweise eine Option.
Ich bin SO dankbar dafür, daß die Allergie erst ausgebrochen ist, nachdem wir hier auf's Dorf gezogen sind, denn in jeder anderen Wohnung wäre das alles noch viel, viel schlimmer.
Hier ist es so, daß uns in 3 Himmelsrichtungen nur jeweils ein Haus vom unbewohnten Gebiet trennt und das alleine ist der Grund, daß ich wenigstens noch die Fenster aufreissen und die Jahreszeiten miterleben kann.
Je mehr ich andere Menschen um mich herum habe, desto mehr bin ich deren Duftstoffen ausgesetzt und da so eine Duftstoffallergie gar nichtmal so selten die Vorstufe einer MCS ist, die ich bittebitte nicht auch noch bekommen möchte, muß ich höllisch aufpassen, die Allergie nicht noch mehr zu verschlimmern - was dann in einem dichter besiedelten Gebiet (wo eben mehr professionelle Hilfe möglich wäre) zur Folge hätte, daß ich bis ans Ende meines Lebens nichtmal mehr ein Fenster öffnen dürfte.
Und das ist dann der Punkt, wo ich nach "Lebensqualität" wohl gar nicht mehr suchen müßte.
Die Selbstmordrate unter Duftstoffallergikern, die in dicht besiedelten Gegenden leben, ist bedrückend hoch.
@Jofi: Jein, das hast Du so halb richtig verstanden.
Richtig ist, daß wir seit 2017 keinen Pflegedienst hier raus bekommen, wegen weil zu weit und richtig ist auch, daß ich dieses Jahr deshalb 4 Monate lang auch keinen Hausarzt hatte - die Tatsache, daß die jeweiligen Herrschaften sich steril hätten kleiden müssen, spielt zwar theoretisch eine Rolle, praktisch sind wir allerdings nie soweit gekommen, daß wir das hätten erwähnen können, weil wir eben schon nach dem Abfragen der Adresse abgelehnt wurden.
Ich kann das inzwischen sogar ein Stück weit nachvollziehen.
Für einen Hausbesuch bei Kassenpatienten bekommt der Arzt pauschal 18€irgendwas und wenn man dann überlegt, daß die einfache Fahrt aus der nächstgelegenen Stadt zu uns schon eine Viertelstunde dauert, der Arzt also für 18€irgendwas mindestens eine halbe Stunde im Auto sitzt, ohne mich überhaupt gesehen zu haben ..... Wie gesagt: Mit dem Wissen kann ich es nachvollziehen, aber blöd ist es trotzdem für uns.
Nicht richtig ist, daß ich keine medizinische Versorgung habe.
Meine Krankenkasse hat mir im Frühjahr erklärt, daß ich, wenn ich keinen Hausarzt finde - auf den ich auch keinen Anspruch habe - mich eben über den ärztlichen Bereitschaftsdienst, den Notarzt und die Ambulanz der Krankenhäuser versorgen muß.
Und sowohl der ärztliche Bereitschaftsdienst als auch der Notarzt kommen selbstverständlich hier raus, aber das mache ich nur im alleräußersten Notfall (der dann eh fast immer im KH endet) , weil ich viel zu viel Angst habe, daß ich Jemandem, der diese medizinische Hilfe noch viel dringender bräuchte, die vorhandenen Kapazitäten "wegnehme".
Könnte mein Mann sich nicht kümmern, würde ich, wie viele alleinstehende Kranke, im Pflegeheim landen und dann vermutlich ganz schnell nach der nächsten Sepsis (die Pflegeheime sind ja nicht duftstofffrei) in der Urne unterm Baum.
So, jetzt hat die Katze Redebedarf.
Ich beantworte die anderen Postings nachher.
*** Als ich die Hand eines Menschen brauchte, reichte mir jemand seine Pfote *** 
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26.08.2020, 14:05
AW: WIe mit dauerhaft verändertem Alltag zurechtkommen ?
So, da bin ich wieder.
Liebe Galah6,
es tut mir so leid, zu hören, daß Ihr auch gerade in einer ähnlich "interessanten" Situation steckt und ich hoffe sehr, daß Dein Partner zumindest halbwegs schmerzfrei durch die Tage kommt und Ihr beide noch einen gemeinsam lebbaren schönen Alltag habt.
Ich bin mit vielen, vielen Einschränkungen bislang gut zurecht gekommen und kann mich glücklicherweise auch an dem, was ich trotz allem habe - ein sicheres Dach über dem Kopf, ein Land, in dem Frieden herrscht, jeden Tag einen vollen Bauch und vor allem: Den wunderbarsten Mann der Welt an meiner Seite
- tagesfüllend freuen.
Und ich weiß auch, daß es immer noch viele Milliarden Menschen gibt, die jederzeit mit mir tauschen würden, trotz allen Schwierigkeiten.
Die Fragen, die Du Dir stellst, stelle ich mir so ähnlich auch, bzw versuche ich grundsätzlich, jede Situation dazu zu nutzen, aus ihr etwas zu lernen, mich weiterzuentwickeln.
Ich bin nicht spirituell veranlagt, aber eigentlich ziemlich gläubig.
Allerdings hat mich da diese Erkrankung wirklich komplett an meine Grenzen gebracht.
Ich habe zwischem dem 23.12.2017 (!!) und irgendeinem Zeitpunkt im Frühjahr 2020 nicht einen einzigen schmerzfreien Tag gehabt und Du kannst mir wirklich glauben, daß ich den Lieben Gott nächtelang angefleht habe, er möge mir wenigstens einen halbwegs guten Tag zum verschnaufen zwischendurch gönnen.
(Zwischenbemerkung: Ich hatte jahrzehntelang mit MIgräne zu kämpfen und weiß, was Nierenkoliken sind, bin also eher nicht zimperlich - aber das war alles Pipifax gegen die Schmerzen, wenn großflächig die Haut fehlt und Millionen Nervenenden bloß liegen....)
Nö, gab keine Verschnaufpause für mich und so sehr ich mich auch bemühe, ich schaffe es einfach nicht, aus dieser Situation jetzt etwas zu lernen.
Bzw möchte ich mir keine Situationen in meinem Leben vorstellen, in denen es sich als vorteilshaft erweist, daß ich z. B. damit vertraut bin, daß es durchaus mal eine halbe Stunde dauern kann, nur die Unterbuxen zu wechseln, da bei der kleinsten Bewegung der Beine/Füße Wundwasser, Blut und Eiter unkontrolliert durch die Gegend spritzen und jede Berührung sich anfühlt, als würde man mir mit einem Zestenreisser noch den letzten mm hautähnliches Gewebe vom Leib reissen.
Vielleicht bist Du da stärker als ich, ich kapituliere da leider.
Ganz lieben Dank für Deinen Buchtip, ich habe mich mal kundig gemacht, möchte das Buch aber momentan nicht lesen. (Momentan möchte ich mich mit dem Thema "Eltern / Familie" nicht befassen, da habe ich gerade auch eine Baustelle.)
*** Als ich die Hand eines Menschen brauchte, reichte mir jemand seine Pfote *** 
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26.08.2020, 14:38
AW: WIe mit dauerhaft verändertem Alltag zurechtkommen ?
Liebe Hases_Frau, von Deinem Schicksal zu lesen, tut mir unendlich leid. Mein bzw. unser veränderter Alltag ist bei weitem nicht so gravierend, wie es bei Dir der Fall ist. Ich sage unser, denn hier ist es die Krankheit meines Mannes, die unseren Alltag komplett verändert. Er leidet an einem Gendefekt und verliert in den nächsten Jahren sein Augenlicht. Nach der Diagnose sind wir beide sehr unterschiedlich damit umgegangen. Ich war zu dieser Zeit sowieso gerade dank Job in einer Angststörung und mir hat das zusätzlich den Boden unter den Füßen genommen. Er dagegen geht das alles doch ziemlich rational an. Er sagt mir auch immer wieder, er versucht, nicht darüber nachzudenken, was er nicht mehr kann, sondern sich an den - manchmal auch sehr kleinen Dingen - zu freuen, die er noch kann. Er kann nicht mehr Auto fahren - dafür geht aber noch Rad fahren. Er kann nicht mehr lange fernsehen - so sind wir auf Streaming umgestiegen und er freut sich, dass er sich die Werbung nicht mehr antun muss.
Deine Welt ist leider sehr klein und übersichtlich geworden. Aber sicher hast Du doch noch Interessen, die sich auch online noch verfolgen lassen. Z.B. Bücher eben über ein E-Book lesen, Filme über Streamingdienste schauen - in den Mediatheken vieler Sender gibt es auch gute und interessante Dokumentationen. Ansonsten googeln nach Gruppen anderer Betroffener und sich mit denen zusammentun und austauschen. Hole die Welt virtuell zu Dir ins Haus.
Ich wünsche Dir alles Gute und viel Kraft!
Ich bin eine Fee! Eine KatastroFEE!
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26.08.2020, 15:40Inaktiver User
AW: WIe mit dauerhaft verändertem Alltag zurechtkommen ?
Danke.
Dass Du das, gerade über eine so lange Zeit, (auch) so sehen kannst, zeugt m.E. von viel Stärke!!
Das ist auch eine Frage der Definition von "Lernen". Du wirkst auf mich recht ehrgeizig, also so, als ob Du z.B. beim Thema Lernen die Latte sehr hoch anlegst.
Nochmal zu dem Buch:
Mich hat da ein Aspekt besonders fasziniert:
Das Buch handelt von einer Frau, die in ihrem Traumberuf Perlentaucherin arbeitet, und diesen heiß und innig liebt. Im Alter von 19 erkrankt sie an Lepra und verliert den Beruf und auch sonst fast alles. An dem Punkt beginnt der Roman.
Jetzt kann man sich fragen: Warum hat der Autor den Titel "Die Perlentaucherin" gewählt? Es geht doch gar nicht um diesen Beruf.
Weil sich die Frau, obwohl sie nur ganz kurz Perlentaucherin war, bis ins Alter als solche sieht und definiert. Das fand ich so spannend und ungewöhnlich.
Nach landläufiger Meinung gibt es bei solchen Schicksalsschlägen ja nur zwei mögliche Szenarien: Entweder trauert man dem alten Leben ewig nach, oder man schließt damit komplett ab und arrangiert sich mit der neuen Situation. Hier ist es so, dass die Frau sehr schnell in eine Akzeptanz-Haltung geht (- in meiner Seuchenhelden-Typologie im Bücherstrang habe ich sie daher "die Akzeptierende" genannt -), aber gleichzeitig ihre alte Identität mental nicht aufgibt. Sie erlaubt sich, sich an das Schöne zu erinnern, weil das "sie" war und im Erinnern noch ist, so weh es auch tut.
Das Buch ist nur noch gebraucht erhältlich; ich hatte es mir im Zuge meiner Seuchenbücher-Leseserie besorgt. Gerne verschenke ich es (gebunde Ausgabe); bei Interesse, PN an mich.
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26.08.2020, 18:02
AW: WIe mit dauerhaft verändertem Alltag zurechtkommen ?
So, der Wochenendeinkauf ist erledigt (online), jetzt kann ich weiter antworten.
Zunächst nochmal ganz vielen lieben Dank für all Eure lieben Worte für mich und die Zeit, die Ihr Euch genommen habt,
Beides tut mir gerade ziemlich gut.
@Catlady3: Das mit dem ausmisten alter, negativ geprägter Verhaltensweisen habe ich gerade ganz extrem an der anderen, größeren Baustelle meines Lebens. ( Über 40 Jahre lang sollte ich mich jede Woche, die der Liebe Gott werden ließ, dafür bedanken, daß man mich nicht abgetrieben hat, obwohl der Arzt es doch von sich aus angeboten hatte - was zu Beginn der 1970er Jahre wohl absolut untypisch war und sich mit einer Erkrankung meiner "Mutter" erklären läßt - und jetzt lerne ich gerade relativ mühevoll, mir im Spiegel in die Augen zu schauen und mir einfach mal ein gewisses Lebensrecht zuzugestehen, völlig unabhängig davon, was meine Existenz jetzt bei den beiden XXX *zensiert*, die mich in die Welt gesetzt haben, ausgelöst hat. Ich war nämlich auch noch so unverschämt, als Tochter zur Welt zu kommen, wo doch mein Erzeuger alles Andere als einen Sohn nicht gelten ließ....)
Insofern weiß ich, glaube ich, schon, was Du meinst und ja, das ist mit Sicherheit ein schier endloses Feld, für das ich mir aber in meiner Situation eigentlich tatsächlich alle Zeit der Welt nehmen könnte.
Auch, wenn Du es ganz so vielleicht gar nicht gemeint hast, aber das ist möglicherweise ein ziemlich toller Tip von Dir
, ganz vielen lieben Dank dafür und Dir ebenfalls von Herzen viel Kraft für Deinen Lebensweg. 
@Lizzy1234: Nein, Du bist in überhaupt kein Fettnäpfchen getreten, keine Sorge. Vielen lieben Dank, daß Du diesen Artikel rausgesucht hast, ich kannte ihn noch nicht.
Ich finde es jetzt gerade ziemlich schwierig, Dir zu antworten, ohne hier allzu tief ins Medizinische abzudriften (was vermutlich für Euch Nichtbetroffene eher langweilig wäre) und versuche mal, mich so kurz wie möglich zu fassen. Falls ich dabei undeutlich oder mißverständlich werde, dann frag' einfach bitte nochmal nach, ja ?
Der momentane Stand der Forschung ist wohl so, daß bei (Kontakt??-)Allergikern genetisch bedingt ein Enzym (Tilidingsbums, ich finde natürlich passenderweise den Artikel nicht, in dem ich das gestern gelesen habe), das für die Verbindung der einzelnen Hautzellen zueinander sorgt, falsch oder zu wenig gebildet wird, weshalb es quasi zu "Löchern" in der Haut kommt, durch die die allergieauslösenden Stoffe dann in den Körper gelangen und dort ziemlichen Ärger anrichten können.
Aus meinem eigenen Erleben scheint mir dieser Forschungsstand logisch, denn mir kann man ja tatsächlich die Haut in mehreren cm großen Platten abziehen.
Was ich dann, wenn das so stimmt mit dem genetischen Schaden, an dem von Dir oben angeführten Artikel nicht verstehe, ist, weshalb es dann einen Unterschied machen sollte, welchen Duftstoffen man sich aussetzt.
Loch in der Hautbarriere ist meiner Laienmeinung nach Loch in der Hautbarriere, also müßte da doch eigentlich alles irgendwie durchgehen, oder ??
Den Epitest habe ich vor 13 Monaten gemacht.
Einerseits war er für mich persönlich wohl alternativlos, weil wir erst durch ihn nach zweieinhalb Jahren endlich die richtige Diagnose bekamen - die Zeit davor wurde ich von mehreren (!!) Ärzten relativ desinteressiert auf "Sie sind einfach zu dick und haben Wasser in den Beinen" behandelt - andererseits gehöre ich zu diesen 2,xy% der Patienten, bei denen der Test quasi völlig über's Ziel hinaus geschossen ist, so daß es zu einer "Erstverschlimmerung" kam.
Vor dem Test reagierte ich nur auf Duftstoffe, mit denen meine Haut direkt in Berührung kam, also in Kosmetika z.B. Und jetzt nach dem Test machen mir blöderweise auch Duftstoffmoleküle in der Luft zu schaffen , d. h., es reicht völlig, wenn der Briefträger ein beduftetes Deo benützt oder die Verkäuferin in dem Laden, in dem unsere Einkäufe standen, bevor sie unsere Einkäufe wurden, ihre Klamotten mit herkömmlichem Waschmittel gewaschen hat, damit mir dann die Haut vom Körper fällt....
Ich brauche tatsächlich erst seit diesem Test Opiate und warte über ein Jahr später immer noch drauf, daß die "Erstverscherschlimmerung" abklingt.
Woran das jetzt genau liegt, daß es bei so dermaßen krass ausgefallen ist, weiß ich nicht, aber ich vermute irgendwie einen Zusammenhang damit, daß der Körper durch die jahrelange Fehlbehandlung schon arg strapaziert war.
Aber solange nicht klar ist, was genau diese heftige Reaktion ausgelöst hat, möchte ich über weiterführende Tests gar nicht nachdenken. Zumindest nicht, ehe nicht wenigstens die vorhandenen Wunden mal abgeheilt sind.
Hier zu wohnen, ginge sogar im Notfall, aber darauf wird sich niemand einlassen.
Es müsste derjenige quasi mehr oder weniger mit in Quarantäne, damit er mir von draußen keine Duftstoffe einschleppt - das ist schon für meinen Mann kaum umsetzbar und der hält aus Liebe zu mir eine Menge aus
, aber fremden Menschen mit eigenem Leben kann man das nicht abverlangen.
Selbsthilfegruppen sind problematisch.
Ich kenne nur die bei fb und da bin ich ganz schnell wieder ausgestiegen, weil die Leute dort dermaßen agressiv unterwegs sind, daß ich nur noch den Kopf schütteln konnte.
Klar wäre unser Leben leichter, wenn in der Öffentlichkeit keinerlei Duftstoffe getragen werden dürften, aber das ist völlig unrealistisch und irgendwann muß man auch mal erkennen, daß man selber nicht der Mittelpunkt der Welt ist und gesunde Menschen einerseits auch irgendwo ein Recht auf ihr Lieblingsparfüm oder einen Strauß Blumen haben und daß sie andererseits vor allem dieses Parfüm oder diese Blumen sich selber zur Freude, aber gewiß nicht, um uns absichtlich zu schaden, tragen.
Und diese Einsicht ist zumindest in der mir bekannten Gruppe völlig abhanden gekommen, da geht es dann eher um Gewaltphantasien gegen beduftete Menschen - sorry, das ist dann weniger meine Welt.
Ihr Lieben, ich schreibe nachher weiter.
*** Als ich die Hand eines Menschen brauchte, reichte mir jemand seine Pfote *** 
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26.08.2020, 18:57
AW: WIe mit dauerhaft verändertem Alltag zurechtkommen ?
Liebe Hases Frau,
danke, das du die Beiträge so aufmerksam liest und beantwortest.
Ich empfinde das als Wertschätzung und fühle mich gerade beschenkt!!
Ich kann mir vorstellen, das das natürlich nicht immer geht, und da kann ich nur sagen: Wenn es so ist, schone dich.
Wir sind da!
Wie stehst du denn zu Musik?
Hab einen guten Abend!
kaffeesahneWas du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem andern zu!
Andra tutto bene!
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26.08.2020, 19:08
AW: WIe mit dauerhaft verändertem Alltag zurechtkommen ?
Liebe Hases_Frau...
Ich bin erschüttert.
Weiß gar nicht, was ich sagen soll...


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